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Ludwig Roman Fleischer

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2004-08-02

Edam und Ava - Teil I

Vers 535 bis 605

535

Derweil der Engel seine Reden (oh, sie waren dringend!) schwang,
an and’rer Ecke Satan ein in Eden – keinen Flügel schwingend – drang.
Vielmehr tat er’s reptilisch. Kleingetier vor dieser Schlange wich,
ins Menschenpärchen sich der Schlaf – sie lagen Wang’ an Wange – schlich.
Kein Engel wachte, keiner würde Warnung tüten,

540

doch stand für Satan fest: Nicht ohne Tarnung wüten!
Aus Angst vor Engeln tarnt die Schlange sich mit Ribiseln,
lässt Blätter, Steinchen, Gras noch über sich als Alibi rieseln.
Sogleich – es bringt nichts, wenn weiter ich beschönig’s lange,
schritt (oder besser: kroch) zur Untat nun die Königsschlange.

545

Ava träumt Phallisches. (Man braucht nicht lange schließen:
Oh wenn doch Menschenfrau’n von ihrer Vorlieb’ für die Schlange ließen!)
Die Schlange wirbt und schmeichelt, behauptet, sie tut Gutes.
Einmal ein Abenteuer ohne Edam, oh, wie gut tut es!
Die Schlange weiß, was Frauen wünschen, sie tut lange schleimen.

550

Wird Ava schwach, wird sie die Schlange leimen?
Satan, er flüstert Ava Süßes zu, erzählt ihr manch Legende,
von seinen Ruhmestaten, im noch ungefallenen Gelände.
Von Kraft, von Schönheit, mancher höchst gefragten Sucht,
natürlich von der ihr zu essen untersagten Frucht.

550

Dann tut er ihr zum Abschied noch die Wange lecken,
ihr Gatte wird sie bald, es dauert nicht mehr lange, wecken.
Als Ava aufwacht, ist zum ersten Male ihr im Leben bange.
Es ist von Satan was in ihr, und ihre Glieder beben lange.
Den Edam, als er morgens an den Stamm des Bäumchens trat,

560

sie um die Deutung ihres sonderbaren, wirren Träumchens bat.
Edam erschrak, er fand die Schlang’ in seinem Deuten lüstern.
Es kommt bei Schlangenthemen zu Phobien bei vielen Leuten, düster’n!
Dabei: es hatte Ava gut die Hälfte relevanter Fragen,
ihre Traumgefühle auch, verschwiegen: Edam hätt’ sie nicht vertragen!

565

Er rettet’ sich in Zorn; erstmals hört’ man den Gatten schelten:
Unendlich mehr als Träume sollte Törin, Gottes bloßer Schatten gelten!
Bist du zu fangen, eitle Maus, mit Schmeichelspeck?
Bedenk’ ich’s, ich vor Galle bitter’n Speichel schmeck!
Lass dich betören und es ist mit schönen Reden aus

570

und Gott, der Herr, schmeißt uns – ich garantier’s – aus Eden raus!
Ava hierauf mit nassem Aug’ und Kopfeswiegen schmollte,
der Gatte voll der Reue sich an ihren Busen schmiegen wollte:
Mein Honigflötchen, Nektarpfeifchen, meine Zuckergeigen!
Wirst mir nicht, weil ich unbeherrscht war, feuchte Gucker zeigen?

575

Es hilft nichts, wenn ich dich mit einer Rippe Schokolade,
mein süßes Rippchen, zu mir lock’? Oh, schade!
Du machst Protestdiät? Das legt dir die Chemie lahm!
(Ahnte denn Edam, dass es später oft zu Bulämie kam?)
Willst du, dass weiter ich für meine schlechte Sitte büße?

580

Wie mach’ ich’s wieder gut? Sag’s mir doch bitte, Süße!
Oh, holde Frau, du bist meine Alles, meine Eden-Nabelschnur!
Wenn es dir wirklich lieber ist, dann halte ich den Schnabel. Nur:
Ich würd’ so gern jetzt bringen dir ein heißes Ständchen,
von dir bald spüren unweit meines Steißes Händchen.

585

Oh, kannst du nicht – nach diesem matten Beginnen –
den Tag zum Festtag machen und den Gatten beminnen?
Schön-Ava! Wie tat ich, als ich erstmals dich begrüßte, beben!
Komm’, tu an meine harte Brust doch deine weichen Brüste geben!
Ich zitt’re wie ein Bäumchen vor des Menschen Hacke bebt,

590

wenn sanft im Schwunge deines Schrittes sich die Hinterbacke hebt
Für deines Beines Form, für deiner Augen Glanz, für deiner Hüfte Leben
stirb ich mit Wonne, fahr zur Höll’, lass mich in Lüfte heben.
Als du den Traum erzähltest, wollt’ ich’s gerade erwägen:
Tut mehr mich dein Gelenk oder dein Gewade erregen?

595

Obschon ich bin ein passionierter Rot- und Weißweinbeißer,
find’ deinen Mund ich röter und dein Bein weißer.
Selbst hoch am kalten Berg, da, wo die weißen Flocken liegen,
wird’s heiß mir, wenn ich sehen darf, wie deine Locken fliegen!
Kriegst du die Grippe und unser Läubchen wird zur Schnupfenzelle,

600

will ich für dich die Harfe und die Laute zupfen schnelle.
Glaub’ nicht, ich würde dann zur Liebe keine Lust haben!
Ich schwör’s, mich würde dein Geschnupfe und Gehust’ laben!
Würd’ mich mit Wonne infizieren, mir keine Infektion sparen,
stets bei dir sein, zu keines Arztes Inspektion fahren.

605

Vergib’ mir, Schatz, tu nicht von mir dein Köpfchen trennen,
sonst lern’ ich noch verzweifelt heißer Tränen Tröpfchen kennen!
Die Sonne steht schon hoch: Wir sollten bald das Land hegen.
Lass uns erst aneinander, danach ans Handwerk Hand legen.



Aus Ludwig Roman Fleischer: „Edam und Ava“, SISYPUS, 2004, 7,- €,
ISBN: 3-901960-24-4

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