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2004-09-28

Auf Buddhas Spuren in Asien - Teil III

20. August bis 26. August 2004

Sa., 21.8.2004: Fahrt von Leh ins Nubratal nach Deskit
In der Frühe fuhren wir mit unserem Fahrer Ekber zum 5606 m hohen Khardong-Pass mit der höchsten befahrbaren Passstrasse der Welt. Auf der Passhöhe stieg Ulli noch auf einen Hügel hoch. In Khalsar am Ende des Passes aßen wir in einem schmutzigen Lokal eine Nudelsuppe. An der Koyakbrücke bogen wir nach Deskit ab. Wir fragten den Fahrer nach den Trampeltieren und er führte uns im Dickicht zwi-schen Deskit und Hundar zu einer Gruppe von Leuten, die 6 von den insgesamt nur noch 90 Kamelen des Nubratales führten, wo wir einen Ritt unternahmen. Seit der Annexion Tibets durch die Chinesen gibt es keine Karawanen mehr. Wir sahen auch ein 4 Monate altes Kamelbaby, das im Dickicht angebunden war; die Mutter kannn den ganzen Tag frei herumlaufen und kommt nachts zum Jungen. Die Kamele erhal-ten abends eine Glocke um, können in der Nacht herumlaufen und werden morgens wieder eingefangen. Niemand unterstützt die Halter dieser letzten „Wüstenschiffe“.
Wir fuhren dann weiter nach Hundar, wo wir am Fluss den „Königspalast“ suchten. Er war ziemlich heruntergekommen; Hippies von einem angrenzenden Lager schliefen vor den Fresken.
Der hintere Teil des Palastes (Zimkhang) bot eine Überraschung: in zwei kleinen Klosterräumen hauste je ein alter Mönch; in ersten zeigte einer uns eine alte wertvol-le ladakhische Handschrift, die auf jeder Seite zwei Miniaturen enthielt. Sie war dick und sehr umfangreich. Ich führte später einige Gespräche, um den Erhalt der Hand-schrift und ihre ev. Überstellung nach Tikse oder Hemis zu organisieren. Wir über-nachteten im privaten Burma-Guesthaus in Deskit, wo die Familie uns ein Abendes-sen bereitete und wir später Ohrenzeugen der nächtlichen Eheauseinandersetzung wurden.

So., 22.8.: von Deskit nach Leh zurück
In der Frühe besuchten wir das Kloster 570 Jahre alte und von 80 Mönchen bevöl-kerte Deskit, wo wir an einer Puja teilnehmen konnten , dann besichtigten wir den kleinen Dukhang mit der Figur des Mahakalas mit einem Schädel in der Hand. Auch hier ist die M;odernisierung bereits eingezogen; die Mönche brauche nicht mehr zur Steilwand hinunter, um Wasser zu holen.
Wir fuhren dann zurück zur Koyakbrücke, um dann ins eigentliche Nubratal zu fah-ren. Das Kloster Sumur ist ein Tochterkloster von Rizong und entsprechen d neu und enttäuschen. Auch der Ort bot entgegen dem Reiseführer von Jutta Mattausch nur wenig Interessantes. Also ging es zurück nach Khalsar, wo wir im gleichen Buffet aßen wie am Tag zuvor, und zurück ging es über den Khardongpass nach Leh. In Pauls Guesthouse war ein Zimmer im 1. Stock frei, das wir gleich bezogen (400 Ru-pies). Ulli rief am Abend Barbara an, die uns mitteilte, dass zu Hause alles in Ord-nung sei. Wir gingen in verschiedene Läden; Ulli wollte unbedingt einen Teppich kau-fen und sah sich Produkte aus Sanskar und Afghanistan an, die erheblich günstiger waren als in Istanbul. Für Didi suchte ich einen Medizin-Buddha, den ich auch fand. Abends im „Edelweiß“ gab es nach Tagen endlich einmal Fleisch (Lamm). Wir unter-hielten uns noch mit dem muslimischen Ladakhi, dem die Travel-Agency gehört, über die Ausplünderung Ladakhs durch die Unvernunft der eigenen Bevölkerung. Er er-zählte uns besonders, dass der Leh-Palace noch vor 20 Jahren voll von Kunstschät-zen gewesen sei.

Mo., 23.8.2004: Leh
Morgens ging Ulli auf die Bank das letzte Geld wechseln – immer eine Prozedur von über einer Stunde! Ich studierte unterdessen das Prunkwerk über Alchi von Roger Gropper (London 1996). Wir gingen dann die Main Road zum Old Tibet Market und hinunter zum Moti Market bis zum alten Stadttor, wo wir eine alte Holzmodel für Ge-betsfahnen und Mantras erwarben. Wir kauften im „Paradise“ einen kaschmirischen Teppich und schließlich noch einen alten Buchara. Für Barbara suchten wir einen teppichartigen Wandbehang indischer Art mit Spiegeln. Im „Antique Art“ kaufte ich das Sanskritbuch, das die Entwicklung der indischen Religionsgeschichte behandelt. Zum Glück kamen wir darauf, dass wir schon am Donnerstag und nicht erst am Frei-tag zurückfliegen. Die Rückbestätigung der Tickets bei der Aua in Delhi war nicht ganz einfach. Nachmittags gingen wir noch einmal zum Moti Markt, wo wir aber nicht so viele Originale sahen als am Vormittag (als wir keine Kamera mithatten). Mit gro-ßem Interesse las ich Janet Rizus Buch über Ladakh, das Wissenschaftlichkeit mit guter Lesbarkeit verbindet.

Die., 24.8.: Höhlenkloster Trakthok, Gemre und Hemis
Wir fuhren mit dem Taxi über Sakti zum Höhlenkloster Trakthok, das im 8. Jh. vom Tantriker Padmasambhava gegründet wurde, der als erster den tantrischen Budd-hismus nach Westtibet gebracht hatte. Das Kloster gehört bis heute der Nyingmapa-Sekte an. Die Puja dauerte endlos, sodass wir den Dukhang verließen. Die darüber liegende Bibliothek konnten wir nicht besuchen. Die Höhle war rußgeschwärzt; hinter der Altarwand verrichteten die Mönche tantrische Praktiken. In den eigentlichen Höh-len wohnte niemand mehr; die Mönche hatten in der Nachbarschaft ein neues Klos-ter errichtet.
Das Kloster Chemre ist eine Niederlassung von Hemis und wurde von Jutta Mat-tausch eher negativ als heruntergekommen beschrieben. Wir hatten Glück, denn die Mönche zeigten uns nicht nur handgeschriebene Bücher auf schwarzem Papier son-dern auch eine Halle im oberen Stockwerk, die ganz mit Fresken ausgemalt war. In einem Hof sahen wir einen ausgestopften Steinbock und ein Schaf. Wider Erwarten bekamen wir hier doch Einiges zu sehen.
Das bedeutende Kloster Hemis war das letzte, das wir uns auf dieser Reise ansehen sollten. Es wurde vor 350 Jahren gegründet und ist mit 500 Mönchen das größte Kloster des Landes, dem auch ein Viertel des kultivierbaren Bodens gehört. Wir aßen zunächst vor dem Kloster eine Nudelsuppe und besichtigten dann 4 Tempel; am schönsten war der Lhakang Nyinpa mit seinen 400 Jahre alten Fresken mit südchi-nesischen Landschaften., von denen wir einige fotografieren durften. Bemerkenswert war auch der Dukhang Parpa mit einer 5 m hohen Buddhastatue und einem 8 m ho-hen Silberchörten. Über den Büchern lag ein loses schwarzes Blatt mit Silberschrift.
Wir wurden schließlich von einem Lehrer, dem Lama Dorjee in sein Zimmer gebeten. Er machte uns einen Tee und erzählte uns, dass er 21 Jahre in Darjeeling verbracht habe und analysierte uns die ökonomischen Probleme des als „reich“ geltenden Klosters, das wenig Geld hat und sich auch keine Computeranlage leisten kann. In Darjeeling lernte er gut Tibetanisch und möchte in seiner Schule jetzt Computer und Internet einführen. Ich erzählte ihm auch von der Handschrift im Königspalast in Hundar, um die er sich kümmern will, wenn ich ihm Fotos schicke.
Als wir in Leh den Teppich abholen wollten, bot der Händler Achmad Mansur uns auch noch Tangkas an, darunter eine sehr schöne ganz alte aus Kaschmir mit Budd-ha, einen Medizinbuddha und ein Lebensrad.

Mi., 25.8. Von Leh nach Delhi
Der Abschied wurde zur Qual. Wir standen um 5 Uhr früh aus, fuhren im strömenden Regen ohne Frühstück zum Flughafen und ließen die zahlreichen Sicherheitschecks über uns ergehen. Bei den Kontrollen regten sich die Zöllner nur über meine 2 Mani-Steine auf, von denen sie Rechnungen sehen wollten. Dann hieß es dauernd, es sei nicht sicher, ob der Flug gecancelt werde. Das zog sich bis Mittag hin, bis wir mit hungrigen Mägen einsteigen und nach Delhi fliegen konnten. Auf dem Flughafen buchten wir ein prepaid-Taxi und fuhren ins Zentrum, zunächst zum indischen Natio-nalmuseum. Von einem Löwen der Stupa von Sanci über Buddhas aus der Gandara- und Gupta-Zeit bis zu einem Buddha-Reliquiar und den ältesten erhaltenen buddhis-tischen Handschriften aus dem 12. Jh. und persischen und mogulischen Miniaturen bot das Museum mehr, als wir in den verbliebenen eineinhalb stunden anschauen konnten. Interessant waren auch die hier aufbewahrten Funde von Zentralasien und der Seidenstraße (bis zu sassanidischen Gewändern). Im Regen fuhren wir dann zum „Roten Fort“ und zur „Großen Moschee“, wo die Muslime uns noch abzocken wollten. Wir fuhren schließlich zum Gandhi-Memorial, das uns sehr beeindruckte. Am Connaught-Platz wurde die Ubahn gebaut; wir aßen um 20 Rupies Kartoffeln von einem Straßenhändler und suchten uns der bettelnden Kinder zu erwehren, die uns auf Schritt und Tritt verfolgten. Wir flüchteten in ein High-Society-Lokal, wo es Heine-ken-Bier gab und man für ein Essen mehr hätte zahlen müssen als ein Durchschnitt-inder im Monat verdient. Voll *Überdruss ließen wir uns vom Taxi zum Indira Ghandi-Flugplatz bringen, wo wir zahlreiche Sicherheitschecks über uns ergehen lassen wollten und dann kurz vor 2 Uhr früh Ortszeit endlich das Flugzeug nach Wien besteigen konnten. Wein und Sekt – den wir 18 Tage lang nie zu Gesicht bekommen hatten, machten uns deutlich, dass wir wieder auf österreichischem Hoheitsgebiet waren.
Die Begegnung mit Ladakh war wunderbar, auch mit dem Buddhismus. Mir wurde hier jedoch wieder einmal klar, dass wir bei uns immer den philosophischen ideali-sierten und rationalisierten Buddhismus vor Augen haben, der mit der real existieren-den Ausprägung im tibetanischen Tantrismus weniger gemein hat, als man meinen möchte.

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