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Wilhelm Baum

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2004-09-21

Auf Buddhas Spuren in Asien - Teil II

14. August bis 20. August 2004

Sa.,14.8.:
Wir gingen zu Fuß auf die Shanti-Stupa am Rande Lehs. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. Vorbei an buddhistischen Gräbern gingen wir von dort aus zur Ruine der Stupa Tissene. Wir waren jedoch enttäuscht; es gab kei-ne Kunstwerke mehr, die erhalten sind. Über das Alter kann ich keine Aussagen ma-chen. Zu Fuß gingen wir weiter zum Kloster Sanskar, das zum Gelbmützenorden gehört. Mit zwei Deutschen fuhren wir zurück nach Leh. Am Abend fuhren wir noch einmal mit dem Taxi nach Sanskar, wo wir Versammlungshalle und einige Räume besichtigen konnten. Abends aßen wir im „Edelweiß“, wo es ein Bier gab. Ich kaufte das Buch „A History of Western Tibet“(1907), das eine erste Auswertung die ladak-hischen Chroniken enthält. Abends besuchten wir den „Neuen Tibet Market“ und ar-rangierten die Permission für den Besuch in Tangtse.

So., 15.8.2004:
Fahrt nach über den 5599 m hohen Chang-La-Pass nach Tangtsee und zum Pan-gong-See. Es ging vorbei am Kloster Tikthse und Chemre. Auf der Höhe des Passes sahen wir erstmals auch Yaks und Murmeltiere. Der Höhepunktdes Tages war die Besichtigung der „Nestorianerkreuze“ neben prähistorischen Felsritzungen und spä-teren buddhistischen Aufschriften. Auch auf der Höhe des Felsens gab es Kreuze, die Manuel, der Sohn der Zimmerwirtin, fotografierte. Die nestorianischen Kaufleute waren von der Seidenstraße nach Leh unterwegs. Vom Pangongsee aus konnten wir schließlich die tibetisch-chinesische Grenze sehen. Etwas überrascht waren wir, als wir am Tag darauf erfuhren, dass die Taxifahrt 5700 Rupies kostete. Die Tarife für die einzelnen Orte sind hier fixiert; sie wurden uns aber nicht vorher genannt.

Mo., 16.8.: Leh, Stoc und Tikse
Vormittags gingen wir an der Moschee und dem Baum, unter dem der Sikhgründer Nanak meditierte, vorbei auf den oberen Teil der Burg von Leh. Wir benutzten dabei den „hinteren“ Aufstieg von der Straße von Changspa her. Zunächst besichtigten wir den Changa-Lakhang-Tempel mit einer riesigen Buddhafigur, dann den Gongkhang, den Tempel der Schutzgottheiten. Mit dem 6armigen Makhala und Fresken aus der Mogulzeit. Die Gesichter der Schutzgötter sind verhängt; nur einmal im Jahr werden die Tücher abgenommen. Dann gingen wir noch weiter zu den Ruinen der alten Burg, wo wir ein Ehepaar aus der Schweiz trafen, das vor 30 Jahren bereits einmal in Ladakh war. Die Frau erzählte, wie damals die Häuser verwanzt und die Kinder ver-laust gewesen seien. Die Gebetsfahnen flatterten von der Burg bis zu einem Hügel auf der Gegenseite.
Am Nachmittag fuhren wir zur Königsburg von Stoc. In einem Saal war eine Samm-lung von alten Tankas von ca. 1520. Wir sahen auch eine tibetanische der mongoli-sche Urkunde mit einem Siegel nach der Art des Großkhans. Wir sahen auch ladak-hische Münzen und Siegel, Stempel zum Bedrucken der Gebetsfahnen und von Bü-chern, Handschriften und Gebrauchsgegenstände aus dem Privatleben der Königs-familie. Noch heute bewohnt die Frau des letzten Königs die oberen Stockwerke des Palastes. Das Museum hier war eigentlich das einzige, das wir in ganz Ladakh zu sehen bekamen. Zahlreiche Chörten umstehen den erst 1825 gebauten Palast. Über eine mit zahllosen Fahnen geschmückten Brücke fuhren wir schließlich weiter in Richtung Tikse.
Tikse wurde um 1440 als typisches Gelbmützenkloster vom berühmten Reformator Tsongkhapa gegründet; die Anlage ähnelt wie viele Klöster im Baustil dem Potala von Lhasa, der ja über Jahrhunderte eine art Oberaufsicht über das sprachverwandte Ladakh ausübte. Es gibt hier auch eine Schule für junge Mönche. Gleich neben dem Eingang befindet sich ein neuer Tempel mit einer über 2 Stockwerke reichenden Buddhafigur. Die Versammlungshalle enthält neben einem Vorraum mit Lebensrad zwei schöne holzgeschnitzte Säulen und ein Bild der buddhistischen Göttin „weiße Tara“ mit 1000 Armen und 1000 Füßen. Die Göttin des Mitleids und der Erlösung findet sich überall. Der Raum hinter der Versammlungshalle (Dukhang) enthält eine Ahnengalerie des Gelbmützenordens. Das tiefer gelegene weiße Gebäude (Dukhang Karpo) mit Fresken aus der Gründerzeit konnten wir leider nicht besichtigen.
Zum Abschluss des Tages besuchten wir die alte Königsburg von Shey, die bis 1470 die Residenz der Könige von Ladakh war und jetzt renoviert wird. Auch hier war nur noch der Tempel in Betrieb, in dem ein alter Mönch vor dem 8 m hohen Buddha – den König Deldan Namgyal 1633 errichten ließ - aus einem Palmblattbuch las und betete. Die neuen Palmblattbücher werden bereits gedruckt. Bemerkenswert war das Steinrelief der Dhyani Buddhas unterhalb der Burg in einer Kurve aus dem 10. Jh., das zu den ältesten buddhistischen Monumenten in Ladakh gehört und den Urbudd-ha mit seinen 5 Verkörperungen zeigt. Einige Tage später fanden wir in einiger Ent-fernung von hier noch weitere Steinreliefs aus dem 10. Jh. Ganz in der Nähe ist das Haus mit dem Versammlungsplatz, wo der Dalai Lama wohnte – vermutlich beim Ka-lachakra-Ritual, das vor einigen Jahren im Kloster Hemis gefeiert wurde.

Die., 17.8.: Leh – Phiyang – Spituk
In der Frühe kam mir nach dem Besuch in Stoc der Gedanke, zu klären, ob es in La-dakh tatsächlich eine eigene Münzprägung gab. In einem tibetanischen Geschäft verwies man mich auf den Laden „Karma“ neben dem Eingang zur neuen Pagode. Der Besitzer kannte sich aus und verkaufte mir eine tibetanische Kupfermünze und eine von dieser völlig verschiedene ladakhische. Ich ging nun zum „Old Tibet Market“ und lernte hier den 30jährigenTibetaner Nyima Woser kennen, der mir seine Lebens-geschichte erzählte. Er kannte sich bei den Antiquitäten und Münzen genau aus und konnte auch die Datierung nach dem tibetanischen Kalender auflösen. Ich kaufte von ihm weitere tibetanische und ladakhische Münzen, auch einen Papiergeldschein, ei-ne Tara aus Salz und Gras mit den 1000 Armen und ein Siegeltypar mit Sonne und Mond wie auf dem Geldschein. Wir aßen auf der „Terasse“ am Hauptplatz und fuhren dann mit dem Taxi zum Kloster Phiyang und nach Spituk.
In Phiyang durften wir keine Innenfotos machen. Der Gongkhang der Schutzgötter zeigte wiederum den schwarzen Mahakala, ein Vogelskelett und mongolische Beu-tewaffen. Das Schamanische rückte das buddhistische Gedankengut ganz in den Hintergrund. Im neuen Versammlungsraum sahen wir buddhistische Bronzen aus dem 12. u. 13. Jh. aus Kaschmir. In einem Gespräch mit einem jungen Mönch erfuh-ren wir, dass der indische Staat die Renovierung bezahlt. Auf die Frage, warum er denn nicht mitarbeite, antwortete der Mönch, weil er vom Staat kein Geld bekomme. Auch hier gewannen wir den Eindruck, dass die Mönche eine abgehobene Kaste bil-den, die wenig praktisch tätig sind und auch die alten Schriften eher horten als stu-dieren. Die einzig sichtbare Tätigkeit war häufig das Kassieren des Eintrittsgeldes. Ie Äbte der Klöster wohnten oft ganz woanders, wie z.B. in der Villa neben dem Kloster Sanskar.
Den Höhepunkt des Tages bildete der Besuch im Kloster Spituk, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben (bei einer Puja) den berühmten Buttertee trank. Nach dem En-de der Puja fragte ich einen Mönch, ob er uns nicht eine alte Handschrift zeigen kön-ne. Er zeigte uns eine, die angeblich 1000 Jahre alt war, sowie eine Gesetzess-sammlung von 12 oder 14 Bänden und eine Sammlung alter Buddhafiguren. Auf der Spitze des Berges stand der Gonkhang der Schutzgottheiten mit Dämonen und dem Schutzgott Yamantaka. Die Angehörigen der indischen Armee unterhalb des Klosters besuchten den Ort, den sie mit der hinduistischen Göttin Kali in Verbindung brach-ten. Die Buddhisten wiesen jedoch in einer aufgestellten Tafel darauf hin, dass es im Buddhismus keine Göttin Kali gebe. Auch hier in diesem kleinen Gipfeltempel wurde uns wieder klar, wie sehr der Buddhismus hier vom Tantrismus und der Bön-Religion überlagert wurde.

Mi., 18.8.: Leh – Basgo - Lamayuru – Alchi
Wir fuhren zunächst zur mittelalterlichen Hauptstadt von Unter-Ladakh, Basgo, das heute nur noch ein Dorf ist. In der Geschichte des Landes spielt die Belagerung von 1680 durch die Mongolen eine wichtige Rolle, der Ladakh nur mit kaschmirischer Hil-fe widerstehen konnte – was den Anfang vom Ende der Unabhängigkeit bedeutete. Vom Königspalast sind nur noch Ruinen erhalten. Wir besichtigten zunächst den Matreya-Tempel mit einer 8 m hohen Buddhafigur gegenüber der Königsburg. Die Fresken aus dem 16. Jh. zeigen die Lebensgeschichte Buddhas und die übliche tantristische Götterwelt, Bodhisattvas, Yogis, Heilige und Klostergründer. Hier wie im Serzang-Lhakhangtempel war nur noch ein einziger Mönch, der den Eintritt kassierte. König Sengge Namgyal ließ um 1660 die 333 Bde des buddhistischen Kanons in Gold- und Silberschrift anfertigen. Ein kleiner Tempel der Königin aus Baltistan wurde im Auftrage der Unesco restauriert; eine Restauratorin aus Mailand erneuerte mit Hilfe von Einheimischen die Fresken.
Die Fahrt ging weiter indusabwärts und hinauf bis Lamayuru, das vor dem Buddhis-mus ein Zentrum der Bön-Religion war und jetzt das bedeutendste Rotmützenkloster ist. Wir bekamen nur den Dukhang zu sehen; in einer Höhle auf der rechten Seite soll der Reformator Nasropa im 11. Jh. meditiert haben. Unter dem Mönch Rinchen-Zangpo (958-1055) wurde das Kloster zu einem Zentrum des Landes. Auch hier war eine Puja im Gange; anschließend erlebten wir einen Umzug der Mönche mit ihren Musikinstrumenten hinunter ins Dorf. Leider war der Löwentempel unterhalb des Klosters verschlossen. Wir aßen etwas und fuhren dann zurück nach Alchi, wo es nicht leicht war, ein Zimmer zu finden und aufgrund der Strom-Problematik das Le-ben nicht ganz leicht war. Eine Diskussion über Solar-Zellen beendete den Tag.

Am Do., den 19.8.
besichtigten wir in der Frühe zuerst den dreigeschossigen Sumtsek mit einer wun-derschönen 900jährigen Holzfassade. Dieses auf Ringchen Zangpo zurückgehende Kloster war der absolute Höhepunkt der Kunstentwicklung des Landes. Im Tempel standen 3 Bodhisattvas aus Stuck mit 4 m Höhe. Uf den Beinen der Statuen waren wunderbare Miniturmalereien zu sehen. Die Göttin Tara trägt Schädelknochen. Die Malereien zeigen kaschmirischen Einfluss, der aufgrund der muslimischen Eroberung Kaschmirs dort selbst gar nicht mehr erhalten ist. Eine erhaltene Inschrift stellt die Gründungssage jedoch etwas anders dar. Das Buch Roger Gropper. Alchi. Ladakhs buddhistic sanctuarity, London 1996 beschreibt diesen hervorragenden Tempel. Lei-der konnten wir die Bilder der oberen Stockwerke mit einem Porträt eines Mönchs, der mit der Geschichte des Klosters zu tun hat, nicht betreten. An einem Bild, das zur Hälfte (links) restauriert war, konnten wir den Unterschied zwischen hervorragender mittelalterlicher Malerei und heutiger Restaurierung deutlich feststellen. Ulli hatte Glück, da sie morgens allein im Tempel war und alles fotografieren konnte.
Der Dukhang von Alchi sticht hervor durch sein buntbemaltes Eingangstor mit Schnit-zereien, die wir nicht fotografieren durften; sie befinden sich innerhalb eines Innenho-fes, der gerade restauriert wird. Auch hier hat ein Mönch den Schlüssel, der stets aufpasst. Im Innern hängen 500 Jahre alte tibetanische Tankas. An den Wänden be-finden sich großformatige Mandalas und Bilder aus der buddhistischen Mythologie.
In der Figurennische vorn befindet sich eine Darstellung der allumfassenden Weis-heit, verkörpert durch den Urbuddha Vairocana. Beide Tempel besuchten wir am nächsten Morgen noch einmal; es war der Höhepunkt der Reise.
Die anderen beiden Tempel wie der Lotsawa-Lhakang, der dem „Gründer“ Ringchen Zangpo gewidmet ist mit einer vergoldeten Statue des Buddha Shakyamuni war we-niger interessant, aber wir konnten ungestört fotografieren.
Der Manjushri-Lhakang ist den Bodhisattva der Weisheit gewidmet. Mit dem Urvogel wirkte er eher kitschig. In engen Chörten gab es Durchgänge mit Bildern aus der buddhistischen Mythologie. Ich fand in einem Geschäft bei dem Gasthaus, wo wir zweimal aßen, einen versilberten Ziegenschädel, ein Haus-Schutzgeist, den wir e-benso erwarben wie eine relativ alte ladakhische Münze und einen tibetanischen Geldschein (günstiger als auf dem Old Tibet market in Leh). Unangenehm war nur die schlechte Stromversorgung, die sich auf den Abend beschränkte. Die indische Regierung unterstützt daher die Solarzellen. Am Indus wird ein Staudamm gebaut, der ab 2007 die Stromversorgung in der Gegend sichern soll. Wir schliefen 2 Nächte im Hotel, stellten aber fest, dass die meisten Gäste nur tagsüber in Alchi bleiben.
Am Nachmittag des 19.8. fuhren wir nach Manggyu; mit dem Auto ging es eine Stun-de, dann mussten wir zu Fuß weiterwandern. Es war teilweise so steil, dass ich schon umkehren wollte. Nach einem langen Marsch über die Felder erreichten wir das Einschichtdorf, in dem 4 Tempel nebeneinander lagen. Zuerst besuchten wir den Dukhang, dessen Wände mit großen Mandalas bemalt waren. Die Schutzgottheiten waren auf der linken Seite zu erkennen. Buddha sitzt inmitten von Holzstatuen, die mit Gold bemalt sind und wohl aus der Schule von Alchi stammen und in die gleiche Zeit gehören. Danach besuchten wir den links davon gelegenen Tempel des Avalo-kithesvara (Bodhisattva des Mitleids) mit 1000 Armen, der sich in einem schlechten Zustand befindet. Anschließend krochen wir durch eine sehr niedrige Tür in den rechts außen gelegenen Tempel des Matreya mit einer zweistöckigen Stuckfigur mit ähnlichen Beinkleidern wie in Alchi I. Der Tempel ganz links außen war dem Buddha Manjushri geweiht, dessen Beinkleider-Bemalung nicht mehr erhalten war. Wir waren sehr überrascht, in einem Dorf, in dem es nicht einmal einen Strom gab, ein so altes und anscheinend verlassenes Kloster zu sehen. Wir fassten an diesem Donnerstag den Entschluss, nach der Rückkehr nach Leh noch einen Ausflug ins Nubra-Tal zu machen.

Fr., den 20.8.2004: Von Alchi nach Leh
Nach einem zweiten Besuch im Dukhang und im Sumtsek, bei der wir einige Fotos machen konnten fuhren wir am Vormittag zum Kloster Rizong, von dem wir aber ent-täuscht waren. Das erst im 19. Jh. gegründete Kloster bot wenige alte Sehenswür-digkeiten. Am interessantesten war noch die Klosterschule, in der junge Novizen un-terrichtet wurden Wir entschlossen uns zur Rückkehr nach Leh und holten unsere Sachen aus dem Hotel in Alchi ab.
In Saspol besichtigten wir drei Höhlen von Yogis der Gelukpa-Schule aus dem 12. Jh. Der Aufstieg war mühsam, aber dafür konnten wir seelenruhig alle Fresken foto-grafieren, besonders in einer Höhle, vor der ein Mast stand, wo der gesamte Zyklus praktisch unversehrt erhalten war. Hier waren neben den Buddhas auch tantrische Motive zu sehen.
Anschließend fuhren wir zum 1065 gegründeten Kloster Likir, dessen Abt der Bruder des Dalai Lama ist, der jedoch auch in Daressalam wohnt. Wir konnten nur in einen Tempelraum; die anderen waren versperrt. Von den über 100 Mönchen waren nur wenige zu sehen, die herumsaßen. Auch das Museum in der Abtwohnung war ge-schlossen. Wir fuhren nach Leh zurück, fanden aber in Pauls Guesthouse keinen Platz mehr und übernachteten in einem Guesthouse an der Changspa-Straße. Mit unserem Reisebüro vereinbarten wir schon für den nächsten Tag eine Fahrt in das Nubratal; die Permission wurde noch am gleichen Tage besorgt. Die Fahrt kostete 5700 Rupien, also über 100 Euro. Ich schrieb noch ein letztes Rundmail an diesem Abend.

20.8. Rundbrief
Wir sind nun schon ueber eine Woche in Ladakh, einmal waren wir schon auf
5600 m, wo die Yaks sich tummeln, morgen fahren wir mit Permission in das
Nubratal ueber die hoechste befahrbare Strasse der Welt. Wir haben mehr als
10 Kloester besichtigt, mit wunderbaren Fresken, mehrere Pujas (Gottesdienste
der Moenche mit Pauken, Schellen und Trommeln) mitgemacht, es war sehr
eindrucksvoll. Daneben kamen direkt bergsteigerische Leistungen, gestern
kletterten wir ins Dorg Manguyi mit herrlichen Fresken aus dem 12.
Jahrhundert, heute in Eremitenhoehlen mit Fresken aus dem 1. Jahrhundert.
Eindrucksvoll war auch die Begegnung mit einem Tibetaner, 30 J. alt, der vor
16 Jahren nach dem Tod seiner Eltern als Juengster der Familie nach Lhasa
fuhr (1 Woche im LKW), als er dort sah, was die Chinesen angerichtet haben,
entschloss er sich mit 12 Jugendlichen zur Flucht, die 6 Monate dauerte,
vorwaerts nur bei Tag, durch Eis und 6000er Paesse. Durch ihn kam ich auch
an einige sehr schoene Antiquitaeten, wie alte ladakhische und tibetanische
Muenzen und Geldscheine. Einen tantrischen versilberten Ziegenkopf, Tangkas
usw. haben wir auch schon gefundfen, dazu eine Sanskrit-Handschrifdt
religionsgeschichtlichen Inhalts. Jetzt waren wir 2 Tage in Alchi, wo sich
die feinsten Fresken kaschmirischen Stils aus dem 1q. u. 12. Jh. finden,
vergleichbar mit byzantinischer Buchmalerei, einzigartig in ihrer Qualität. Das Kloster haben wir uns heute angeschaut, aber das Leben dort ohne Strom und
Kuehlschrank ist freilich gewoehnungsbeduerftig. Wir sind vom Buddhismus sehr angetan, obwohl mir die tantrischen Züge, wie die weisse und gruene Mara und ihre 12 Inkarnationen nicht so liegen, wie auch die schamanistischen Reste. Dennoch: alles in allem sind wir sehr begeistetr und freuen uns sehr.“ –

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