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Erika Stengl

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2003-02-01

Die blaue Wand - Teil II

Storchenflug

Die Holzbrücke, die über den Seeabfluß führte, war schon von den vielen Spuren der Pferdefuhrwerke, den Schritten der Schulkinder und im Sommer von den Badegästen, die schwer beladen mit Essen und anderen Krimskrams die Brücke überquerten, gezeichnet. Auch das Brückengeländer war, wenn man daran rüttelte oder sich ein wenig darüber beugte, wackelig und unruhig. Es gelang ihr mit der Zeit nicht mehr, zu unterscheiden, wenn sie in das langsam abfließende Wasser, dass so blau wie der Himmel, nein, viel dunkler, von nicht auszumachender Tiefe blickte, ob es das fließende Wasser oder die unstete Brücke war die sich bewegte.

Nach geraumer Zeit verschmolz sie mit Himmel und Erde, um nur dem tiefen Wasser zugewandt, welches sie verzerrt widerspiegelte, ungleich, unbekannt und doch vertraut, die versprochenen Bilder zu entdecken. Das blaue Wasser zog sie hinunter, rief nach ihr, versprach ihr unbegrenzte Räume, Räume mit blauen Wände, die sich beliebig teilen konnten mit den seltsamsten märchenhaftesten Wesen, die sie nie zuvor auf Erden gesehen hatte.

Ganz fest, die Finger umklammerten das schrumpelige Holzgeländer, ganz fest musste sie sich anhalten, sich selbst spüren, um diesen Rufen aus der Tiefe, eigentlich waren es Gesänge, zu widerstehen.

Die Stimme ihrer Großmutter, etwas drängend und ängstlich holte sie auf die Brücke zurück. Die alte Frau bestätigte ihre Wahrnehmungen mit unheilvoller Stimme. Sehr glaubhaft und in allen Einzelheiten erzählte sie dem kleinen Mädchen von den vielen Ungeborenen, die erst Erdenbürger würden, wenn der liebe Gott den Eltern ein Geschenk machen wollte.

Die Frage, wer sie denn da herausholen würde und sie an den rechten Platz bringen könnte, wusste die Großmutter ebenfalls ohne zu zögern zu beantworten. Es sei der Storch, der schon in aller Frühe mit seinem langen Schnabel die Bündel aus der Tiefe holte. Sie konnte genau sehen, wie sorgsam sie mit breiten rosa oder blauen Bändern geschnürt waren und damit zwingend zwischen Bub und Mädchen unterschieden.

Dies hätte die Himmelmutter Maria bestimmt, meinte die alte Frau.

In diesem Augenblick nahm sich das kleine Mädchen vor, nicht mehr zu pfeifen, denn sie wollte die Heilige Maria nicht zum Weinen bringen. Allerdings manchmal, wenn sie allein durch den Wald zur Großmutter gehen musste, vergaß sie diesen Vorsatz und fing laut zu singen und zu pfeifen an, damit sie niemanden hören konnte.

Doch ein Geheimnis, vielmehr Rätsel blieb die Geschichte mit dem Storch für das kleine Kind dennoch.

Wie konnte der Storch das richtige Kind finden? An die rechte Adresse bringen? Und warum ertranken die Kinder nicht? Und wenn sie nicht ertranken, wieso durfte sie sich nicht in den tiefen blauen See fallen lassen, zu ihrem künftigen Bruder oder ihrer Schwester? Die Geschichte kam ja erst auf als sich das Mädchen einen kleinen Bruder wünschte und ihr die Mutter dies auch in Aussicht gestellt hatte. Vorher war es eine Brücke wie jede andere Brücke.

Ab diesem Zeitpunkt zog es sie mit aller Kraft an diesen magischen Ort und nie konnte sie in späteren Jahren über die Brücke fahren ohne an den Storch zu denken.

Obwohl die Brücke jetzt aus massivem Beton mit blau gestrichenen Eisengeländer zu kurz war um darauf Schwingungen wahrnehmen zu können, die sie damals zum Verschmelzen brachte, verlor sie nie die Angst vor den Untiefen des dunkelblauen Wassers.

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