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Hans D. Smoliner

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2006-03-03

IN MEMORIAM LECHIMP

Schon um 1850 begegneten Villacher Altertumsforschern und Archäologen bei ihren Ausgrabungen inoffiziellen, gekratzten Botschaften, einer Technik der Fassadengestaltung, zu damaligen Zeit einer Kratzputztechnik. Sie bezeichneten diese „ungefragten Botschaften“ an den Bürgerhausfassaden als „Graffiti“. Viele dieser Villacher Sgraffitohäuser stehen heute unter Denkmalschutz.

Graffiti und Street-Art umfassen alle Formen der kostenlosen, offiziellen und inoffiziellen künstlerischen Produktion und Präsentation im öffentlichen Raum. Im 20. Jahrhundert wurde diese künstlerische Kommunikations- und Ausdrucksform fast völlig aus dem öffentlichen Villacher Stadtraum verdrängt. Nur vereinzelt sind einige dieser traditionell zur Kultur der Menschheit gehörenden Graffiti-Formen auf öffentlichen Toiletten, auf Schultischen oder als Initialen Verliebter an Bäumen erhalten geblieben.

Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist in Villach eine Renaissance dieser sozialemanzipatorischen Kunstform beobachtbar. Um 2004 wurde die Villacher Innenstadt in der Tradition der französischen, meist gesellschaftskritischen Schablonengraffitis von LeChimp neu gestaltet. Wie der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel - bekannt als Bananensprayer - der die Schablonen-Technik zur Markierung besonderer Orte der Kunstvermittlung nützt, konfrontierte LeChimp die Besitzer der an die Öffentlichkeit angrenzenden Fläche ungefragt mit seiner Botschaft.

Wer war LeChimp?

Lange wurde über die bürgerliche Identität des Künstlers gerätselt. Wird die Banane Baumgärtels bei den Ausgezeichneten – Hausbesitzern, Galerien und Museen – als Ehre empfunden, so sah ein Teil der Villacher Bevölkerung in LeChimp, einen auf dem Weg der Kleinkriminalität, dem Alkohol verfallenen Jugendlichen. Ein Beweis dafür, das gelungene Resozialisierung gesellschaftskritischer Künstler nichts mit Toleranz und Mitgefühl zu tun hat und nur mit konsequenter Bentham´scher Pädagogik zu begegnen ist.
Trotz zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung, tappte die Abteilung zur Verteidigung des öffentlichen Raumes des Villacher Magistrates lange Zeit im Dunkeln.

Doch der Kunstmarkt bestimmt den Wert der Wahrnehmung.

Wohin hätte sich der regionale Kunstmarkt den sonst hin entwickeln, wenn jeder Villacher einen „kost nix – LeChimp“ auf seiner Eigentumswand betrachten hätte können?
Die Medien entwarfen bereits düstere Szenarien:
Auftragslose Künstler, die leer stehende Geschäftslokale in nächtlichen Aktionen mit Graffitis und dergleichen gestalten, mit 24stündige aisthetischen Prothesen den Villacher Rathausplatz revitalisieren usw.

Die Aussetzung eines desolidarisierenden „Kopfpreises“ durch die, dem Liberalismus bürgschaftsverpflichteten Öffentlichkeitsraumrepräsentanten konnten schlussendlich zur Enttarnung von LeChimp und dessen vorübergehenden Rekapitalisierung seiner künstlerischen Kreativität führen.

LeChimp, einer der brutalsten und gemeinsten Kapitäne der sozialemanzipatorischen Villacher Kunstszene wurde 2005 gefasst und „öffentlich hingerichtet“. Nur LeChuck, dessen Name nur ganz zufällig ähnlich klingt, konnten ihm noch die letzte Banane reichen. In seiner Freizeit spielte er am liebsten mit seiner Reifenschaukel.

LeChimp ist tot.

kärnöl, jedoch umfasst in einer anarchistischen sozialemanzipatorischen Tradition, wie Graffiti und Street-Art, alle Formen der kostenlosen, offiziellen, inoffiziellen kulturellen sowie künstlerischen Produktionen und Präsentationen im öffentlichen nicht subventionierten Raum.

LeChimp war tot.

Sein, "piece"= Gemälde, sein „style"= Schrift, sein "character" = figuratives Element, seine Kunst entwickeln sich weiter mit Paul Gasser.

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Harald Fritzer, 2006-03-14, Nr. 2427

Hallo, ich bin ein langjaehriger Freun von Paul, aber leider zu bloed die Bilder seiner Austellung auf deiner Hompage zu finden ,ich konnte nur das mit dem Che Guevara Affen sehen.Wenn es dir moeglich waere koenntest du mir ja schreiben wie man die Bilder auf deiner Hompage betrachten kann.Danke im voraus.HARALD

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