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Ingo Timmerer

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2004-06-04

. M A Z O N A .

eine beinahe wahre Geschichte

Meine Situation, Sie kennen sie noch nicht, vielleicht werden Sie diese auch nie kennen lernen, mein Gott ich bin mir darüber auch nicht im Klaren, könnte man als verzwickt definieren, was auch immer das heißen soll. Ich weiß nur, dass ich nicht klar sehen kann, respektive nichts sehe. Ja, es ist dunkel um mich, nicht nur in diesem Augenblick, sondern schon, ich schätze neun Wochen, vielleicht auch zwölf. Was vorher war, interessiert mich nicht so sehr, was kommen wird, ist schon von größerer Bedeutung, für mich zumindest. Für Sie dürfte das Gegenteil gelten. Kann ich den Zustand überhaupt beschreiben, der zur Zeit meine Lebensgrundlage bildet, wie ich mich fühle, oder wie ich bin? Ich müsste in verschiedene Richtungen des gängigen wissenschaftlichen Repertoires der Sprache ausweichen:
Mathematisch-technisch, psychologisch, metaphysisch, medizinisch!
Nun gut, wählen Sie die Ihnen sympathischste Variante aus, ich gebe Ihnen eine Reihe von Termini vor:
Justiert, obstinat, durabel, dividiert, apophantisch, neperiell, libertär, fakultativ, bilinear, enkodiert, fixiert, flagrant, intermediär, konnotativ, dezisiv, agglomeriert, blasphemisch,
gnostisch, häretisch, indispensabel, moribund oder einfach nur beschissen.

Es wäre für mich eine Kleinigkeit, meine Lage zu verändern, nicht um einen Meter, nein grundlegend. Ich will aber nicht! Ich kenne das System, in dem ich mich befinde, ich kenne jede Kurve, ich kenne jeden Ausgang und das Dahinter, alle meine Möglichkeiten, alle Schikanen, es ist mir bekannter und durchschaubarer, als Ihr System! Dabei habe ich begonnen, wie Sie wahrscheinlich, mit der Geburt.

Entschuldigen Sie mich, ich muss mich ein wenig vorwärts bewegen zur nächsten Abzweigung, ja ich habe Bedürfnisse, wie Sie. Ich verrate Ihnen auch, wohin ich mich begebe. Ich mache mich auf den Weg zur Küche, mir ist nach Essen zumute. Die Kost ist eintönig, gebe ich zu. Meine Nahrung besteht aus einem guten Teil aus Fett. Es ist leicht abzutragen und täglich frisch, nebenbei aromatisch.

Seit ich hermetisch abgeschlossen lebe, muss ich zwar zwangsläufig auf einiges verzichten, dafür bin ich streng autonom. Außerdem beschränken sich gewisse Genüsse auf bestimmte Tageszeiten, an bestimmten Wochentagen, an bestimmten Orten. Meine Angewohnheiten zum Beispiel, den Tabakkonsum betreffend haben sich grundlegend verändert. Nur wenn ich rauche, rauche ich etwa zwanzig Zigaretten gleichzeitig, aber dreifach filtriert.
Wie gesagt, ich hatte noch vor kurzem Kontakt zu Ihrem System, es bedeutete harte Arbeit, soweit zu gelangen, wie ich jetzt bin, es dauerte beinahe vierzig Jahre. Unvorstellbar, aber,
wenn ich recht überlege, hätte ich es schon zwanzig Jahre früher schaffen können.
Nein, das war gelogen, denn der Zufall führte mich in dieses Biotop. Sie werden lachen, der Weg in meine neue Welt führte über eine Toilettenanlage. Nein, nicht wie Sie jetzt glauben,
abwärts, sondern aufwärts! Dies ist soweit klar, dass ich mich nicht in der Fäkaliensprache ausdrücke, sondern einen Hang zu gewählteren Ausdrucksformen entwickelt habe. Das Wort
SCHEISSE ist allerdings Bestandteil meines Vokabulars geblieben, ja es ist sogar ein Wort, das ich zu mir selbst sage, obwohl ich es vermeide mit mir selbst zu kommunizieren.
Meine Sprache ist sonst eher eine Sache meiner Träume und meiner Gedanken.

Ich befand mich am Nachhauseweg von der Schule. Ich ging in die erste Klasse Volksschule. Mein linkes Ohr war noch geschwollen und taub von der Ohrfeige, die ich damals in der
Religionsstunde abkassiert hatte. Jesus, sagte ich, ist einer der fünf Apostel, er hat begonnen sich selbst aufzufressen: Das ist mein Leib, sagte er, knabberte an einem Stück Brot, in der
Kirche nennt man es Hostie, dann trank er sein Blut. Mir graute! Eigentlich wollte ich es gar nicht erzählen...

Wie es weitergeht erfahren Sie unter 45254 - Lesen auf Rädern

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