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Hans Haider
Walther Schütz

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2007-06-07

Grundkurs Ökonomie

Einführung in und Kritik an den Grundbegriffen Geld, Arbeit, Ware, Staat ...

Wann: Wintersemester 2007/08, jeweils Mittwoch, 2 Wochenstunden
1. Treffen: Mittwoch, 3. Oktober, 18:30 Uhr

wo: An der Volkshochschule Villach, genauer Ort wird noch bekanntgegeben.

Kosten: Euro 50,-- (Ermäßigung möglich)

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Kinder lernen Kapitalismus, 2007-08-10, Nr. 3813

Im Sommercamp spielen amerikanische Kinder in der Regel Baseball oder gehen schwimmen. Der Chef einer Investmentfirma aber bringt Zehn- und Elfjährigen in seinem Ferienkurs bei, wie Zinsen und Aktienkurse zusammenhängen – ein Crashkurs in Kapitalismus.


GERTRUD HUSSLA, Kansas City
Im nüchternen Vortragsraum des Kulturamts in Kansas City herrscht wildes Geschrei. „Wer ist der Chef der Deutschen Telekom?" fragt der Leiter eines Ferienkurses. Mindestens ein Dutzend Kinder springt von den Sitzen und ruft mit erhobener Hand „Ron Sommer". Nächste Frage: »Wer war Konsortialführer beim Börsengang der Telekom in den USA?" Auch das wissen viele: „Goldman Sachs", brüllt jeder, so schnell er kann. Für richtige Antworten gibt es Spielgeld-Dollar, und der elfjährige dunkelhäutige Andre Penn in seinem Basketball-Hemd und den Khakishorts hat gerade 50 davon gewonnen. Er bezifferte das historische Kurs-Gewinn-Verhältnis der Deutschen Telekom korrekt mit 74,80 Dollar - ein Wert, den er aus dem Analysten-Report des Finanzforschungsinstituts Value Line hat.
Es ist der letzte Tag eines einwöchigen Crashkurses für Kinder in Sachen Kapitalismus. Während die meisten

Und die Zukunft heißt Globalisierung. Heißt wie? „Globalisierung", schreit die Klasse.
US-Kinder in Sommercamps Baseball spielen oder schwimmen gehen, werden hier Themen wie die internationale Geldanlage gepaukt Die Deutsche Telekom ist da am Firmensitz der US-Telefon-Gesellschaft Sprint ein nahe liegendes Beispiel. Der afro-amerikanische Camp-Leiter Douglas Coe ist hauptberuflich Chef der Investmentfirma Moody Reid Financial Services. Während in Deutschland diskutiert wird, ob Wirtschaft küfig an allen Schulen unterrichtet werden soll, bringt er den Kindern schon seit 1992 alles über Sparanlagen und Aktienindizes bei - und lässt sie am örtlichen Rohstoffmarkt mit den Parketthändlem Terminkontrakte handeln.
Wie ein Gospelprediger spricht Coe zu den Ferienschülem. „Das Spiel, das ihr lernt, findet nicht nur in den USA statt, okay?" ruft er, als wolle er ein Amen hören. Aktienkurse folgen immer der Zukunft, lernen die Kinder. Sie folgen wem? „Der Zukunft", schallt der Chor der hellen Stimmen. Und die Zukunft heiße Globalisierung. Heißt wie? „Globalisierung", schreit die Klasse.

Die meisten Kinder stammen aus ärmeren Schichten. Aber am Schlusstag wissen sie mehr über Geld als viele Erwachsene in den feineren Wohngegenden. „Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis sagt mir, ob der Preis einer Aktie hoch oder niedrig ist", bringt die elfjährige Clarissa Spearman mit den vielen geflochtenen schwarzen Zöpfchen zögernd hervor. Auf die Frage, was sie hier noch gelernt habe, sagt sie: „Ich habe gelernt, wie man auf der anderen Seite des Tisches sitzt Bisher war ich bloß Konsumentin. Jetzt werde ich Besitzerin einer Firma, indem ich Aktien kaufe." Und mit Aktien habe man stets mehr vom Geld, als wenn man nur die Produkte des Unternehmens kaufe.;

Der 31-jährige Coe erfüllt mit den Seminaren eine Art Gelübde, Er habe dem lieben Gott versprochen, dass er mehr tun wolle als nur spenden, wenn er es auf seinem Gebiet einmal weiter schaffe als andere, sagt er. Er wolle sein Wissen weitergeben. Am ersten Tag habe er den Kindern beigebracht, dass in den USA die Reichen immer reicher würden, während die Ärmeren immer weiter abfielen. „Den Unterprivilegierten fehlen Geschick und Erfahrung, ihr Geld zu vermehren",erläutert er.

Seine Camp-Schüler dagegen können inzwischen die Ticker-Symbole der im Dow-Jones-Index vertretenen Aktien herunterbeten. Sie kennen die drei besten Sparformen für Geldanlagen unter einem Jahr nämlich Sparbriefe, kurzfristige Staatsanleihen und Industrieanleihen. Sie wissen auch, wie die Währungen der wichtigsten Industrieländer heißen, finden sich im Kursteil der Zeitung zurecht und haben parat, wofür die Abkürzungen Nasdaq und ADR stehen.

»Doug sagte am Anfang der Woche, dass dieses Camp unser Leben ändert", berichtet der 13-jährige Sysverter Holmes stolz. „Es hat wirklich mein Leben geändert" Im Augenblick besitze er 313 Dollar. Die wolle er in einen Investmentfonds für Festverzinsliche stecken, „Ich muss Geld verdienen, sparen und investieren", wiederholt er das tägliche Camp-Credo. Zuvor habe er nichts über Aktien gewusst; Heute
schaue er morgens zuerst in den Wirtschaftsteil der Zeitung.

Hinter Camp-Leiter Coe sind heute auf einer Tribüne Berge von Firmengeschenken aufgebaut: Kassettenrekorder, Videospiele, Anrufbeantworter, Schulranzen, Basketballschuhe, CD-Player. Den materiellen Segen gibt es allerdings nicht umsonst „Ihr müsst die Stücke hier gewinnen", ruft Coe den Kindern zu. „Ich gebe euch die Sachen nicht emfach so." Coe versteigert die Geschenke. Die Kinder bezahlen mit ihren Spielgeld-Dollar.

Ist das nicht ziemlich materialistisch für Kinder dieses Alters? »Ganz und gar nicht?", glaubt Coe, „mit drei oder vier Jahren kennen die doch schon die Reklame und wissen, was sie haben wollen. So früh dreht sich schon alles ums Geld. Wir müssen sie lehren, yerantwortüngsvoll mit Geld umzugehen." Coe hatte einen leichteren Start „Mein Großvater war Ökonom in der Johnson-Regierung. Er hat mich mit seiner Leidenschaft für diese Dinge angesteckt."

Coe wiederum hat die Kinder angesteckt. Sie sind längst von ihren Sitzen aufgesprungen und haben sich um die Tafel geschart. Dort rechnet Coe vor, •wie gut die in vier Gruppen eingeteilten Schüler über die Woche ihre fiktiven Aktienportfolios verwaltet haben. Sechs an echte Werte angelehnte Papiere konnten sie kaufen: unter anderem einen Tabakkonzern, einen. Sportschuhhersteller, einen Medienkonzern und einen Oriline-Kinderbuchladen. Die Buchladenaktie sackte wegen Lieferschwierigkeiten bei der neuesten Hany-Potter-Ausgabe ab. Der Aktienkurs des Schuhkonzerns „Hype Shoes“ dagegen stieg, als das Unternehmen einen Werbevertrag mit dem berühmten Basketballspieler Allen Iverson präsentierte. Ganz besonders schlecht ging es dem. Zigarettenhersteller Box Top Inc., der fünf Millionen Dollar Schadensersatz an kranke Raucher zahlen musste.

Bei den Löwen, einer der Investorengruppen, bricht großer Jubel aus. Sie haben aus 100.000 Dollar in ihrem Portfolio 349 000 Dollar gemacht und sind Sieger. Ihr Preis: 25 Dollar Spielgeld pro Kopf. Die anderen Gruppen bekommen in gestaffelten Sätzen weniger.

Bis zuletzt können die kleinen Anleger noch Dollar verdienen, wenn sie Prägen richtig beantworten. Zum Thema globale Märkte erläutert einer der Jüngsten, dass die Amerikaner pro Kopf vier Mal soviel Coca Cola trinken wie die Chinesen. „Die Chinesen sollen es jetzt so wie die Amerikaner machen. Dann .setzt Coca Cola viel mehr um.“ Bringt zehn Dollar

Die Fragen kommen schneller: „Wie heißt der Chef der US-Notenbank?" „Alan Greenspan.“ Wenn die Zinsen raufgehen, was machen dann die Aktien?" „Sie gehen runter“. „Wie heißt der Onlinedienst der Deutschen Telekom?" „America Online", ruft ein Junge; und schon hat er zehn Dollar weniger. „T-Online", die richtige Antwort, bringt 15 Dollar. „Wonach schauen wir zuerst in einem Analysebericht?" „Nach dem Nettogewinn."

Bei der anschließenden Auktion gibt es kein Halten mehr. 28 Dollar bietet das aufgeschossene Mädchen im Hintergrund für einen Rucksack. Er gehört ihr. Der kombinierte Kassetten- und CD-Player geht an die 15-jährige Melissa Brooks, eines der wenigen weißen Mädchen hier. Sie hat mit ihrem Bruder zusammengelegt, damit sie höher bieten kann. Eine Kamera haben die beiden auch schon ersteigert. „Das hier war toll", findet sie. „Ich weiß Jetzt mehr als mein Vater.'

Zur Abschlussparty mit Pizza und Cola sind auch die Eltern eingeladen. Sharon Brown hat gleich vier Kinder hierher gebracht: „So viele Kinder glauben, Geld wachse auf Bäumen. Hier bekommen se ein Gefühl dafür, was man alles damit machen kann, wenn man weise damit umgeht."

Die Mutter des kleinen Andre Penn, Carol Womack, hat von ihrem Sohn gelernt „Ich bin früher immer mal wieder an sein Sparkonto gegangen. Jetzt hat er mich zur Bank geschleppt und darauf bestanden, dass wir ein Ausbildungssparkonto aufmachen. Da kann keiner mehr ran."

A.Smith, 2007-08-10, Nr. 3814

Also ich war schon beim Hans und beim Walther in der Sommerakademie.

Mir kommt vor, die gehen anders an die Themen heran.

Obwohl zum Schluß hat es dort auch eine Belohnung gegeben. Gegrilltes vom Gote. Allerdings mussten wir kein Spielgeld, oder sonstiges "Geld", dafür hergeben.

Vielleicht sollten wir unseren Kindern aber wirklich Wirtschaft beibringen. Und zwar was sie ihren Mitmenschen antun, wenn sie das kapitalistische System durchziehen. Vielleicht sollten wir ihnen nicht Rucksäcke oder cd Player schenken, sondern sie an die Arbeitsplätze derer führen, die mit ihrem Blut, das sie dort lassen, den Dow Jones oder meinetwegen auch den ATX, reibungslos laufen lassen.

Aber da wäre dann sicher wieder ein besorgter Psychologe dagegen.

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