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2006-02-13

Manifest gegen die Arbeit (6)

Verfasst von der Gruppe rkrisis (1999)

Inhalt

  1. r Die Herrschaft der toten Arbeit
  2. r Die neoliberale Apartheidsgesellschaft
  3. r Die neo-sozialstaatliche Apartheid
  4. r Zuspitzung und Dementi der Arbeitsreligion
  5. r Arbeit ist ein gesellschaftliches Zwangsprinzip
  6. r Arbeit und Kapital sind die beiden Seiten derselben Medaille
  7. r Arbeit ist patriarchale Herrschaft
  8. r Arbeit ist die Tätigkeit der Unmündigen
  9. r Die blutige Durchsetzungsgeschichte der Arbeit
  10. r Die Arbeiterbewegung war eine Bewegung für die Arbeit
  11. r Die Krise der Arbeit
  12. r Das Ende der Politik
  13. r Die kasinokapitalistische Simulation der Arbeitsgesellschaft
  14. r Arbeit läßt sich nicht umdefinieren
  15. r Die Krise des Interessenkampfes
  16. r Die Aufhebung der Arbeit
  17. r Ein Programm der Abschaffungen gegen die Liebhaber der Arbeit
  18. r Der Kampf gegen die Arbeit ist antipolitisch

Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet ist er nicht zu Haus. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit. Sie ist daher nicht die Befrieidgung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen. Ihre Fremdheit tritt darin rein hervor, daß, sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird.
(Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, 1844)

6. Arbeit und Kapital sind die beiden Seiten derselben Medaille

Die politische Linke hat die Arbeit immer besonders eifernd verehrt. Sie hat die Arbeit nicht nur zum Wesen des Menschen erhoben, sondern sie damit auch zum vermeintlichen Gegenprinzip des Kapitals mystifiziert. Nicht die Arbeit galt ihr als Skandal, sondern bloß ihre Ausbeutung durch das Kapital. Deshalb war das Programm sämtlicher "Arbeiterparteien" auch immer nur die "Befreiung der Arbeit", nicht aber die Befreiung von der Arbeit. Der soziale Gegensatz von Kapital und Arbeit ist aber bloß der Gegensatz unterschiedlicher (wenn auch unterschiedlich mächtiger) Interessen innerhalb des kapitalistischen Selbstzwecks. Der Klassenkampf war die Austragungsform dieser gegensätzlichen Interessen auf dem gemeinsamen gesellschaftlichen Boden des warenproduzierenden Systems. Er gehörte der inneren Bewegungsdynamik der Kapitalverwertung an. Ob der Kampf nun um Löhne, um Rechte, um Arbeitsbedingungen oder um Arbeitsplätze geführt wurde: seine blinde Voraussetzung blieb stets die herrschende Tretmühle mit ihren irrationalen Prinzipien.

Vom Standpunkt der Arbeit zählt der qualitative Inhalt der Produktion genauso wenig wie vom Standpunkt des Kapitals. Was interessiert, ist einzig die Möglichkeit, die Arbeitskraft optimal zu verkaufen. Es geht nicht um die gemeinsame Bestimmung über den Sinn und Zweck des eigenen Tuns. Wenn es die Hoffnung jemals gab, eine solche Selbstbestimmung der Produktion könnte in den Formen des warenproduzierenden Systems verwirklicht werden, so haben die "Arbeitskräfte" sich diese Illusion schon längst abgeschminkt. Es geht nur noch um "Arbeitsplätze", um "Beschäftigung" - schon die Begriffe beweisen den Selbstzweck-Charakter der ganzen Veranstaltung und die Unmündigkeit der Beteiligten.

Was und wofür und mit welchen Folgen produziert wird, ist dem Verkäufer der Ware Arbeitskraft letzten Endes genauso herzlich egal wie dem Käufer. Die Arbeiter der Atomkraftwerke und der Chemiefabriken protestieren am lautesten, wenn ihre tickenden Zeitbomben entschärft werden sollen. Und die "Beschäftigten" von Volkswagen, Ford oder Toyota sind die fanatischsten Anhänger des automobilen Selbstmordprogramms. Nicht etwa bloß deswegen, weil sie sich gezwungenermaßen verkaufen müssen, um überhaupt leben zu "dürfen", sondern weil sie sich tatsächlich mit diesem bornierten Dasein identifizieren. Soziologen, Gewerkschaftern, Pfarrern und anderen Berufstheologen der "sozialen Frage" gilt das als Beweis für den ethisch-moralischen Wert der Arbeit. Arbeit bildet Persönlichkeit, sagen sie. Zu recht. Nämlich die Persönlichkeit von Zombis der Warenproduktion, die sich ein Leben außerhalb ihrer heißgeliebten Tretmühle gar nicht mehr vorstellen können, für die sie sich tagtäglich selber zurichten.

So wenig aber die Arbeiterklasse als Arbeiterklasse jemals der antagonistische Widerspruch des Kapitals und das Subjekt der menschlichen Emanzipation war, ebensowenig steuern umgekehrt die Kapitalisten und Manager die Gesellschaft nach der Bösartigkeit eines subjektiven Ausbeuterwillens. Keine herrschende Kaste in der Geschichte hat jemals ein derart unfreies und erbärmliches Leben geführt wie die gehetzten Manager von Microsoft, Daimler-Chrysler oder Sony. Jeder mittelalterliche Gutsherr hätte diese Leute abgrundtief verachtet. Denn während er sich der Muße hingeben und seinen Reichtum mehr oder weniger orgiastisch verprassen konnte, dürfen sich die Eliten der Arbeitsgesellschaft selber keine Pause gönnen. Außerhalb der Tretmühle wissen auch sie nichts anderes mit sich anzufangen als wieder kindisch zu werden; Muße, Lust an der Erkenntnis und sinnlicher Genuß sind ihnen so fremd wie ihrem Menschenmaterial. Sie sind selber nur Knechte des Arbeitsgötzen, bloße Funktionseliten des irrationalen gesellschaftlichen Selbstzwecks.

Der herrschende Götze weiß seinen subjektlosen Willen über den "stummen Zwang" der Konkurrenz durchzusetzen, dem sich auch die Mächtigen beugen müssen, gerade wenn sie hunderte von Fabriken managen und Milliardensummen über den Globus schieben. Tun sie es nicht, werden sie ebenso rücksichtslos ausrangiert wie die überflüssigen "Arbeitskräfte". Aber gerade ihre eigene Unmündigkeit macht die Funktionäre des Kapitals so maßlos gefährlich, nicht ihr subjektiver Ausbeuterwille. Sie dürfen am allerwenigsten nach dem Sinn und den Folgen ihres rastlosen Tuns fragen, Gefühle und Rücksichten können sie sich nicht leisten. Deshalb nennen sie es Realismus, wenn sie die Welt verwüsten, die Städte verhäßlichen und die Menschen mitten im Reichtum verarmen lassen.

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