kärnöl-Logo Independent Carinthian Art & Cult
Thu Aug 22 2019 20:33:15 CET
ÜBERBLICK
Aktuell
Glossen
+Alle Beiträge
Autoren
Veranstaltungen
Links
Kontakt
LESERFORUM
Leserbriefe
Reaktionen

Globale Bildung im Bündnis für Eine Welt

r Globale Bildung
im Bündnis für Eine Welt

Krise - Themenschwerpunkt 2009

r Unser aktueller Themenschwerpunkt

www.karawankengrenze.at

r Unser Projekt gemeinsam mit dem Verein Erinnern

Nationalsozialismus in Villach

r Hans Haider:
"Nationalsozialismus
in Villach"
(pdf downloaden)

Jüdinnen und Juden in Kärnten

r Hans Haider:
"Jüdinnen und Juden
in Kärnten"
(pdf downloaden)

Pizzakarton Sgt kärnöl´s Lonely Hearts Club Band

r Nähere Informationen zum schönsten Pizzakarton der Welt

WASSER? - Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

r WASSER?
Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!

Bildung - Themenschwerpunkt 2007

r Unser Themenschwerpunkt 2007

(c) Arbeit

r Alle Informationen zum Themenschwerpunkt Arbeit

(c) Eigentum

r Unser Themenschwerpunkt Eigentum
r Überblick über alle Themenschwerpunkte

Reinhilde Schütz

Reaktionen auf den Beitrag

Print Version

2007-06-18

Schulleitbilder - warum ich sie nicht unterzeichne

Viel ist derzeit über Schule (und sehr wenig über Bildung) die Rede. Gesamtschule, Forderungspapiere der Industriellenvereinigung, flexibleres Dienstrecht, ... die Begriffe schwirren wirr durcheinander. Diese Diskussion suggeriert, dass in Österreich „nichts weiterginge". Übersehen oder bewusst verschwiegen werden dabei die dramatischen (nach überwiegender Meinung der Redaktion: negativen) Brüche im Schulsystem. Aus einem – bei allen schönen offiziellen Bekenntnissen – konventionell-autoritären System wird ein modernistisch-autoritäres. Schulen als konkurrierende Unternehmen auf einem Bildungsmarkt, die dem Kunden / der Kundin versprechen, ihr jeweiliges Kind möglichst effizient für den enger werdenden Arbeitsmarkt zurechtzurichten.
Derzeit verpassen sich praktisch alle Schulen ein Leitbild. Die Autorin hat die folgende Stellungnahme der vorgesetzten Schulbehörde zur Kenntnis gebracht, für die vorliegende Dokumentation wurden zur besseren Verständlichkeit lediglich Links und Verweise eingebaut.

Die Redaktion

Warum ich das Schulleitbild nicht unterzeichne

Es geht mir nicht um das konkrete Leitbild, sondern um das Faktum, dass nunmehr alle Schulen ein Leitbild haben sollen bzw. MÜSSEN. Auf welche gesetzlichen Grundlagen stützt sich diese Forderung überhaupt?

Ganz entscheidend für mich ist, in welchem Zusammenhang die Entwicklung von Leitbildern erfolgt. Es ist dies der Prozess einer Vermarktwirtschaftlichung des Schulwesens.

Das öffentliche Schulsystem soll in ein Netzwerk von autonomen Schulen (in „Leistungserbringer, die ähnlich organisiert sein sollen, wie eine Privatschule“ , zit. nach Raschauer-Studie - Expertenkommission „Schlanker Staat“, 2001) umgewandelt werden, die in Konkurrenz zueinander stehen und darum kämpfen, dass Eltern – also die Kundschaft – das jeweilige Bildungsangebot in Anspruch nehmen bzw. es konsumieren und ihre Kinder zu den einzelnen Schulen schicken. Schulen werden zu Betrieben, in denen die Direktor/innen zusehends zu Firmenleiter/innen (Manager/innen mit Personalhoheit und Aufgaben der Personalentwicklung usw.) werden. (Siehe r Bildung als Ware)

In dieser Entwicklung sind die Leitbilder ein Puzzleteil , das die jeweilige Schule von den anderen abheben soll.

Eigentlicher Zweck der Leitbilder und der übrigen Prozesse ist also nicht, „an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken“ (r § 2 des SCHOG), wozu ich als Lehrerin verpflichtet bin, sondern es geht darum, den Geist des Wettbewerbs in das Schulwesen einzuführen und so MUSS es (bei Strafe des eigenen Untergangs) das Bestreben sein, die mitkonkurrierenden Schulen auszustechen.

Als Lehrerin bin ich jedoch per Eid dem SCHUG/SCHOG sowie dem Österr. Lehrplan verpflichtet, daher kann ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, oben genannte Entwicklungen, innerhalb derer die Leitbilder ein integraler Bestandteil sind, zu unterstützen bzw. mit meiner Unterschrift zu legitimieren. Im Übrigen halte ich fest, dass ich durchaus bestrebt bin, meine eigenen pädagogischen Fähigkeiten zu reflektieren und weiterzuentwickeln und dass ich in dem gesetzlich vorgegebenen Rahmen seit Jahren gemeinsam mit Kolleg/innen und Vorgesetzten pädagogische Schwerpunkte setze (z. B. Montessori-Unterricht). (Siehe r 3 Säulen der Montessoripädagogik)

Während sich scheinbar unter den Schulen durch die sog. „Autonomie“ und die Leitbildprozesse eine Vielfalt herausbilden soll, gibt es gleichzeitig unübersehbare Tendenzen der Vereinheitlichung und der Aushöhlung der Methodenfreiheit per Evaluierung und Standardisierung. So steht bei wikipedia unter „Ziele des Unternehmensleitbildes“ Folgendes zu lesen:
„Das Verhalten aller Unternehmensangehörigen wird vereinheitlicht und überprüfbar gemacht (Corporate Behaviour, Führungsstil)“. Siehe r Wikipedia - Unternehmensleitbild

Die Ausbildung von spezifischen Schulprofilen (die ja eigentlich „Unternehmensprofile“ sind) zum Zwecke der besseren Vermarktung dient nur dem einen Zweck: Schulen und die darin tätigen Menschen in Konkurrenz gegeneinander zu hetzen! Und das steht eindeutig im Widerspruch zu den Aufgaben [1] der österreichischen Schule!

.

- - - - - - - - - - - -

Anmerkungen:

[1] Eigentlich müsste es heißen: den offiziellen Aufgaben der Schule, denn neben diesen gibt es ja auch so etwas wie einen heimlichen Lehrplan. So bewirken Noten, dass Schüler/innen in Konkurrenzverhalten eingeübt werden und dass ihnen der Inhalt des Gelernten tendenziell egal ist. Gerade aus diesen Widersprüchen zwischen offiziellen Zielen und tatsächlichen Wirkungen speist sich mein Engagement für eine humanere Schule. zurück zum Text

.
Übersicht: ÖIE-Kärnten Nachdenken über Bildung und unser Tun Alle Angebote für die Schule

Reaktionen Auf den Beitrag reagieren

Mimenda, 2007-06-18, Nr. 3677

"schule" als name der institution und "schulen" als verb dazu verrät ja schon seit jeher, dass es um zurichtung, dressur, training geht, also um einen zweck. nun werden wir bildung sicher nie vollkommen zweckfrei sehen können, weil ihr resultat sich ja irgendwie immer in den gesellschaftlichen kontext einfinden muss. man müsste aber wenigstens innerschulisch einen freiraum für die schüler gewähren, der weitgehend zeckfrei ist, der aber auch - wegen der verquicktkeit mit dem schulischen leben und dem leben als solchem - das schulische leben selbst sowie das eigene leben zu reflektieren hätte.

was mir an der neuen schulideologie am meisten missfällt ist, dass die schüler durch die "vermarktwirtschaftung" und konkurrenz keine zeit mehr finden werden oder gar sollen, bei sich zu sein. hier setzt sich nämlich die tendenz fort, immer mehr events in immer kleinere zeiteinheiten einzupacken. das ist modern und passt in die attitüde der jugend, die der meinung ist, sie sei in eminentem maße multitaskingfähig, obwohl doch laut hirnforschung und gesundem menschenverstand dergleichen gar nicht möglich ist.

konkurrenz (alias kampf) führt zu einem permanenten alarmzustand, in dem man abwehrt, statt zulässt, sich positioniert, statt zu sehen, wo man selbst steht und stehen will. das zu klare oberflächenbewusstsein, das getrieben ist, sich aber in seiner verblendung für selbstgetrieben hält, gibt die macht über sich selbst und damit über die zeit ab, die zu "managen" seine aufgabe wäre. zeitmanagement bedeutet ihm daher nicht, zeit für sich verfügbar zu machen, sondern sich in den fremdbestimmten zeitrahmen einzupassen.

wo früher der verstand in spanische stiefel geschnürt wurde, ist es heute der ganze mensch, dessen verstand daher zum reinen intellekt zu verkommen droht, weil er nur noch dort walten darf, wo's ins kalkül passt. wo bleibt da noch raum für empathie?

Here are some facts., 2015-09-26, Nr. 6375

Here are some facts.In the last twenty years, the nuebmr of murders (and murders with guns) have been dropping despite the flood of additional firearms during that time. Americans today have never been so heavily armed, yet the crime rate has dropped to levels last seen during the early 1960 s.Mass killings, and killings at a school setting are nothing new. It did not begin with Columbine in 1999. For example, there was the Stockton incident in 1989. There was the Austin incident in 1966, the so-called Texas Tower shootings.

Reaktionen auf andere Beiträge

.

ZUM NACHLESEN

Dienstag, 18. Juni 2019
r Die letzten hundert Jahre
Thekenlesung und Buchpräsentation von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Dienstag, 9. April 2019
r Elsie Slonim – Meine ersten 100 Jahre

Mit der Kamera auf Spurensuche zwischen Kaiser Franz Josef, dem Holocaust und der Sperrzone auf Zypern.
Ab 18:30 Volxküche


Begegnungszentrum Kreml, Ludwig Walter Straße 29, Villach

Freitag, 7. Dezember 2018
r Bad Weihnachten
Thekenlesung von und mit Ludwig Roman Fleischer
tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach

Freitag, 23. November 2018
r SWANGAR
Ausstellungseröffnung, Lesung und Buchpräsentation von Doris Libiseller, Klaus Hollauf und Hans D. Smoliner
Cafe Sternweiss, St. Paul im Lavanttal

Freitag, 13. April 2018
r (Neo)Kolonialismus und Widerstand in Afrika am Beispiel Burkina Fasos, Buchpräsentation mit Günther Lanier
Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt, Nautilusweg 11, 9020 Klagenfurt

Dienstag, 13. März 2018
r Grundeinkommen für alle?! Das bedingungslose garantierte Grundeinkommen und die Zukunft der Erwerbsarbeit. mit Karl Reitter
Begegnungszentrum im Kreml, Ludwig Walther Straße 29, 9500 Villach

Donnerstag, 1. März 2018
r Tagung:#GLEICHBERECHTIGUNG; 01.März bie 03.März, Europahaus Klagenfurt
Europahaus Klagenfurt, 1. Stock, Reitschulgasse 4, 9010 Klagenfurt

Freitag, 20. Oktober 2017
r kärnöl Auslese 2003 - 2012 Teil III
Offene Diskussion über Beiträge von Walther Schütz et al. aus dem Jahre 2003 bis 2004
tio pepe

Freitag, 6. Oktober 2017
r kärnöl Auslese 2003 - 2012 Teil II
Offene Diskussion über Beiträge von Walther Schütz et al. aus dem Jahre 2003 bis 2004
tio pepe, Kaiser Josef Platz, Villach

Samstag, 23. September 2017
r kärnöl Auslese 2003 - 2012
Offene Diskussion über Beiträge von Walther Schütz et al.
tio pepe, Kaiser Josef Platz, Villach

r Weitere Dokumentationen