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Erika Stengl

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2004-03-15

Haftschalen

Die violettblauen Kontaktlinsen schienen eine direkte öffentliche Verbindung zu ihrem Gehirn herzustellen. Ausdruckslos, kontaktlos starrten sie nach außen, während sich die Augen mit Wasser füllten, als Tränen langsam über die stark getuschten Wimpern auf ihren Körper flossen, so langsam, als wollten sie wieder zurückkehren in den Pool der Kälte um zu Eiskristallen zu frieren, damit sie dort, ewig, zeuge der Kränkung und der Erniedrigung bleiben konnten.

Die blutrote Farbe ihrer Körperbedeckung lenkte den Blick in den tiefen Ausschnitt des Pullovers, der die wohlgeformten, apfelgleichen weißen brüste, die bebend, der heftigen Atmung folgend frei gegeben wurden, und Gefühle des Zorns, der verbotenen Lust am eigenen Körper, begleitet von zernagenden Piepslauten, die aufwallende Stärke, die sich an den Zähnen brach, und sich als Lächeln auf ihrem Gesicht umkehrte, verriet.

Den efferenten Bahnen folgend, setzten sich spiegelverkehrte Bilder im Netzwerk ihres Gehirns fest, die eine sich ständig wiederholende Schubumkehr erzeugten und ihr, in immer engeren spiraleren Helixformen, dem chaotischen Treiben ihrer Gefühle, gleich der zerstörenden Kraft einer planetarischen Explosion , ihrer Lust nachgebend, einen tödlichen Dolchstoß in die Eingeweide ihres Peinigers, zu ermöglichen schien.

Albtraumgleich erwies sich der Peiniger als Gummipuppe, an der kaum ein Eindruck Spuren hinterlassen konnte und der sich wie ein Watschenmann, immer wieder aufs neue, gleichsam unverletzt, aufrichten konnte.

Der Lidschlag ihrer Augen erfolgte jetzt seismographisch bedächtig. Den Augäpfeln entlang, suchte er Kontakt mit dem violetten Schutzschild, das zu ihrer Erleichterung haften geblieben war.

Sie ahnte, dass sie an dieser verhängnisvollen Symbiose, die ihrem eigenen Leben die Triebkraft raubte, zerbrechen würde, wenn es ihr nicht gelänge, sich aus diesem verstrickten Netzwerk der Gefühle zu befreien. Sie musste sich auf Spurensuche begeben, den Faden der Erinnerung aufnehmen um so, sorgfältig, das rote Garn aufzuspulen.

Unauffällig begann sie sich zu üben, das Negativ des Films zu betrachten, wohl wissend, dass die Seitenverkehrtheit der Bilder eine Gefahr für sie darstellte, der sie nun mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit begegnen wollte.
Die Kontrolle fiel ihr schwer, erforderte ihre ganz Aufmerksamkeit und Konzentration, die in ihr eine innere Ruhe erzeugte, der sie bisher geflohen war .

Viele Details fielen ihr plötzlich auf, Details die nun im Mittelpunkt erschienen, dem Bild eine andere Bedeutung gaben. Manchmal war es fast so, als erlebte sie diese jetzt zum ersten mal. Es konnte sogar passieren, dass sie von einer unglaublichen Begeisterung über sich selbst erfasst wurde, die ihr Schamröte ins Gesicht trieb, sie aber nicht von ihren Wachträumen abhalten konnte.
Ganz genau erinnerte sie sich an jenen heißen Sommertag, der den langen Regentagen folgte, sodass die Erde selbst noch in der Mittagshitze dampfte und die schweren herben Gerüche vermoderten Laubwerks und Mooses verströmte.
Die Negativfilmszene gab frei, was für sie vorher nicht erkennbar war. Sie konnte den Film anhalten, auch vor- und zurückspulen war möglich. Die Spule lag in ihren Händen.
Dieser heiße Sommertag, der dem Regen folgte, erweckte in ihr auch jetzt, beim Betrachten der Bilder, ein starkes Verlangen sich die vermoderte Erde einzuverleiben, den würzigen Duft der Gräser, Äste und des faulen Obstes, das den süßen Duft des Todes verströmte, zu schmecken, kannibalisch zu verzehren. Sie sah sich sogar mit beiden Händen den eigenen Kot aufnehmen, langsam staunend mit dem ganzen Körper, den Geruch wahrnehmend, ohne Ekel, in den weit geöffneten, auf lebendige Materie vorbereiteten, hungrigen Mund zu stopfen um ihn mit Lust zu verzehren. Ihre Hände, matt von diesem Schöpfungsakt, zeichneten befriedigt Spuren, wellenförmig, über ihre weiße nackte Haut, deren Poren sich jetzt vibrierend erweiterten, um sich dem leben zu öffnen und ihr die Kraft gaben, den tödlichen Dolchstoß auszuführen.

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