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Walther Schütz

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2004-02-02

Wie könnte eine nachhaltige Gesellschaft aussehen?

Ein Vorschlag zu Herangehensweise und Rahmen

N

un ist es bereits Wochen her, dass verschiedene Kärnöl-LeserInnen die Frage aufgeworfen haben, wie denn – bei aller Kritik am Bestehenden - "eine in Ihren Augen nachhaltige Gesellschaft" aussehen könnte. Inzwischen habe ich etliche Gespräche im kärnöl-Umfeld geführt und immer mehr zeigt sich, dass eine mögliche Antwort mit verschiedenen, einander widersprechenden Erwartungen "vorbelastet" ist. Die einen wollen einfache, praktische, schnell durchführbare Lösungsvorschläge – möglichst sogar zusammengefasst in einem Kurzartikel von einer halben Seite. Den anderen hingegen würde das alles wiederum zu sehr verkürzt sein, würde am grundsätzlichen Charakter unserer Gesellschaft nicht genug rütteln, kann es gar nicht theoretisch genug sein.

Neben diesen unterschiedlichen Erwartungen spielt für mich eine andere Dimension eine wichtige Rolle: Wie sollen wir mit den wichtigen Fragen "Was wollen wir?" und "Was tun?" überhaupt umgehen? Kann man das so locker an einen Alleinunterhalter delegieren, sich dabei bequem zurücklehnen und dann den Finger auf die jeweils fehlenden Punkte legen? Oder ist das nicht eine Angelegenheit, die in einem breiten Rahmen diskutiert werden sollte, einem Rahmen, in den möglichst viele Menschen eingebunden sind?

Ich schlage daher vor, dass WIR auf kärnöl.at unter dem Stichwort ALTERNATIVEN einen Diskussionsprozess (in loser Reihenfolge eine Reihe von Artikeln mit all den dazugehörigen Kommentaren, Gegenargumenten ...) starten. Vielleicht könnte sich in diesem Prozess sogar die eine oder andere Veranstaltung im Rahmen der Kärnöl-Akademie ergeben.

Ich habe mir vorgenommen, in den nächsten Monaten folgende Aspekte zu behandeln:

  • Gerechtere Verteilung des Produktivitätsfortschritts (Arbeitszeitverkürzung ...)
  • Neuregulierung (Kontrolle der Finanzmärkte, ...)
  • Bereiche außerhalb der Marktsphäre erhalten bzw. wiedergewinnen (Öffentliche Daseinsvorsorge, Wissen als gemeinsames Erbe der Menschheit ...)
  • Wirtschaftsdemokratie

Kriterien für eine nachhaltigere Welt

Vorab möchte ich – so wie ich sie halt sehe – einige Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung benennen. Das ist natürlich eine ziemlich abstrakte Sache. Trotzdem: eine Benennung von – hoffentlich diskutierten - Kriterien ist unabdingbar, weil sonst die Beurteilung von Vorschläge für eine nachhaltige Gesellschaft in der Luft hängen würde.

  • "Das Ganze sehen" : Es geht um die Wirkung von Maßnahmen auf die ganze Welt (ist ein bestimmtes Entwicklungsmodell verallgemeinerbar?) und die gesamte Ökonomie – auch die nicht von ÖkonomInnen gemessenen (und vor allem von Frauen geleisteten) Tätigkeiten müssen berücksichtigt werden! Entwicklung heißt oft nur, dass Leistungen, die schon bis in einer Gesellschaft erbracht wurden, mit Geld versehen werden, sie werden in den Kreislauf der WAREN einbezogen. Klassisches Beispiel wäre ein Volk von Indigenas, die vielleicht in relativem Wohlstand im Regenwald leben, aber nichts zum „BIP“ beitragen. Dann wird das Land der Indigenas von InvestorInnen z.B. zu einer riesigen Sojaplantage gemacht, der eine oder andere der Indios kann sich vielleicht als Landarbeiter verdingen. In Begriffen der klassische Ökonomie hätte sich Brasilien weiterentwickelt, denn das BIP ist gestiegen, obwohl – oder besser: weil – es den meisten Beteiligten wesentlich schlechter geht.
  • Langfristig statt "schnell" : Geschwindigkeit ist einer der Kampfbegriffe der herrschenden Medienwelt! Aber was bedeutet es etwa, wenn man gentechnische Produktionsmethoden zulässt, nur um ja als Standort nicht den Anschluss im globalen Wettkampf zu verlieren?
  • Anpassungsfähig und korrigierbar statt flexibel . Flexibilität setzt immer nur beim Einzelnen / der Einzelnen an – diese müssten sich den Erfordernissen anpassen. Hier geht es aber um eine grundsätzliche Umkehr: Individuelle Flexibilität muss sogar als eher verdächtig gelten. Umgekehrt muss aber die Wirtschaftsordnung anpassungsfähig sein. Eine de facto unumkehrbare Festschreibung von profitorientierter Marktwirtschaft etwa über die sogenannte Liberalisierung kann zur verhängnisvollen Falle werden, wenn es sich erweist, dass damit Ressourcenvergeudung verbunden ist. Dann muss mensch in der Lage sein, aus einem ganzen Set von Möglichkeiten des Wirtschaftens auszuwählen.
  • Effektivität statt Effizienz : Effizienz ist neben der Geschwindigkeit ein weiterer zentraler Kampfbegriff des Neoliberalismus. Gemeint ist damit allerdings die betriebswirtschaftliche Effizienz, also das, was aus dem einzelnen Lohnabhängigen herausgequetscht wird. Ob das gesamtgesellschaftlich effektiv zur Beseitigung eines Mangels beiträgt, ist damit aber nicht geklärt. Während Österreich mit einem Mischsystem laut OECD-Statistik 8,2% des BIP für Gesundheit ausgibt (und dabei fast alle ÖsterreicherInnen versorgt), liegen die entsprechenden Zahlen der USA bei 12,9% - wobei in den USA nach Schätzungen der FedStats die Zahl der US-BürgerInnen, die ganz oder vorübergehend ohne Versicherungsschutz waren, auf 71,5 Millionen gestiegen ist. Das Gegenbeispiel ist in gewissen Bereichen Kuba, das als ein nach herkömmlichen Maßstäben sehr armes Land hochgradig effizient im Gesundheits- und Bildungsbereich ist. Dies gesteht mittlerweile sogar der bisherige Erzfeind Weltbank zu [1] .
  • So regional wie möglich, so global wie unbedingt notwendig . Die Idee ist, möglichst was lokal produzierbar ist, lokal zu produzieren, und damit die lokale Produktion zu fördern. Nur was kleinräumig nicht geht, auf die nächste höhere Ebene zu heben. Der Vorrang der lokalen Produktion vor der regionalen Produktion, Vorrang der regionalen Produktion vor der nationalen Produktion, Vorrang der nationalen vor der globalen Produktion. Aber es gibt Produktionen, die auf der untersten Ebene nicht funktionieren, in Österreich wächst kein Kaffee. Das heißt, wir brauchen die unterschiedlichen Ebenen. Das Gute am Prinzip dieser ökonomischen Subsidiarität [2] ist, dass man den Gretchenfragen entgeht. Nicht für oder gegen globale Arbeitsteilung, sondern eindeutig Vorrang der lokalen Produktion.
  • So wenig arbeitsteilig wie möglich, so arbeitsteilig wie unbedingt notwendig . Dies ist möglicherweise einer der Punkte, der sich mit unserer Kultur am heftigsten im Widerspruch befindet. Ich bin aber zutiefst überzeugt, dass nur ein „Dilettieren“ in den verschiedensten Bereichen auch Verständnis für den jeweiligen Arbeitsbereich bringt. Und: Ein umfassendes Verankertsein in verschiedenen Bereichen schafft Autonomie!
  • Weniger Entfremdung!
  • Nicht spaltend, sondern integrierend:
  • Kein Setzen auf Wachstum : Schon bei uns sind die Probleme nicht durch Wirtschaftswachstum zu lösen und schon gar nicht ist das weltweit möglich! Dies zeigt die folgende Übersicht mit gerundeten Zahlen (daher ist Australien z. Bsp. gar nicht angeführt) [3] .
      Bevölkerungsanteil
    in % der Weltbevölkerung
    Wirtschaftsleistung (BIP)
    in % des Welt-BIP
    Europa inkl. Russland 14% 36,5%
    Nordamerika 5% 28%
    Afrika 12% 1,4%
    Asien 60% 25% (11% ohne Japan)
    Lateinamerika 9% 6,7%
    Neben den ökologischen Grenzen des Raumschiffs Erde gibt es noch ein logisch-mathematisches Argument gegen Wachstumsmodelle: Wachstum in Prozent gemessen ergibt immer eine exponentielle Kurve. Der absolute Zuwachs von Jahr zu Jahr würde immer größer, zuerst langsam, dann immer schneller. Ein besonderer Schwindel unter alternativen Kreisen ist das qualitative Wachstum: Es könnte durch den Wechsel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft Wachstum aus ökologischen Gründen weiter geben. Mag ja sein, aber man stelle sich das vor: Ein unbegrenztes Anschwellen der Informationsflut!!!! Oder: Ein unbegrenztes Anschwellen der Therapien – wer nicht Hunderte Neurosen hat, wäre nicht normal?????

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Zur Lösung der Probleme, für ein „gutes Leben“, wird sicher der eine oder andere Bereich wachsen müssen, aber notwendig ist ein Abgehen vom Wachstumsfetischismus. Zuerst müssen Probleme erkannt, der Wille zur Lösung individuell oder gesellschaftlich durchgesetzt und dann gelöst werden. In vielen Bereichen wird eine solche Herangehensweise zu einem Schrumpfen der Wirtschaft führen (Rüstung, Überwachung, Verkehr ....), in manchen Bereichen wird dann unter einem imaginären Strich einiges in Summe gleich bleiben und in manchen Bereichen wird man vielleicht sogar ein Wachstum in Kauf nehmen (müssen).

Anmerkung

Diese Artikelserie wird von mir demnächst mit dem Beitrag: "Produktivitätsfortschritte gerechter verteilen" fortgesetzt. kärnöl und ich hoffen aber auf rege Beteiligung von allen am Thema Interessierten. Beiträge bitte an: kaernoel@inode.at .

[1] Jim Lobe, Von Kuba lernen, empfiehlt die Weltbank (IPS-Meldung Washington 30. April 2001)
[2] Christof Parnreiter hat am 5. Oktober 2003 diesen Begriff geprägt
[3] aus: Fischer Weltalmanach
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John C. Randolph, 2015-12-11, Nr. 6405

John C. Randolph Ron Paul put things back on the agndea that nearly everyone had given up for lost decades ago. If the only effect of his campaign was the thousands of people who now know what happened to our gold, what inflation is, who does it to us, and who benefits from the operation of the Federal Reserve, then it's time and money well spent.The fact is though, that this raising of awareness is not the only effect of his campaign. The Ron Paul Republicans have an opportunity to fix the Republican party the way that Newt Gingrich didn't. In Maryland, four out of seven Ron Paul Republicans won their primaries. In New Jersey, Murray Sabrin is running for the Senate. There are more candidates running in other states, and they're just the start.Ronald Reagan didn't win the first time he ran, but that was no reason to throw in the towel.-jcr

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