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Andreas Exner

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2010-08-17

Die FAS: Für eine emanzipatorische Gewerkschaftsbewegung

Bericht vom Gespräch mit Vertreter/innen der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate zu Anarchosyndikalismus am r 23.7.2010

.

Die österreichische Gewerkschaftslandschaft ist von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit geprägt, vulgo Sozialpartnerschaft. In direkter Nachfolge der faschistischen Betriebsgemeinschaft zwischen Management und Arbeiter/innen besteht ihr Zweck darin, die Arbeiter/innen und Erwerbslosen zu disziplinieren, das heißt, bei der Arbeit und möglichst still zu halten. Selbstorganisation und Selbstbestimmung sollen den Profit nicht gefährden. Denn schließlich erlauben ja nur profitable Unternehmen Teilhabe in Form von höheren Löhnen. Wer keine Alternative zum Kapitalismus will, geht diesen Weg.

Der ÖGB und die Arbeiterkammern kanalisieren Protest in aller Regel oder besser: ersticken ihn im Keim. Und nehmen damit auch jede visionäre Energie aus sozialen Regungen, die am Arbeitsplatz und in den Kämpfen gegen die Kapitalherrschaft entstehen. Nicht alle Gewerkschafter/innen nehmen das so einfach hin. In der Unabhängigen Gewerkschaft finden sich Momente einer autonomen Gegenströmung, mehr noch freilich in der Freien Arbeiter_innen-Union, deren Ableger in Österreich die FAS darstellt.

kärnöl und die Unabhängigen Gewerkschafter/innen Kärnten (UG-Kärnten), Teil der AUGE/UG, luden deshalb am 23.Juli zwei Aktivist/innen der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate (FAS) zu einer Diskussion in Villach. Die Debatte war sehr gut besucht, rund 30 Leute fanden sich dazu ein.

Die in Österreich aktive FAS r http://www.syndikate.at/ wurde 2007 gegründet und steht in der Tradition der anarcho-syndikalistischen Bewegung. Deren Prinzipien sind: 1. strikte Basisdemokratie, 2. lokales Streikrecht, 3. direkte Aktion (die Betroffenen lösen wenn mögliche ihre Probleme selbst vor Ort, ohne „Vertreter/innen”), 4. Bevorzugung des Konsensprinzips.

Die FAS ist ihrer basisdemokratischen Struktur entsprechend anti- kapitalistisch und anti-hierarchisch ausgerichtet. Mandate sind imperativ: Es gibt keine Interessensvertretung, stattdessen werden Gruppenentscheidungen an einzelne Personen delegiert. Diese müssen sich an ihr inhaltliches Mandat halten und können jederzeit abgewählt werden. Parteimitglieder können der FAS zwar beitreten, allerdings versteht die FAS selbst sich strikt parteiunabhängig, das heißt als im eigentlichen Sinne gewerkschaftliche Gruppe. Auch Gruppen können Mitglied werden, Doppelmitgliedschaften sind auch hier erlaubt.

Die FAS sieht die Rolle der syndikalistischen Gewerkschaft darin, die Basis einer neuen, nicht-kapitalistischen Gesellschaft zu legen. Nur aus den sozialen Kämpfen heraus kann eine tragfähige Alternative entstehen. Organisierung ist dabei ebenso wichtig wie das Prinzip, die erwünschte Art des Zusammenlebens in der Gewerkschaftsarbeit selbst zu verwirklichen. „Wir gehen nicht in die Betriebe rein, sondern aus den Betrieben raus”, brachte es ein FAS-Aktivist auf den Punkt. Im Unterschied zum ÖGB, dessen Funktion es immer war und nach wie vor ist, Arbeitskämpfe zu verhindern, will die FAS soziale Auseinandersetzungen um mehr Lohn, weniger Arbeit, mehr Selbstbestimmung und eine Alternative zum Kapitalismus aktiv vorantreiben.

Die FAS umfasst in Österreich momentan 4 Syndikate, das heißt: lokale Branchengewerkschaften. Diese sind in Wien und OÖ aktiv. In Graz und Wien gibt es Aktivist_innen der inhaltlich ähnlich ausgerichteten Industrial Workers of the World (IWW), r http://www.iww.org/de – wobei auch Doppelmitgliedschaften existieren.

Entsprechend der anti-kapitalistischen und anti-hierarchischen Ausrichtung sieht die FAS das Betriebsratssystem mit Skepsis. Nicht zuletzt ist im Betriebsratsgesetz festgeschrieben, dass Betriebsrät_innen zum Wohle des Unternehmens handeln müssen – anti-kapitalistische Arbeit ist damit streng genommen unmöglich. Die FAS hat dagegen gute Erfahrungen mit unabhängigen Betriebsgruppen gemacht. Durch geschicktes Agieren und Organisierung im Betrieb, das zeigen auch Beispiele in Österreich, kann der Betriebsrat unter Druck gesetzt werden, ebenso wie das Management – zum Vorteil der Kolleg/innen. Betriebsratsarbeit wird jedoch nicht kategorisch abgelehnt.

Daneben verwendet die FAS Formen der öffentlichkeitswirksamen Aktion. So hat sie den Aktionstag gegen die „Säuberung des Karlsplatzes” von Drogenkranken initiiert, an dem 200 bis 300 Menschen teilnahmen – mit entsprechendem Medienecho.

Die FAS versteht sich als österreichische Ablegerin einer transnationalen Bewegung. Internationale Kontakte sind daher wichtiger Teil der Tätigkeit der FAS. In Spanien, Italien und Schweden, aber auch in Frankreich, bestehen die derzeit stärksten anarcho-syndikalistischen Gruppen, in den romanischen Ländern mit jeweils mehreren 100.000 Mitgliedern, die sich über verschiedene Einzelgewerkschaften verteilen. Die größte anarcho-syndikalistische Einzelgewerkschaft im Verhältnis zur Einwohnendenzahl (rund 7.000 Mitglieder) existiert in Schweden (SAC).

Mehr Infos:

Kontakt: foed-sekretariat*ÄT*lnxnt.org

Der Beitrag ist zuerst erschienen auf r http://diealternative.org/kaernten

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jhg, 2010-08-17, Nr. 4938

finde es super, dass eine solche Veranstaltung im strikt konservativen kärnten organisiert wird, wo der ÖGB sich wohl auch dieses jahr an den rechtsextremen feierlichkeiten zum 10. oktober beteiligen wird.

Anglofön, 2011-09-14, Nr. 5262

Immer diese Deppen, die was auf Englisch meinen absondern zu müssen und dann nicht einmal wissen, dass es auch eine Pluralform des Demonstrativpronomens gibt!

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