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Reinhilde Schütz

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2009-12-30

„Kärntner“ und „Anti-Kärntner“

Das ganz Andere oder Brüder und Schwestern im Geiste? Eine Diskussionsanregung

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Die Medienberichte, Leserbriefe, Klagen, Fragen, Analysen, Diskussionen, Beschimpfungen, Rücktrittsappelle, Forderungen nach Neuwahlen, Proklamationen gegen Rechts usw. aus Anlass des Hypo-Desasters, des Umgangs der Regierungsverantwortlichen damit sowie der aktuellen Grabenkämpfe unter den Haider-Erben reißen nicht ab. In und außerhalb Kärntens gehen die Wogen über das – wie alle unermüdlich betonen – „schöne“ Kärnten weiterhin hoch. Kaum jemanden lässt es kalt, auch mich nicht. Viel Interessantes dazu ist zu hören und zu lesen. Die meisten der Beiträge folgen allerdings einer Argumentationslinie, die ich für problematisch halte: Sie arbeiten das Besondere der Kärntner Verhältnisse heraus, ohne in diesem Besonderen das Allgemeine zu erkennen.

Ein besonders anschauliches Beispiel dafür bietet die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle in der Kleinen Zeitung vom 17. 12. 09 auf S. 19: Sie bedauert da zu Recht, „dass das Land darunter leide, dass es ‚keine politische Alternative gibt‘. Nicht einmal die Grünen könne man als solche bezeichnen, seit sie die maßlose Erhöhung der Parteienförderung mitbeschlossen haben…..“ und „der unglückliche Proporz ersticke in Kärnten alle Verbesserungsversuche im Keim.“ So weit, so gut. Dann aber führt die Kl. Zeitg. in ihrem Namen weiter aus:

„Wohl aufgrund des südländischen Einflusses tendiere der Kärntner dazu, über seine Verhältnisse zu leben. Deshalb hätten viele der Landesbewohner bisher nichts einzuwenden gehabt gegen die Verschwendungspolitik der ‚Landes-Väter‘. Haider habe diese Mentalität der Landesbewohner genial ausgenutzt und seine Projekte gut verkauft.“

Die Kärntner seien demnach innerhalb Österreichs eine besondere Ethnie. Solche und ähnliche platteste Klischees und Vorurteile bedienende Aussagen sind leider keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Auch – oder vielleicht sogar: gerade – in Kreisen, die sich als aufgeklärt und weltoffen verstehen. Voller Emotionen, in regelrechter Hassliebe, wird da das Besondere der Kärntner Verhältnisse, wenn nicht gar DES Kärntners an sich, ausgemalt. Die allgemeinen Strukturen und Mechanismen aber, die dem politisch-wirtschaftlichen System in Österreich sowie in und außerhalb EUropas (demnach auch den spezifischen in Kärnten) zugrundeliegen, werden jedoch nicht reflektiert. Das Fatale daran: Die im Grunde liberalen Gegner/innen von BZÖ/FPK/FPÖ blasen über weite Strecken genau ins selbe Horn wie die, die sie verteufeln und skandalisieren. Denn sie stehen fest auf dem Boden des – in eine neue Phase getretenen und in eine grundlegende Krise geratenen – herrschenden kapitalistischen Systems, welches in seiner Logik (Supra)Nationalstaaten herausgebildet hat und diese trotz aller gegenteiliger Proklamationen stärker denn je kultiviert. Diese Logik bedingt, dass die Gesellschaftmitglieder in einen gnadenlosen Konkurrenzkampf der Standorte gehetzt und zum Aussondern der „unnützen Esser“ geradezu aufgefordert werden. Ob diese Selektion nun stärker entlang ethnischer Grenzen oder eines Leistungsrassismus (Minderleister, Sozialschmarotzer …) erfolgt, ist das Feld solcher politischer Auseinandersetzungen.

Und daher ist es wohl kein Zufall, dass von Seiten des rot-grünen Spektrums, des ÖVP-dominierten Wirtschaftsbundes wie auch der Industriellenvereinigung eine „bessere“, seriösere, effizientere Verwaltung Kärntens eingefordert wird. Damit jedoch erweisen sich „Antikärntner“ wie auch „Kärntner“ als zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Anstatt den orange-blau-braunen Kärnten-Nationalismus einer grundsätzlichen Kritik zu unterziehen wird er so fortgeschrieben.

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Sabine Jakosch, 2010-01-01, Nr. 4707

Danke für den Beitrag !

Baldauf Hugo, 2010-01-02, Nr. 4710

Absolut richtig erkannt!
Demnach unterliegen wohl alle Bundesländer, die an "südliche" Nachbarländer grenzen, wie z.B. Tirol, derartigem Einfluß. Oder sind der Brennerpaß, die Zillertaler Alpen, Tuxer Alpen und was es an Bollwerken in der freien Natur alles so gibt hoch genug, um "südliche Einflüsse" geschickt abzuwehren? Ein Schelm der sowas denkt. Die (politischen) Manager von Hypo Tirol und Hypo-Alpe-Adria sind beliebig austauschbar, egal woher sie stammen und welcher Ethnie sie angehören!

Helge Stromberger, 2010-01-04, Nr. 4716

Ich halte es ebenfalls für verdienstvoll die Klugscheißerei dieser Politologin mit Lehrauftrag an der Uni-Klagenfurt als solche kenntlich zu machen. Wie weit die "Anti-Kärnten" Hysterisierung durch Ultra- und Pseudoliberale mittlerweile geht lässt sich z.B. in den moderierten Online-Foren auf derStandard.at nachlesen. Nach redaktionellen Beiträgen zu Hypo-Desaster oder FIK-Partei wird in letzter Zeit von der postenden "Speerspitze" dieser "Anti-Bewegung" nicht nur der Einsatz von Gewalt vorgeschlagen, sondern auch gutgeheißen. Ein Viertel Jahrhundert nach Kreisky beinhaltet die Hypo-Katastrophe, wenn schon sonst nichts, so doch eine reale Chance, dass es dem rechten Machtkartell zumindest in Kärnten endlich an den Kragen geht. Dass diese Aussicht der Kleinen Zeitung oder diesem politikwissenschaftlichen Cleverle aus Westösterreich (Hämmerle? Vorarlberger Industriellendynastie?) nicht sonderlich passt besagt gar nichts: Das Klein- und Kaputtschreiben von Rot und manchmal auch Grün gehört bei denen eben zum Geschäft. Der Wiener Standard - keine Qualitätszeitung! - berichtet ja auch nie etwas über irgendeine Initiative z.B. der Kärntner SPÖ, die es bei näherem Hinsehen schon gibt. Kommt von der selben Kärntner SPÖ jedoch ein brauner Furz, was es bekanntlich ebenfalls gibt, ist die Chance recht gut, dass er "kritisch" auf nationale Größe aufgeblasen wird. Es sind halt die bad news aus Kärnten die good news. Damit möchte ich freilich keineswegs sagen, dass in Kärnten viel oder auch nur das allernötigste getan wird. Bis zu einem gewissen Grad kann ich den Frust und den Ärger der "Ösis" über "die Kärntner" schon verstehen.

grftjx, 2010-01-05, Nr. 4717

jessas, wieso wird denn hier so rumgeplärrt? Was is schon dabei, wenn dem Kärntnertum ans Bein gepisst wird. Mehr davon!
Es ist EIN Artikel, in dem hier rumgemotzt wird. Und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Auch EIN noch so sachlicher, toll geschriebener Artikel wird nix an den kärntner Zuständen ändern, sondern nur möglichst viel kontinuierliche Aktivität seitens der kärntner Linken. Mit oder ohne Berichterstattung vom Standard.
Diese typisch kärntner Rumopferei geht mir echt schon am Keks...

Kärnten durch den Fleischwolf drehen!

,adfu0ü9, 2010-01-06, Nr. 4722

Jaja, das Kärnten-Imaginäre mit dem Piss-Imaginären vom GRFTJX brav düngen, damit es schön weiter wuchert und der GRFTJX immer genug auf'm Keks hat

Gruß vom
,adfu0ü9

hc, 2010-01-06, Nr. 4723

Danke für den Beitrag.
Wenn ein Banken-, Polit- oder Schmiergeldskandal in einem anderen Bundesland oder einem x-beliebigen Land fällig wird, sind die dann etwas Besonderes? Die Aussage von Frau Stainer-Hämmerle ist Wasser auf den Mühlen der hemmungslos Gierigen und Nimmersatten, in dem Fall der südlich Beeinflussten!!! Werden die Isländer in ihrer Verschwendungssucht vom Nordpol beeinflusst?

Sich mit den gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander zu setzen, hier und anderswo, hieße grundsätzliche Veränderungen zu denken, hieße ja, sich mit dem Kapitalismus zu befassen. Aber wo kämen wir denn dahin, Frau S.?

Oops - probably I sh, 2015-09-26, Nr. 6370

Oops - probably I shulod have explained that, but I was so excited that I did not think so far. This is gold-as-in-gold-the-metal gold, not just the colour. And yes, there is fibre in it, otherwise it would be just wire. Most medieval gold threads (called passing in modern goldwork embroidery terms) consist of a thread as core, and a very thin, narrow strip of metal is wound in a tight spiral around that core. In my case, the thread is modeled after a find from Villach-Judendorf, with a core of real silk and covered with gilt pure silver. So everything that is fine and expensive comes together to make this truly remarkable thread...

Stranger An insti, 2015-12-11, Nr. 6414

Stranger An institute could not have rasied 30 mil and countless volunteer hours. Paul now leads a political organization unlike any ever assembled for libertarianism in our age. He has shamed and embarrassed the crumbling Republican establishment and national media. That is money well invested.

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