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Stephan Jank

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2012-05-21

Gösta Maier 1926–2012

k.u.k. Hofoptiker, Hilfstotengräber, Anarchist

»Here's to you, Gösta
Rest forever here in our hearts
The last and final moment is yours
That agony is your triumph«

nach der Hymne von Joan Baez und Ennio Morricone,
basierend auf dem Vermächtnis von Bartolomeo Vanzetti und Nicola Sacco

Der alte Mann ist tot und sein Käfig leer. Zeit seines Lebens war er zwar nie drinnen. Aber draußen war er auch nicht. Das Meer war seines nicht, auch nicht das Festland. Das Ufer schon. Denn an der Haut trifft der wilde Ozean der Welt auf das weite Land der Seele – an der Haut des Schreibers.

»Und wer sie trägt, lebt wie ein Pendel zwischen Segen und Verdammnis und zeigt in seinem Schwingen, dass es weder dort noch da ein Verweilen gibt.« So hat Gösta Maier die Bewegung seiner Seele zum Satz gestaltet. Die Bewegung der Seele eines verschmitzten Satirikers und pessimistischen Griesgrams, eines großmütigen Beobachters und unduldsamen Kritikers, eines brennend Liebenden und unerfüllt Begehrenden. Seine Romane und Gedichte, seine Fragmente und Miniaturen werden weiterschwingen. Nur der Wein im Tetrapak wird sauer werden. Der Wein vom Hofer, »… der letzte, der mir noch schmeckt.«

So könnte man sagen.

Aber Gösta Maier war kein Literat. Denn die Literatur ist wie die Aufklärung nur eine weitere femme galante in den kapitalen Verhältnissen der Moderne. Beiden misstraute er aus tiefstem Herzen. Ihren Aufforderungen zur Freiheit leistete er nie Folge. Statt von der Einsicht in die Notwendigkeit zu schwadronieren schrieb er lieber von der Notwendigkeit der Einsicht. Statt die selbstverschuldete Unmündigkeit der Menschen zu bejammern hat er ihnen ihre fremdverschuldete Mündigkeit vor Augen geführt. Das ist alles andere als üblich an der Peripherie.

In seinem Denken war er Anarchist. Bakunin hat er mir empfohlen als ich ihm von meiner ersten Bekanntschaft mit Hesse und Fromm berichtete. Und: »Wir werden keinen Kompromiss mit den Umständen schließen«, zitierte er Pjotr Alexejewitsch Kropotkin. Dazu braucht es Militanz. Und in einem gewissen Sinn war Gösta Maier militant; hat selbst verlegt, was er in seine rosa Tagebücher geschrieben hatte, war Spitzenkandidat der KPÖ und hat mit der IG Autoren für seinesgleichen und deren Rechte gekämpft.

Doch diese Kämpfe konnte er nicht gewinnen.
Denn Seinesgleichen sucht man vergeblich.

Gösta, der Kampf geht weiter!

Links:

Gösta Maier
Hilfstotengräber
Die Haut des Schreibers

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dw, 2012-05-22, Nr. 5603

Ob er nun Literat war oder nicht,
ob er nun KPÖ Spitzenkandidat war oder nicht,
am Ende des Lebens wartet die religöse Hoffnung auf ewiges Leben

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