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Markus Schallhas

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2012-01-24

„Hörmann-Gate“

Antisemitische Wirtschafts-Kritik in der Offensive

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Franz Hörmann ist Professor für Rechnungswesen, ein bekannter Kritiker des „Geldsystems“ – und derzeit sehr populär. Sein Buch „Das Ende des Geldes“ liegt unter den Top 10 der Beststeller. Wo er hinkommt, füllt er Säle. Club 2 lädt ihn zur Diskussion über das Finanzsystem. Und jetzt das: Unter seinem Vorsitz gründet sich eine Partei, die ihren Statutenentwurf von der antisemitischen HuMan-Weg Bewegung bezieht. Der Schweizer Hans-Jürgen Klaussner ist maßgebliches Gründungsmitglied. Auf der Homepage www.kreditie.at finden sich haarsträubende antisemitische Texte dieses Autors aus dem rechts-esoterischen Spektrum.

Franz Hörmann ist Geldkritiker und hat sich selbst nicht antisemitisch geäußert. In seinen Stellungnahmen zu der aktuellen Causa betont er ideologische Neutralität und einen „Schlussstrich“ unter die Geschichte. Eine Kooperation zwischen unterschiedlichen Weltanschauungen müsse möglich sein. Dass die Geschichte aber gerade so ihren bekannten Verlauf wiederholt, entgeht ihm. Trotzdem ist festzuhalten: Es gibt einen großen Unterschied zwischen „offen antisemitisch“ und „offen für Antisemitismus“.

Ist Geldkritik besonders anfällig?

Die stärkste Verbindung ging der Antisemitismus historisch mit der Zinskritik ein (vgl. den Schwerpunkt über Schulden in der letzten MALMOE-Ausgabe). Das soll nicht heißen, dass es keinen antisemitischen Antikapitalismus oder keinen antisemitischen Postkeynesianismus gäbe. Selbst die wertkritische Zeitschrift „Streifzüge“ hat Hörmann Platz für einen Artikel gegeben und die Zeitgeistbewegung wegen ihrer Ablehnung von Geld gefördert. [Redaktionelle Anmerkung: Hier irrt Schallhas, siehe r Anmerkung] Gerade die Wertkritik als eine der grundsätzlichsten Wirtschaftskritiken hätte dagegen immun sein müssen. Die „Streifzüge“ distanzierten sich mit einer Stellungnahme von Hörmann schnell und scharf. (siehe die Reaktionen vom r 5.12.2011 und vom r 21.1.2012, letztere Stellungnahme ist für ein Verständnis der Hintergründe besonders wichtig!)

Es ist auffällig, dass Antisemitismus, wie im vorliegenden Fall, historisch am stärksten mit dem Thema Geld und Zins verbunden ist. Die These des „strukturellen Antisemitismus“ bietet dafür eine Erklärung. Sie besagt, dass bestimmte Formen von Wirtschaftskritik auf Grund ihrer Struktur offen für Antisemitismus sind. Die Zinskritik stelle den Parade-Fall dar: Diese sei keine vollständige Kritik des Wirtschaftssystems und wähle einzelne Elemente, wie den Zins und die Banken, als Sündenböcke aus. In ihrer Struktur sei sie deshalb bereits antisemitisch, auch wenn es viele Vertreter/innen gebe, die sich selbst nicht derart geäußert hätten oder sich vom Antisemitismus ausdrücklich distanzieren.

Welche Maßnahmen?

Soziale Bewegungen fördern auf Grund ihrer verzweigten Struktur, ihrer Unschärfen und vielfältigen Überlappungen auch identitäre und ethnifizierende Strömungen aller Art. Diese Möglichkeiten werden von rechten Tendenzen strategisch ausgenutzt. Entscheidend ist in einer solchen Situation komplexer Bewegungsdynamiken die koordinierte Reaktion von Menschen aus unterschiedlichen Spektren. Antisemitische Tendenzen müssen angegriffen werden! Hörmanns Mitautor Otmar Pregetter hat sich, vielleicht unter dem Druck der vielfältigen Reaktionen quer durch das Bewegungsspektrum, in einer APA-Aussendung bereits distanziert.

Erschienen in Malmoe Printausgabe 57. Online seit 29.12.2011 unter r http://www.malmoe.org/artikel/verdienen/2340

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Weiteres zu den aktuellen ideologischen Strömungen
Gegenstandpunkte, r Die „Empörten“: Eine Empörung, die von Illusionen über Krise, Demokratie und Marktwirtschaft lebt.
Walther Schütz, r Empörung: Ein Gefühl macht Karriere.

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Anmerkungen

[1] Hörmann hat nichts mit dem Zeitgeist-Film „Moving Forward“ zu tun. Der Film grenzt sich, anders als sein mitunter ziemlich desorientiertes Publikum, klar von Verschwörungstheorien ab. Der Film entwickelt statt dessen die Utopie einer wissenschaftlich-technokratisch gesteuerten Gesellschaft, die ohne Geld, ohne Tausch, ohne Markt, ohne Lohnarbeit und ohne Staat auskommt, allerdings aber, als technofixierte Vision weißer, westlicher Männer, kaum emanzipatorisches Potential besitzt. ... zurück zum Text

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