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2006-02-13

Manifest gegen die Arbeit (5)

Verfasst von der Gruppe rkrisis (1999)

Inhalt

  1. r Die Herrschaft der toten Arbeit
  2. r Die neoliberale Apartheidsgesellschaft
  3. r Die neo-sozialstaatliche Apartheid
  4. r Zuspitzung und Dementi der Arbeitsreligion
  5. r Arbeit ist ein gesellschaftliches Zwangsprinzip
  6. r Arbeit und Kapital sind die beiden Seiten derselben Medaille
  7. r Arbeit ist patriarchale Herrschaft
  8. r Arbeit ist die Tätigkeit der Unmündigen
  9. r Die blutige Durchsetzungsgeschichte der Arbeit
  10. r Die Arbeiterbewegung war eine Bewegung für die Arbeit
  11. r Die Krise der Arbeit
  12. r Das Ende der Politik
  13. r Die kasinokapitalistische Simulation der Arbeitsgesellschaft
  14. r Arbeit läßt sich nicht umdefinieren
  15. r Die Krise des Interessenkampfes
  16. r Die Aufhebung der Arbeit
  17. r Ein Programm der Abschaffungen gegen die Liebhaber der Arbeit
  18. r Der Kampf gegen die Arbeit ist antipolitisch

Arbeit steht, sei sie auch noch so niedrig und mammonistisch, stets im Zusammenhang mit der Natur. Schon der Wunsch, Arbeit zu verrichten, leitet immer mehr und mehr zur Wahrheit und zu den Gesetzen und Vorschriften der Natur, welche Wahrheit sind.
(Thomas Carlyle, Arbeiten und nicht verzweifeln, 1843)

5. Arbeit ist ein gesellschaftliches Zwangsprinzip

Arbeit ist keineswegs identisch damit, daß Menschen die Natur umformen und sich tätig aufeinander beziehen. Solange es Menschen gibt, werden sie Häuser bauen, Kleidung und Nahrung ebenso wie viele andere Dinge herstellen, sie werden Kinder aufziehen, Bücher schreiben, diskutieren, Gärten anlegen, Musik machen und dergleichen mehr. Das ist banal und selbstverständlich. Nicht selbstverständlich aber ist, daß die menschliche Tätigkeit schlechthin, die pure "Verausgabung von Arbeitskraft", ohne jede Rücksicht auf ihren Inhalt, ganz unabhängig von den Bedürfnissen und vom Willen der Beteiligten, zu einem abstrakten Prinzip erhoben wird, das die sozialen Beziehungen beherrscht.

In den alten Agrargesellschaften gab es alle möglichen Herrschaftsformen und persönlichen Abhängigkeitsverhältnisse, aber keine Diktatur des Abstraktums Arbeit. Die Tätigkeiten in der Umformung der Natur und in der sozialen Beziehung waren zwar keineswegs selbstbestimmt, aber ebensowenig einer abstrakten "Verausgabung von Arbeitskraft" unterworfen, sondern vielmehr eingebettet in komplexe Regelwerke von religiösen Vorschriften, sozialen und kulturellen Traditionen mit wechselseitigen Verpflichtungen. Jede Tätigkeit hatte ihre besondere Zeit und ihren besonderen Ort; es gab keine abstrakt-allgemeine Tätigkeitsform.

Es war erst das moderne warenproduzierende System mit seinem Selbstzweck der unaufhörlichen Verwandlung von menschlicher Energie in Geld, das eine besondere, aus allen anderen Beziehungen "herausgelöste", von jedem Inhalt abstrahierende Sphäre der sogenannten Arbeit hervorbrachte - eine Sphäre der unselbständigen, bedingungslosen und beziehungslosen, roboterhaften Tätigkeit, abgetrennt vom übrigen sozialen Zusammenhang und einer abstrakten "betriebswirtschaftlichen" Zweckrationalität jenseits der Bedürfnisse gehorchend. In dieser vom Leben abgetrennten Sphäre hört die Zeit auf, gelebte und erlebte Zeit zu sein; sie wird zum bloßen Rohstoff, der optimal vernutzt werden muß: "Zeit ist Geld". Jede Sekunde wird verrechnet, jeder Gang zum Klo ist ein Ärgernis, jedes Schwätzchen ein Verbrechen am verselbständigten Produktionszweck. Wo gearbeitet wird, darf nur abstrakte Energie verausgabt werden. Das Leben findet woanders statt - oder auch gar nicht, weil der Zeittakt der Arbeit in alles hineinregiert. Schon die Kinder werden auf die Uhr dressiert, um einmal "leistungsfähig" zu sein. Der Urlaub dient bloß der Wiederherstellung der "Arbeitskraft". Und selbst beim Essen, beim Feiern und in der Liebe tickt der Sekundenzeiger im Hinterkopf.

In der Sphäre der Arbeit zählt nicht, was getan wird, sondern daß das Tun als solches getan wird, denn die Arbeit ist gerade insofern ein Selbstzweck, als sie die Verwertung des Geldkapitals trägt - die unendliche Vermehrung von Geld um seiner selbst willen. Arbeit ist die Tätigkeitsform dieses absurden Selbstzwecks. Nur deshalb, nicht aus sachlichen Gründen, werden alle Produkte als Waren produziert. Denn allein in dieser Form repräsentieren sie das Abstraktum Geld, dessen Inhalt das Abstraktum Arbeit ist. Darin besteht der Mechanismus der verselbständigten gesellschaftlichen Tretmühle, in der die moderne Menschheit gefangengehalten wird.

Und eben deshalb ist auch der Inhalt der Produktion ebenso gleichgültig wie der Gebrauch der produzierten Dinge und wie die sozialen und natürlichen Folgen. Ob Häuser gebaut oder Tretminen hergestellt, Bücher gedruckt oder Gentomaten gezüchtet werden, ob darüber Menschen erkranken, ob die Luft vergiftet wird oder "nur" der gute Geschmack unter die Räder kommt - all das ist nicht von Belang, solange sich nur, auf welche Weise auch immer, die Ware in Geld und das Geld in neue Arbeit verwandeln läßt. Daß die Ware einen konkreten Gebrauch verlangt, und sei es einen destruktiven, ist für die betriebswirtschaftliche Rationalität völlig uninteressant, denn für diese gilt das Produkt nur als Träger von vergangener Arbeit, von "toter Arbeit".

Die Anhäufung von "toter Arbeit" als Kapital, dargestellt in der Geldform, ist der einzige "Sinn", den das moderne warenproduzierende System kennt. "Tote Arbeit"? Eine metaphysische Verrücktheit! Ja, aber eine zur handgreiflichen Realität gewordene Metaphysik, eine "versachlichte" Verrücktheit, die diese Gesellschaft im eisernen Griff hält. Im ewigen Kaufen und Verkaufen tauschen sich die Menschen nicht als selbstbewußte gesellschaftliche Wesen aus, sondern sie exekutieren als soziale Automaten nur den ihnen vorausgesetzten Selbstzweck.

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