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Hans D. Smoliner

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2007-04-27

Klang - Körper

Liebe Freundinnen und Freunde von kärnöl!

Herzlich Willkommen zum zweiten kärnöl Kammermusikabend im Cafe Platzl.

Ursprünglich bezeichnete der Begriff Kammermusik Musik, die im Gegensatz zur Kirchenmusik für die fürstliche und bürgerliche „Kammer“, also den weltlich-repräsentativen Gebrauch bestimmt war. Seit 2004 wird sie auf Betreiben Willi Bauer’s und kärnöl’s wieder verstärkt in jenen sozialemanzipatorischen Räumen aufgeführt, die die Komponisten wahrscheinlich eher zu ihren Werken inspirierten als das „Benthamsche Panoptikum“ der kapitalistischen Arbeitswelt. Durch die fortschreitende Entfremdung der Produktions-, Zirkulations- und Genussräume in der kapitalistischen Gesellschaft werden jedoch nicht nur dem Künstler vermehrt jene Begegnungsräume der Inspiration entzogen, denen er bedarf um neue Ideen zu kreieren. Die treibende Kraft der menschlichen Inspiration wird durch diese Entfremdung im Sinne der benthamschen Pädagogik letztlich auf die Selbstvermarktung reduziert. Kunst wird zum Markt, der Künstler zum Marktler seiner Inspirationen.

Inspiration und die dadurch hervorgebrachte Kunst, in welcher Form auch immer, sind in ihrem Wesen immer aber interdependent. Ein Wechselspiel zwischen Individualisierung und Sozialisierung. Inspiration und die daraus resultierende Kunst sind Kommunikation, ein sozialemanzipatorischer, interdependenter, dialogischer Akt. Menschen, die Künstler oder Wissenschaftler inspirieren, nennt man Musen.

„Jeder hat andere Präferenzen (bestimmt auch der/die „Photograf“In) - schreibt eine Leser(in); im kärnöl Leserbrief Nr. 3576, Mittwoch, 18. April 2007 - weshalb wird „Frau in Violine“ auf ihre Nacktheit reduziert, wenngleich 5 stramme Burschen dem Cafe am Platz ein Kammerkonzert widmen, weil klassische Musik Sinnlichkeit versprüht!“
Weil Willi Bauer in einem, der für kärnöl typischen soziosomatischen Gasthausgesprächen mit einem Nebensatz feststellte: „Ein Cello ist wie eine Frau.“ - „Schon im Mutterleib und unmittelbar nach der Geburt kommuniziert ein Kind mit seiner Umwelt durch Laute, Töne und Klänge. Sein Klangkörper ist der Körper seiner Mutter“, (Decker-Voigt, 1999) einer Frau. - „Der Resonanzkörper eines Cellos sei sehr empfindsam und reagiere schon auf minimale räumliche Temperaturschwankungen. Er sei aber notwendig für die Verstärkung und damit Hörbarkeit und Tragfähigkeit des von ihm erzeugten Tones. Außerdem sei er durch seine Schwingungseigenschaften wesentlich für den individuellen Klang eines Instrumentes und somit für die musikalische Interpretations- und Variationsmöglichkeit einer Inspiration verantwortlich“ erzählte er weiters.

„Ich liebe alle Geräusche, ein Lieblingsgeräusch habe ich nicht. Wenn ich eines hätte, dann wäre es der nächste Klang, den ich hören werde.“ meint John Cage. Daher genießen sie mit kärnöl die Klänge von Wolfgang Amadeus Mozart, Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und Willi Bauer, dargebracht vom Streichquartett des Landeskonservatoriums Klagenfurt:

1. Violine, Gregor Hraba
2. Violine, Klavdija Jarc
Bratsche, Valentin Štante
Cello, Jakob Angerer

Guten Abend

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