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2013-05-02

Der Veg ist das Ziel

Karnivoren aller Länder, beVegt euch!

Es gibt kein vernünftiges Gegenargument, aber viel eingefleischten Widerstand. Zwar ernten Vegetarier kaum noch unverhohlenes Augenrollen oder gar mitleidiges Lächeln. Aber wer die Verwertung des Tiers vollends ablehnt, testet offenbar noch immer die Grenzen dessen, was Ottonormalverbraucher zumutbar ist.

Dessen Abwehr kehrt sich gerne in den Vorwurf, veganes Essen sei ungesund, das sähe man an den kraft- und saftlosen Anhängern dieser Sekte, die allesamt mangelernährt seien und ohnehin einen Sparren locker hätten.

Die vegane Szene wächst indessen und ist in vielen Metropolen, etwa in London oder Berlin (wo an Karsamstag die zweite Berliner Filiale des veganen Supermarkts Veganz öffnete, der im April auch nach Wien kommen wird), bereits zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Der junge aufstrebende Mensch ist dem Veganismus gegenüber aufgeschlossen, weil er eine Möglichkeit bietet, sich anders zu fühlen, etwas Besseres darzustellen oder zu sein, aber auch weil er ein jugendliches Lifestylephänomen ist.

Wasser auf die Mühlen der BeVegung bringen nicht nur häufiger werdende Studien, welche die Vorteile veganer Ernährung belegen, sondern auch der mit dieser einhergehende Wille zur Einfachheit und Beschränkung auf das Wesentliche, der privaten Frieden mit der Welt und Umwelt verheißt. Dies steht zwar in einem gewissen Gegensatz zu den ausgeklügelten Ersatzprodukten, welche die vegane Industrie für die entgangene Fleischeslust anbietet. Da es aber eben auch um Lifestyle geht, wäre es naiv, hier Abstinenz zu erwarten.

Jenseits der 30 und bei Männern scheint der Veganismus allerdings weniger erfolgreich beim Rekrutieren seiner Jünger (laut Der Spiegel gibt es in Deutschland 700000 Veganer, knapp die Hälfte von ihnen zwischen 21 und 30, 70% davon Frauen), sieht man von jenen ab, die schon seit jeher auf esoterischen Ernährungswegen wandeln. Argumente zählen hier wenig. Man(n) will weitermachen wie bisher, nichts an seinem Essverhalten ändern.

Fleisch ist für den Mann immer noch Zeichen seiner Dominanz, vielleicht sogar deren letztes imaginäres Refugium. Folgt man der These von John D. Speth, der urzeitliche Mann sei nicht etwa bloß aus Not auf die Jagd gegangen, sondern vor allem zum Zweck der Herausbildung und Festigung seiner gesellschaftlichen Stellung, wird die Jagd und das erbeutete Fleisch zur Bedingung der Möglichkeit des Patriarchats. Damit wäre plausibel, dass dieses - mitsamt seiner weiblichen Entourage - an jener Protoinsignie, dem Fleisch, festhält, die ihm einst den Aufstieg ermöglichte.

Fleisch als ein Stück Lebenskraft des Machtsystems? Fleisch als Symbol von Virilität und Sinneslust, das in einem Maße libidinös besetzt ist, dass jeder Gedanke an die Auflösung dieses "freudschen Knotens" ein Angriff ist, der mit allen Mitteln abgewehrt werden muss?

Es scheint einiges dafürzusprechen, wenn man die irrationale Abwehr der Mehrheit gegenüber einer Minderheit betrachtet, die ihr auf absehbare Zeit nicht "gefährlich" werden kann, zumal sie mittlerweile auch weniger militant auftritt. Am Widerstand gegen die Argumente der BeVegung lässt sich insofern auch jene Kraft ablesen, die das System totaler Verwertung über den menschlichen Geist gewonnen hat.

Der in veganen und vegetarischen Kreisen gern zitierte Ausspruch Tolstois Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben erscheint im Lichte des globalen Kampfs um Nahrungsmittel nicht mehr als naive Verkürzung eines Problems, sondern vielmehr als Menetekel dessen, was uns blüht, wenn wir uns weiterhin weigern, aus den obstinaten Traum unserer Vernunft zu erwachen.

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dw- 2013-05-11, Nr. 5961

Der Cro-Magnon-Mensch hatte die blutgruppe o. er war eine widerstandsfähige jagdmaschine. kulturhistorisch betrachtet, glaube ich, es ist heute nicht mehr dinglich notwendig fleisch zu essen.
ich finde aber diesen überkonsum von kohlehydraten auch bedenklich, speziell dazu fällt mir rudolf steiner ein, er sagt, übermäßiger kartoffelkonsum beeinflusst die geistige entwicklung des mensch.

die beste methode sich fleischessen abzugewöhnen ist keine methode, es ist ganz einfach der EKEL.

dw- 2013-05-11, Nr. 5962

ich wage zu behaupten, ekel gegenüber fleisch zu verspüren, ist ein höherer geistiger entwicklungsschritt!!!!!

mimenda- 2013-05-13, Nr. 5963

Wer weiß eigentlich genau, was unsere Vorfahren gegessen oder nicht gegessen haben? Die Paleodiätisten glauben, Fleisch habe dem Menschen erst die Möglichkeit gegeben, sein Gehirn zu entwickeln. Andere sagen, dies sei dem Umstand geschuldet, dass der Mensch irgendwann zu kochen begonnen habe und dadurch die Menge an Kalorien drastisch erhöhen konnte. Ist im Prinzip aber alles Wurscht oder Banane, denn wir befinden uns nicht mehr in der Steinzeit und glauben zudem, den Menschen von damals psychisch-moralisch überlegen zu sein.

Die Frage ist also nicht in erster Linie, ob es nun gesund ist, viele Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Es gibt Studien, die das gerade in Bezug auf die Verhinderung von Darmkrebs bejahen (Steiner ist - nicht nur hier - irrelevant :-)), sondern welche Auswirkungen der Fleisch- und Milchkonsum auf 1. die Ökologie und 2. die Gesundheit haben.

In den USA ist diesbezüglich geradezu eine Veganomanie im Gange, die von verschiedensten Studien befeuert wird, sich meinem Empfinden nach aber vor allem auf die gesundheitlichen Aspekte fokussiert, was daran liegen mag, dass es Ärzte sind, welche die vegane Ernährung vorantreiben. Bestes Beispiel und gewissermaßen Aushängeschild ist Ex-Präsident Clinton, der seit ein paar Jahren überwiegend vegan isst.

Gäbe es hierzulande eine derartige Evidenz für die positiven gesundheitlichen Folgen einer fleisch- und milchbasierten Ernährung wie für die vegane Ernährung, wären jeden Tag neue Artikel über die positiven Eigenschaften von Fleisch und Milchprodukten in den Zeitungen. Aber in Deutschland (und wohl auch Österreich) herrschen noch die Konfusionisten, also die Lobbyisten, von den betreffenden Industrien bezahlte Wissenschaftler, uninformierte Ärzte (deutsche Ärzte haben von Ernährung in aller Regel keine Ahnung), Journalisten, Krankenkassen, Pharmazeuten usw.

Wenn die Zivilisationskrankheiten (Adipositas, Diabates, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Krebs usw.) - und dafür gibt es Anzeichen - durch eine vegane Ernährung minimiert werden könnten, würden die gesünderen Menschen der Fleisch-, der Milch-, der Pharmaindustrie, der Ärzteschaft, den Krankenkassen und -häusern das Wasser abgraben. Das darf natürlich nicht sein und so kann man in D konstatieren, dass die öffentliche Meinung noch weit hinter dem zurückhinkt, was in den USA und Kanada bereits Eingang in die Empfehlungen großer Gesundheitsorganisationen gefunden hat.

All diese interessierten Gruppierungen sollen oder wollen die negativen Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit nicht wahrhaben. Das wundert mich nicht, ist doch das Essen derart libidinös besetzt, dass man eigentlich kaum jemanden überzeugen kann, der nicht im Grunde bereits dem Thema gegenüber offen ist, insofern er - wie du sagst - Ekel vor dem Fleisch empfindet oder Mitleid mit der geschundenen Kreatur hat.

Aber vielleicht ist der Gesundheitsaspekt ja geradezu die optimale Voraussetzung, um Menschen zu erreichen, bei welchen die Massentierhaltung keine moralischen Bedenken verursacht. Wenn sie erst einmal merken, dass sie so viel essen können, wie sie wollen (vorausgesetzt, man verbannt auch raffinierte Mehle, Zucker, Öle) und dabei noch abnehmen, dass sie sich fitter und gesunder fühlen und es auch objektiv betrachtet (bei Untersuchungen) sind, dann könnten solche Selbstversuche sich herumsprechen und Schule machen.

magellan- 2013-05-19, Nr. 5965

Es gibt sehr glaubwürdige Studien, daß z.B. Frauen, die keine Milchprodukte konsumieren, wie etwa Asiatinnen, keinen Brustkrebs bekommen (= natürlich stark verallgemeinernd gesagt). Doch dies dürfte auch damit zusammenhängen, daß es sowas wie "erworbene Toleranzen" gibt.
Asiatische Mönche bleiben bis ins hohe Alter gesund, weil sie mit einer Mahlzeit zumeist nur EINE Art von Lebensmittel und nicht - wie bei uns üblich - mit mehreren Beilagen verzehren. Daraus ist ja auch die Trennkost entstanden.

Was nun den Fleischkonsum betrifft, halte ich es mit den Altvorderen - denen der bescheidenen Art, die sich maximal einmal pro Woche Fleisch "gönnen". Dies natürlich im Hinblick auf die geschundene Kreatur. Doch nicht nur die Tiere leiden unter diesem vom "Markt" verordneten Überangebot an viel zu billigem Fleisch, auch der Mensch in diesem grausamen Produktionsprozeß ist eine "arme Sau". Gerade in den USA, wo ehemals selbständige Bauern von Konzernen sehr unfreundlich übernommen wurden und nun daselbst ihre Fronarbeit zu leisten haben.

Was nun einen veganen Trend aus den Staaten anbelangt: Wieviele Trends haben uns von dort schon erreicht, die alles andere als gesund oder sonst irgendwie nützlich gewesen wären? Das kann als Kriterium nicht akzeptiert werden.

Doch die UNO weiß einmal mehr Rat: Die (westliche) Bevölkerung wird aufgefordert, statt Milch und Brot INSEKTEN zu essen, um den Proteinbedarf abzudecken !!! Und Restaurants sollen diese als Spezialität anbieten, um einen Gewöhnungseffekt einzuleiten. Prost! Mahlzeit! Dann doch lieber vegan.

mimenda- 2013-05-21, Nr. 5967

Die "erworbenen Toleranzen" schwinden sehr schnell, wenn eine asiatische Familie in die USA auswandert und sich dort landesüblich ernährt. Zudem ist der westliche Lebensstil ja auch in asiatischen Ländern auf dem Vormarsch und zeitigt auch dort bereits die bekannten Degnerationserscheinungen.

Einmal die Woche Fleisch ist sicher wesentlich besser als täglich. Allein: wem es um's Eingemachte geht, der müsste konsequenterweise B tun, wenn er A nicht akteptieren kann. Wenn man sich z.B. vor Augen hält, dass jedes Jahr in den USA 200 Millionen männlicher Küken, weil sie keine Eier legen und auch als Fleisch nicht taugen, erstickt, vergast oder bei lebendigem Leibe gemahlen werden, dann bedeutet das für mich ein klares Nein zu der gesamten Praxis. Und man findet natürlich nicht nur eine dieser Ungeheuerlichkeiten, sondern deren viele, wenn man sich die gesamte Tierproduktion mit allen Konsequenzen für die Tiere, die Umwelt und die Menschen anschaut.

Gut, wir sind natürlich in vielerlei Hinsicht inkonsequent und es ist wohl auch zu viel verlangt, in jeder Hinsicht konsequent sein zu sollen. Aber beim Essen ist es im Prinzip sehr einfach. Man muss sich natürlich ein wenig informieren und auch seine Lesebrille dabei haben, um das Kleingedruckte zu lesen usw. Aber wo gäbe es schon etwas, das keine Information benötigte. Schließlich wollen wir ja mündige Bürger sein, auch wenn wir uns in aller Regel wie Trottel verhalten, die nicht zu dumm, sondern bloß zu träge sind.

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