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2006-07-07

Literatur und ihre Nebenwirkungen

Es ist mir eine besondere Ehre heute Abend die einführenden Worte zu Ludwig Roman Fleischers Roman “Zurück zur Schule“, dem zentralen Werk der abendländischen Literatur, sprechen zu dürfen, obwohl ich es noch gar nicht gelesen habe.
Wer Ludwig Roman Fleischer kennt, wer Literatur, Sprache, das Wort liebt, wird mich verstehen, dass ich die Herausforderung ein nicht gelesenes Buch im Rahmen von kärnöl vorstellen zu dürfen, ungefragt und mit Freuden auf mich genommen habe.

Schon im Vorfeld wurde im neoliberalen Gesundheits- und Wirtschaftsexpertenkreis auf das Heftigste über die Folgen und Auswirkungen dieses Buches auf die gegenwärtige Gesellschaftsstruktur diskutiert.

Was ist Literatur, ihr Geheimnis, ihr von den Herrschenden gefürchteter Mythos?

In der Ideologie der „Benthamschen Pädagogik“ für die neoliberalistische Gewinnmaximierung, eine letztlich nicht sehr hilfreiche Fragestellung, da alleine das Exposé von Ludwig Roman Fleischer bei dem, des sinnerfassenden Lesens fähigem Bürger soziosomatische Beschwerden, wie Panikattacken, Schlaflosigkeit, Trunksucht und dergleichen auslöst.

Aus sozialempanzipatorischer Perspektive betrachtet befreit Literatur, bereitet zwar auch schlaflose Nächte, verleitet zu melancholischer Grübelei, zu paranoiden Gedankenketten, verführt den Leser manchmal – im Duktus des Kapitalismus – zu abnormen, spontanen, außer der Kontrolle der Benthamschen Über Ich Distanz liegenden sadistischen Visionen, Träumen und Kreativitätsschüben:

Wir schreiben das Jahr 2007. Nach der radikalen politischen Wende kehrt in Österreich wieder der Alltag ein. Elsabeth Geher, eine im abgelösten neoliberalen Regierungsregime äußerst umtriebige Volksschulelehrerin, die es Dank ihrer ausgeprägten Kenntnisse der Benthamschen Pädagogik zu höheren Regierungsweihen gebracht hat, liegt auf einer Tiroler Almwiese. Mit ihren 70zig Jahren genießt sie die warmen Sonnenstrahlen ihres ersten Pensionssommers. Da erscheint ihr ebenfalls pensionierter, Lederhosen und Holzmascherl tragender Gatte Wolfgang und überreicht ihr einen eingeschriebenen Brief.
Mit einem zärtlich gehauchten:„Danke, Wolferl“ öffnet sie das Kuvert und liest das folgende an sie gerichtete Schreiben:

Sehr geehrte Frau Elisabeth Geher!

Aufgrund des Regierungsbeschlusses vom 7. Juli 2006, unter dem Vorsitz der Unterrichtsministerin Elisabeth Geher und unter Berücksichtigung ihres amtsärztlich attestierten ausgezeichneten Gesundheitszustandes, haben Sie sich umgehend am 4. September 2007, um 6.30 in der Direktion der Volksschule Deutsch-Schützen in Burgenland einzufinden und ihren Dienst als Volksschullehrerin - Verwendungsgruppe L3 – im Ausmaße von 45 Wochenstunden anzutreten.
Da Sie sich hiermit wieder in einem Arbeitsverhältnis befinden, sind von Ihnen daher die bisher unrechtmäßigen zugewiesenen staatliche Pensionsgehälter, Abfertigungen, Sonderzulagen und dgl. mit sofortiger Wirkung, zuzüglich Zinsen, an das Bundesministerium für Finanzen rückzuerstatten…

Wie Sie, sehr verehrtes Publikum, an Hand dieses etwas einfachen Schreibversuchs eines bereits langjährigen Literaturgenießers sicherlich nachvollziehen können, sind die Auswirkungen des übermäßigen, mehrwertslosen Literaturkonsums in der Qualität eines Ludwig Roman Fleischer´s auf Geist und Psyche unübersehbar. Von den verheerenden Nebenwirkungen auf die hart erarbeitete neoliberale Perspektivenlosigkeit ganz zu schweigen. Die Ängste der neoliberalen Gesundheits- und Wirtschaftsexperten und ihre Sorge um das konsumentatorische Wohl der Bevölkerung sind daher gut nachvollziehbar.

Sollten Sie trotz meiner Hinweise auf die arbeitsdemotivierende Wirkung von Literatur, diesen mit sozialempanzipatorischen Gedanken infizierten Raum nicht verlassen wollen, wünsche ich Ihnen im Namen von kärnöl einen genussvollen Abend mit Ludwig Roman Fleischer und seiner Romansatire „Zurück zur Schule“.

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