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Fritz Unegg

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2005-06-18

NYCTIVOE

Bild der Woche

Fritz Unegg: "Der Wächter", Keramik, 1998

Sonderaufführung des Schauspiels "NYCTIVOE" von Dimitris Lyacos und Fritz Unegg in der Naturarena des Römersteinbruchs "Spitzelofen" bei St. Georgen/Lav. nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Kasten rechts.

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Herbert De Colle, 2005-09-01, Nr. 2064

Fritz Unegg
Die wahren Künstler sind die Kinder sind wie die Kinder. Und nach den Kindern sind es die Wilden, und nach den Wilden die Naiven, dann die Irren. Alle anderen produzieren nur gekünstelte Kunst. Das ist zwar nicht die gängige Definition, aber viele Künstler nehmen sich als Vorbild diese Urspünge, es sind Sprünge an den Anfängen der Kunst. Mit wie viel Phantasie behauptet mein Enkel sein Gekritzel zum Plan für sein zukünftiges Haus. Einmal mit der linken, dann mit der rechten Hand wird das Blatt Strich für Strich verdunkelt, bis die Lust wegbleibt. Später soll das Bild voll Farbe sein. Dann kommen der gepunktelte Kreis, die Kopffüßer und die Sonne im linken oberen Eck.

Zurück zum Urgrund, zurück in den Ungrund, denn wo soll eine Basis sicheres Terrain hergeben?
Wenn ich die Ontogenese hernehme, scheint das Wort vor dem Bild zu kommen. Auch wenn es noch nicht als Hervorgebrachtes da ist, es nimmt schon das Ungeborene die Worte auf, entbunden blinzelt der Erdenbürger gegen die Welt. So betrachtet wird die Sprache wohl phylogenetisch vor den Bildern entstanden sein, wenn, ja wenn man sich nicht eine Vorstellung von etwas gemacht hat beim Sprechen. Macht man sich denn nicht auch ein Bild beim Hören? Phantasiert der Ungeborene im Mutterleib sein: „Es tut mir gut!“, wenn er die gewohnten Stimmen wahrnimmt? Wahrnehmen, etwas wahrnehmen heißt etwas für gegeben nehmen: das Wohlsein und das Unwohlsein. Jeder lebendige Körper hat seine Vorstellung von Wohligkeit und dem Gegenteil. Der Wissenschaftler weiß, dass Embryos um das sechste Monat Schmerz erfahren können. Der Körper hat dann ein Bewusstsein von dem, was gefällt und was nicht gefällt. Eins sein, Homöostase, alles passt. Und die Suche nach dem Verlorengeglaubten beginnt. Sehnsucht nach Nähe.

Fritz Unegg ist ein Künstler, der eine gewisse kindliche Ursprünglichkeit in seiner Arbeit bewahrt hat. Ob er sich bewusst von den naiven Quellen nährt oder ob er mit seinen Zeichnungen Zauber beschwört oder Magisches abwehrt, er wählt mit den keramischen Techniken jahrtausend lang bewährte Mittel, um Welt zu erfahren. Seine Erzeugnisse erwecken im Betrachter oft ein Gruseln, weil aufkommende Gedanken in unbewusste Tiefen reichen. Manchmal beschleicht mich ein Grauen wie, wenn ich die alte Erdkröte unbedacht aufstöbere. Wie alt ist die Welt – was ist der Mensch? Man ist versucht, solche Aufhellungen unserer Herkunft aus dem Unergründlichen, aus dem Blutigen, aus dem Schleimigen abzuwehren. Wir nehmen die Maske, um unsere Angst vor dem unabwendbaren Verwerden zu verdecken. Wenn Kunst sehr nahe ans Naturürliche heranreicht, werden wir unserer Vergänglichkeit unangenehm bewusst. Uneggs Kunst ist keine, um sich daran zu sehr zu erbauen, sie steckt in der Erde, die uns irgendwie bekannt vorkommen könnte.

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