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Andreas Exner

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2013-05-08

Land gehört niemandem und daher allen

Nichts ist so eng mit unserer Existenz als menschliche Wesen verbunden wie das Land, von dem wir leben. Wir gründen mit Fleisch und Seele vollständig in der Erde, die wir bewohnen. Von ihr kommen wir, zu ihr gehen wir zurück. Diese Wahrheit verkehrt der Kapitalismus in ein Erpressungsmittel sondergleichen. Die blutige Abtrennung der Bäuerinnen und Bauern von ihrem Land ist die Geburt des Arbeitsmarkts. Lohnsklaverei und Bodenraub gehören zusammen wie Privateigentum und Geld.

Während die einen die himmelschreiende Zumutung dieses Systems nicht einmal mehr zu erkennen vermögen, so sehr gleichen sie dem Hinzurichtenden in Kafkas Parabel, den er mit einem Hund vergleicht, der aufs bloße Pfeifen hört, so sehr nehmen die anderen ihren Mut zusammen. Sie besetzen Land, nehmen ihre Lebensbasis in Anspruch, weil sie sich ihrer Wurzeln bewusst werden.

Sie nehmen nicht hin, dass Land für sinnlose Bauvorhaben versiegelt wird. Sie stehen auf gegen die Unterjochung des Menschen unter vermeintliche Sachzwänge. Sie eignen sich wieder an, was unseren Vorfahren in hunderten von Jahren entwunden worden ist: Daseinsmächtigkeit, die Fähigkeit sich selbst gemeinsam und in Solidarität zu reproduzieren. Dazu gehört an der ersten Stelle die Bearbeitung des Bodens und die Pflege der Pflanzen, die ihm entwachsen und die uns nähren.

Das ist das Evangelium des Kommunismus, der in der irdischen Existenz die Kommunion vollzieht.

Die Landbesetzung der SoliLa in Wien zeigt erneut, mit welch zerstörender Borniertheit, vor Dummheit strotzender Arroganz es das kommune, also das ganz gewöhnliche Leben im Gegensatz zu sich zu tun hat. Nicht das System verhindert die Befreiung der Äcker aus dem Griff der Kapitalverwertung und dem asphaltdichten Luftabschluss. Es ist das persönliche Arrangement mit dem System, das diese Befreiung verhindert und damit Mensch um Mensch in immer weitere Katastrophen treibt.

Wir sind das System? Nein, das System sind nicht wir. Das System ist die Zustimmung zu Privateigentum und Kapital, zu Staatsmacht, Image, leeren Worten. Das System sind jene, die zustimmen. Die sind das System, die uns Widerstand und Hoffnung austreiben wollen, diejenigen, auf die wir in der Konfrontation treffen. Das System sind die Angepassten, die auf das Image achten, die den leeren Worten huldigen, die alles glauben oder nichts.

Das System lässt sich nicht überreden, auch nicht überzeugen. Keine List der Geschichte wird die Immanenten des Systems auf unsere Seite ziehen, fallweiser Seitenwechsel nicht ausgeschlossen.

Die Argumentation ist nicht das Feld der Auseinandersetzung. Die Keime der Alternativen werden im Feld gesät, nicht in intellektuellen Retorten generiert. Intervention ist Agitation.

Erstens. Das Privateigentum ist nirgends und niemals zu respektieren. Den Gesetzen seiner Vertreter zu gehorchen ist eine Erfordernis des Selbstschutzes, eine taktische Haltung angesichts der Diktatur.

Zweitens. Dies gilt zuerst und vor allem für das Land. Die Erde wurde von uns nicht geschaffen. Die Erde hat uns geschaffen. Die Erde kann uns nicht gehören. Daher gehört sie niemandem. Und daher gehört sie allen, allen gleichermaßen, ohne Ansehung von Geschlecht, Herkunft, Alter, Meinung, Tun oder Lassen.

Drittens. Eine Bewegung zur Überwindung des Systems, also zur Überwindung derjenigen, die es durchsetzen, aufrechterhalten oder gutheißen, ist eine Bewegung zur Aneignung von Land.

Viertens. Das Verhältnis einer Gesellschaft zum Land ist Ausdruck ihres Verhältnisses zur Natur überhaupt und damit zu sich selbst, denn Natur und Kultur sind nur zwei Seiten eines Lebens.

Fünftens. Staatliche Autoritäten sind nicht. Vor allem nicht zu respektieren. Sie verdienen nichts. Sind nicht legitimiert über unsere Ressourcen zu entscheiden und als Zumutung zu denunzieren.

Sechstens. Alles für Alle. Gemeingüter überall.

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