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Gösta Maier

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2003-06-09

EINSAMKEITSPARTY

Da habe ich mich wieder einmal zu einer Einsamkeitsparty eingeladen. Getrunken, erst mäßig, dann Glas um Glas. Und geraucht eine nach der anderen. Zigarette.

Aber keine Musik. Kein Ton Musik.

Musik schwärzt die Gefühle. Dramatisiert die Traurigen. Sie ist, ähnlich wie bei Erdarbeiten, der Dreck unter den Fingernägeln.

Probleme? Probleme haben die anderen, sage ich. Sie addieren Jahre. Ich subtrahiere. Sie haben den Instinkt für die Grundkabbala des Lebens. Ihre Gefühle sind gesunder Menschenverstand. Die Abenteuer, wie man sagt, nur im Kopf. Keinen Millimeter darunter.

Wie alles vernebelt war, die Gedanken grau, zugedeckt, unter Spinnennetzen zappelten, schlief ich ein.

Um sechs Uhr früh werde ich durch heftiges Herzklopfen munter. Klopft wie ein verrücktes Hammerwerk. Ende, denke ich im Halbschlaf. Noch ein paar Kapriolen und aus. Dafür verwende ich gerne das blöde Wort deadline. - Die Monitore in den Intensivstationen. Peng - - - - - -

Das ist neu. Das Herz hat alles ausgehalten. Und wahrlich, der allerletzte Trommelwirbel ist wieder ausgeblieben.

Nun, so beruhigte ich den rebellischen Muskel und rauchte nichts den ganzen Tag. Trank dazu übermäßig mäßig. Nahm spät nachts erst eine Zigarette. Doch Angst, also? Sprechblasen die schönen Träume vom Tod?

Jetzt geht es wieder, bis zur nächsten Party. Der mit mir allein, gesondert. Das Wort einsam stimmt zwar, täuscht aber gewissenlos Melancholie vor. Schönes Selbstmitleid. Losermanieren. Man läßt die Seele trocken bluten.

Einsamkeitsparty mit einem Zweit? Wo nimmt man ein Zweit plötzlich her? Gut, das wäre weniger trinken, viel mehr rauchen, weniger lügen. Mir glaube ich alles. Aber das kleinste Zweit türmt sofort alle Wenn und Aber auf. Oder flüchtet in Gebete für das Seelenheil. Darf ich das dem armen, kranken Gemüt antun? Gottlob hat es schon lange den esoterischen Kreuzweg hinter sich. Mehr Karma angehäuft als je zuvor. Macht mindestens fünf zusätzliche Reinkarnationen aus. Nur weil ich nicht loslassen konnte. Ich verzichtete aufs Nirwana und ging vom New Age wieder ins Old Age zurück. Das hat natürlich voll zugeschlagen, nachdem ich mich von F. Capra, der sanften Verschwörung und dem Wassermannzeitalter verabschiedet hatte.

Vor nahezu zwei Jahren hat man begonnen: In deinem Alter darfst, kannst, sollst du nicht. Was? - Alles!

Ein paar Monate noch hat eine Jemand so getan, als wäre die Welt verrückt, und nicht ich. Das aber war sie und ich schon immer.

Plötzlich aber hat die Jemand, und andere dazu, mich fallen gelassen wie die heißen Erdäpfel oder Maroni oder Eisen. Ich merkte es nicht. Leise und lauter und ganz laut höre ich dann: He! Du bist weg vom Fenster!

Ich wache aus dem Tiefschlaf des Lebens auf und merke, ich bin endgültig draußen. Horche herum. Nicht nur bei Jemand, bei jeden, bei allen. Ich stehe auf dem Abstellgleis. Täglich zehn Zentimeter weiter weg von der Lebensweiche, alle zehn Tage einen Meter, Jahr für Jahr also sechsunddreißigeinhalb Meter weg.

Sie kommen mich anschauen am Abstellgleis. Einige Männer, ein paar Frauen. Die Männer sind froh, daß ich aus dem Verkehr bin. Die Frauen sagen, schade, daß du aus dem Verkehr bist. Sie sagen es beiläufig. Gefühlloser Trost.

Es gibt da ein kleines Hilfsaggregat am Salonwagen des Lebens und eine magische Fernbedienung. Damit könnte mich manche zurückbringen über die Weiche in den normalen Verkehr. Zwei haben es versucht, aber kurz vor der Weiche die magische Fernbedienung fallen gelassen.

Warum? Sie sahen, ahnten oder vermuteten, ich sei zukunftslos. Aber jeder und alles kann jederzeit entgleisen, verunglücken, zukunftslos werden. Beziehungen für immer und ewig verkümmern oft schon nach Wochen. Emotionen sind immer irrational. Wie das Wetter. Man muß es nehmen, es wie es kommt.

So rolle ich fast unmerklich weg auf den endlosen Parallelen, die sich im Endlosen treffen. Und lade mich dann und wann zu einer Einsamkeitsparty ein. Wie sagen sie immer? - Paß auf dich auf!

(Das ist natürlich die Geschichte einer fiktiven, romantischen Person, 22.5 KB erdachtes Leben. Wer Ähnliches lesen will: Eben gibt es im Verlag Sisyphus die Neuauflage, Gösta Maier, "Der elektrifizierte k. u. k. Hofoptiker", Roman, ISBN: 3-901960-11-2 )

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