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Ludwig Roman Fleischer

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2015-06-30

WEANA SCHNITZADL ALLA PUTZELIK SCHUADL

EASCHTE LEKZJAŊN

Da Putzelik Schuadl is sähd zwaa Joar in da Rentn und wäul a nehd nua Laamschähm wüh, tuad a bäh jeda Gelegŋhäht kochŋ. A Schbehzi fon eam – da Resch Ruudl – håd fuar a poa Maŋnat a Bähsl in siebzentn Hieb åufgmåchd, wo’s eftar a Musi gibt und hin und wieda dar aane odar aŋndare Schmiaranski åus sähne Biachln fualest. `S Zeente Gwööb haaßt’s. Es is in ana oidn Kaluppm, wo scho da Mäuta åhwefoid, åuwa da Ruudl håd’s recht schee heagricht. Ear is da Schäff und kocht söhwa, åuwa – damit a si nehd dastesst – nimmt aa si gean amoi fräh oda schpühd in Zeentn Gwööb åuf da Quetschn åuf, und daŋnn hüft da Schuadl åus. Ear is bäh sähna Muada, bäh sähna Grosmuada und sähna ötan Schwesta åufgwåxŋ, und wäu de Wähwalähd aŋm Sunndåg ållawäu min Kochŋ ummanaŋdabroodlt haŋm wia de Saffmsiada und is Schnitzadl oft eascht um fiare nåchmittåg featich woa, håd si da Schuadl mit åcht Joar amoi deŋkt: Hüf da söhwa, daŋnn hüft da da Heagott, und so håd ea de Schnitzadln klopft, paniad und åussebåchŋ. Aan Eadapfadlsålåd und aan Rähs håd ar aa dazua gmåcht. Ea håd jå bähn Kochŋ ixmoi zuagschåud g’håbt und is iewahåupt a rechta Heefadlgucka gweesn.
De Wähwalähd haŋm gstroid wia frisch lackiade Hutschpfead. „Brav, Buadli“, haŋm’s bähn Schnitzadlwickln gsågt, „des kaŋnnst efta måchŋ.“
Fon den Sunndåg aŋ is bäh de Putzelikischn um Schlåg zwööfe mittåggessn wuan. Waŋnn da Schuadl (dea wås ois Bua ziemlich begootisch woa und in Kiachŋkoa gsuŋga håd) fon da Zwaaramess in da Kähsajuwiläumskiachŋ driem haamkummar is, håd a si gläh in di Kuchl fazoogŋ und mit da Kocharäh aŋgfaŋgt. Und nehd nuar a Schnitzadl håd’s då geem, da Schuadl håd aa ois meegliche aŋndare keena, wås d’ Weana Kuchl so aŋn Schmaŋkadln baraad håd: Ois Fuaschpähs a Panadlsupperl, a Frittatnsupperl, a Butternockerl- und a Mühzschnittensupperl, a Griasnockerl- a Limaŋnikrem- und a Leewakneedlsupperl, a xöchts Griaßsupperl, a Spaaglkreem- odar a Krebsensupperl. Ois Håuptschpähs a Schwähnsbraterl odar a Stöhzn mit an knusprigen Schwarterl, an Såuakråud und Semmekneedln, a xöchts Ripperl odar a Täusaŋmes mit an Brambuaripiareh, an Tåfeschpitz mit Schniedliŋgsooß, Semmekreŋ und Behdasühearapfen, a gfühd’s Koibsbristerl, a Hiaschbratl, an wühden Håsn odar a Reh mit Blåukråud und Seawjettenkneedln, an Fasaŋ in Speckhemderl mit Woidfiatlakneedln hoiwad und hoiwad odar Earapfekneederln, ar Antn odar a Gansl mit aana gschmackigŋ Füh, a åusglehst’s Båchhenderl, an seabischn Kaapfm, a Foaröhn Müllarin odar a båchanes Fogoschfülleh. Und ois Nåchschpähs a Sacha-, a Nuss-, a Maraŋni- odar a Malakoffduatn, an Åpfe- odar an Topfmstrudl, bähdes mit Wanüllisooß, an Kähsaschmoan oda Tschokladpalatschiŋkŋ mit an Schlågowashåuberl. In Schuadl håd nix in Faleegŋhäht bråcht bähn Kochŋ.
Nua sähne easchtn Semmekneedln saan in d’ Hoosn gaŋga, åuwa bäh denan håd eam säh Schwesta ghoifm, dea wås de Kocharäh ähgŋtlich ållawäu Buttn gwesn is. De zwaa haŋm zeascht gaŋnz braaf fümf oidbåchane Semmen in Wiafadln gschniedn, in a bissl aana Mülli und aana z’lossanan Butta ähŋgwackt, gsoizn, pfeffad, daŋnn haŋm’s a poa Behdasühfraŋnsn und a bisserl a Möh driewagschdraad und druntagmischt.
„Dea Måtschka kummt mar a bissl goa trockŋ fua,” sågt da Schuadl, “des Zähg ståubt an jå bäh di Uan åuße.“
„Des is eh kloa“, sågt dråuf säh Schwesta, „mia zwa Hiafla haŋm åuf’s Äh fagessn, und mea Mülli ghead woaschähnli aa ähne.“
Nimmt da Schuadl oiso a Äh, håud’s min Messar åusanaŋnd, wiara’s fon da Groosmuada gsegŋ håd, und wäul a iewamiadich is, wülla den Dotta åus da Schoin so mit Schwuŋg in Kneedldaag ähnehupfm låssn. Hupfm tuad a jå, da Dotta, åuwar in an hochŋ Bogŋ åuf dr’ Ead hupft a, oda genåua gsågt, aufm Fuadatäu vom Füzpådschn fom Schuadl sähna Schwesta hupft da Dotta und blähbt åufm Kaaromusta bickŋ. Naŋ, des woar a Malea! D’ Schwesta låssd an Schraa los und jetztn hupft sie, und zwoa åuf aan Haxn aŋm Linolähjum in da Kuchl hupft’s ummanaŋnd, aufm rechtn Haxŋ, wäu den säh Füzpådschn nehd aŋbåtzt is so wia dea fon linkŋ. Wia’s in Pådschn åhgwischd haŋm, nimmt da Schuadl daŋnn a zwäht’s Äh und håud’s in Daag ähne, ohne blehde Danz desmoi, und d’ Schwesta laad a Heefadl Mülli driewa.
„So, und jetztn is’s a Gaadsch“, sågt da Schuadl, „des wean kaane Kneedln, des wiad a wassriga Semmekreŋ ohne Kreŋ.“
„Miaß ma hoid a bisserl an Grias dazuageem“, sågt di Schwesta.
Naŋ, haŋm’s akkuarat zfüh Grias dawiescht und so saan de Kneedln schtaahoat wuan und gschmeckt haŋm’s wia Griasnockadln. S’foid hoid aa bähn Kochŋ kaa Maasta fon Himme.
In Schuadl säh Lähbschpähs is und blähbt is Weana Schnitzadl, des wås aa des easchte Pappadl woa, wås a fia sähne Wähwalähd åufm Tisch bråcht håd. Fülle Lähd glåum, is Weana Schnitzadl is a Nuiåchtfuchzenpappadl, des wås aa da greßte Wappla zsaŋmmbriŋgt, åuwa so a Lappadl is des aa wieda nehd. Des faŋgt scho bähn Flähsch aŋ. An echt’s Weana Schnitzadl muas fon da Nuss fon an Kähwe säh und fon nix aŋndan. Sicha, waŋnnst nehga bist, wiast aar amoi a Schoinschnitzadl, ar åusglehst’s Kareh odar an hoibwegs mågan Schopf fon an Schwähndel nemma, åuwa noamaal is a Weana Schnitzadl fom Kööwanan, halall und kooschar in aan, kaŋn oiso fon an Mohammedaana genåuso gwicklt wean wia fon an begootischn Judn. In die letzten Joa wiad in die schlechtn Wiatshähsa immar eftar is Flähsch fon an Indian fia’s Schnitzadl gnumma. Es soi so xund sähη und so weenich Fettn und Cholestarin soin drin sähη und in Woahäht fiadn’s de Indian mit Hoamonschbritzn, damit’s Bristl fon den oaman Riesenhendl so åufdunsn wiad, dass is Fiech nua mear åus aana Muadstrummbrust åuf zwaa Haxn bestehd und nimma gschähd hatschn kaŋ. Iewa die Gschicht fon Schnitzadl wiad füh Blehdsinn gredt. In Nähnasechzkajoa håd a Katzlmåcha, der wås åuf uns wegŋ Südtiroi an Pick ghåbt håd, gschriem, is Schnitzadl waa åus da Lombadäh und da Radetzky hehd’s nåch Östarrähch bråcht. Des is åuwar a festa Topfm, wäu de Mählända nemman fiar eana Schnitzadl a Kotlett und mia d’ Nuss fom Schleegl. A aŋndara Wappla plåuscht wås fon aana Maria Anna Nähdecka, de wås in ian Kochbiachl schoo åchzendrähjasechzk wås fon åus Krähzasemmen båchane Schnitzln schühdat, nua san des Semmeschnitzln, de wås mar in a Fischsuppm aus Schlähn ähnehåud. Iagŋdaa gschdudiada Blähstiftzuzla maand, is Schnitzadl waa goar åus Konschtantinoope, wäu ma duatn schoo in zwööftn Joahundat Flähsch in Daag åussebåchŋ hehdad. Ois ob is Weana Schnitzadl in an Daag åussebåchŋ wuarad, und nehd in ana Pania!
Fräulich stimmt’s, dass fülle Såchŋ, åuf de wås mar in Wean so stoiz saan, fon gaŋnz woaŋndas heakumman. De Weana Klassik is zum Bähschpüh fon an Niedaöstarrähcha, den wås a jeda fiar an Buagŋlandla hoit (in Hähdn Seppadl), an Soizbuaga, dea wås fåst a Åugschbuaga wuan waa (in Mozart Woifadl) und an Biffke (in Beethofm Wickadl). Wuascht! A Klassika is des Weana Schnitzadl åuf jedn Foi!

WEANA SCHNITZADL ALLA PUTZELIK SCHUADL

Fia fia Lähd bråuchst:
Fia scheene, an hoim Zantimeta dicke Koibsschnitzadln, so fiazen, fuchzen Decka schwaa,
Soiz
Möh (wähß)
1 Äh
Semmebrehsln
Schwähndlschmoiz zum åußebåchŋ
De Schnitzadln mid an Schnitzlklopfa glähchmähßich klopfm, soizn, dräh-, fiamoi aŋm Raŋnd ähŋschnähdn, damit sa si bähn Båchŋ nehd åufbiagŋ wiar a U-Hakerl, åuf bähde Sähtn min Möh ähŋrähm, sodass schee wähß saan wiar a Schnehmaŋ. Is Äh åufschlågŋ, in Dotta min Kloa in an Suppmtölla fakwiadln. D’ Schnitzadln ins Äh guad ähŋtunkŋ, dånn in Semmebrehsln wuzln, sodass’s rundummadum iewaroi d’ Brehsln bickŋblähm. In zalossanan haaßn Schwähndlschmoiz goidbråun båchŋ, daŋnn is füh gschmackiga wia waŋnn’s a Öö nemmts.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors:
Ludwig Roman Fleischer, "KUCHLWEANARISCH LEANA", SISYPUS, 2015
isbn 978-3-901960-93-2

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