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Ingo Timmerer

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2003-12-25

Short Story II

Teil I

T

omec geriet in Panik, wollte am anderen Ende des Kabels die Lautstärke reduzieren und näherte sich dabei mit der Gitarre zu weit dem Lautsprecher, was dieser mit Gekreische und wilden Rückkoppelungen goutierte. Erschrocken stolperte Tomec zurück und verlor gänzlich die Kontrolle. Seine Finger verkrampften sich am Gitarrenhals, die rechte Hand bewegte sich unkoordiniert über die Saiten. Ein ungestümer Sound, der jeglicher Harmonie entbehrte, ein Krachen und Geknatter erzeugten derart aggressive Schwingungen, dass die ersten Einmachgläser aus den Regalen purzelten. Tomec wusste sich nicht mehr zu helfen, lehnte die Gitarre an den verstärker und ergriff die Flucht.

Eine gigantische Dauerkoppelung mit 300 Dezibel erschütterte die Garage! Als Tomec durch das Tor eilte, das er nicht mehr hinter sich schloss, hatte schon die ganze Nachbarschaft die akustische Sensation wahrgenommen. Auch Olga stolperte aus dem Haus, um nachzusehen, was um Himmels willen geschehen war und erblickte sofort Tomec, der sich mit den Händen die Ohren zuhaltend völlig verwirrt im Vorgarten im Kreis drehte und sichtlich keine Auskunft über die Quelle des unerträglichen Lärms geben konnte.

Olgas nächster Blick galt dem Kabel, das aus dem Kellerfenster schnurstracks zur Garage führte, und brachte dieses sofort in Verbindung mit dem enervierenden Ton, der das Gebäude zum Einsturz zu bringen drohte. Aus Rücksicht auf die Nachbarn, die sich den Krawall nicht erklären konnten und aus Neugierde schon ganz nahe an den Ort des Geschehens vorgerückt waren, manche mit dem Zeigefinger den Vogel deutend, manche aufgebracht und wütend ob dieser Provokation, blieb Olga keine andere Möglichkeit, als so schnell es ging, zu handeln.

Der Weg in den Keller um das Kabel auszustecken hätte zu viel Zeit in Anspruch genommen, also griff Olga zur Rosenschere und tat genau das, was sich Bleiweiß in Gedanken ausgemalt hatte. Mit einem Schnips war das Kabel entzwei, der Verstärker verstummte schlagartig, und der Strom bahnte sich über Olgas rechten Arm mitten durch ihren Körper, der zappelte wie ein Fisch am Haken, und nahm gleich Olgas Lebenshauch mit in die Erde, weil die mit einem Nagel geflickte Sicherung nicht den elementaren Vorschriften der Elektrikerkunst entsprach.

Als Jiri von seinem langen Fußmarsch zurückkehrte und sich noch eine Mütze Schlaf gönnen wollte, war auf seinem Grundstück das heillose Chaos im Gange. Jiri kämpfte sich ins Zentrum der Menschentraube vor, die sich vor seinem Haus angesammelt hatte. Olga!!! Jiri stürzte auf seine Frau zu, wurde aber zurückgehalten.

„Fass sie nicht an!“ hörte er plötzlich und wurde ihrer Verbindung mit dem Kabel gewahr, das immer noch fleißig Strom fließen ließ, obwohl die Isolierung schon zu verschmoren begonnen hatte. Panisch stürzte Jiri in den Keller, im Vorraum drang schon dichter beißender Qualm aus dem Sicherungskasten, und bevor das ganze Haus in Brand geriet, gelang es ihm, den mit der Steckdose verschmolzenen Stecker mittels einer Hacke, deren Griff er mit einem Plastiksack umwickelt hatte, abzuschlagen.

Jiri rannte die Kellerstufen hinauf, vorbei am Sicherungskasten, der immer noch rauchte, beachtete diesen aber nicht, sondern eilte zu Olga, um zu sehen, ob es noch etwas zu retten gab. Dabei stieß er Tomec um, der zwar aufgehört hatte sich zu drehen, aber immer noch die Ohren zuhielt. Olga war nicht mehr zu helfen. Wer beinahe eine viertel Stunde an einer 220 Voltleitung hing, musste tot sein! Mausetot!!!

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