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Stephan Jank

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2005-01-28

Auschwitz und Villach

Am 27. Jänner 1945, also gestern vor genau 60 Jahren, wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der roten Armee befreit. Nach Angaben der 'Kleinen Zeitung' (Donnerstag, 27. Jänner 2005, Seite 3) fand genau diese rote Armee dort 7,7 Tonnen menschliches Haar vor. Während also in Polen der nationalsozialistische Wahnsinn bereits ein Ende fand, funktionierte in Villach zu dieser Zeit die nationalsozialistische Mordmaschinerie noch perferkt. Wurden etwa am 9. Jänner 1945 noch drei 20jährige russische Zwangsarbeiter an den Fensterkreuzen des Gestapo-Gefängnisses in der heutigen Köll-Passage aufgehängt, so hatten die beiden Kärntner Herren Lerch und Globotschnig noch ein wenig länger zu leben. Dieses (Über)Leben war anderen Villacher Bürgern nicht beschieden.

Die folgenden Biographien sind den Recherchen des rVereins Erinnern zu danken, ohne denen die angeführten Schicksale der Namenlosigkeit anheim gefallen wären.

AMALIA FISCHBACH

geboren am: 20.7.1885 in Loseacz Bez. Rorszczow
gestorben im Jahre 1942 im KZ-Auschwitz
zuletzt wohnhaft in Wien 2, Hochedlingergasse

Amalia Fischbach war Mitglied einer großen jüdischen Villacher Familie. Zu Beginn des Jahres 1939 versuchte sie zusammen mit ihrem Mann Moritz in die USA zu flüchten. Ihr Sohn Leopold, der sich schon in den USA aufhielt, schickte ihnen ein Visum für Kuba, das er um 1000 Dollar erwarb. Die Kubanische Regierung erkannte das Visum aber nicht an, und die Flüchtlinge wurden nach Europa zurückgeschickt. Moritz Fischbach wurde in Frankreich, im Lager Gurs, interniert. Er verstarb dort 1941. Amalia Fischbach wurde 1941 von den Nazis verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

SARAH MARIA GORNIK

geboren am: 20.4.1900 in Burstyn/Polen
gestorben am: 17.2.1942 im KZ-Ausschwitz
zuletzt wohnhaft: Oberfeldtstraße bei Villach

Sarah Maria Gornik führte zusammen mit ihrem Mann Wilhelm eine Greißlerei am Kiesweg 10 in Villach. Maria Gornik, die ihren Mann während des 1. Weltkrieges in Polen kennenlernte, war Jüdin. 1942 wurde sie aus "rassischen" Gründen von der Gestapo verhaftet. Die Verhaftung erfolgte vor der Greißlerei in Anwesenheit von Frau Mathilde Wassertheurer und derem 10-jährigen Sohn, dem späteren Nationalratsabgeordneten Hofrat Dr. Johannes Gradenegger. Nach einigen Tagen Arrest bei der Gestapo in der Ankershofergasse wurde Maria Gornik nach Auschwitz deportiert.

Ein Antrag für eine Gedenktafel für Maria Gornik, eingebracht von der KPÖ im Jahre 1949, wurde damals im Gemeinderat abgelehnt.

CHARLOTTE KLARFELD

geboren am 7. April 1888 in Polen
deportiert in das KZ-Auschwitz-Birkenau
zuletzt wohnhaft in Velden

Charlotte Klarfeld, Besitzerin der Villa "Clotilde" in Velden, flüchtete im Oktober 1938 nach Lemberg. Dort wurde sie, laut Angaben ihrer Tochter Irene, im September 1941 von den Nationalsozialisten verhaftet und in das KZ-Auschwitz-Birkenau deportiert. Nähere Umstände über ihren Tod sind nicht bekannt. Ihr Besitz in Velden wurde arisiert.

PAUL SEGER

geboren am 20. Jänner 1909 in Bruck an der Mur
gestorben im KZ- Auschwitz
zuletzt wohnhaft in Seebach bei Villach

Paul Seger, von Beruf Musiker, wurde wegen seiner Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Sinti von der Polizei verhaftet und und zuerst in das "Zigeunerlager Lackenbach" und später in das KZ-Auschwitz deportiert, wo er umkam. Im Zigeunerlager Auschwitz-Birkenau wurde er unter der Häftlingsnummer 7119 registriert. Die Umstände seines Todes und das genaue Todesdatum sind nicht bekannt. Bemerkung: Paul Seger hat sich am 4. 5. 1940 am Standesamt Villach mit Viktoria Seger verheiratet. Zur Zeit der Eheschließung hatten sie schon fünf gemeinsame Kinder: Valentin (geb. 1930), Herbert (geb. 1931), Elfriede (geb. 1933) Friedrich (geb. 1936 ) und Adolf (geb. 1940). Im Gedenkbuch "Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau" scheint nur der Vater mit den vier Söhnen Valentin, Herbert, Friedrich und Adolf auf. Die Ehefrau Viktoria und die Tochter Elfriede fehlen. Trotzdem ist anzunehmen, daß die gesamte Familie verhaftet und deportiert wurde.

ADOLF SEGER

geboren am 27. Jänner 1940 in Villach
gestorben am 21. Oktober 1943 im KZ-Auschwitz-Birkenau
zuletzt wohnhaft in Seebach bei Villach

Adolf Seger wurde wegen seiner Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Sinti zusammen mit seinem Vater Paul Seger und seinen Brüdern Valentin, Herbert und Friedrich in das KZ-Auschwitz-Birkenau deportiert und unter der Häftlingsnummer 7123 registriert.

FRIEDRICH SEGER

geboren am 22. Jänner 1936 in Villach
gestorben am 3. August 1943 im KZ-Auschwitz-Birkenau
zuletzt wohnhaft in Seebach bei Villach

Friedrich Seger wurde wegen seiner Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Sinti zusammen mit seinem Vater Paul Seger und seinen Brüdern Valentin, Adolf und Herbert in das KZ-Auschwitz-Birkenau deportiert und unter der Häftlingsnummer 7122 registriert.

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erika, 2005-01-28, Nr. 1755

mir wird so schlecht, wenn ich diese berichte lese,
so nah und doch will ich es weit wegschieben.

erika

P.S., 2009-03-17, Nr. 4427

liebe erika!
inwiefern haben sie mit diesen geschehnissen zu tun? ich habe mich auch über meinen stammbaum informiert und bin auf diese seite gekommen...

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