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Stephan Jank

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2004-06-07

Freiheit, Gleichheit und Subjekt

Die aktuelle Krise unserer Gesellschaft lässt sich mit konjunkturellen Schwankungen genauso wenig verstehen wie sich die Abgründe des Grand Canyon mit der Profiltiefe eines abgefahrenen Sommerreifens vergleichen lassen. Oder anders ausgedrückt: Selbst wenn in absehbarer Zeit ein ökonomisch akzeptables Wirtschaftswachstum eintreten sollte (woran nicht einmal mehr die eingeschworensten Hardliner glauben), für die Menschen in unserer Gesellschaft würde sich rein gar nichts zum Besseren wenden. Ganz im Gegenteil: Bewusstlose, politische Eliten würden sich dadurch erst so richtig bestätigt fühlen in ihrer bornierten Affirmation der Alternativlosigkeit des Standortwettbewerbs. Politische Prozesse würden dadurch mit noch viel höherem Druck gesellschaftliche Strukturen in die Globalisierungspipeline pumpen, an deren anderem Ende die Tanker der transnationalen Konzerne die Fracht schon sehnsüchtigst erwarten. Das Öl in dieser Pipeline heißt Sozial-, Lohn-, Infrastruktur- und Steuerdumping, heißt Privatisierung, Flexibilisierung und Rationalisierung. Und die Raffinerien des völlig entbetteten Finanzkapitals werden dieses Öl zu einem weltweiten Bürgerkriegspotential raffinieren. Denn diese Standortprostitution auf dem Strich der transnationalen Freier wird nichts daran ändern, dass die strukturelle Arbeitslosigkeit nicht trotz, sondern gerade wegen ihr nachhaltig anwachsen wird. Wenn Unternehmungen sich nämlich neu ansiedeln, hinterlassen sie beim Verlierer mit Sicherheit mehr Arbeitslose als sie Arbeitsplätze beim Gewinner schaffen. Und die Gewinner von heute sind die Verlierer von morgen. Bereits jetzt muss ja schon allein die Stagnation der Arbeitslosenzahlen (übrigens in historischen Höchstständen) von konservativen genauso wie von sozialdemokratischen Regierungen in allen Ländern als wirtschaftspolitischer Erfolg verkauft werden. Aber das ist nur ein kleiner Auszug. Denn die ca. 6000 Zeichen dieses Artikels reichen bei weitem nicht aus, um den Abgrund auch nur annähernd vollständig zu skizzieren, an dem unsere Gesellschaft zum Tanz gebeten hat.

Wie aber lässt sich nun dieser irrwitzige Zug der Lemminge erklären? Wie ist es möglich, dass Menschen aller politischen Lager sehenden Auges auf einen Abgrund hin beschleunigen, der das sichere Ende bedeutet? Die Antwort auf diese Frage kann keine beiläufige sein, denn sie ist zugleich eines der Mene Tekel der kapitalistischen Doktrin. Und so nimmt es auch nicht Wunder, dass diese Antwort in keinem Psychologie- oder Soziologiebuch zu finden ist, sondern genau dort, von wo aus die kapitalistische Ideologie ihre Wirkkraft am nachhaltigsten entwickelt. Dort steht sie schwarz auf weiß und in fetten Lettern in der Menschenrechtsdeklaration[1] der Vereinten Nationen: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen." Hinter diesem, scheinbar idealistischen Gesülze verbergen sich einige der schlimmsten Zumutungen und Anmaßungen an die Menschen auf diesem Planeten. Dieser 1. Artikel der Menschenrechtsdeklaration bildet gemeinsam mit seinen 29 Folgeartikeln den Marschbefehl, dem wir bedingungslos folgen, führe er uns auch wohin immer er wolle. Kein Tag vergeht auf dieser Welt, an dem uns nicht George W. Bush oder irgendeine andere westliche Lichtgestalt in beeindruckender Klarheit und mit nachgerade Göbbel'schem Impetus auf diesen gesellschaftlichen Grundkonsens einschwören: "Freedom, Democracy und Human Rights" sowie deren bedingungs- oder besser bewusstlose (bei Bedarf auch ruhig einmal präventive) Verteidigung, sei es im Irak oder auch nur auf Guantanamo Bay. Und es handelt sich dabei keineswegs um eine vordergründige Heuchelei, der es hintergründig ums Öl oder geostrategische Positionen geht. Eine solche Kritik, wie sie zur Zeit von links und rechts geradezu litaneihaft abgebetet wird, geht völlig ins Leere. Die wahren Motive stehen nämlich klar und deutlich vorne auf der Fahne: "Freiheit und Gleichheit für alle". Darauf bauen wir unsere Kultur. Sie bestimmen unser brüderliches, freies Handeln (Freihandel?) und bilden die Basis unserer Fürsorge für alle anderen Völker dieser Erde. Wir sind freie und gleiche Bürger in einem freien Land. Und Gott schütze uns vor dem Leibhaftigen: der Unfreiheit und der Ungleichheit.

Doch genau diese Freiheit und Gleichheit erweist sich bei genauerer Untersuchung als der eigentliche Motor des Lemmingzuges. Wir alle freien und gleichen Bürger, egal ob jetzt prekär beschäftigte Alleinerzieherin, ob milliardenschwerer Eigner eines Fußballklubs; ob Vertreter für Beilagscheiben oder Witwe eines früh verstorbenen Sektionschefs; ob Landeshauptmann oder Viertelputzer; ob Arbeitsloser oder Privatier; also genau wir Freien und Gleichen sollten uns nämlich einmal mit aller uns vom toten Kant zugesprochenen Vernunft fragen, was denn mit dieser Freiheit und Gleichheit tatsächlich gemeint ist. Sind Freiheit und Gleichheit in diesen Menschenrechten etwa als gesellschaftliche Kategorien verfasst? Etwa als die Möglichkeit freier und gleicher Individuen gemeinsam, bewusst und ohne Zwänge über die Organisation und Reproduktion ihrer Gesellschaften zu entscheiden? Weit gefehlt! Denn genau die Kategorien Recht, Staat, Nation, Eigentum, Arbeit und damit die politischen und ökonomischen Grundlagen jeder Gesellschaft sind in dieser merkwürdigen Deklaration der Verhandelbarkeit durch ihre Mitglieder völlig entzogen. Die bis über jede empirische Wahrnehmbarkeit hinaus abstrahierten und nur in diesem Sinne gleich zu denkenden, bürgerlichen Rechtssubjekte dieser Deklaration müssen im Gegenteil bezüglich genau dieser Kategorien massiven Rechtsschutz erhalten. Nirgends zeigt sich klarer, mit welch ungeheurer, hegemonialen Repression diese Kategorien in der westlichen Welt gedacht und implementiert sind. Die Freiheit, die den Menschen in diesem, von ihnen vollkommen unbeeinflussbaren Korsett dann noch angedichtet wird, verkommt damit genau zu jener Karikatur von lächerlicher Wahlmöglichkeit, wie sie im freien (Media)Markt ("Ich bin doch nicht blöd") gebraucht wird, um den Verwertungsprozess des einzig wirklich freien Subjekts in dieser Deklaration, des automatischen Kapitalsubjekts in immerwährendem Gang zu halten. Diesen, seit Generationen in freier und gleicher Konkurrenz zueinander gehaltenen Subjektmonaden, diesen Schmieden ihres eigenen Glückes sozusagen, muss geradezu jeder noch so destruktive Wettbewerb als innerster Bestandteil ihrer eigenen Natur erscheinen. Freiheit, Gleichheit und Subjekt erweisen sich damit genau als das, was sie seit ihrer liberalen Konstitution immer schon waren: Kampfbegriffe, als Rechte formulierte gefährliche Drohungen.

[1] Menschenrechtsdeklaration
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Walther Schütz, 2004-06-07, Nr. 1205

Danke für diesen ausgezeichneten Beitrag.

Eine Anregung: Wäre es nicht sinnvoll, ein Podiumsgespräch zu diesem Thema zwischen dir und VertreterInnen von Amnesty zu führen, etwa im Rahmen der Kärnöl-Akademie. Wäre bereit so was einzufädeln

Walther

Stephan Jank, 2004-06-07, Nr. 1206

Ich glaube, wir hätten eine Menge Spass bei einer solchen Diskussion. Aber abgesehen davon glaube ich, dass diese Debatte ohnehin schon seit langem fällig ist. Denn insbesondere Menschenrechtsorganisationen sollten sich schön langsam fragen, wes Brot sie essen und mit wes Maß sie messen. Ich würde mich jedenfalls freuen, sollte Dir gelingen, was Du anregst.

Helen, 2004-06-07, Nr. 1207

Ein hervorragender Artikel!
Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, weil wir ja alle frei und gleich sind, und das auf der ganzen Welt. Also mach was draus! Eine RaumpflegerIn hat das gleiche Recht und die Möglichkeit um Subventionen für ihr Projekt anzusuchen. Wenn sie`s nicht bekommt, Pech gehabt. Sie kann ja bei meinem Projekt mitmachen, unentgeltlich.

rVk, 2004-06-07, Nr. 1208

Jetzt wird es abstrus. Die Menschenrechtsdeklaration als den Ursprung allen Elends dieser Welt hinzustellen. Genau an diesen Punkt steige ich aus der unter Alternativen beabsichtigten Diskussion aus.
Das erreicht für mich Bischof-Krennsche-Dimensionen.

Und tschüss....

rVk

Martin Moser, 2004-06-07, Nr. 1209

Was sollen wir nun tun, Stephan? Die Subjekte wieder in den Zustand der Unfreiheit, Ungleichheit, Vernunftlosigkeit, Gewissen- und Verantwortungslosigkeit versetzen?
Den Afrikanern die Menschenrechte aberkennen und sie für den kapitalistischen Westen bestehen lassen?
Die Menschenrechtsdeklaration überhaupt abschaffen? Die Ansprüche, Rechte und Pflichten des Individuums, für die 2000 Jahre (seit der griechischen Antike etwa) gerungen wurde, eliminieren?

Martin Moser

Noch was: Kant, einer der Urväter der Menschenrechte, ist zwar tot, aber nicht so wie du es meinst...

Erika, 2004-06-07, Nr. 1210

Lieber Stefan!
Bitte was hat Kant gesagt?
LG
Erika
PS: Fortsetzung folgt

Erika, 2004-06-07, Nr. 1211

1.Die Krise unserer Gesellschafft lässt sich für eine Durchschnittsbürgerin kaum verstehen.
2.Warum würde es den Menschen bei einem Wirtschaftswachstum nicht besser gehen?
3. Wie kann, soll es anders gehen?
4. Welches Ende meinst Du?
5.Ich finde, alle geschwollenen Sätze haben eine ähnliche Wirkung, wie der von Dir angeführte aus der Menschenrechtsdeklaration.
6.Was bedeutet für Dich Freiheit und Gleichheit?
7. Was ist der Kernpunkt Deines Beitrags?
Der letzte Satz?
LG
ERika

Martin Moser, 2004-06-08, Nr. 1213

"Subjektmonaden" in freier Konkurrenz? Ist das nicht etwas missverständlich? Die Monaden (Begriff aus Leibnizschen Metaphysik) sind doch ohne Fenster zur Welt, autonom gegenüber den anderen Monaden und doch in prästabilisierter Harmonie...

Martin Moser, 2004-06-08, Nr. 1214

Lieber Stephan,

unter welche Deklaration fallen nun die Verbrechen an den inhaftierten Irakis? Wenn die Menschenrechte Ursprung allen Übels sind, dann sind auch die Folterungen, Misshandlungen, Erniedrigungen etc. eine Folge dieses Übels? Damit werden die Täter entschuldigt, die Opfer verhöhnt.

Martin Moser

Stephan Jank, 2004-06-08, Nr. 1215

Ich habe nicht mit derartig vielen qualifizierten Reaktionen gerechnet. Gebt mir bitte ein bisschen Zeit, um alle zu beantworten.

Stephan Jank, 2004-06-08, Nr. 1218

Liebe Erika! Hier der Versuch einer Antwort auf Deine Reaktion im LB 1211:

Beginnen möchte ich mit der Festellung 1). „Die Krise unserer Gesellschafft lässt sich für eine Durchschnittsbürgerin kaum verstehen.“ Ich kann diese Feststellung nicht teilen. Ich glaube nämlich sehr wohl, dass alleinerziehende Mütter, deren Biographie für nicht mehr als ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis in irgendeiner Facility-Management-Klitsche ausreicht, dass ausgleichszulagenbeziehende Mindestpensionistinnen, deren Garten für die Eigenversorgung leider zu klein ist, dass Hausfrauen und Mütter von Familien, deren Männer für monatlich 1.129,- € 40 und mehr Stunden ihrer wöchentlichen Lebenszeit hergeben, ich glaube, dass für solche Bürgerinnen die Krise unserer Gesellschaft hautnah erfahrbar und in diesem Sinne auch bestens zu verstehen ist. Dass es sich bei den erwähnten Beispielen, soziologisch gesprochen, durchaus um Durchschnittsbürgerinnen handelt, das ist bereits Hauptbestandteil dieser Krise. Es sind sage und schreibe an die 700.000 österreichische Haushalte, in denen unter oder knapp an der Armutsgrenze gelebt wird, von Frauen, Männern und Kindern. Dass die Ursachen dieser Krise nicht verstanden werden, das steht auf einem anderen Blatt. Die Krise selbst aber, die wird verstanden.

Zur Frage 2) „Warum würde es den Menschen [auch] bei einem [akzeptablen] Wirtschaftswachstum nicht besser gehen?“ (Meine Einfügungen sind nicht ganz unwesentlich, denn noch wächst unsere Wirtschaft in bescheidenem Maße.): Weil auf globalisierten Finanz- und Dienstleistungsmärkten Wirtschaftswachstum nur durch hochkompetitive Rationalisierung von Produktions- und Dienstleistungsprozessen zu haben ist. Rationalisierung bedeutet aber Automatisierung (=globale Vernichtung von Arbeit), Standortwechsel in Billiglohnländer (=lokale Vernichtung von Arbeit) sowie Flexibilisierung (=Prekarisierung von Arbeit). An die 300.000 Arbeitssuchende (und diese Zahl stagniert bestenfalls) allein in Österreich zeigen jetzt schon klar, wo es lang geht. Und zu guter letzt: Weil es unter shareholdern bereits heute als geradezu unschicklich gilt, über Kollektiv zu entlohnen.

Bevor Frage 3) „Wie kann, soll es anders gehen?“ überhaupt vernünftig gestellt werden kann, muss der status quo mit all seinen Widersprüchen bis hinab in alle Tiefen radikal analysiert und kritisiert werden. Dass das bei weitem noch nicht geschehen ist, zeigen unter anderem ja die erstaunten Reaktionen auf meinen Artikel. Erst wenn diese Arbeit von einer größeren Anzahl von Menschen getan sein wird, werden sich Perspektiven wie von selbst ergeben. Patentrezepte bietet immer nur die politische Rechte.

Frage 4) „Welches Ende meinst Du?“. Antwort: Das Ende des Kapitalismus. Ein Ende übrigens, das gar nicht herbeigeführt werden muss, sondern dass sich bei dem Affenzahn, mit welchem die aktuellen Globalisierungsprozesse voranschreiten, in Bälde selbst einstellen wird. Ein Ende übrigens in Schrecken, denn die inneren Widersprüche dieses ökonomischen Systems werden die, auf ihm basierten Gesellschaften zermalmen, wie die Autopresse aus einem Mercedes Benz ein Stück Schrott macht. Denn was anderes als das Ende sollte das wohl sein, wenn sich der Kapitalismus seine letzte Arbeit wegrationalisiert haben wird? Ein Kapitalismus, in dem jetzt schon nur der in Würde leben kann, der arbeiten darf und der, der keine Arbeit findet, bestenfalls selbst daran schuld ist? Was anderes als das Ende des Kapitalismus sollte es wohl sein, wenn die, dann wohl ausschließlich privaten Pensionen ganzer Generationen nur noch von irgendeiner Leuchtziffer in irgendeinem New Yorker Hochhaus abhängen werden? Was anderes als das Ende des Kapitalismus sollte es wohl sein, wenn etwa medizinische Versorgung nur noch dem zur Verfügung stehen wird, der sie auch bezahlen kann? All das ist nicht etwa zart angedacht. Nein all das ist der harte Kern expliziter WTO-Forderungen, die darüber hinaus über grosse Teile auch schon realisiert sind. Die Zumutungen und Anmaßungen dieses Systems sprengen einfach jede Grenze. Deshalb: Ende der Antwort auf Frage 4).

Frage 6) „Was bedeutet für Dich Freiheit und Gleichheit? „und Frage 7) „Was ist der Kernpunkt Deines Beitrags?“ möchte ich gerne gemeinsam beantworten. Freiheit und Gleichheit lassen sich für mich nur als gesellschaftliche Kategorien denken. Freiheit und Gleichheit sollten aus meiner Sicht für die Individuen einer Gesellschaft bedeuten, unbeeinflusst von jeglichem extern auferlegten Zwang auf der jeweils selben Augenhöhe miteinander über ihre Geschicke zu entscheiden. Und damit sind wir beim Kernpunkt meines Beitrages. Ich bin nämlich der festen Überzeugung, dass diese merkwürdigen Menschenrechten dieser Auffassung von Freiheit und Gleichheit diametral entgegenlaufen. Ich möchte das an Hand einiger Beispiele illustrieren. Nehmen wir etwa Artikel 17 dieser Deklaration: „Jeder Mensch hat allein oder in Gemeinschaft mit anderen Recht auf Eigentum“. Dieser Artikel etwa erklärt Gesellschaften, die sich gegen die Existenz von Eigentum entschieden haben, und es daher auch kein Recht darauf gibt, schlicht für unmenschlich. Wie schaut es da plötzlich aus mit der großen Freiheit dieser Menschenrechtsdeklaration. Die Freiheit über die Notwendigkeit von Eigentum zu diskutieren, haben Menschen kraft dieser Deklaration jedenfalls nicht. Oder Artikel 15: „Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Staatsangehörigkeit“. Dieser Artikel erklärt Gesellschaften von Individuen für unmenschlich, die sich in anderer als in staatlicher Form assoziieren wollen. Wo ist da die große Freiheit dieser merkwürdigen Deklaration. Über die grundlegende Frage ihrer Assoziation dürfen Menschen kraft dieser Menschenrechtsdeklaration jedenfalls nicht selbst entscheiden. Oder Artikel 23 (2) „Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit“. Damit werden Gesellschaften für unmenschlich erklärt, deren Individuen sich gegen das Prinzip der Lohnarbeit entschlossen haben. Wo ist denn hier die Freiheit und vor allem: Wo ist den hier die grosse Gleichheit? Die Freiheit, über die essentielle Frage der Art gesellschaftlicher Reproduktion zu entscheiden haben die gleichen Subjekte dieser Deklaration jedenfalls nicht.

Heike, 2004-07-12, Nr. 1255

Lieber Herr Jank;

#"...so wie des ausschaut, schaut`s net übel aus... ;)"

Wahrlich ein göttlicher Ausdruck rebellischer Leidenschaft -
ein Lichtblick im Perspektivenstrudel
Hinführend - zeigend
auf ein ++ an Möglichkeiten,
ein ++ an Mut und
ein ++ an Freiheit.
Kühnheit.
Im Gedanken
- im Geist -
Kühnheit im Herzen.
Fertigkeiten des transformierenden Windes -
der immer stürmischer werdend,
dem Tor des Himmels entgegenbraust.
Aufreissend,
die Fenster und Türen
die bisher verschlossen geblieben -
Brücken bauend -
zwischen Gestern und Morgen.
Selbstvertrauend.
Die Wahrheit innen fühlend,
statt aussen suchend.
...Hier kommt die neue Zeit...
hier treffen sich Vater und Sohn -
Mutter und Tochter...
hier gehen wir Hand in Hand.

...Freiheit, Gleichheit und Einheit

Freiheit, weil jede Entscheidung einen Entscheider braucht
Gleichheit, weil wir alle aus dem gleichen Holz geschnitzt sind
Einheit weil nichts so ist, wie es scheint...

und doch. und nicht.

Danke fürs Licht.

Liebe Grüsse

Heike

Rudolf Mletschnig, 2004-07-14, Nr. 1257

Konfusius sogt:

a) einerseits ist die strukturelle Arbeitslosigkeit ein Beweis für das Ende des Kapitalismus, d.h. die Arbeitslosigkeit an sich ein riesiges Übel;

b) gleichzeitig sollte man als Argument die glücklichen Arbeitslosen lesen, denen die Arbeit ohnehin nicht abgeht und
eigentlich nur das abzuschaffende Geld brauchen,

c) man sollte sich daher für a) als "guten Beitrag" bedanken,

d) dann sollte man noch die Menschenrechte als Grund allen Übels angeben und

e) dann das ganze Gemengelage fürs Gaudium ans Podium bitten!

Danke schön für die Denk - Vor-Schläge!

Konfusius

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