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Markus Köhle

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2006-12-08

Sprachlosigkeit

(Hirnstrornprotokoll eines sich auf den ersten Blick Verliebenden, dessen Sprache versagt, weil das Herz halshoch pocht)

Mayday, mayday, melde Sprachverlust.
Sprache, wo bist du, wo versteckst du dich? Komm raus aus
dem Loch, zeig dich! Lass mich artikulieren meine Stimmung
- meine Gefühle.
Keine Kunst? Schon Kunst.
Gib mir Stimme, Worte und Gleitmittel.
Lass fließen sodann Schwülstiges, lass anschwellen einen hormonigen
Bockgesang, der sich gewaschen hat und wurlert wabert.
Spachtelmasse für Gehörgänge will ich haben, tonnenweise
und Honig, Honig in allen Körperöffnungen. Ja, auch im
Kofferraum.
Ich will orgeln und arschgeigen, die Gefühlstreppen rauf- und
runterschwanken und wärmende Steppdecken aus Seelenheil
häkeln.
Sprache verleih mir Bügel, dass ich meine Hemmungen aufhängen
und endlich den Krawattenknopf der Liebesrhetorik
bindend ablegen kann.
Mach mich los, zieh mir die Gürtelschnalle der Kontaktscheue
über den Hinterkopf und die Unterwürfigkeitsunterhose aus.
Biet mir die Stirn, zerfrans mir meinen Betulichkeitsscheitel,
zopf nur meinen Zungenwaudel aus und zitier mir Faust I
und II in den Nacken. Schenk mir die Gretchenfrage ein und greif mir
in den Hodenstall. Melk dort die schwangeren Zärtlichkeitszitzen
und lass mich angestaute Mühsalmilch abrahmen,
bevor der Glibber stockt.
Richt mir die Wohlfühlvvarzen auf, wart mir die Wadenwände,
pell sie, mach reinen Beintisch.
Streich mir die Relativitätsgänsefüßchen der Zweisamkeit.
Weis mir den Weg zum Hosenboden der großen weiten Gefühlswelt
und schnür mir die Schuh der Ungebundenheit, in
alle Ewigkeit, ICH und SIE, wir zu zweit.
Hirnmelherrgottnochmal mach, mach, mach!

Ist das nicht das, was man Liebe nennt?
Stürmische Gefühle, drängende Expressionen, anschaulich
umgesetzte Satzunfälle, Durchfallworte, Sprachabfall? Ist das
die Sprache der Liebe?
„Die Sprache ist dann am eindeutigsten Sprache, wenn sie in
ihrer Funktion verschwindet."
Soso.
„Wir hingegen denken, dass die Sprache vor allem Sprache zu sein
hat, und wenn sie schon an etwas erinnern soll, dann am
ehesten an eine Säge oder an den vergifteten Pfeil des Wilden."
Na dann spann deinen Bogen, wilder Amor.
Z-o-i-n-g... -> Flapp!
Volltreffer!
Da wie dort. Gefühle kurbeln die Fensterscheibe runter, lassen
den Arsch raus hängen und scheißen drauf. Spielt alles keine
Nebenrolle, ist alles sächlich und mega egal wie nur was, weil
hier hat nämlich ein Pfeil Weg gewiesen was fortan Programm
ist.
Schalt dich ein und nicht um, reich ihr die Hand und versprich
diverse Schwüre, das schadet nicht, vorerst.
Gib Quasimodo Wasser Esmaralda, auf dass er alle Liebes-
glocken in Schwung bringe, auf dass sie anflattern mögen,
denn Glocken fliegen gerne und wenn dass kein Grund für
eine fröhliche Bim-Bam-Karawane ist, dann ist's aus mit
Christ sein.
Dann wird sich beschwert bei der Diözese, dem Bischof der
Marsch geblasen und konvertiert was das Sektenspektrum
hergibt.
Da darf man sich nicht lumpen lassen, schließlich hat man ja
lange genug Obolus abgelegt und Klingelbeutel gefüttert für
Hostienhokuspokus und Bubenstreicher.
Jetzt ist die Rendite fällig:
Glocken als Vorspiel, zur Lesung irgendetwas Geiles, Fürbitten
für geschlechtliche Funktionstüchtigkeit, zur Wandlung die
Frucht ihres Leibes, oh Herr ich bin nicht würdig, dass sie
eingeht unter mein Dach, aber sprich du ein Wort und mach
meine Seele gesund und zum Schlusssegen guten kinderlosen
Sex in alle Ewigkeit Amen.
Ja, Vater unser, das wäre mir ein paar Gegrüßt seist du Maria
wert, doch du sollst den großen Gott nicht vor dem Abend
loben, denn mit Göttern ist kein Staat zu machen, das lehrten
uns schon die alten Griechen und so schlage ich mir denn
einstweilen bloß mal ein Kreuz auf die Brust, kaue Nägel und
harre der bestellten Frohlockungen.
Man möge mich erhören. - Vergelt's Gott!

Mit freundlicher Genehmigung des Autors:

aus Markus Köhle: „Brahmskoller“ edition ch ,2005
ISBN 3-901015-29-9

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