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Frithjof Bergmann

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2014-03-04

Wer geht gewinnt

Vorwort

Es gibt Ausnahmen unter den Büchern, seltene, ungewöhnliche, kaum je vorkommende Bücher, die wie ein Kind, schelmisch, mit einer leichten Bewegung etwas Verborgenes sichtbar machen.
Sie entpuppen etwas, das lange verborgen lag, eingesponnen in silberne Seidenfäden. Es ist aber nichts Düsteres, nichts, das einen erschreckt wie eine schon lange gestorbene Spinne, sondern eher das Gegenteil. Etwas bisher nicht Bemerktes, sich jedoch Windendes und Räkelndes, etwas deutlich Lebendiges, aber trotzdem sichtbar Gebliebenes. Noch dazu etwas, das spitzbübisch und ganz nahe ist, das uns sogar beeinflusst und formt, das wir aber während unserer fast endlos erscheinenden Werde-Geschichte nie scharf beobachtet haben, und das deshalb im Staub und im Halbdunkel blieb. Dieses uns einerseits Nahes und doch von uns oft kaum Bemerktes ist die Art und Weise unseres Gehens. Die unerhörte, endlos subtil unterschiedliche Art, unsere Zehen parallel oder auseinander gespreizt oder aufeinander zugespitzt langsam nach hinten rollend oder auch die im genauen Gegenteil federnd nach vorne tastende Bewegung von den Fingern an unseren Füßen. Das ist der Gegenstand dieses Buches. Unter dem vielfach Zauberhaften ist die einem Hauch gleichendem, immer wieder und noch einmal zu einem neuen Ansatz und einem anderen Lächeln einladende stilistische Eleganz, mit der die Autorin, so als ob sie mit einem Staubpinsel behutsam die Erde von etwas Vergrabenem abträgt, die genaue Drehung unserer eigenen Ferse für uns sichtbar macht.
Das Herausschälen von etwas Vernachlässigtem ist aber noch lange nicht das eigentliche Anliegen von diesem Buch. Um dem näher zu kommen, muss man sich durch die Enge von zwei aneinanderstoßenden Felsblöcken hindurch stemmen. Der eine Fels ist das Banale, das Kotzlangweilige, das wir untrennbar mit dem Gehen verbinden. Kann man darüber überhaupt etwas Intelligentes sagen? Der andere Felsen ist eben der Gegensatz, der Widerspruch, dass die geringsten Kleinigkeiten an unserem Stil zu gehen alles an uns gestalten und formen und dreifach unterstrichen, auch das höchste und erhabenste an uns, unsere Kapazität, nur eine Maske oder tatsächlich authentisch zu sein – dass sogar dieser Höhepunkt abhängt von unserem Gehen. Das ist die unerhörte Hauptthese von diesem Buch, das sogar das Erreichen von diesem Gipfel, das Erreichen von unserer Selbstfindung abhängt von dem Herunterhängen unserer Schultern, oder noch stärker betont, dass sogar das Erreichen von dieser Erfüllung abhängen könnte von der genauen Drehung unserer Füße.
Diese Bogenspannung lädt ein zu einem Vergleich: ich werkle seit 30 Jahren an dem Gedanken, dass man die Arbeit verstehen kann als eine Polarität, dass Arbeit erschöpfen und aussaugen, aber auch das Gegenteil sein kann. Etwas, das Kraft gibt, das uns hinein ins Leben zieht, etwas, das uns hoch oben Sinn gibt. Lernen von dem Vergleich können wir. In beiden Fällen, ob Arbeit oder Gehen ist die Vielfalt, die Subtilität das, was wir erkennen müssen. Was macht die Arbeit zu etwas gerade noch Erträglichem? Das kann man nicht mit ein paar abstrakten Begriffen erfassen oder umschreiben. Schon gar nicht mit Kauderwelsch-Wortgeschmeiß wie “entfremdet”. Was der Arbeit diese Qualität gibt, kann ein kunterbuntes “Tausendallerlei” sein, das mit scharfen Augen von Fall zu Fall beobachtet sein will. Es ist nie und nimmer etwas, das sich unter einer ideologisch flatternden Fahne in Reih und Glied zur Parade auffordern lässt. Ebenso mit dem polar Entgegengesetzten: was die Arbeit zum lebengebenden Elixier machen kann, kann auch nicht mit irgend einem Wort zugedeckt werden. Auch nicht mit Worten wie “Begeisterung schaffend”, oder “zum Fließen bringend”. Es ist konkret und das heißt heilig in seiner Einzigartigkeit. Genau so ist es mit dem Gehen. Gehen kann himmlisch sein, kann aber auch vom Teufel in die Schuhe geschoben sein. Aus dem Blickwinkel meines Geschmacks ist das vielleicht Wertvollste an diesem Buch, dass es nicht vereinfacht, nicht zudeckt, sondern etwas von dem Sand aus den Augen reibt, und unser eigenes Gehen in seiner unglaublich komplizierten Brilliantheit erahnen lässt.

FRITHJOF BERGMANN

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