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Walther Schütz

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2007-04-21

Die Arbeit hoch?

TAGUNG

Mit der Tagung „ARBEITEN OHNE GELD – GELD OHNE ARBEIT“ führen wir die Hinterfragung von Säulen unserer Gesellschaft fort bzw. setzen wir sie in Bezug zu aktuellen politischen Auseinandersetzungen wie etwa der von Regierungsseite angedachten „Grundsicherung“. War es 2005 „Eigentum“, so haben wir uns bereits im Vorjahr der „Arbeit“ angenähert. Aber warum überhaupt so grundsätzliche Fragen?

Alternativen im Kapitalismus?

Dazu ein Blick auf die letzten Jahrzehnte: Es scheint, dass zum Teil der Neoliberalismus als Ideologie von „Mehr Privat – weniger Staat“ viel an Glanz eingebüßt hat. Zu klar tritt zutage, dass eines nicht stimmt: „Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut!" Daher gibt es Pläne, der Globalisierung „ein humanes Antlitz“ zu geben: Eine neue Regulierung soll die Märkte den Menschen nutzbar machen: Von Seiten der UNO gibt es die Millennium-Development-Goals, insbesondere in Europa wird von Teilen der Eliten ein „Global-Marshall-Plan“ propagiert. Auch basisorientierte Gruppen wie ATTAC haben konkrete Vorschläge: Jüngst hat Christian Felber mit seinem Buch „50 Vorschläge für eine gerechtere Welt“ von sich reden gemacht.

Es scheint sich also nach Jahrzehnten der Lähmung etwas zu tun, Jahrzehnten, in denen das TINA-Syndrom vorherrschte: „There Is No Alternative“, wie es die britische Premierministerin Margret Thatcher formulierte. Nun wird wieder über Alternativen im System nachgedacht. Damit ist aber unumgänglich, sich einmal genauer anzuschauen, was da re–formiert werden soll, was herauskommen soll und was sich da wirklich verbessern könnte. Zu fragen ist, ob die Verbesserungen nicht lediglich dazu dienen, einen falschen Weg womöglich länger gangbar zu machen.

Anders gefragt: Was macht es denn aus, das gute Leben? Da stößt man schnell auf unglaubliche Widersprüche:

Praktisch alle der sogenannten Kritiker/innen setzen auf Wirtschaftswachstum und damit auf das gleiche Ziel wie die von ihnen kritisierten Neoliberalen. Der Unterschied liegt lediglich in den dazu vorgesehenen Methoden: Der Global Marshall Plan träumt von einem neuen Weltwirtschaftswunder (dazu mehr ... hier), ATTAC kritisiert an der Europäischen Zentralbank, dass diese das Wachstum behindere, selbst explizite Öko-Parteien und Öko-NGO’s wie die Grünen bzw. Greenpeace träumen von der Vereinbarkeit von Wirtschaftswachstum und Ökologie. (vgl. Beitrag „Crash")

„Ohne Oarbeit ka Göld, ohne Göld ka Musi!“

Dahinter steckt eine einfache – systemimmanent gedacht sogar korrekte – Erkenntnis: Nur wenn wir Arbeit HABEN, haben wir Geld, haben wir Einkommen … Das erscheint uns allen so selbstverständlich, dass man sich schon sehr gedanklich anstrengen muss, um zu erkennen, dass das Abstraktum „Arbeit“ nicht eine menschlicher Grundkonstante ist, etwas, das den Menschen „edelt“, sondern dass wir damit bei einem zentralen Problem unserer Gesellschaft angelangt sind! Bei uns und in allen Gesellschaften unseres Typs müssen die Menschen Arbeit HABEN. Ganz schlimm wäre es, wenn die Arbeit ERLEDIGT wäre. Dann würde nicht Muße die Folge sein, sondern Not ausbrechen. Das ist in dieser Form menschheitsgeschichtlich neu! Es ist kein Zufall, dass andere Kulturen den abstrakten Begriff „Arbeit” nicht kennen bzw. wenn ähnliche Begriffe vorhanden sind, diese negativ belegt sind und es keinem Mitglied der Oberschicht / der herrschenden Klasse einfallen würde, sich mit „Arbeit” zu schmücken:

Arbeit als spezifische Form des Tätigseins hat ja bei uns erst diesen positiven Stellenwert bekommen, als die kapitalistische Geldwirtschaft mit ihrem Tausch von Arbeitseinheiten zentral wurde. Für jemanden, der etwas für den Markt produziert, wird der Inhalt sekundär. Es ist egal, was ich produziere, wichtig ist nur die Menge an „Arbeit”, die ich aufwenden muss. Hauptsache, ich kann ES verkaufen, damit ich überleben kann. Egal, ob das Zeug schädlich ist, egal, ob es sinnvoll ist, egal, ob es mir gut tut, wenn ich es herstelle. Ich muss arbeiten, und zwar nicht, weil irgendein Sklaventreiber hinter mir steht, sondern weil ich weiß, dass ich sonst kein Geld habe.

Es gilt nicht: Ich muss halt tätig sein, damit ich leben kann, sondern: Ich brauche Arbeit, damit ich leben kann. Das bewirkt, dass Produktivitätssteigerungen, die in jeder anderen Gesellschaft begrüßt werden würden, bei uns zur Bedrohung werden.

Ein anderer Punkt ist, dass „Arbeit” GEGENEINANDER verrichtet wird: Wenn ich billiger oder besser produziere, wenn ich mich im Beruf weiterbilde, dann ist es nicht etwa gut für alle, sondern vor allem einmal schadet es meinem Konkurrenten / meiner Konkurrentin. Und das ist für mich wichtig!

Und: Weil ich Arbeit haben muss, soll der, dem ich was mache, möglichst lange auf meine Arbeit angewiesen sein. Ich habe kein Interesse an einer wirklichen Befriedigung der Bedürfnisse: Der Kunde soll belieferungsbedürftiges Mängelwesen werden / bleiben!

Es sind diese spezifischen Charakteristika, die das Tätigsein im Kapitalismus zu etwas ganz Besonderem, eben zu „abstrakter Arbeit” werden lassen. Das ist viel mehr als nur eine gedankliche Abstraktion, mit der ich verschiedene Tätigkeiten unter einem einheitlichen Begriff zusammenfasse. Es ist das praktische Leben in dieser Gesellschaft, das verschiedenste Tätigkeiten gleichsetzt, „Arbeit” ist eine reale Abstraktion (und eben nicht nur eine gedankliche). Uns ist das Denken in der Kategorie „Arbeit“ so zur zweiten Natur geworden, dass man sich fast in die Rolle eines Außerirdischen begeben muss, um die Absonderlichkeit zu erkennen.

Die Lage ist tatsächlich vertrackt. Einfache, politische Lösungen sind nicht möglich, wenn zentrale Grundkonstanten eines Systems nicht mehr funktionieren. Die Vorschläge sind relativ schwach angesichts des Problems, das wir haben:

So kann man viel gegen die Idee eines Grundeinkommens, das nicht an Erwerbsarbeit gekoppelt ist, einwenden. Neben berechtigten, aber lösbaren Einwänden ist das Hauptdilemma, dass das Geld für ein Grundeinkommen (wie alle Sozialausgaben!) abgezweigt wird von einer weltweit agierenden Maschinerie namens Kapitalismus und dass dessen Grundmechanismen damit nicht angetastet werden – außer dass Freiräume entstehen und die Zwänge, sich und seine Arbeitskraft zu Markte zu tragen, abgeschwächt werden.

Es gibt aber einen möglicherweise entscheidenden positiven Punkt: Alleine die Diskussion über ein nicht an „Arbeitswilligkeit“ gebundenes Einkommen bringt das Thema „Arbeit“ aufs Tapet. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“; „Arbeit macht frei!“ – diese Sprüche gilt es zunächst einmal aus den Köpfen zu bringen, sie zu delegitimieren. Und das wäre ja schon sehr viel!

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rÜbersicht: ÖIE-Kärnten rGrundbegriffe, Hintergründe rUnser Ansatz: Emanzipatorische Bildung
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Stephen.Cramer Ye, 2015-12-11, Nr. 6415

Stephen.Cramer Yes, you're quite right. Any attempt at reignaing freedom liberty and adherence to the Constitution through the political process is nothing but a waste of time and money. And if you really believe that, you deserve the intellectual and economic shackles that will surely come from your own apathy.

Hi,When you say iPho, 2015-12-13, Nr. 6431

Hi,When you say iPhone, it also means iPod touch?Or all the apps that could be developed with CS5 for iPhone can be used only with iPhone? What about iPod touch and iPad?

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