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Walther Schütz

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... wird vom Bündnis für Eine Welt/ÖIE betreut. Es geht hier weniger um perfekt ausformulierte Artikel, sondern es sollen neue Entwicklungen, Ideen, ... angeregt, hinterfragt und angedacht werden können. Beiträge zur globalen Sackgasse und emanzipatorischen Auswegen daraus bitte an: buendnis.oeie@aon.at

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2007-01-23: Der Staat - das unbekannte Wesen
2007-01-16: Bedürfnisse und die Welt der Waren
2006-12-26: Die WTO als Verkörperung von Liberalisierung
2006-12-16: Was ist überhaupt Globalisierung - Teil 1

Sämtliche Beiträge

2006-12-13

Zur Arbeit

Sieht man sich den Film „Darwins nightmare" ein erstes mal an, so bleibt man wohl vor allem einmal verwirrt und fertig zurück. Bei öfterem Betrachten kann man indes erkennen, dass das Hauptthema etwas uns sebstverständliches ist: Die ARBEIT. Die Menschen wollen ARBEIT haben - nicht etwa ARBEIT ERLEDIGT haben - mehr dazu unter r Darwins Nightmare - Radikale Gesellschaftskritik vom Feinsten.

Aus: Asterix-Band Nr. 23: "Obelix GmbH & Co.KG"

Es ist kein Zufall, dass andere Kulturen den abstrakten Begriff „Arbeit” nicht kennen bzw. wenn ähnliche Begriffe vorhanden sind, diese negativ belegt sind und es keinem Mitglied der Oberschicht / der herrschenden Klasse einfallen würde, sich mit „Arbeit” zu schmücken:

Arbeit als spezifische Form des Tätigseins hat ja bei uns erst diesen positiven Stellenwert bekommen, als die kapitalistische Geldwirtschaft mit ihrem Tausch von Arbeitseinheiten zentral wurde. Für jemanden, der etwas für den Markt produziert, wird der Inhalt sekundär. Es ist egal, was ich produziere, wichtig ist nur die Menge an „Arbeit”, die ich aufwenden muss. Hauptsache, ich kann ES verkaufen, damit ich überleben kann. Egal, ob das Zeug schädlich ist, egal, ob es sinnvoll ist, egal, ob es mir gut tut, wenn ich es herstelle. Ich muss arbeiten, und zwar nicht, weil irgendein Sklaventreiber hinter mir steht, sondern weil ich weiß, dass ich sonst kein Geld habe: „Ohne Geld ka Musi!”

Es gilt nicht: Ich muss halt tätig sein, damit ich leben kann, sondern: Ich brauche Arbeit, damit ich leben kann. Das bewirkt, dass Produktivitätssteigerungen, die in jeder anderen Gesellschaft begrüßt werden würden, bei uns zur Bedrohung werden.

Ein anderer Punkt ist, dass „Arbeit” gegeneinander verrichtet wird: Wenn ich billiger oder besser produziere, wenn ich mich im Beruf weiterbilde, dann ist es nicht etwa gut für alle, sondern vor allem einmal schadet es meinem Konkurrenten / meiner Konkurrentin. Und das ist für mich wichtig!

Und: Weil ich Arbeit haben muss, soll der, dem ich was mache, möglichst lange auf meine Arbeit angewiesen sein. Ich habe kein Interesse an einer wirklichen Befriedigung der Bedürfnisse: Der Kunde soll belieferungsbedürftiges Mängelwesen werden / bleiben! Mehr zu diesem Aspekt unter r Radikales Denken lernen.

Es sind diese spezifischen Charakteristika, die das Tätigsein im Kapitalismus zu etwas ganz Besonderem, eben zu abstrakter „Arbeit” werden lassen. Das ist viel mehr als nur eine gedankliche Abstraktion, mit der ich verschiedene Tätigkeiten unter einem einheitlichen Begriff zusammenfasse. Es ist das praktische Leben in dieser Gesellschaft selbst, das verschiedenste Tätigkeiten gleich setzt, „Arbeit” ist eine reale Abstraktion (und eben nicht nur eine gedankliche). Ausführlicher dargelegt sind mögliche Sichtweisen unter r Arbeit - ein vertrackter Begriff .

Uns ist das Denken in der Kategorie Arbeit so zur zweiten Natur geworden, dass man sich förmlich in die Rolle eines Außerirdischen begeben muss, um die Absonderlichkeiten zu erkennen. Dazu - ausgehend von der Kurzmeldung

Infineon hat Absatzproblem
... dem Standort Villach, der zu 80 Prozent Chips für die Automobil-Industrie produziert, fällt der derzeit schwächelnde Automarkt auf den Kopf. ... Die Produktion wurde gedrosselt. Aber noch ein zweites starkes Auslastungs-Problem hat das in München beheimatete Unternehmen und damit das Werk Villach: Aufgrund der kraftlosen Konjunktur bringen etliche Handyhersteller ihre `nächste Generation´ verspätet auf den Markt - wieder Wartezeit für die Chips. ...
(Kleine Zeitung, 25. Jänner 2005, S. 25)

eine Kurzgeschichte:

Man stelle sich einmal vor ... ...

... da wäre ein Marsbewohner (nehmen wir an, ein Ökologe), der mit einem Teleskop vom All aus die Erde beobachtet. Sicher wäre dieser Forscher vom Mars froh, wenn die Erdbevölkerung das Tempo der Automobilproduktion und ihrer Bestandteile zurückfahren würde. „ Angesichts des Zustandes des Planeten Erde zwar ein längst überfälliger Schritt - aber diese Erdlinge sind doch eine intelligente Gattung.” Der Forscher vom Mars würde sogar in seinen Forschungsbericht schreiben, dass nun die Lebenserwartung der Mitarbeiter/-innen der Firma Infineon steigen würde, weil sie ja nun weniger Stress hätten, langsamer arbeiten könnten.

Aber was ist das? Der Forscher traut seinen Augen nicht, seine Beobachtungsobjekte verfallen nun in großes Wehklagen . Das kann er nicht verstehen, denn die materiellen Entwicklungen (und nur die sieht der Beobachter aus dem Weltall) weisen ja auf eine gute Entwicklung hin ... Aber dann würde der Forscher vom Mars beobachten, dass allmählich auch andere Bereiche seiner Beobachtungsobjekte auf der Erde ihre Aktivitäten zurückfahren - etwa in der gegenseitigen Pflege, in der Betreuung der Alten, im Unterricht des Nachwuchses. Dabei hätten doch nun die einen, die endlich weniger von dem selbstzerstörerischen Geräten erzeugen, Zeit , den anderen bei der Pflege zu helfen.

Auf all dies könnte sich der Beobachter im All keinen Reim machen. Schon wollte er in leicht resignativ-ratloser Stimmung seinen Forschungsbericht mit einem großen Fragezeichen an die marsianische Heimatbasis beamen, als er eine Beobachtung macht:

Ein grauhaariger älterer Erdbewohner namens Frank Str. [Frank Stronnach] betritt das Areal, all die Bewohner/-innen des Territoriums eilen zu ihm hin (die Leithammel allen voran, laut den Begriff SPEED grölend), fallen auf die Knie, klatschen mit ihren Vordergliedmaßen. Und als der Ältere "Grias enk, Karntna" spricht, liegt für den Beobachter vom Mars klar auf der Hand: Der alte Mann ist ein Hohepriester. Und in ihm würde die Erkenntnis reifen, dass seine Ausgangsthese falsch gewesen war: Autos herzustellen ist kein zweckrationales Verhalten, sondern für die Erdbewohner ein fetischistischer Akt.

Es musste sich um eine Kultur handeln, die er bereits von anderen Planeten kannte: Arbeiten, Wachstum, Konsumieren als Selbstzweck, ... Jetzt wurde der Forscher vom Mars traurig - bereits in vielen Fällen waren solche Kulturen untergegangen. Würden die Erdlinge die Wende schaffen?

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