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Stephan Jank

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2006-06-19

P.L.A.T. Zahlen für's Atmen

... werden demnächst die Deutschen. Denn was da klingt wie die Dante'sche Hölle auf Erden soll bald Deutsches Bundesgesetz sein. Den entsprechenden Entwurf hat Angela Merkel und ihre Regierungsclique unter dem Titel P.L.A.T (Privater Luftabnahme Tarif) bereits ausgearbeitet und präsentiert.

Die Meldung ist übrigens so neu, dass man im Internet noch kaum etwas darüber zu lesen bekommt. Wer's nicht glaubt, kann sie aber auf der Homepage des WDR-Politmagazins Monitor nachlesen. Der Entwurf sieht im Wesentlichen vor, dass alle Deutschen Bürger, abhängig von der Luftqualität in ihrer Wohnregion, Abgaben zu entrichten haben werden. D.h. Je besser die Luftqualität am Wohnort, desto höher die zu entrichtende Abgabe.


Angela Merkel freut sich mit den Energiebossen (Quelle: Monitor WDR-Fernsehmagazin)

Nun könnte es einem ja eigentlich egal sein, unter welchem Titel man seine Steuern zu entrichten hat. Gezahlt werden muss so oder so. Diese Überlegung trifft in diesem Fall aber nicht den Punkt. Denn der Merkel'sche Entwurf sieht vor, dass diese Abgabe nicht an den Staat zu entrichten sein wird, sondern an die 4 großen, privaten Deutschen Energieversorger, deren Bosse bei der Präsentation des Entwurfes auch dementsprechend lautstark applaudierten.

Und mit ihrem Applaus werden sie wohl nicht lange allein bleiben. Denn "Bravo!", werden alle bürgerlichen Demokraten von links bis rechts allerorts rufen, "Kapitalismus und Umweltschutz schließen einander doch nicht aus! Endlich harte Konkurrenz im versauten Deutschen Luftraum. Endlich Kapitalflüsse in die richtige (weil Umweltschutz)Richtung. Endlich lohnen sich Investitionen in den Umweltschutz! Ja, ja! Man muss das Kapital nur richtig steuern, damit es seine segensreiche Wirkkraft voll entfalten kann. Bravo Angela Merkel!!", werden sie rufen. Die Bedauernswerten.

Aber an ihren Bravo-Rufen werden sie bald ersticken. Denn sie erkennen die Tücke der Warenform nicht. Sie verstehen nicht, dass das, was anfangs ganz unschuldig und jungfräulich zur Ware wird, innerhalb kürzester Zeit jeglichem menschlichen Zugriff entrissen ist. Und so wird es auch in diesem Fall sein. Denn es wird bei weitem nicht der hehre Umweltschutz sein, der die entsprechenden Kapitalflüsse lenken wird. Denn noch nie vermochte eine menschliche Moral oder gar ein menschliches Bedürfnis, den Strom der Kapitalien zu lenken. Diese kennen nämlich nur ein Ziel: Ihre eigene Vermehrung. Und koste sie allen Menschen das Leben.

Was Angela Merkel und die jämmerlichen Kapitalkreaturen in ihrer Regierung hier unter dem Deckmäntelchen des Umweltschutzes (bessere Luft bringt mehr Cash auf die Kralle) verkaufen wollen, ist nichts anderes als konsequente kapitalistische Entwicklung, wonach alle Verhältnisse umzustoßen sind, in denen es Dinge gibt, die noch nicht zu Waren gemacht wurden. Der real existierende Kapitalismus wird vollends zum totalitären Regime, in dem nun nicht einmal mehr die Atemluft aus der öden und uniformierten Bewegung des Kapitals ausgenommen ist. Jetzt schon können wir den zu erwartenden Entwicklungen entgegensehen:

So versetzt die wiedererstarkte Diskussion um den Ausstieg aus dem Atomausstieg bereits jetzt die shareholder der privaten Energieversorger in höchstes Verzücken. Wieviel ist aber erst vom Ausbau der Atomkraft zu erwarten, wenn die dadurch erwiesenermaßen sauberere Luft auch noch höheren PLAT einbringt? Da wird die Atomkraft dann erst so richtig attraktiv! Oder:

Wie hoch kann man ihn ansetzen, den PLAT? Was ist den Deutschen zumutbar? Was lässt sich ihnen anmaßen? Soll sich etwa jeder dahergelaufene Hartz-IV-Bemaßnahmte die saubere Luft der bayerischen Voralpenregion leisten können? So kann's ja wohl nicht sein, oder? Weil: Was nichts kostet, ist ja auch nichts wert!

Viel Glück Deutschland und Deiner wertvollen Luft!
Vielleicht gibt's ja PLAT-Rabatt auf den letzten Atemzug.

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Walther Schütz, 2006-06-19, Nr. 2591

Sas was du da beschreibst ist so ungeheuerlich, dass man es - fast - nicht glauben kann. Selbst wenn man der kapitalistischen Logik alles mögliche zutraut, würde man so was nicht unterstellen. Danke, Stephan, für deinen Aufrüttler

Walther

erika, 2006-06-20, Nr. 2594

luftsteuerbefreiung

unlängst nahm ich ganz in meiner nähe einen "phuu" wahr und reagierte sofort mit sparmaßnahmen. ich verlangte von dieser person 60 cent, die ich umgehend in eine
sparbüchse warf.

auf meinem speiseplan gibt es seit p.l.a.t. keine blähenden speisen mehr. da ich aber bohnen und ähnliches gemüse heiß liebe, fuhr ich kurzfristig nach italien um dort meine luft abzullassen. gleichzeitig rauchte ich im freien mehrere zigaratten und fuhr anschließend mit dem zug nachhause da mein dieselbetriebener pkw auch schon etwas die luft verdüstert.

zur zeit besuche ich ein atemseminar: "wie atme ich flach und selten?"
die erste lektion verbietet begreiflicher weise das lachen und weinen, so wie vielsprechen. die kontaktaufnahme mit einem immobilienbüro ergab sich zwingend, denn mein wohnsitz liegt auf 750 m meereshöhe, sodass die luftsteuer mir sicherlich bald die luft nehmen wird. voraussorglich, wie ich bin, bestellte ich einen schmalen sarg, da anzunehmen ist, dass dieses möbel bald ausverkauft sein dürfte. mein weitblick ließ mich den sarg auf meine momentan halbe körpergröße bestellen.
ab morgen werde lich mich täglich versuchsweise in den sag legen, bis er passt, hauche meine letzt luft aus und bin dann von der luftsteuer befreit.

moca, 2006-06-22, Nr. 2596

der beitrag in der monitorsendung war satirisch gemeint. aber früher oder später wird uns der konsequente kapitalismus auch das beschriebene szenario erfüllen.

gruss
moca

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