kärnöl-Logo Independent Carinthian Art & Cult
Wed Oct 23 2019 21:00:33 CET
ÜBERBLICK
Aktuell
Glossen
+Alle Beiträge
Autoren
Veranstaltungen
Links
Kontakt
LESERFORUM
Leserbriefe
Reaktionen

Globale Bildung im Bündnis für Eine Welt

r Globale Bildung
im Bündnis für Eine Welt

Krise - Themenschwerpunkt 2009

r Unser aktueller Themenschwerpunkt

www.karawankengrenze.at

r Unser Projekt gemeinsam mit dem Verein Erinnern

Nationalsozialismus in Villach

r Hans Haider:
"Nationalsozialismus
in Villach"
(pdf downloaden)

Jüdinnen und Juden in Kärnten

r Hans Haider:
"Jüdinnen und Juden
in Kärnten"
(pdf downloaden)

Pizzakarton Sgt kärnöl´s Lonely Hearts Club Band

r Nähere Informationen zum schönsten Pizzakarton der Welt

WASSER? - Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

r WASSER?
Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

Bildung - Themenschwerpunkt 2007

r Unser Themenschwerpunkt 2007

(c) Arbeit

r Alle Informationen zum Themenschwerpunkt Arbeit

(c) Eigentum

r Unser Themenschwerpunkt Eigentum
r Überblick über alle Themenschwerpunkte

Axel Karner

Reaktionen auf den Beitrag

Print Version

2007-10-01

Wahrgenommene Wirklichkeit, gespiegelt

Axel Karner im Gespräch mit Barbara Frank

Axel Karner schreibt: In Dialekt oder in der Schriftsprache, aber immer für die Verfolgten, in der Gesellschaft Ausgegrenzten. Jetzt im Herbst erscheinen zwei neue Bücher des nach Wien "emigrierten" Kärntner Autors

Zwei neue Bücher

Karners Bücher tragen verstörende Titel wie "A meada is a lei an Mensch", "a ongnoglts kind" oder "Schottntreiba".
Jetzt erschienen: "Die Stacheln des Rosenkranzes. Lissabonner Gedichte" (im Wieser Verlag) und "Vom ersten Durchblick des Gewebes am zehnten November und danach" in der "Bibliothek der Provinz.

Biografisches

Axel Karner wurde 1955 im Kärntnerischen Zlan geboren und lebt seit 1974 in Wien. Der Autor unterrichtet evangelische Religion, darstellendes Spiel und soziales Lernen an Pflichtschulen.

Dialekt-Lyrik als Gesellschaftskritik

Das Schreiben im Dialekt hat für Karner, den nach Wien ausgewanderten Kärntner, eine gesellschaftspolitische Funktion. Die eigene Herkunft, das Kärntner-Sein, hat dabei immer wieder kritischen Eingang in seine Lyrik gefunden.

Der Autor sieht sich selbst in der Tradition gesellschaftskritischer Autoren der 70-er Jahre, wie Bernhard Bünker, Hans Haid oder Manfred Chobot. Das Schreiben im Dialekt ist als politischer Akt zuverstehen. Die Dialekt-Literatur stellt die Sprache der sogenannten Gebildeten und des einfachen Volkes auf eine Ebene, die Dichtung wird so zum demokratischen Akt.

"Zuwendung zu den Niedergedrückten"

"Ich verwehre mich dagegen, ins Kastl Mundart hineingestellt zu werden. Was ich mache ist Dialekt, eine Sprache die authentisch ist und die die soziale Dimension zur Sprache bringt. Es ist die Zuwendung zu den Kleinen, Niedergedrückten, Ausgebeuteten und das glaube ich, über den Dialekt transportieren zu können.

Wichtig ist: Es gibt keine Hochsprache und keine Niedersprache, es gibt nicht die gute Sprache und die schlechte Sprache, es gibt Inhalte, die sind zu transportieren, und andere, wo man sagen muss, es wäre besser man hätte darüber geschwiegen", so Karner

"Mord, Hunger, Kälte und Sprachlosigkeit"

Karners Themen kreisen über menschlichen Abgründen: Mord, Gewalt, Hunger, Gefühlskälte und Sprachlosigkeit. Seine Motive findet der Autor in den Katastrophen des Alltags - ganz unter dem Motto "Was ist schlimmer als die Wirklichkeit"? Für das neue Krimi-Buch "Vom ersten Durchblick des Gewebes am zehnten November und danach" ließ sich der Autor vom Chronik-Teil der Zeitungen und von Fernsehberichten ebenso anregen wie von Alltagsgesprächen. Anders als diese, zwingt die Literatur jedoch zum Innehalten.

Literatur, die wachrüttelt - und verstört

Konfrontiert mit dem sich alltäglich ereignenden Wahnsinn, stumpft der Mensch ab - Karners Literatur stellt den Versuch an, den Leser aus diesem Zustand aufzurütteln, er soll zu einem Gefühl gegenüber der Brutalität des Alltags zurückfinden.

Karners Brotberuf als evangelischer Religionslehrer scheint da für viele Menschen im Widerspruch zu seinen Texten zu stehen. Der Autor versteht sich jedoch selbst als Aufdecker, der mit seiner Literatur das an die Oberfläche zurückbringt, was sonst totgeschwiegen wird. Im Schreiben spiegelt sich die wahrgenommene Wirklichkeit. Dem Autor geht es darum, ein Sittenbild der Gesllschaft zu zeigen.

"Abgründe des Menschseins wahrnehmen"

Karner: "Beim neuen Buch ist es mir passiert, dass ich Menschen verstört habe, weil sie von meiner Rolle als Religionslehrer eingenommen waren. Ich glaube aber, als Mensch wär es schon gut, wenn man die Abgründe des Menschseins auch wahrnimmt, eben nicht davonläuft, sie nicht wegdrängt. Solche Texte wie ich sie schreibe, sind Aufrüttler. Wenn Leute sich darüber aufregen, dann weiß ich zumindest,dass sie noch nicht ganz abgebrüht sind, auch wenn sie über mich erschüttert sind.

Und wenn das nicht möglich ist, dann sehe ich wirklich schwarz für die Welt, wenn ich das verdrängen muss, bin ich entweder kalt oder ich fange an, über Projektionen Menschen zu verteufeln, wie es jetzt wieder Gang und Gäbe wird".

Skurrile Prosaminiaturen und Gedichte

Karner bevorzugt die kurze Form, seine Texte sind skurrile, verdichtete Prosaminiaturen und Gedichte. Der Autor spitzt die Wirklichkeit in seine Texten zu, das Tragische schlägt dort, wo es anders nicht mehr zu ertragen wäre, oft ins Komische um.

"Mir geht es darum, alles was überflüssig ist, was den Blick ablenkt, was vom Kern, vom Problem wegführt, wegzulassen, sondern wirklich auf den Punkt zu bringen und da keinen Kompromiss gegenüber dem Leser oder Hörer zu machen", so der Autor.

Die Gescheiterten der Gesellschaft verstehen

Dem Autor geht es in seinem Schreiben nicht darum, "von oben" auf seine Figuren und kaputten Typen herabzusehen. Ihm ist daran gelegen, die Gescheiterten der Gesellschaft verstehen zu lernen, zu fragen, warum diese Menschen scheiterten.

Liebeserklärung an Europas Rand-Metropole

Auch im zweiten, neu erschienenen Lyrik-Band, "Die Stacheln des Rosenkranzes", zeigt sich die Sympathie des Autors für die Outlaws der Gesellschaft. Was im ersten Moment an Urlaubsbilder und sentimentale Wahrnehmungen eines Touristen erinnert, enthüllt eine Gesellschaft im Schatten des Postfaschismus, in der klerikale Zwänge ebenso ihre Wirkung bewahrt haben und nachwirken wie der Kolonialismus.

Karner bewahrt sich jedoch den liebevollen Blick auf die Stadt Lissabon. Sein Text ist in diesem Sinne durchaus auch als Liebeserklärung an diese Metropole am Rande Europas zu verstehen.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors:
Axel Karner im Gespräch mit der ORF Redakteurin Barbara Frank am 28. September 2007 im Cafe Platzl, Villach.
Ausgestrahlt am 1. Oktober 2007 vom ORF, Radio Kärnten „Wortklauber“

Reaktionen Auf den Beitrag reagieren

Keine Reaktionen vorhanden

Reaktionen auf andere Beiträge

.

ZUM NACHLESEN

Freitag, 11. Oktober 2019
r SCHEISS TERMIN

mit Ali Götz (Lieder, die keiner mehr kennt), Magrimm (art), Peter Laminger (art), Boris Randzio (1m2 Balett), Hans D.Smoliner (Buchpräsentation), Rudi Streifenstein (Thekendekoration), VADA (Buchpräsentation)


tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 18. Juni 2019
r Die letzten hundert Jahre
Thekenlesung und Buchpräsentation von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 9. April 2019
r Elsie Slonim – Meine ersten 100 Jahre

Mit der Kamera auf Spurensuche zwischen Kaiser Franz Josef, dem Holocaust und der Sperrzone auf Zypern.
Ab 18:30 Volxküche


Begegnungszentrum Kreml, Ludwig Walter Straße 29, Villach

Freitag, 7. Dezember 2018
r Bad Weihnachten
Thekenlesung von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 23. November 2018
r SWANGAR
Ausstellungseröffnung, Lesung und Buchpräsentation von Doris Libiseller, Klaus Hollauf und Hans D. Smoliner
Cafe Sternweiss, St. Paul im Lavanttal

Freitag, 13. April 2018
r (Neo)Kolonialismus und Widerstand in Afrika am Beispiel Burkina Fasos, Buchpräsentation mit Günther Lanier
Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt, Nautilusweg 11, 9020 Klagenfurt

Dienstag, 13. März 2018
r Grundeinkommen für alle?! Das bedingungslose garantierte Grundeinkommen und die Zukunft der Erwerbsarbeit. mit Karl Reitter
Begegnungszentrum im Kreml, Ludwig Walther Straße 29, 9500 Villach

Donnerstag, 1. März 2018
r Tagung:#GLEICHBERECHTIGUNG; 01.März bie 03.März, Europahaus Klagenfurt
Europahaus Klagenfurt, 1. Stock, Reitschulgasse 4, 9010 Klagenfurt

Freitag, 20. Oktober 2017
r kärnöl Auslese 2003 - 2012 Teil III
Offene Diskussion über Beiträge von Walther Schütz et al. aus dem Jahre 2003 bis 2004
tio pepe

Freitag, 6. Oktober 2017
r kärnöl Auslese 2003 - 2012 Teil II
Offene Diskussion über Beiträge von Walther Schütz et al. aus dem Jahre 2003 bis 2004
tio pepe, Kaiser Josef Platz, Villach

r Weitere Dokumentationen