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Hans D. Smoliner

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2007-10-31

Zerreißprobe

Liebe Freundinnen und Freunde von kärnöl!

Kennen Sie folgenden Zustand?

Vor ihnen liegt ein leeres Blatt Papier, ihre Augen fixieren dessen weiße Struktur, die sich mit Fortdauer ihrer visuellen Fixierung zu einer weißen Wand manifestiert. In benthamscher Tradition sozialisierte sekundäre Emotionen wie, Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Neid, Scham tauchen auf, Frage um Frage stellen sich an und ihre Nerven sind bis zur Zerreißprobe angespannt. Am liebsten würden sie aufstehen und gehen. Doch wie die Gefangenen des benthamschen Panoptikums bleiben sie gelähmt in ihrer Zelle sitzen, starren auf die undurchsichtige Wand des benthamschen Wächterturms und fühlen sich von dem unsichtbaren Wächter penetrant kontrolliert. Blockiert, einsam, letztlich ausgeliefert der eigenen Kreativität.

Vielleicht ist es der Künstlerin Gerhild Platzer-Kramer in der Vorbereitungsphase ihrer Bilderzyklen „Zerreißprobe“, die sie heute Abend im Cafe Platzl präsentieren wird, ähnlich ergangen, bis sie das weiße Blatt Papier zur Seite schob und vielleicht unterhalb der Schwelle der bewussten Wahrnehmung ihre Staffelei mit Backpapier auslegte, wodurch bewusst, das früher häufig benutzte Verfahren des Grundierens entfiel und durch die Silikonbeschichtung ein zu rasches Ankleben des Farbgutes verhindert wurde.

Vielleicht stundenlang wird Farbschicht für Farbschicht auf und abgetragen. Mit einfühlsamen Duktus entstehen Figuren, die an fossile Einzeller oder versteinerte Fische erinnern. Manche Piktogramme gleichen den „Stopp and Go“ Männchen, werden im nächsten Prozess aus dem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und collagenartig vor einem anderen Hintergrund neu arrangiert, bis zur entscheidenden Phase jedes kreativen Prozesses, in der die Künstlerin entscheiden muss, ob es sich um einen für sie entsprechenden Ausdruck ihrer ursprünglichen Idee oder Emotion handelt. Das Objekt, das Bild wird zur Zerreißprobe des kreativen und künstlerischen Aktes.

Scheinbar haben mehrere Werke von Gerhild Platzer-Kramer dieser kritischen Reflexionsphase nicht standgehalten oder war es Konzept, der nächste Schritt des künstlerischen Prozesses, dass sie ihre Werke mit einem brutalen geraden Schnitt in Streifen zerreißt, auf ein weißes oder schwarzes Blatt Papier klebt, in einer namenslosen Serialität, die an die vergitterten durchnummerierten Fenster eines Gefängnisses erinnert.

Vielleicht sind sie ein kreativen Ausdruck unartikulierter Primärgefühle, die Erinnerung an die Angst, die Wut, die Verzweiflung, die uns Gefangenen des benthamschen Panoptikums befallen, wenn wir in die weißen, heute verspiegelten Wände der benthamschen Wächtertürme starren.

Bevor sie, sehr verehrtes Publikum bis zur Zerreißprobe auf die noch symbolische weißen Wände des Cafe Platzl starren und ihre vielleicht auftauchenden primären Emotionen kaum mehr zügeln können, möchte ich die Künstlerin Gerhild Platzer-Kramer im Namen von kärnöl im Cafe Platzl herzlich willkommen heißen und sie bitten, mit dem letzten Akt jedes künstlerischen und kreativen Prozesses, der Präsentation, ihrer Bilderzyklen „Zerreißprobe“, die vom Saxophonisten Wolfgang Pertl musikalisch umrahmt wird, zu beginnen.

Guten Abend

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