kärnöl-Logo Independent Carinthian Art & Cult
Sat Nov 28 2020 18:01:55 CET
ÜBERBLICK
Aktuell
Glossen
+Alle Beiträge
Autoren
Veranstaltungen
Links
Kontakt
LESERFORUM
Leserbriefe
Reaktionen

Globale Bildung im Bündnis für Eine Welt

r Globale Bildung
im Bündnis für Eine Welt

Krise - Themenschwerpunkt 2009

r Unser aktueller Themenschwerpunkt

www.karawankengrenze.at

r Unser Projekt gemeinsam mit dem Verein Erinnern

Nationalsozialismus in Villach

r Hans Haider:
"Nationalsozialismus
in Villach"
(pdf downloaden)

Jüdinnen und Juden in Kärnten

r Hans Haider:
"Jüdinnen und Juden
in Kärnten"
(pdf downloaden)

Pizzakarton Sgt kärnöl´s Lonely Hearts Club Band

r Nähere Informationen zum schönsten Pizzakarton der Welt

WASSER? - Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

r WASSER?
Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

Bildung - Themenschwerpunkt 2007

r Unser Themenschwerpunkt 2007

(c) Arbeit

r Alle Informationen zum Themenschwerpunkt Arbeit

(c) Eigentum

r Unser Themenschwerpunkt Eigentum
r Überblick über alle Themenschwerpunkte

Clemens Scharf

Mimenda

Die Handlungen sind die Frucht der Gedanken. Waren diese weise, so sind jene erfolgreich.

[Baltasar Gracián, 1601 - 1658]

Zuletzt erschienen:

2013-05-02: Der Veg ist das Ziel
2010-07-10: Höhlengleichnis nass reloaded
2009-05-22: Also starb Zoroaster
2009-03-17: Berliner Impression
2009-02-05: traum der vernunft

Sämtliche Beiträge

2007-06-20

Die Liebe in den Zeiten von Coca Cola

Popeye at her best!

Liebe ist nicht nur ein Wort, sie ist ein Zustand, aber was für einer? Falsch, in den meisten Fällen ist sie tatsächlich bloß ein Wort, dem jenes höhere Verständnis entfleucht ist, das wir einmal von ihm hatten, obwohl es ihm im Alltag noch irgendwie hinterherzulaufen scheint. Ersatz ist es, das Wort, und sie, die Liebe, allemal, denn es ersetzt das krude unbegriffliche Konstrukt, das den Älteren noch hilflos als Ideal gelehrt oder gar eingebläut ward. Die Liebe ist auf den Hund gekommen und trinkt Coca Cola.

Jene haben es leichter, die es schon immer wussten. Die Liebe sei eine Illusion, in Wahrheit beruhe sie auf chemischen Prozessen, die sich im Hirn abspielten und auf Reizen. Ja, recht haben sie, wenn sie unseren Körper zur Maschine degradieren, deren Blinddarm jener Geist ist, der einmal hauptsächlich für den Eros verantwortlich war und deren restliche Appendizes als primäre Geschlechtsmerkmale herhalten: Folterinstrumente, entwendet aus einem Tabernakel, das längst zur Taberna wurde, Heimstädte des Plebs mit seinen nervtötenden Tätowierungen und Metallapplikationen, pseudoprivaten Beichten und Zurschaustellung von Gammelfleisch. Widerlich! Doch der Zeitgeist feiert dies und die Perversion als "conditio sine qua non" des modernen Menschen, der sich ja schon wundert, wenn eine Person des öffentlichen Lebens nicht umgehend nach Amtsantritt auch sein "coming out" hat. Warum können sie nicht einfach den Mund halten?

Da fehlte eigentlich nur noch die Hoffähigkeit der Pädophilie und der Lobpreis des Inzests, aber das lehnen die Sexphilister noch ab, wohl weil es einige wenige Tabus noch braucht, gegen die es anzufeiern gälte oder einen Bock für die Sünden, die man selbst nicht mehr begehen kann. Alles andere ist bereits derart schick(lich), dass man zu erröten vergisst. Und unsereins vergisst es unterdessen gleich mit, denn niemand entzieht sich um den geringeren Preis einer noch schlimmeren privaten Neurose als die Masse sie öffentlich bereits hat.

Auch der Eros ist diesen Philistern Ergebnis der Chemie, wenn sie soweit überhaupt zu denken verstehen. Wir sind determiniert, heteronom, unfrei – unter diesem Verdikt lässt es sich fröhlich leben und wie beim Untergang der Titanic tanzen. Das sagen und tun jene gerne, die es gerne so hätten, und sie überzeugen, weil Überredung nicht mehr nötig ist. Und kaum einer bietet dem sich als Wissenschaft oder Vulgärmaxime gerierenden Unsinn die Stirn, indem er Dynamik einfordert, wo verbriefte Statik herrscht. Wo die Praxis ihre Umzüge veranstaltet und die Analyse Einzug hält, exorziert sie ihren Gegenstand, den längst versunkenen Eros und dessen Derivat, die Libido, in ihrem prekären und heruntergeholten Sinne als Geilheit. Wo die Praxis die Suche nach Liebe "ad absurdum" führt, ist diese notwendig reduziert auf den Akt, wovon gerade noch "Liebe machen" als obsolet gewordene Wendung kündet, die längst viel derberen gewichen ist. Ich frage mich, ob die traute Zweisamkeit überhaupt noch Worte für die Körperteile und Praktiken zu schöpfen fähig ist, deren pornographisch anmutende Bezeichnungen zum Standard geronnen scheinen.

Der Anspruch auf Transzendenz von Liebe über das rein Körperliche hinaus, der sich womöglich kurz im Bürgertum noch bemerkbar machte, ist längst schon einem Kuhhandel gewichen (wenn er nicht immer schon einer war), der sich im Austausch von Körperflüssigkeiten oder Streicheleinheiten und – institutionalisiert – auch von finanziellen Mitteln erschöpft. Liebe und Zuneigung ist Geschäft total. Und wir alle müssten es wissen, die wir Erhabenes nicht anders denn als Kitsch noch zu denken vermögen.

Und weil es Geschäft ist, darf Eigeninteresse die Maxime sein: handle so, dass das Austauschen von Körperflüssigkeiten und Streicheleinheiten immer zu deinen Gunsten ausgeht. Günstig ist billig, billig ist schäbig. Ich gewähre meine Gunst nur, wenn ich mehr einstreiche als ich einzahle oder mindestens darauf hoffen kann, quitt zu sein oder es slipwendend zu werden. Und doch gibt es Menschen, die diese Lektion noch nicht gelernt haben und sich daher ob der eigenen Impotenz empören, nicht aber, weil sie nicht smart genug sind. Auch die romantische Liebe des Groschenromans stirbt zuletzt noch am Gnadenbrot.

Sex in den Zeiten von Coca Cola hat was von sich aneinander drängenden Stachelschweinen: sie können und dürfen sich nicht zu nahe kommen, denn das täte ja weh. Liebe in den Zeiten von Coca Cola ist hingegen - noch immer - der zaghafte Wunsch, den Schmerz zu überwinden, um Nähe zu erfahren. Aber es mangelt ihm an Mut und Entschlusskraft, weil die Sinne taub geworden und das Mysterium mit den schmutzigen Ratten über Bord gegangen ist. Was nicht schweigend versinken kann im Orcus der Lust, bleibt zum schrillen Treiben im Locus des Frusts verdammt.

Reaktionen Auf den Beitrag reagieren

Martin Sylvia Kudler- 2007-06-21, Nr. 3681

..lieber clemens,

wie wahr dein artikel ist - L E I D E R !!

die warenbegriffe und der kommerz ziehen sich auch durch dieses essentielle thema des lebens bzw. umgekehrt und dieser lebensbereich wird in der heutigen zeit mittlerweile genauso vermarktet,
wie auch alle anderen bereiche wie gesundheit, bildung, arbeit etc...

mit der liebe wird meines erachtens auch viel zu leichtfertig umgegangen.

liebe ist halt doch nur ein (mode) wort!

danke für deinen beitrag.

zu- 2007-06-23, Nr. 3691

"Liebe ist nur ein Wort" & Co...


ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach,

aber,

sprich nur ein Wort und


...ich bin fort!"

auf- 2007-06-23, Nr. 3692

so wird meine seele gesund.

ohne leere und offenheit keine chance auf erfüllung...

....büro ÖIE- 2007-06-27, Nr. 3697

Coca-Cola vor dem Tanz
hebt die Stimmung und den
Schwung.

Shakes-Cock- 2007-06-27, Nr. 3698

"Lechery, sir, it provokes, and unprovokes: it provokes the desire, but it takes away the performance. Therefore much Coca Cola may be said to be an equivocator with lechery: it makes him, and it mars him; it sets him on, and it takes him off; it persuades him, and disheartens him; makes him stand to, and not stand to; in conclusion, equivocates him in a sleep, and giving him the lie, leaves him."

msk- 2007-06-28, Nr. 3702

der weg der überschreitung(en) sollte
zum turm der weisheit führen..

Reaktionen auf andere Beiträge

Sämtliche Beiträge:

2013-05-02: Der Veg ist das Ziel
2010-07-10: Höhlengleichnis nass reloaded
2009-05-22: Also starb Zoroaster
2009-03-17: Berliner Impression
2009-02-05: traum der vernunft
2009-01-05: Verdrängung - Widerstand - Übertragung
2008-12-08: An den Freund aus der Jugend
2008-02-03: (M)eine Beiz in Wien
2008-01-25: Amphorismen IV
2007-12-02: Amphorismen III
2007-10-25: Amphorismen II
2007-10-14: Amphorismen I
2007-10-07: Amorbach
2007-09-30: Wertes bewahren, Unwertes entäußern
2007-09-23: m(on)aden
2007-09-16: Er hat Jehova gesagt!
2007-09-15: Faschiertes Hirnchen
2007-09-12: Bells, I can hear bells!
2007-09-07: Papa
2007-09-06: Ein Schelm, wer Übles dabei denkt
2007-09-05: Aktionismus - Nachschlag
2007-09-04: Aktionismus
2007-09-02: Einfach deutsch sprechen?
2007-05-08: RINGEL-REIHEN
2007-03-24: Dead Poet Society
2007-02-06: "Ethik der sexuellen Differenz" von Luce Irigaray
2007-01-09: kinderseelenallein
2007-01-05: Migration in Gegenrichtung
2006-09-16: Der Papst vor Wien

.

ZUM NACHLESEN

Freitag, 10. Juli 2020
r Weana Gschicht und Weana Geschichtln
Lesung und Buchpräsentation von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 22. November 2019
r Auch Krawattenträger sind Naturereignisse
Thekenlesung und Buchpräsentation von und mit Engelbert Obernosterer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 11. Oktober 2019
r SCHEISS TERMIN

mit Ali Götz (Lieder, die keiner mehr kennt), Magrimm (art), Peter Laminger (art), Boris Randzio (1m2 Balett), Hans D.Smoliner (Buchpräsentation), Rudi Streifenstein (Thekendekoration), VADA (Buchpräsentation)


tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 18. Juni 2019
r Die letzten hundert Jahre
Thekenlesung und Buchpräsentation von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 9. April 2019
r Elsie Slonim – Meine ersten 100 Jahre

Mit der Kamera auf Spurensuche zwischen Kaiser Franz Josef, dem Holocaust und der Sperrzone auf Zypern.
Ab 18:30 Volxküche


Begegnungszentrum Kreml, Ludwig Walter Straße 29, Villach

Freitag, 7. Dezember 2018
r Bad Weihnachten
Thekenlesung von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 23. November 2018
r SWANGAR
Ausstellungseröffnung, Lesung und Buchpräsentation von Doris Libiseller, Klaus Hollauf und Hans D. Smoliner
Cafe Sternweiss, St. Paul im Lavanttal

Freitag, 13. April 2018
r (Neo)Kolonialismus und Widerstand in Afrika am Beispiel Burkina Fasos, Buchpräsentation mit Günther Lanier
Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt, Nautilusweg 11, 9020 Klagenfurt

Dienstag, 13. März 2018
r Grundeinkommen für alle?! Das bedingungslose garantierte Grundeinkommen und die Zukunft der Erwerbsarbeit. mit Karl Reitter
Begegnungszentrum im Kreml, Ludwig Walther Straße 29, 9500 Villach

Donnerstag, 1. März 2018
r Tagung:#GLEICHBERECHTIGUNG; 01.März bie 03.März, Europahaus Klagenfurt
Europahaus Klagenfurt, 1. Stock, Reitschulgasse 4, 9010 Klagenfurt

r Weitere Dokumentationen