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Ludwig Roman Fleischer

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2005-12-11

Dritter Advent

Unsere neueste Therapietätigkeit heißt Fokussieren. Seit Tagen lassen wir nach dem Plenum die Hüllen fallen und krümmen uns nackt wie die Würmer durch die Kleingruppenarbeit. Zuerst haben wir gelernt, unsere »Nacktheit zu tragen« und »einander auf unspezifische Weise zu berühren.« Da ich schon früher in der Sauna, beim Nacktbad oder nach Sportausübung unter der Dusche meine Nacktheit getragen und andere Leute unspezifisch berührt habe, indem ich ihnen Seife, Handtuch oder die Hand reichte, konzediert man mir gruppenseits eine »sehr unproblematische Beziehung« zu meinem Körper. Daß mich meine Nacktheit besser kleidet als das Gewand, hat die Nicaraguabrigadistin gesagt, und es hat ihr niemand widersprochen: der unterernährte Kinderkrippler nicht, der immer seinen Schwanz mit der Hand bedeckt, die Pädagogikstudentin im fünfundzwanzigsten Semester nicht, die andauernd verlegen an ihren Brüsten zupft, und Leonhard nicht, der sich in die Pädagogin verliebt hat und deshalb den eigenen Körper nur noch schmerzlich wahrzunehmen scheint.
Wir fokussieren unsere Gefühle in bestimmte Körperpartien hinein, in die eigenen, oder auch in die eines anderen. Ich habe die Eifersucht auf Sabaoth in meine Sohlen fokussiert und kann sie jetzt mit Füßen treten. Meinen sexuellen Notstand habe ich in die linke Brust der Nicaraguabrigadistin fokussiert, was mir unliebsame Spontanerektionen coram publico erspart.
Sabaoth und Miriam fokussieren sich in der Dachbodengruppe ins Nirwana. Ich schlafe jetzt tatsächlich auf der Ofenbank, Leonhards kastrierten Kater auf dem Bauch. Ohne das Geschnarche Sabaoths und die gezischelten Streitereien mit Miriam ist mir wohler. Selbst die knabenhafte Autoerotik über der Senkgrube habe ich aufgegeben. Eine große Ruhe ist über mich gekommen. Sabaoth hat mich beiseitegenommen (was bedeutet, daß wir bloß fünf oder sechs Zuhörer hatten) und mir eine Lektion über die Liebe erteilt. Daß sie - die Liebe - den Gezeiten gleiche und im Rhythmus des Universums vibriere und ich bloß das Gefühl für diese universalen Rhythmen verloren habe. »Du bist also für eine periodische Brunft des homo sapiens«. Sabaoth hat meinen Einwurf anscheinend ernsthaft überdacht, seinen Wanst betapsend und sich an seinen gigantischen Hoden kratzend, auf denen sein Penis sitzt wie ein Stöpsel auf einer doppelbäuchigen Feldflasche. »Für mich gehorcht die körperliche Liebe tatsächlich solchen...ha...ha...hatschi! Solchen Rhythmen.« Wir haben uns mittlerweile alle in einen formidablen Stockschnupfen hineinfokussiert.
»Sicherlich werden Miriam und du, werden du und Miriam schon bald wieder von einer Woge körperlicher Liebe getra¬gen werden.«
»Oh...und was ist mit dir?«
»Meine Sendung ist erfüllt. Ich reise morgen ab. Zu Meditationen in den Osten.«
Zu meiner Überraschung kein freudiges Erschrecken. »Ja«, raunte Sabaoth, »der Platz an Miriams Seite ist frei. So frei wie immer. Du hast es bloß nicht wahrgenommen.« Am Abend habe ich mich in ein hitziges Fieber hineinfokussiert, sodaß ich meinen Platz auf der Ofenbank dem kastrierten Kater überließ und in das Dreibettzimmer zurückkehrte, wo mich Phantasiegirlanden umgaukelten, bis sich eine tiefe Bewußtlosigkeit meiner erbarmte.

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