kärnöl-Logo Independent Carinthian Art & Cult
Wed Jan 22 2020 01:16:13 CET
ÜBERBLICK
Aktuell
Glossen
+Alle Beiträge
Autoren
Veranstaltungen
Links
Kontakt
LESERFORUM
Leserbriefe
Reaktionen

Globale Bildung im Bündnis für Eine Welt

r Globale Bildung
im Bündnis für Eine Welt

Krise - Themenschwerpunkt 2009

r Unser aktueller Themenschwerpunkt

www.karawankengrenze.at

r Unser Projekt gemeinsam mit dem Verein Erinnern

Nationalsozialismus in Villach

r Hans Haider:
"Nationalsozialismus
in Villach"
(pdf downloaden)

Jüdinnen und Juden in Kärnten

r Hans Haider:
"Jüdinnen und Juden
in Kärnten"
(pdf downloaden)

Pizzakarton Sgt kärnöl´s Lonely Hearts Club Band

r Nähere Informationen zum schönsten Pizzakarton der Welt

WASSER? - Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

r WASSER?
Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

Bildung - Themenschwerpunkt 2007

r Unser Themenschwerpunkt 2007

(c) Arbeit

r Alle Informationen zum Themenschwerpunkt Arbeit

(c) Eigentum

r Unser Themenschwerpunkt Eigentum
r Überblick über alle Themenschwerpunkte

Walther Schütz

Reaktionen auf den Beitrag

Print Version

2009-07-20

Nichtraucher

Über den Sieg der Vernunft und ihre sonderbare Wut

.

Neulich in Hermagor vis-a-vis des Bahnhofs: Es ist halb acht in der Früh und es schüttet in Strömen. Reinhilde und ich flüchten uns ins naheliegende Gasthaus. An den Nebentischen sind auch schon einige andere Besucher und Besucher/innen. Wirklich gemütlich, wenn es draußen regnet. Was viele meiner Freunde stören würde: An einigen der anderen Tische wird geraucht.

Eigentlich sonderbar diese Geschichte mit dem Rauchen. Der Umgang mit dem blauen Dunst verfolgt mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Vater war starker Raucher, über Jahrzehnte hinweg 40 und mehr von der Marke "C". Das, das üppige Essen und die nicht gerade bewegungsfreundliche Lebensweise hat wohl auch zu seinem relativ frühen Ableben beigetragen. Aus ein bisschen zeitlichem Abstand war es halt ein typisches Leben des Hacklers der Nachkriegszeit, des Konsumismus des Fordismus, um es mal ein bisschen geschraubt auszudrücken. Naja, wenigstens hatten sich meine Eltern mangels Auto ein Minimum an Bewegung verschafft ...

Für mich als Jugendlichen war das damals ziemlich schwer zu ertragen: Der Raucherhusten in der Früh, das besorgniserregenden Gesundheitsbild. Aber genutzt hat's halt nichts, dass ich meinen Vater damals mit aller Eindringlichkeit auf die Antirauch-Filme der damaligen Zeit (mit Szenen aus dem OP, wie einem Patienten im Rahmen einer Amputation gerade die Knochen durchsägt werden und ähnlichen Grauslichkeiten) aufmerksam gemacht habe. Vater ist nur zornig geworden und hat sich die nächste Zigarette angezündet ...

Nun, damals – vor 35 Jahren" – war ich „Nichtraucher". Heute rauche ich nach wie vor nicht, aber ich bin wohl kein „Nichtraucher" mehr. Zwar gibt es nach wie vor die altbekannten und ja durchaus richtigen Argumente gegen das Rauchen und es wäre einfach idiotisch, FÜR das Rauchen zu sein, nur weil EU-weit auf öffentlichen Plätzen, in Gasthäusern das Rauchen mehr oder weniger verboten wird. Aber ich bin kein „Nichtraucher" mehr, keiner, der mit dem Zeigefinger herumfuchtelt und andere zur Verhaltensänderung motivieren will.

Denn da hat sich was in der ganzen Gesellschaft getan. Irgendwas, das beunruhigend ist und das sich immer wieder in Form einer geradezu hysterischen Ablehnung des Rauchs in diversen Lokalen Bahn bricht. Schwer zu beschreiben, was da zuspüren ist, aber ich sag's mal so: Ein geradezu totalitärer Tugendterror auf den Einzelnen / die Einzelne. Das Individuum ist's, das sich ändern muss, dann wird's auch der Gesellschaft wieder besser gehen. Und da ist das Rauchen nur eine der Facetten. Der /die Einzelne soll: Nicht rauchen. Nicht Schweinefleisch essen. Soll Sport betreiben. Soll nicht ängstlich sein. Soll konsumieren. Soll kritisch konsumieren. Soll flexibel sein. Soll gebildet sein. Soll sich weiterbilden (lebenslänglich). Soll Bildungsstandards erfüllen. Soll tolerant sein. Soll fair sein. Soll proeuropäisch sein. Soll kein Anspruchsdenken haben. Soll Eigenvorsorge betreiben. Soll sich vermarkten können. Soll bei der Wahl die Stimme abgeben. Soll locker sein. Soll leistungsbereit sein. Soll innovativ sein. Soll kreativ sein ...

Mit einem Wort: Jedes einzelne Individuum soll als Einzelne/r für sich „vernünftig" sein. Und dann – gepriesen sei die „invisible hand" – werde alles gut. Zu dieser Hinrichtung des Individuums bedarf es der Bildung. Der ständigen Erziehung des Individuums zur „Einsicht in die Notwendigkeit", sprich: zur „Freiheit". Aber wenn das nichts fruchtet, dann geht's auch anders, dann ist hinter der sanften Gewalt der offene Zwang – siehe Rauchverbote.

Soviele – zum Teil einander widersprechende, aber nie und nimmer erfüllbare – Ansprüche machen Druck, machen aggressiv, machen hypersensibel:

Bei den Braven, den „Vernünftigen". Da hält man den Rauch einfach nicht mehr aus. Und die, die sich da einfach gehen lassen, die so unvernünftig sind. Halten die einem doch den Spiegel vor Augen und zeigen einem,wie man sich doch bemüht, tagaus, tagein ...

Und die andere Seite, die „Unvernünftigen", die „Rebellen"? Die spüren bzw. ahnen, dass da was nicht stimmt. Den Druck. Nein, zu diesen Strebern wollen sie nicht gehören. Und sie verweigern sich, sind einfach trotzig. Und aggressiv, ... wird ihnen doch ständig die andere Seite des Spiegels vor Augen gehalten, das, was sie eigentlich doch auch sein wollen und nicht schaffen. Viele schlagen zu gegen etwas, das sie nicht greifen, nicht erklären können, das aber da ist.

Zwei Reaktionstypen also auf die kapitalistische Vergesellschaftung in ihrer neoliberal-krisenhaften Phase. Das Versprechen des Fordismus – ordne dich der großen Maschine mit ihrer entfremdeten Arbeit unter und du wirst durchgefüttert – ist zerbrochen. Jetzt gibt's nur mehr dich als dein eigenes Kapital und den Kampf um die Existenz. Und den schlanken, aber umso effizienter durchgreifenden Staat.

Reden wir darüber, ob's nicht auch ein Leben außerhalb dieser Doppelmühle gäbe ...

Reaktionen Auf den Beitrag reagieren

Mario Sedlak, 2009-07-31, Nr. 4577

Meine Eltern waren ebenfalls so starke Raucher und sind ebenfalls relativ früh gestorben, nachdem sie lange an den Folgen des Rauchens litten. Jedes Angebot zur Untestützung beim Aufhören hat auch sie leider nur zornig gemacht.

Wie du habe ich bis heute nur passiv geraucht und will Raucher nicht bekehren, da das sinnlos ist.

Ich wundere mich, dass du - nach all dem - Rauchverbote so kritisch siehst. Wenn es Zigaretten nicht schon seit langer Zeit gäbe, könnte man sie heute nie auf den Markt bringen, da sie an den Schutzbestimmungen scheitern. Deswegen finde ich es begrüßenswert, dass heute in der Gesellschaft langsam ein Umdenken stattfindet. Irgendwann wird man vielleicht ganz vom Nikotin loskommen. Das wär fein, besonders für die unfreiwillig Mitrauchenden.

Ich finde es schon befremdlich, mit welchem Nachdruck Menschen dafür kämpfen, sich selbst vergiften zu dürfen.

Gruß, Mario Sedlak

mina erz, 2009-08-07, Nr. 4582

jede konsequente utopie umfasst als wichtigen grundsatz das recht der selbsttötung die denkbare vorstellung einer totalen freiheit muss auch das recht umfassen über sich selbst zu bestimmen das rauchen und der gesellschaftliche umgang damit ist in den letzten jahren zu einem anschaulichen beispiel für die entmündigung von bürgerinnen geworden die punkband schleimkeim bringt es auf den punkt: mach dich doch selbst kaputt bevor es jemand anders tut

| Gustav Gans |, 2009-08-11, Nr. 4589

Passivrauchen ist ungesund, so lautet die gängige Annahme: bis zu 30 Prozent höher soll das Risiko sein, eine Herz-Kreislauf-Krankheit zu bekommen, wenn man dem blauen Dunst des Partners ausgesetzt ist.

"Falsch", erwidert nun eine Langzeitstudie. Die Gefahren des Passivrauchens sind ihr zufolge viel geringer als befürchtet.

Nichtraucher, die jahrelang Zigarettenrauch einatmen, erkrankten nur unwesentlich häufiger an Lungenkrebs oder Herzkrankheiten als Nichtraucher, die sich vollständig von Tabakdunst fernhalten konnten, schreiben die US-Wissenschaftler James Enstrom und Geoffrey Kabat in der am Samstag erscheinenden Ausgabe der Fachzeitschrift "British Medical Journal" (BMJ).

Die Studie ist unter dem Titel "Environmental tobacco smoke and tobacco related mortality in a prospective study of Californians, 1960-98" in der aktuellen Ausgabe des BMJ (Bd. 326, S. 1057, 17. Mai 2003) erschienen.

36.000 Raucher wurden über vier Jahrzehnte untersucht

Die beiden Forscher von der Universität Los Angeles und der Staatsuniversität New York stützen ihre Erkenntnisse auf Daten von knapp 36.000 mit Rauchern verheirateten Nichtrauchern, die zwischen 1959 und 1998 regelmäßig von der "American Cancer Society" untersucht worden waren.

Passivrauchen und Todesfälle: Kein Kausalzusammenhang

Dabei sei "kein Kausalzusammenhang zwischen Passivrauchen und tabakbedingten Todesfällen sichtbar geworden". Schätzungen, wonach das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Passivrauchen um bis zu 30 Prozent steigt, sind ihrer Ansicht nach falsch. Ein geringer Effekt sei allerdings nicht auszuschließen.

Beim Aktiv-Rauchen wurden im Gegensatz dazu eindeutige Zusammenhänge mit Krankheitsrisiken (Lungenkrebs, Herzkrankheiten, COPD) festgestellt.

diana, 2009-08-11, Nr. 4591

lieber walther,

bürgerentmündigung hin oder her, seine wir doch ehrlich, sitzen wir als "nichtraucher" gerne in diesen rauchschwaden? mir brennen dann immer die augen/die haare stinken nach abgestanden rauch und ich muss fluchtartig die lokalität verlassen, weil es so was von unerträglich ist, na was soll ich dann tun? ja, ich kann nach hause gehen, die raucher rauchen fröhlich weiter...
für mich klingt es einfacher, wenn die leute die tschicken wollen, mit ihren tschick vor die türe gehen, weil ich kann nur nach hause gehen.
ist doch plausibel und logisch!
dann kommen auch noch postings daher, die irgendwelche studien ausgraben, wo angeblich passiv rauchen gar nicht so arg ist...
dazu kann ich nur eines sagen:

solidarität mit denen die nicht ausweichen können!

mimenda, 2009-08-11, Nr. 4592

diana, das mit dem brennenden augen und den stinkenden klamotten war doch schon immer so. was glaubst du, warum sich heute die leute aufregen und früher nicht?

es ist interessant, wie dann auf einmal all die militanten nichtraucher auf den plan treten und sich endlich ihrer leiden bewusst werden, die sie und ihr leidensgenossen schon seit hunderten von jahren zu ertragen hatten. erinnert mich an die frauen"bewegung", die glaubt ja auch, sich für das gütlich halten zu dürfen, was ihren mamas und omas nicht gewährt wurde.

der bann des rauchs ist rational, da würde ich zustimmen, aber er ist nicht vernünftig, weil vernunft an der entscheidungsfindung nicht mitgewirkt hat, sondern irgendeine absonderliche tendenz, den menschen ihre freiheiten sukzessive zu verleiden (repression hier, spaß dort, es ist alles vorgeschrieben!). dass sie am ende dann noch dafür sind, dass es kommt, wie es kommen soll, zeigt nur, wie unaufgeklärt der "normale" mensch immer noch ist.

ich habe schon in den 90ern von studien in deutschland gehört, dass die meisten lungenkrebstote unter den landwirten zu finden seien. dass rauchen gesundheitsfördernd ist, hat wahrscheinlich noch niemand ernsthaft behauptet. aber rauchen zum buhmann für all das zu machen, was wir uns sonst so an scheiße reinpfeifen oder reinpfeifen lassen, ist ein ersatzkrieg mit einem willkommenen gegner, sonst nichts.

diana, 2009-08-12, Nr. 4593

mimenda, mich hat die "tschickerei" in bars schon vor 10 jahren MEGA gestört und sie stört mich auch heute noch!!!!


ich sehe das ganz anders:
überleg mal, würde ein raucher im bett, küche, zu hause, vor den kindern rauchen? gut, es gibt solche leute, die rauchen halt überall.
aber es gibt auch raucher die halten sich zu hause an diese regeln des selbstauferlegten rauchverbotes aber in einen lokal, wo vielleicht auch nichtraucher sind, dort ist das egal.... also bitte? für mich ist das rücksichtslos

ich sehe auch keine tiefere bedeutung, tut mir leid
da herrschen nur FAKTEN
oder doch, ich drehe es mal um:
vielleicht ist es ein lernprozess für ALLE, mal zu lernen rücksicht zu nehmen!
wie wäre es damit?

die freie entscheidung, zu sagen, nein, ich rauche aus rücksicht den nichtrauchern gegenüber nicht im lokal. ist unsere gesellschaft mündig genug?

mimenda, 2009-08-12, Nr. 4594

wenn es darum ginge, rücksichtsvoll zu sein, warum dann gerade das rauchen? ich erlebe rücksichtslosigkeit überall!

welche fakten herrschen? und können sie das überhaupt?

"die freie entscheidung, zu sagen, nein, ich rauche aus rücksicht den nichtrauchern gegenüber nicht im lokal".

ja, wo ist denn unsere freie entscheidung? nicht existent! es hat erst des staates bedurft, diese "freie entscheidung" zu "erzwingen".

ich hasse die fortsetzung der unterdrückung mit dem anspruch, sich seiner freiheit bewusst zu sein oder zu sein müssen :-)

diana, 2009-08-13, Nr. 4595

lieber mimenda,
es ist ein faktum, dass die nichtraucher NICHT ausweichen können aber die raucher können ausweichen.
und wo beginnen mit rücksicht nehmen? ja, clemens, warum nicht beim rauchen?

ich weiß, auf was du hinaus willst, die menschen sind aber noch nicht dazu bereit, sie brauchen noch die obrige ordnung. sie kreischen nach regeln und vorgaben. vielleicht gibt es wirklich einmal eine gesellschaft, die geistig so weit ist und jeder in sich selber so fair/rücksichtsvoll/stark/ausgeglichen usw. das es keiner gesetze und regeln mehr bedarf, weil sich dieses neue menschenuniversum von selbst am leben erhält, in einer ausgeglichenen welt, ohne unterdrückung, ohne krieg... ich glaube daran, es ist möglich!
Doch bis dahin ist es ein lernprozess. in „babyschritten“ nähern wir uns „hoffentlich“ mehr und mehr uns selbst. bis dahin, finde ich dieses gesetz ganz gut, überleg mal, für was für schwachsinnige dinge gesetze erfunden werden (tja, aber wer entscheidet, was schwachsinnig ist und was nicht??). ich finde es sogar amüsant, wie ein meinungsbetäubtes europa plötzlich die köpfe erhebt, wie sich die italiener beugen, wie die österreicher plötzlich zu kampfesgeist erwachen, und wie sie alle wie aufgescheuchten hühner sich angackern, gesund-ungesund, im lokal rauchen-nicht rauchen, bla bla bla.??? ja, fragen über fragen.
da bleibe ich lieber bei meiner meinung. mit der „tischik“ ist man mobil. der rauch bleibt aber dort, wo geraucht wird.
Na ja, es gibt ja auch länder, wo kein alkohol ausgeschenkt wird.... wäre vielleicht auch was für europa... vielleicht stürmen wir dann die jeweilige regierung?
Nimm den menschen ihre betäubungsmittel und sie drehen wie eine waschmaschine durch.

mimenda, 2009-08-13, Nr. 4596

nun, wenn du dem volk das opium nimmst, bleibt die pure angst übrig. und das ist m.e. der sinn des rauchverbots: repression, damit wir uns noch besser anpassen in der erwartung der einschränkungen (unserer "freiheit"), die da noch kommen werden. auf der anderen seite dürfen wir noch spaß haben, egal wie schal der ist. ja, je schaler der spaß, desto verblödeter die klientel, die ihn sich antut und desto leichter ist dieser mit verstärkter repression beizukommen.

das rauchverbot ist, wie ich ja schon sagte, rational (und ich bin auch dafür, damit wir uns nicht falsch verstehen), aber es ist halt nicht aus einer vernünftigen überlegung entsprungen (es tut nur so), sondern m.e. der auftakt zu einer immer raffinierteren unterdrückung bei gleichzeitiger anderweitig forcierten bespaßung.

demnächst wird uns auch der wein und das bier verleidet, weil irgendwem die wehenden fahnen stinken. man hat doch in deutschland schon versucht, den alkoholkonsum unter freiem himmel zu verbieten. und wenn du in meiner stadt tagsüber mit einer bierflasche im öpnv gesehen wirst, giltst du als alk. abends ist das ok, da ist ja party verordnet. nun, dämmert dir, was ich meine?

ok, man kann das natürlich als übertriebene angst sehen, aber ich sehe die repression an vielen stellen, auch und nicht zuletzt im denk- und redeverbot (wie viele dinge darf man heute nicht mehr sagen, wenn man nicht vom "gesprächspartner" sofort in eine schublade mit schloss gesteckt werden will!). und das schöne ist: wir sehen die schere in unserem kopf nicht, sondern glauben, das alles sei unsere "meinung". es sind aber ganz überwiegend bloße "deinungen".

diana, 2009-08-13, Nr. 4597

ja, mimenda. was können wir beide jetzt bewirken? wie kommen wir auf einen gemeinsamen nenner. ich will einmal erleben, dass bei einer beitragsdiskussion ALLE sich verstanden fühlen/das gefühl haben erhört worden zu sein etc... mir wurde unlängst erklärt, ein kompromiss birgt immer auch eine enttäuschung/verzicht.
Deshalb frage ich dich nochmal:
Kannst du verstehen, wie unangenehm es ist, im rauchigen lokal zu stehen und die augen brennen vom vielen rauch?
ja, es wird auch in europa amerikanisch. stimmt

mimenda, 2009-08-13, Nr. 4598

aber klar verstehe ich das, aber sowas von :-)

aber es gibt auch andere verhaltensweisen, die mich stören und die machen, dass mir der kopf raucht vor zorn. wäre ich die allgemeine gesetzgebung, was glaubst du, was ich alles verbieten würde :-)!?

im grunde bin ich für das rauchverbot, nämlich dann, wenn ich an mich selbst denke und den umstand, dass ich gerne nicht mehr zum rauchen animiert werden will oder dass die klamotten am nächsten tag so übel riechen. (ich finde es im übrigen auch rücksichtslos, wenn sich die raucher an den bushaltestellen bei regen unter die unterdachung stellen und vor sich hinqualmen.)

andererseits: das unternehmen, das so ein wirt aufmacht, ist seins. da kann er m.e. auch sagen: hier darf geraucht werden oder: hier darf nicht geraucht werden.

ich bin rational für manche sachen, gegen die ich emotional bin. weil ich die "freiheit" (auch wenn ich sie selten in aktion sehe) mehr achte als meine persönlichen vorlieben. und in diesem konkreten fall: weil ich es lächerlich finde, solch ein aufhebens um das rauchen zu machen, zudem an diesem und anderen "lastern" kräftig mitzuverdient wird, während jede menge gesundheitsschädliche stoffe unserem essen zugesetzt werden.

irgendwie passt da was nicht zusammen. wenn es um die "volksgesundheit" ginge (und deren globale sozialverträglichkeit), müsste man die städte autofrei machen, den individuellen motorisierten straßenverkehr zurückdrängen, die zusatzstoffe in zigaretten und lebensmitteln verbieten, die gentechnik einstampfen, den fisch- und fleischverzehr drastisch reduzieren usw.

die raucherdiskussion scheint auf die persönliche befindlichkeit derer, die auf ihre gesundheit pochen, zwar positiv zu wirken, was verständlich ist. allerdings kann ich sie nur als alibidiskussion sehen, die von den vielen anderen übeln ablenkt, die es zu bekämpfen gilt und zudem als den vorboten von mehr VERBOTEN.

Reaktionen auf andere Beiträge

.

ZUM NACHLESEN

Freitag, 22. November 2019
r Auch Krawattenträger sind Naturereignisse
Thekenlesung und Buchpräsentation von und mit Engelbert Obernosterer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 11. Oktober 2019
r SCHEISS TERMIN

mit Ali Götz (Lieder, die keiner mehr kennt), Magrimm (art), Peter Laminger (art), Boris Randzio (1m2 Balett), Hans D.Smoliner (Buchpräsentation), Rudi Streifenstein (Thekendekoration), VADA (Buchpräsentation)


tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 18. Juni 2019
r Die letzten hundert Jahre
Thekenlesung und Buchpräsentation von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 9. April 2019
r Elsie Slonim – Meine ersten 100 Jahre

Mit der Kamera auf Spurensuche zwischen Kaiser Franz Josef, dem Holocaust und der Sperrzone auf Zypern.
Ab 18:30 Volxküche


Begegnungszentrum Kreml, Ludwig Walter Straße 29, Villach

Freitag, 7. Dezember 2018
r Bad Weihnachten
Thekenlesung von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 23. November 2018
r SWANGAR
Ausstellungseröffnung, Lesung und Buchpräsentation von Doris Libiseller, Klaus Hollauf und Hans D. Smoliner
Cafe Sternweiss, St. Paul im Lavanttal

Freitag, 13. April 2018
r (Neo)Kolonialismus und Widerstand in Afrika am Beispiel Burkina Fasos, Buchpräsentation mit Günther Lanier
Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt, Nautilusweg 11, 9020 Klagenfurt

Dienstag, 13. März 2018
r Grundeinkommen für alle?! Das bedingungslose garantierte Grundeinkommen und die Zukunft der Erwerbsarbeit. mit Karl Reitter
Begegnungszentrum im Kreml, Ludwig Walther Straße 29, 9500 Villach

Donnerstag, 1. März 2018
r Tagung:#GLEICHBERECHTIGUNG; 01.März bie 03.März, Europahaus Klagenfurt
Europahaus Klagenfurt, 1. Stock, Reitschulgasse 4, 9010 Klagenfurt

Freitag, 20. Oktober 2017
r kärnöl Auslese 2003 - 2012 Teil III
Offene Diskussion über Beiträge von Walther Schütz et al. aus dem Jahre 2003 bis 2004
tio pepe

r Weitere Dokumentationen