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Werner Kofler

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2005-07-27

KAC- VSV Teil III

Im Irrenhaus Samonig

Falsch, das hat mit Eishockey nichts mehr zu tun, so muß es heißen, und hier, wie er sich aufführt, sich hineinsteigert, widerlich!, der Vereinsarzt der Athletiker, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt übrigens .... Ach so, er ist betrunken, stark angetrunken, er ist ja betrunken, der Vereinsarzt, ein Trinker, ein Trinker und Wasserkübelwerfer als Vereinsarzt, hier, sehen Sie sich das an, er versucht, aufs Eis zu torkeln, er kann sich ja nicht einmal mehr auf den Beinen halten, sehen Sie sich DAS an, jetzt uriniert er auch noch an die Bande, auf das Eis, er schlägt sein Wasser ab auf dem guten Villacher Kunsteis, er wird es noch ruinieren... Aber hier, der Eismeister, ein Riese, der größte einheimische Eismeister überhaupt, ein gewisser Poppernitsch, ein Mann der sich nicht ins Bier spucken lässt, der sich großartig hineinzusteigern weiß, der Eismeister ist zur Stelle... Was sind das nur für Manieren, er hätte wenigstens hinter das Tor gehen können, der Vereinsarzt, wenn er sein Wasser schon nicht halten kann... Kennen Sie übrigens -, oder nein, den Witz von der bestandenen Eismeisterprüfung, ich werde ihn nicht erzählen. – Weiter jetzt, ein interessanter Zweikampf, sehen Sie nur, die beiden an der Bande, wie sie einander belauern, sich hineinsteigern, einerseits großartig, andererseits widerlich, dort, vor der Schuhpastareklame, sehen Sie? Vor dem schwarzglänzenden Schaftstiefel auf roten Grund, FERNOLENDT SCHUHPASTA NIGRIN; WENN ICH RECHT SEHE; SEHEN Sie nur, wie sie sich angrinsen, wie blöde sie grinsen, wie wenn sie das Lachen über das Grinsen des Gegners nur mühsam unterdrückten! Was gibt’s hier zu grinsen, scheint einer den anderen eben dadurch zu fragen, das Publikum wird schon ungeduldig, hören Sie, aber noch immer grinsen sie, einer dem anderen, dreckig ins Gesicht, und kauen irgend etwas – sehen Sie nur, wie die Kiefer mahlen und malmen, ein Kammerspiel. Wer wirft den ersten Stein, wer kommt aus der Deckung hervor, wer eröffnet? Und dann womit, mit welchem Zug, - daß sie sich auf ihn, mit der Vulva auf sein Gesicht, gesetzt, und er sie -; dass beim Internationalen Dialektinstitut das Telefon läute, eine Frau den Hörer abnehme und sich meldete mit -, das hätten wir schon gehabt an diesem Abend, das wären stumpfe Waffen einfallslose Spielzüge. Doch nein, sie warten immer noch, wie wenn sie von meiner Besorgnis wüßten, sie grinsen immer noch, immer blödsinniger, daß sie sich nur nicht verkrampfen, und zuletzt die Ebene wechseln, einander in die Hosen fassen oder die Ohren ausreißen, die nonverbale Kommunikation, wie das heute genannt wird! Nein, doch nicht, der Weinrote hat sich ein Herz gefasst, er versucht einen Angriff aufzubauen, deine Frau war beim Frisör, richtig?, fragt er, ich meine, in den Kontaktanzeigen der auflagenstärksten periodischen Druckschrift davon gelesen zu haben... Eine sehr körperbetonte Attacke, zu umständlich allerdings; aber achten Sie auf die Verteidigung des Kanadiers, Walker, nein, Wilson ist es – wie freundlich er grinst! -, hier, er antwortet: richtig, Salon Ulla, vergangene Woche, die Wiederholung zeigt es deutlich, er tut, wie wenn er die Anspielung nicht verstünde, und gibt freundlich Auskunft. Der andere jetzt dreister, hören Sie, kann es sein, dass ich sie einmal beim Wichsen erwischt habe, setzt er nach, und der grinsende Wilson – er strahlt vor Freundlichkeit -, nein Walker ist es, er gibt zurück: Gut möglich... Großartig pariert! Sehen Sie, wie die Wut die Gesichtszüge des Auswärtigen, des Fremden entstellt? Haha, der wird immer unbedachter, immer hastiger in seinen Aktionen, hier – was hat er gesagt?, er artikuliert so undeutlich; -, ja, in der Wiederholung ist es zu hören, Frage: Stimmt es, dass deine Frau das Organ vorher mit Schuhcreme einschmiert? Antwort: Aber nur, sie pflegt sich mit Schmoll-Paste, das ist so sicher, wie die Blackies Tinte schwitzen... Und jetzt, ansatzlos, der plötzliche Konterangriff Wilsons, nein Wilson ist es, die Frage in die Gegenrichtung, der raue Wind weht jetzt von West nach Ost: Für wieviel verkaufst du eigentlich deinen Arsch, du Prolet? Haben Sie gehört? Er scheut den Kalauer nicht, eine klassische Satzfigur aus dem nordamerikanischen Berufsspiel, für wie viel verkaufst du deinen Arsch, du Prolet, und schon ist der Satz gewonnen, schon hat sich der eine auf den anderen gestürzt und schlägt auf ihn ein, haben Sie gesehen?

Aus
Werner Kofler
"Der Hirt auf dem Felsen - Zweite Abteilung: Im Irrenhaus Samonig", Seite 73 – 76
Mit freudlicher Genehmigung des Autors

Werner Kofler
Der Hirt auf dem Felsen
Rowohlt, 1991
ISBN: 3 498 034766

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