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Walther Schütz

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2007-11-24

Die Armut der Weltgesellschaft

Inhalt

ABSCHNITT A
1. Einleitung
2. Der Blick der Ökonom/innen auf die Welt

ABSCHNITT B
3. Abstand nehmen
4. Politik im Weltreich des König Midas
5. Der Kreis schließt sich
6. Perspektiven
Literatur

0. Vorbemerkungen

Der folgende Beitrag wurde im Kern im Februar 2007 für das Buch „ARMUT, GESELLSCHAFT UND SOZIALE ARBEIT. Perspektiven gegen Armut und soziale Ausgrenzung" (Hsg.: Gerald Knapp, Heinz Pichler) verfasst. Das Buch ist bei Hermagoras im März 2008 erschienen. Die hier vorliegende Internetversion des Beitrages entspricht der Version in der gedruckten Form, nachträgliche Ergänzungen sind gesondert gekennzeichnet.

1. Einleitung

Vielleicht denken Sie, das Buch sei schlampig redigiert worden, denn in einem Buch, das von „Armut und sozialer Ausgrenzung“ handle, könne der Titel dieses Beitrages wohl nur „Armut IN der Weltgesellschaft“ lauten. Und tatsächlich war der Titel von den Herausgebern auch im letzteren Sinne vorgesehen. Dies liegt auch tatsächlich nahe, denn Armut wird ja gemeinhin (zumindest implizit) als etwas interpretiert, das als eine „Abweichung“ nach unten von einer bestimmten Norm gesehen wird. „Gegen Armut und Ausgrenzung“ zu sein ist auf einer Linie mit einem Gerechtigkeitsdiskurs.

Damit ist aber auch schon das Problem benannt: Gerechtigkeit, Armut, Chancengleichheit … sind Kategorien, die die herrschenden Normen und damit das Bestehende bestätigen. Was emanzipatorisch daherkommt, ist in der Realität zutiefst affirmativ. Soll Wissenschaft aber nicht die Bestätigung der bestehenden Verhältnisse sein, sondern dem Diktum verpflichtet sein, wonach alle Verhältnisse umzustoßen seien, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist" (vgl. MARX, Karl 1976, S. 385), so sind gerade diese Normen, Kategorien, Verhältnisse, … in ihrer Historizität zu sehen und damit zu relativieren – insbesondere dann, wenn sie uns so zur zweiten Natur geworden sind, dass wir uns ein Leben außerhalb dieser gesellschaftlichen Kategorien gar nicht mehr vorstellen können.

In den folgenden Ausführungen werde ich zunächst kurz die herrschende Situation in Bezug auf „Wohlstand und Armut“ darstellen. Danach folgen Hinterfragungen dieses Befundes, Schicht für Schicht wird abgetragen. Ich nähere mich schrittweise den Wurzeln, der Text wird also zunehmend „radikaler“.

2. Der Blick der Ökonom/innen auf die Welt

2.1 Der Ist-Zustand

Betrachtet man die folgenden Zahlen, so ergeben diese von der bürgerlichen Ökonomie vorgegebenen Daten geradezu groteske Missverhältnisse:

RegionAnteil an MenschheitAnteil am Welt-BIPBIP/EW in 1000 US-$Einzelne Länder
BIP/EW in 1000 US-$, kaufkraftbereinigt
Nordamerika5,0 %30,8 %45,4USA 41,4
Europa incl.
Russland
und Türkei

DAVON Anteil
der EU-15
11,0 %



von diesen 11 %
EU-15 ... 47 %
35,8 %



davon
EU-15: 82,8%
20,2



in EU-15
35,4
Rumänien 8,8
Russland 11,0
Polen 13,0
Portugal 19,3
Österreich 33,4
Irland 40,6
Lateinamerika8,5 %5,0 %4,6Mexiko 10,2
Brasilien 8,6
Bolivien 2,7
Australien plus Ozeanien0,5 %1,8 %27,7Australien 30,9
Afrika14 %1,8 %1,2Ägypten 4,3
Nigeria 1,2
Guinea-Bissau 0,7
Asien

DAVON Anteil
Japan
China
61,0 %

DAVON
Japan 3,7%
China 35,9%
24,8 %

DAVON
Japan 43,6%
China 20,7%
3,2


Japan 38,1
China 1,8
Saudi Arab. 15,2
Indien 3,3 ca. 2,0
Vietnam 3,0
Japan 30,6
China 7,2 ca. 4,3

(Quellen: BIP: INTERNATIONALER WÄHRUNGSFONDS: World economic outlook Database, September 2004. zit. nach WIKIPEDIA c; BIP/EW nach Kaufkraftparität: WIKIPEDIA b:; Revidierte Angaben zum BIP/EW nach Kaufkraftparität: MILANOVIC, Branko 2008; Bevölkerungszahlen: Fischer Weltalmanach, Zahlen für das Jahr 2000. Eigene Berechnungen)

Eine anschauliche Aufbereitung der Thematik findet sich unter
Ein 1. Blick auf die Welt

Noch grotesker als diese Missverhältnisse ist allerdings das Versprechen der Ökonomie: Durch Wirtschaftswachstum werde Armut überwunden, werde ein Leben in Würde für alle möglich werden. Und dies vor dem Hintergrund, dass Wirtschaftswachstum nicht nur als eine nachholende Entwicklung möglich sei, sondern dass auch in den so genannten hoch entwickelten Ländern sämtliche Konzepte zumindest implizit auf Wachstum beruhen!

2.2 Kritik am Bild des Befundes

Nun sollte ja bekannt sein, dass Zahlen über das Bruttoinlandsprodukt etc. vergleichsweise wenig über den Wohlstand der Menschen aussagen. Von der Anwendbarkeit sind drei Stufen der Einschränkung vorzunehmen: a) Zunächst einmal sind die aggregierten volkswirtschaftlichen Zahlenwerke BIP, BSP … überhaupt nur in hochgradig kapitalistischen Wirtschaften aussagekräftig; b) dort sind sie auch nur auf Segmente von Wirtschaft anwendbar; und c) auch da nur unter Zuhilfenahme von zusätzlichen Indikatoren. Ökonomien, in denen Geld eine geringe Rolle spielt, sind mit den Instrumentarien der Volkswirtschaftslehre schlichtweg „unberechenbar“.

Diesen notwendigen Einschränkungen zum Trotz erfolgt aber eine exzessive Verwendung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Während wohl jedem klar sein dürfte, dass eine BIP-Berechnung für die Steinzeit, das Mittelalter etc. eher absurd ist, wird der „Blick der Ökonomie“ sehr wohl bei der „Entwicklung“ etwa von Regenwaldgebieten in Brasilien zur ökonomischen Richtschnur: Egal, wie viele so genannte Indigenas ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden, Hauptsache, der mit Geld gemessene Wirtschaftsbereich wächst, Hauptsache, es findet das statt, was gemeinhin als „Entwicklung“ bezeichnet wird. Man könnte das Ganze schlichtweg als Kuriosität abtun, wäre es nicht zur weltweit herrschenden Norm und für die Betroffenen z.T. blutiger Ernst geworden. Zu den Ursachen komme ich später.

Einem Teil der Ökonom/innen blieben nun diese Defizite des Konzepts BIP nicht verborgen. Es kam zu einer Ausweitung, die ich mit dem Begriff der „Sozialdemokratisierung“ kennzeichnen möchte: Die Summe der in Geld gemessenen Wirtschaftsleistungen wurde ergänzt durch zusätzliche Indikatoren, wie Lebenserwartung, Alphabetisierung, Gendergerechtigkeit, Anteil der Armen in der Gesellschaft … Am bekanntesten sind die jährlich veröffentlichten Zahlenwerke des UNDP in seinen „Berichten über die menschliche Entwicklung“ mit dem Human Development Index (HDI) als der bekanntesten Maßzahl. Zu betonen ist aber: Dies ist keine Überwindung des Denkens in den Kategorien der kapitalistischen Ökonomie, sondern ein rein auf einen Marktindikator reduziertes Denken (Geld) wurde insofern ergänzt, als klar wurde, dass die Menge an Geld alleine noch lange keine gelingende kapitalistische Vergesellschaftung garantiert und auch lenkende – staatliche – Eingriffe nötig sind. Insofern besteht eine Parallele zwischen den Entwicklungsstrategien der Eliten in den so genannten „Entwicklungs“-Ländern, die in den 1960er und 1970er Jahren stark auf eine „Neue Weltwirtschaftsordnung“ setzten und den differenzierteren ökonomischen Kennzahlen der UNO: Es ist dies eine Kritik an den Instrumentarien, aber kein Bruch mit dem Ziel einer „nachholenden Entwicklung“ (vgl. STRAHM, Rudolf H. 1985, S. 194ff).

Mit der Umweltkrise und dem Zerbrechen des fordistischen Modells wurde dann auch für die „entwickelten Länder“ deutlich sichtbar, dass das BIP nicht als Maß für Lebensqualität herangezogen werden konnte, obwohl dies die herrschende Schule der Ökonomie sowie der wirtschaftspolitische Diskurs der Parteien suggerierte. Es wurde mit hochaggregierten Indikatorensysteme experimentiert: Der „Measure of Economic Welfare“ (MEW) wird weiter entwickelt zum Index of Sustainable Economic Welfare (ISEW), darauf aufbauend entsteht der Genuine Progress Indicator (GPI) (vgl. WIKIPEDIA a:, POTH, Robert, SIXTUS, Mario). Im Prinzip laufen diese Systeme darauf hinaus, vom BIP Kosten für Reparaturen abzuziehen, das Maß an Ungleichheit in einer Gesellschaft als die Lebensqualität mindernd zu berücksichtigen etc. Dadurch ergeben sich Statistiken, die schon viel realistischer die Wohlstandsentwicklung wiedergeben. Für die meisten Länder ergibt sich – in unterschiedlichem Ausmaß und unterschiedlich konsequent – seit Mitte der 1970er Jahre eine sich zunehmend öffnende Schere zwischen BIP und etwa dem ISEW: Mit zunehmendem Wachstum wird dieses contraproduktiv.

Ergänzender Hinweis

Ein Indikator, der gänzlich auf das BIP als Basis verzichtet, ist der Happy Planet Index. Dieser setzt sich zusammen aus Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und ökologischem Fußabdruck.
r mehr
r zum HPI bei Wikipedia
r zur Lebenszufriedenheit
r Länderliste
r Interpretation

Das Problem bei den differenzierenden Zahlenwerken (dem HDI mit seiner sozialen bzw. entwicklungspolitischen Komponente, dem ISEW, GPI … mit ihrer ökosozialen Dimension) ist, dass sie sogar in ihrer Kritik nochmals das BIP als Norm für Wohlstand bestätigen. Beispiel ISEW: Vom BIP werden verschiedene „Kosten“ abgezogen, es verbleibt eine Art Netto-Einkommensrechnung. Damit aber wird das Maß für die Entwicklung der kapitalistischen Ökonomie letztlich doch zum Ausgangspunkt der Überlegungen zu Lebensqualität und Wohlstand (vgl. ATTAC SAARBRÜCKEN). Dieses aber ist kein Maß für Wohlstand, wie einer seiner Entwickler Simon Kuznets, Nobelpreisträger 1971, bereits 1934 betont hat (vgl. POTH, Robert).

2.3 Ein Gedankenexperiment zur Kritik an den Differenzierungen am BIP

Ein Gedankenexperiment veranschaulicht diese Verfangenheit in der Welt des Geldes: Angenommen, eine Volkswirtschaft hätte bereits sehr viel erwirtschaftet und würde sich für ein paar Jahre „auf die faule Haut legen“, würde sich der Muße und dem Nachdenken über die zukünftigen Entwicklungspfade hingeben, so würde das, was eigentlich einen Lebensqualitätsgewinn darstellt, in einem Rückgang des BIP und damit in einer Verarmung niederschlagen.

Ergänzender Hinweis

Am Beispiel eines kleinen Beitrages aus der Kleinen Zeitung anschaulich abgehandelt wird das Problem der Zurücknahme des Konsumwahns in
r An die Wurzeln gehendes Denken lernen

Das Gedankenspiel zeigt aber auch gleichzeitig, dass sich die Ökonom/innen trotz dieses absurden Ergebnisses auf dem Boden der kapitalistischen Realität bewegen: Auch in der Wirtschaft selbst würde ein Zurückfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten eine negative Kettenreaktion zur Folge haben: Die Kette von Kauf – Arbeit – Kauf … würde zerbrechen, nicht Muße, sondern Arbeitslosigkeit wäre die Folge. Insofern misst die herrschende Volkswirtschaftslehre ein Kuriosum durchaus korrekt.

Und noch etwas bestätigt das Gedankenexperiment: Auch die Differenzierung im Sinne von Lebensqualitätsmessungen ist im selben Widerspruch verfangen. Andrew OSWALD und Andrew E. CLARK etwa bewerten den Verlust des Kolleg/innenkreises, die Abnahme des Selbstwertgefühls und die Herabstufung im gesellschaftlichen Ansehen, die Arbeitslosigkeit zusätzlich zum Einkommensverlust mit sich bringt, in Geld (vgl. SIXTUS, Mario). Ein Ergebnis, das dem Leben im Kapitalismus auch tatsächlich entspricht. Indem aber die Gleichung Lebensqualität = Erwerbsarbeit nicht hinterfragt, sondern nur berechnet wird, affirmiert auch noch die sozial engagierte Volkswirtschaftslehre genau das, dessen soziale und ökologische Folgen sie beklagt: den Kapitalismus.

2.4 Das Wachstum der kapitalistischen Wirtschaft

2.4.1 Vom Verlauf der (Waren-)Ströme ...

Auf den ersten Blick scheint mit der kapitalistischen Weltökonomie alles in Ordnung zu sein: Die Weltwirtschaft wuchs in den Jahren 1995 bis 2005 im Schnitt um jährlich 3,8 % (vgl. ATTAC ÖSTERREICH 2007). Die Weltbank prognostiziert, dass das weltwirtschaftliche Wachstum in den Jahren 2006-2030 nochmals stärker ausfallen wird als zwischen 1980 und 2005, dies ergäbe – trotz Bevölkerungswachstums – einen jährlichen Anstieg der Pro-Kopf-Einkommen von 3,1 % in den Entwicklungsländern. Letzterer führe zu einer Halbierung der absoluten Armut (von 1,1 Mrd. auf 550 Mio. Menschen mit weniger als 1 Dollar pro Tag) und insgesamt zur Herausbildung einer globalen Mittelklasse, zu der bis 2030 auch 1,2 Mrd. Menschen aus der Dritten Welt gehören sollen (vgl. FALK, Rainer 2007, S. 1). Selbst Sub-Sahara, ein beinahe abgeschriebener Kontinent, erlebe so was wie einen Boom (vgl. PELTZER, Roger 2007, S. 2).

Geht man nun von der Richtigstellung aus, dass das BIP nur die Größe der kapitalistischen Wirtschaft misst und daher nur in Teilausschnitten Schlussfolgerungen auf die Einkommenssituation zulässt (und von dieser Relativierung ausgehend nochmals indirekter auf Armut / Wohlstand geschlossen werden kann), so ergibt sich seit Jahren ein relativ stabiles Bild, das beispielhaft eine Weltbankstudie aus dem Jahr 2001 auf den Punkt bringt:

Von den über sechs Milliarden Menschen haben in Zeiten der „Globalisierung“ an den Kategorien der Volkswirtschaftslehre gemessen etwa ein Drittel massiv verloren (es sind dies vor allem Menschen in Ländern des ehemaligen Ostblocks, aber auch in Afrika – die oben genannten Meldungen über einen Aufschwung haben bislang nur prognostischen Charakter).

Drei Milliarden Menschen leben in den 24 Ländern, deren kapitalistische Ökonomien z.T. massiv gewachsen sind, die also in der Sprache der Volkswirtschafter/innen zu den Gewinnern der „Globalisierung“ zählen. Bemerkenswert ist, dass von diesen Gewinnerstaaten der weitaus größte Teil auf Länder entfällt, die bei aller Unterschiedlichkeit eines eint: Starke Regelungen der Wirtschaft durch den Staat wie bei den beiden prominentesten Beispielen Indien und China mit weit mehr als zwei Milliarden Einwohner/innen (vgl. STANDARD vom 06.12.2001).

ERGÄNZUNG März 2008: Allerdings zeigen neuere Untersuchungen, dass selbst nach den Kriterien der bürgerlichen Ökonomie die Zahlen von den sogenannten Gewinner/innen noch weit überschätzt sind: Eine realistischere Neubewertung der Kaufkreaftparitäten führt dazu, dass die Kaufkraft in Indien und China um 40% [!] niedriger angesetzt werden muss, für Indonesien müssen die Zahlen um -17% revidiert werden, für die Philippinen -41%, Südafrika -32% und Argentinien -24%. (MILANOVIC, Branko 2008)

2.4.2 … und dem verklärten Blick darauf

Welche Schlussfolgerungen werden aus dem starken, aber ungleichen Wachstum des weltweiten Kapitalismus gezogen? Ich möchte dies vor allem am Beispiel von Rainer FALK, Herausgeber der entwicklungspolitischen Zeitschrift „Weltwirtschaft und Entwicklung", diskutieren. Sein Ansatz erscheint mir charakteristisch für eine letztlich affirmative Kritik an Globalisierung, Neoliberalisierung, Armut und Unterentwicklung.

  • Ebene 1 - Methodenkritik bei Übereinstimmung mit den Zielen
  • Zunächst einmal ist evident, dass sich das neoliberale Konzept der Wirtschaftspolitik blamiert hat. Ein Konzept, das auf möglichst wenig Staat beruht, schadet dem Kapitalismus – ist im wahrsten Sinne des Wortes geschäftsschädigend. Die – von unterschiedlichen Standpunkten aus argumentierenden – Kritiker/innen der Freihandelsideologie (z.B. innerhalb der seinerseits in sich sehr heterogenen Initiative ATTAC, dem Global Marshal Plan …) sehen sich dadurch bestätigt.

    Die sich selbst unter den GlobalisierungskritikerInnen wohl als „Realist/innen“ einschätzenden Analyst/innen wie FALK sehen sich bestätigt durch den statistischen Befund: Zwar sei die neoliberale Version der Globalisierung gescheitert, insgesamt sei die „weltweite Arbeitsteilung“ aber weiter am Vormarsch.

  • Ebene 2 - Mangelnde Analyse der konkreten kapitalistischen Dynamik
  • Positiv vermerkt Rainer FALK, dass selbst für die – bislang einem liberalen Wirtschaftsverständnis verpflichtete – Weltbank die Verteilungsfragen, die verschärfte Konkurrenz auf den Arbeitsmärkten und der Klimawandel Probleme seien. FALK meint dazu, dass die Konzepte der Weltbank auf keinen Fall ausreichend seien „für jene ,Humanisierung der Globalisierung', über die in vielen fortschrittlichen Kreisen wieder verstärkt nachgedacht wird." Und: „Könnte es nicht sein, dass auf den Rückzug der neoliberalen eine neue Phase der Globalisierung folgt, in der es zunächst um nicht mehr geht als deren gröbste Irrtümer zu korrigieren?“ (vgl. FALK, Rainer 2007, S. 2).

    Meine These ist, dass Falk das Wesen der Globalisierung nicht erfasst hat. Sein Denken orientiert sich an volkswirtschaftlichen Kennzahlen, erfasst aber nicht die innerkapitalistischen Mechanismen.

  • Die Konkurrenz als Maß aller Dinge
  • Wenn FALK in Übereinstimmung mit der Weltbank meint, dass es in einer neuen Phase der Globalisierung darum ginge, die verschärfte Konkurrenz auf den Arbeitsmärkten zu korrigieren, so ignoriert er damit, dass das Phänomen Globalisierung ja genau darin besteht, weltweite Wertschöpfungsketten und damit Konkurrenz auf jeder Stufe der Produktion zu schaffen.

    Eine anschauliche Aufbereitung der Thematik mit verschiedenen Grafiken findet sich unter
    Was ist überhaupt Globalisierung - Teil 1

    Vordergründig legen zwar sowohl Außenhandels- als auch Investitionsstatistiken nahe, dass man eher von einer Triadisierung als von einer Globalisierung sprechen sollte: Nach wie vor fände der größte Teil der Investitionen wie des Handels innerhalb der drei großen Blöcke Nordamerika, EU und Ost-/Südostasiatischer Raum statt. Mit Kennzahlen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist allerdings die neue Qualität der kapitalistischen Dynamik nur bedingt zu erfassen. Elmar ALTVATER und Birgit MAHNKOPF betonen, dass global wirkende Konkurrenzverhältnisse den Kern von Globalisierung darstellen. An diesem Punkt muss man mit qualitativen Methoden die herrschenden Mechanismen betrachten: Immer offenere Märkte führen zu globalen Standards, alles muss es sich gefallen lassen, verglichen zu werden – z.B. weltweit die Produktionsstätten hinsichtlich ihrer Kosteneffizienz, Standorte hinsichtlich der zur Verfügung gestellten Infrastruktur ... Für MAHNKOPF und ALTVATER ist es diese neue Qualität der weltweiten Konkurrenz, die die Globalisierung ausmacht. Zwar führe der weltweite Konkurrenzmechanismus zur Zeit zur Erscheinung der Triadisierung, aber potentiell könnte auch eine Ware, z.B. aus Zaire, sofern sie dort günstiger erzeugt wird, den Markt in Europa beherrschen (vgl. ALTVATER, Elmar / MAHNKOPF, Birgit 1999).

    Bestand an Auslandsdirektinvestitionen: 196019701980199020012003
    Deutschlands (in Mrd. Euro)1,510,541,5113631
    Weltweit (in Mrd Dollar)693195065418245
    IN China501

    (Quelle: Deutsche Bundesbank, UNCTAD, zit. nach KURZ, Robert 2005, S. 164, 173, 181)

    Ein anderer Indikator für diese Entwicklung ist die Tatsache, dass schon seit Jahrzehnten weltweit die Exporte wesentlich rascher steigen als die Produktion. Die Welt ist sehr wohl ein struktureller [!] Welt-Markt.

    Diese Herrschaft des Weltmarktes hat tiefgreifende Auswirkungen auf den gesamten gesellschaftlichen Zusammenhang. Der Markt wird von einem Subsystem zur alles dominierenden Kraft. In Anlehnung an POLANYI bezeichnen ALTVATER und MAHNKOPF diesen Prozess als disembedding, als „Entbettung": Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformationen außerhalb Europas oder in unserem europäischen Mittelalter), in denen Märkte der übrigen Gesellschaft untergeordnet, in diese „eingebettet" waren, habe sich heute dieses Verhältnis zwischen Subsystem und gesellschaftlicher Gesamtheit umgekehrt.

  • Verwerfungen
  • Am Beispiel des Verhältnisses China – USA lässt sich ebenfalls die argumentative Zwickmühle von FALK zeigen:

    Einerseits warnen Ökonom/innen vor dem riesigen Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber dem Rest der Welt (2005: 792 Mrd. US-$, vgl. STEINGART, Gabor 2006,S. 60), insbesondere auch China: Die Devisenreserven Chinas betragen 925 Mrd. US-$ im Mai 2006 (vgl. STEINGART, Gabor 2006, S. 53), bei Gütern und Dienstleistungen beträgt der Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA 2004 162 Mrd. US-$ (vgl. HORNIG, Frank / WAGNER, Wieland 2005, S. 74f). Neben US-Gewerkschaften stöhnen vor allem auch US-Unternehmer unter der Konkurrenz aus China.

    Gibt sich kritisch und ist
    doch nur eine Affirmation des „Weltkrieges um
    Wohlstand": Der Spiegel 37/2006 – Eine Armee aus schlitzäugigen Robotern marschiert auf uns zu!

    Andererseits sind es gerade letztere, die die arbeitsintensiven Teile der globalen Wertschöpfungsketten nach China auslagern (vgl. STEINGART, Gabor 2006, S. 54f). Ein Handelskrieg würde auch US-Importeuren, Verbrauchern und Aktionären schaden, zitiert der Spiegel das US-Magazin Foreign Affairs (vgl. HORNIG, Frank / WAGNER, Wieland 2005, S. 77). In diesem Zusammenhang aufschlussreich ist das derzeitige Auftreten der US-Handelskammer und etlicher US-Konzerne (und übrigens auch in etwas zurückhaltender Form der EU-Handelskammer in China) gegen von der chinesischen Regierung bis Mai 2007 intendierte neue Arbeitsgesetze, die die Arbeitnehmer/innenrechte deutlich aufwerten sollen: Das geplante neue Arbeitsrecht könnte zur Wiederbelebung gewisser sozialistischer Gepflogenheiten führen und sei zu stark an Regelungen in europäischen Ländern, wie Frankreich und Deutschland, orientiert (vgl. FALK, Rainer 2006)!

    Eines muss man sich aber vor Augen halten: Die Verwerfungen im Verhältnis der US-Ökonomie zu China sind nichts anderes als eine – durch Schulden und die Funktion der USA als inoffizielle Leitwährung hinausgezögerte und verschleierte – weltweite Unterkonsumtionskrise, die in engem Zusammenhang steht mit den oben erwähnten weltweiten konkurrenzverhafteten Produktionsketten.

    Auch an anderen Stellen zeigen sich diese tiefen Verwerfungen der kapitalistischen Weltökonomie: Zwar ist es für manche Betrachtungen – etwa beim Durchschnittseinkommen pro Kopf – sinnvoll, die chinesische Ökonomie zu anderen Ökonomien kaufkraftbereinigt darzustellen.

    Relationen USA - China 2003USAChinaVerhältnis USA – China pro Kopf
    BIP nominal in Mrd. US-Dollar12.438,8732.279,00025:1
    BIP – kaufkraftbereinigt12.332,2968.091,8517:1

    (Quelle: Zahlen 2003 UNDP-Statistik, zit. nach WIKIPEDIA c, eigene Berechnungen)

    Wenn aber die Frage lautet: Ist China von solcher Bedeutung, die akkumulierten Kapitalmassen der Welt aufzunehmen und damit die Einbrüche in den bisherigen kapitalistischen Hauptregionen zu kompensieren, dann lässt sich dies nur auf Basis der derzeitigen Austauschverhältnisse bestimmen. Dann wird die Umrechnung auf Kaufkraftparitäten zu einem Hochlizitieren, das das Bild vermittelt, es gehe mit dem Kapitalismus so weiter wie bisher, nur dass sich halt der Wachstumspol verlagert habe. Angesichts der Tatsache aber, dass die chinesische Ökonomie nur ein Fünftel der Größe der US-Ökonomie hat, entspricht selbst ein zehnprozentiges Wachstum nicht mehr als zwei Wachstumspunkten der US-Wirtschaft.

    Noch entscheidender ist aber, dass die alten, „volks“-wirtschaftlichen Kategorien, die sich ja, wie bereits der Name sagt, an den jeweiligen Nationalökonomien orientieren, zunehmend ins Leere greifen. Und, wie in diesem Zusammenhang eine – um FALK zu zitieren – „neue Phase der Globalisierung“, eine Reform im Rahmen der Systemzwänge, den Standortkrieg eindämmen sollte, ist völlig unlogisch. Das wäre so, als ob man den Krieg reformieren wollte, indem man das Leid abschafft.

    Wenn hier die neue Qualität der kapitalistischen Ökonomie betont wird, so ist noch nichts über die Dynamik gesagt: Handelt es sich um einen weiteren Sieg (wie es auf den ersten Blick zumindest scheint) oder ist die globale betriebswirtschaftliche Rationalisierungswelle einer inneren Krisendynamik geschuldet? Ich werde unter Punkt 3 kurz darauf eingehen.

  • Ebene 3 – Der fehlende Blick auf das Ganze!
  • Endgültig zeigt sich die Beschränktheit des Programms „Mehr Wirtschaftswachstum / Integration in die kapitalistische Weltwirtschaft und so (irgendwie) zu mehr Wohlstand“, das allen bis auf den radikalen Kritiker/innen zugrunde liegt, wenn es um die globale Umweltkrise geht: Zwar kritisiert Rainer FALK die Weltbank zurecht ob ihrer Konzepte von mehr Entwicklungshilfe, weitere Handelsliberalisierung und neue Institutionen zum Schutz der Global Commons, er selbst hat aber auch nur eine „neue Phase der Globalisierung …, in der es zunächst um nicht mehr geht als deren gröbsten Irrtümer zu korrigieren?“, anzubieten (vgl. FALK, Rainer 2007, S. 2). Was soll das heißen?

    Ein Blick auf Prognosen und Zielvorstellungen verschiedenster Institutionen mit globaler Relevanz ist erschreckend:

    aus: Der Spiegel 37/2006

    Dem Internationalen Weltwährungsfonds (und auch der diesen in diesem Punkt kritiklos zitierenden Redaktion des Spiegel) fällt nicht weiter auf, dass eine Wachstumsprognose für USA, Westeuropa, Indien, China, Russland und Japan von 100 % 2005 auf 326 % im Jahr 2050 angesichts der globalen ökologischen Situation nicht bloß eine „verschobene ökonomische Macht“ darstellen (weil China wesentlich stärker expandieren würde als etwa Westeuropa), sondern dass es sich bei genanntem Wachstumsszenario um ein Crash-Programm handelt (von 42,6 Bio. US-$ auf 138,9 Bio. US-$ im Jahr 2006-2050 – kaufkraftbereinigte Zahlen zu Preisen von 2003) (vgl. STEINGART, Gabor 2006,S. 62f).

    Ebenso abstrus sind die (auch binnenökonomisch gedacht unrealistischen) Lissabon-Ziele der EU, nämlich ein durchschnittliches Wachstum von drei Prozent bis 2015: Bei einer Fortschreibung bis 2050 ergäbe dies ein Anwachsen der kapitalistischen Wirtschaft von 100 % (2000) auf 438 % (2050) (eigene Berechnungen).

    Noch erstaunlicher aber ist die Orientierung auf Wirtschaftswachstum bei Zugängen mit explizit ökologischer Orientierung, so der parteigewordenen Grünbewegung: Einstmals als Wachstumskritiker/innen angetreten ist – bis auf kleine Restbestände – auch bei ihnen Wirtschaftswachstum angesagt. So heißt es in einem von GLAWISCHNIG und KORSCHIL namens der Grünen verfassten Papier:

    „Neben positiven Auswirkungen auf die Umwelt und den vorsorgenden Hochwasserschutz bringt dieses Programm auch neue Impulse für die Wirtschaft und schafft Tausende Arbeitsplätze. ... Ökosoziale Steuerreform für Zehntausende neue Arbeitsplätze. … Nur durch eine absolute Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch kann es langfristig gelingen, die Trendwende im Klimaschutz zu schaffen" (vgl. GLAWISCHNIG, Eva / KORSCHIL, Oliver).

    Nun sind die Grünen überhaupt nicht alleine mit ihrer „Einsicht", Greenpeace etwa übertitelt ein aktuelles Papier überhaupt gleich mit „Wirtschaftswachstum ohne Klimazerstörung". Andreas EXNER und Ernst SCHRIEFL haben das durchkalkuliert:

    „Nehmen wir eine jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes von zwei Prozent an; das ist eine durchaus moderate Wachstumsrate, bei der Wirtschaftsforscher/innen gerade noch nicht von Rezessionsgefahr sprechen. Nach 50 Jahren wäre unter dieser Annahme das BIP auf das etwa 2,7-fache, nach 100 Jahren auf das 7-fache, nach 200 Jahren auf das 52-fache, nach 300 Jahren auf das 380-fache des Ausgangsniveaus gestiegen. … Soll der Verbrauch an nicht erneuerbaren Ressourcen durch Effizienzsteigerungen auf z.B.10 % des Ausgangsniveaus sinken und konstant gehalten werden, dann müsste die Ressourceneffizienz jeweils um das 10-fache der oben genannten Werte des BIP-Wachstums steigen – also nach 50 Jahren um das 27-fache, nach 100 Jahren um das 70-fache, nach 200 Jahren um das 520-fache, nach 300 Jahren um das 3.800- fache. Schwindelerregende Werte. Es ist sehr schwer vorstellbar, dass solche Effizienzsteigerungen, bezogen auf den gesamten wirtschaftlichen Output, möglich sind. Bei sehr großem Optimismus könnte gerade noch ein Faktor 100 realistisch erscheinen. Wobei bereits zweifelhaft ist, ob eine Effizienzsteigerung um einen Faktor 10 (der in weiten Teilen der Nachhaltigkeitsszene kursiert) erreichbar ist, insbesondere wenn es sich um rein technologische Effizienzsteigerungen handelt und die gesamte Wirtschaft betrachtet wird. …“ (vgl. SCHRIEFL, Ernst /EXNER, Andreas 2003).

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    r Das blaue Dingsda: Miniaturen
    Lesung und Buchpräsentation von Engelbert Obernosterer
    Begegnungszentrum Kreml, Ludwig Walter Straße 29, Villach

    Dienstag, 21. Juni 2016
    r Unerwünschte Nebenwirkungen
    Lesung und Buchpräsentation von Ludwig Roman Fleischer
    Begegnungszentrum Kreml, Ludwig Walther Straße 29, Villach

    Donnerstag, 11. Feber 2016
    r "Die Sammlung Götz"
    Ausstellungseröffnung von NINA MARON
    Lücke, Villach

    r Weitere Dokumentationen