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Andreas Exner

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2009-09-22

„Das ist der richtige Luxus“

Gedanken zum In-den-Tag-leben

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→ Weitere Gedanken zur Arbeit

Reden wir darüber! Und zwar bei „Lassen wir's uns gut gehen"
Fr., 25.9.09, Hauptplatz, Villach
→ mehr

„Man muss eine Fülle von Zeit haben. Dann kann man was Richtiges machen. Das ist der richtige Luxus“ – die da spricht, ist Maria Lassnig. Gehört in Ö1. Maria Lassnig gibt ein langes Interview, sie erzählt davon, wieviel Zeit sie „vergeudet“ hätte, aber, so sagt sie, so muss das auch sein. Denn nur dann „kann man was Richtiges machen“.

Dass erst die frei verfügbare Zeit wirklicher Reichtum sei, betonte schon Karl Marx. Ganz im Kontrast zur mieselsüchtigen realsozialistischen Arbeitshetze, und in ebensolchem Kontrast zur sozialdemokratisch-bobogrün-konservativ-neofaschistischen Arbeitsfront des modernen Kapitalismus war allen, die je für die Befreiung der Menschen eintraten völlig klar, dass nicht Arbeit, sondern Freiheit von Arbeit Sinn und Zweck unseres Strebens sein muss:

„Denn der wirkliche Reichtum ist die entwickelte Produktivkraft aller Individuen. Es ist dann keineswegs mehr die Arbeitszeit, sondern die verfügbare Zeit das Maß des Reichtums“
(Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, S. 596).

Arbeit ist das letzte und auch das zentrale Tabu der modernen Gesellschaft, denn auf ihr ruht das Kapital, seine Verwertung ist ja nichts anderes als Verwurstung von Arbeitskraft, Veredelung von Lohn, Abschleifen von Lebenszeit für die Vergoldung seiner Mühlen. Arbeit als Abstraktion von jeder konkreten Genuss- und Sinnbestimmung ist seine Erfindung erst. Vor der Arbeit gab es eine Fülle konkreter Tätigkeiten und einen Alltag, der von Muße durchtränkt war. „Arbeit an sich“ gab es vor dem Kapitalismus nicht. Das zeigt sich schon an der Geschichte der unterschiedlichen Worte, die europäische Sprachen für die „Arbeit“ kennen: immer verweisen sie auf Sklaverei, Abhängigkeit, Unlust, Elend. Arbeit war die verabscheuenswürdige Tätigkeit unter dem Kommando eines Anderen: Unterdrückung, bestenfalls mühselige Notwendigkeit, niemals aber Sinn und Zweck.

Das → „Manifest gegen die Arbeit“ der Gruppe Krisis hat die Misere der Arbeit in unnachahmlicher Weise auf den Punkt gebracht.

Selten sind erst die Gelegenheiten, wo sich die Aufständischen gegen die Arbeit wirklich äußern. Ganz unerwartet geriet die erste Podiumsdiskussion der Reihe „Kärnten/Koroska 2020″ am 25. August im Klagenfurter Raj, die Radio Agora veranstaltet hat, zu einer solchen.

Da fragte Simone Schönett doch ohne jeden Skrupel, ja, geradezu empört, was denn am Nichtstun schlecht sei. Da forderte Irmgard Bohunovsky wie selbstverständlich ein bedingungsloses Grundeinkommen. Da nickte Primarius Herwig Scholz zustimmend, als man die Arbeit hinterfragte, und meinte, es sei der Gesundheit abträglich, sich allzusehr darauf zu konzentrieren.

Doch sind solche Mikroaufstände gegen den Terror der Arbeit noch immer viel zu selten. Anstatt freie, selbstbestimmte Tätigkeit als Ziel zu proklamieren, klammert sich die Nomenklatura des Kapitals in den Gewerkschaften, der Politik, den Medien und in der Wirtschaft an die „Vollbeschäftigung“. Und viele folgen ihnen.

„Zurück in die Galeeren“, das ist ihr Ruf. Wir aber sagen: versenkt den Todesfrachter „unserer Wirtschaft“ endlich. Er ist zum Ballast, ja zum Überlebensrisiko für die ganze Menschheit geworden. Arbeit schändet nicht nur, sie tötet auch, seelisch wie körperlich, indem sie verschmutzt, zuviel produziert, Freizeit vernichtet, Lebenssinn zerstört, Perspektiven nimmt, krank macht, die Leidenschaften auffrisst, die Lust erstickt, den Genuss verhöhnt und die Muße annulliert.

Wir sind keine Gefangenen, die man „beschäftigen“ muss, schon gar nicht „voll“. Was wir mit unserem Leben machen, ist unsere Sache. Nie wieder Arbeit!

Geht ans gelobte Land. Und genießt seine Früchte. „Dann kann man was Richtiges machen“, sagt Maria Lassnig.

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