|           | Schnee nach Konstantin Paustovskij & Alexander Solschenizyn mit Yulia Izmaylova und Felix Strasser Julija Izmajlova
Felix Strasser
VADA/ONEX
Synopsis | Ort: | Kremlhof Theater, Villach, Ludwig Walter Straße 29 | | Zeit: | 2010-02-02 19:00:00 | | Inhalt: | „Schnee“
nach Konstantin Paustovskij & Alexander Solschenizyn
Montage & Regie: Felix Strasser
Spiel: Tatjana Petrovna – Yulia Izmaylova, Potapov – Felix Strasser
Dauer: 30 Minuten [ohne Pause]
Das Publikum wird ersucht, dick eingepackt zu erscheinen
und wird mit fairtrade-Tee aus der Thermoskanne bewirtet.
Konstantin Paustovskij (1892-1968) drückt in Kiev gemeinsam mit Michail Bulgakov die Schulbank und beginnt in Moskau ein Philosophiestudium. Im Ersten Weltkrieg dient er als Sanitäter in Polen und Weißrussland. Anschließend arbeitet er in metallurgischen Fabriken und als Fischer in verschiedenen russischen Städten. Nach der Oktoberrevolution und während des Zweiten Weltkriegs ist er als Journalist in Odessa und im Kaukasus tätig.
Seine ersten Erzählungen – Seefahrerabenteuer vermischt mit Autobiographischem – erscheinen 1928. In den 30er Jahren entdeckt er für sich als Leitmotiv die Kraft der Natur und die Kostbarkeit menschlicher Wärme. Als Verfasser von Naturbeschreibungen, Künstlerbiographien und zutiefst menschlichen Erzählungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit protestiert er gegen den Zwang der Parteilichkeit im sowjetischen Literaturbetrieb. Nach Stalins Tod setzt er sich für die Rehabilitierung verfolgter Schriftsteller wie Isaak Babel, Michail Bulgakov und Jurij Olescha ein und unterstützt Literaten, die die Wahrheit über das Stalinregime aussprechen. Paustovskij ist der russische Mario Rigoni-Stern.
Paustovskijs Erzählung „Schnee“ ist ein melancholisches Heimkehreridyll über zwischenmenschliches Verstehen und die Sehnsucht nach einem warmen Fleckchen.
„Kein anderer russischer Schriftsteller kann so vielfältig und so überzeugend Gerüche wiedergeben, wenige so schön Stille sprachlich gestalten, Schweigen hörbar machen.“ (Wolfgang Kasack)
Alexander Solschenizyn (1918-2008)
dient nach dem Mathematikstudium in Rostov am Don im Zweiten Weltkrieg bei Kursk, Minsk und in Ostpreußen als Schallmesstechniker. Im Februar 1945 wird er wegen Verunglimpfung des Genossen Stalin in einem Brief, den er von der Front an seinen Schwager schreibt, zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die er zunächst in und um Moskau ableistet. Wegen eines Streits mit einem Vorgesetztem wird er 1950 in ein kasachisches Steppenlager verlegt. Nach seiner Straffrist wird er in die Verbannung auf Lebenszeit in den Süden Kasachstans entlassen.
1957 wird er rehabilitiert, kann in Rjazan als Astronomielehrer unterkommen und beginnt unaufhörlich zu schreiben. Seine erste Publikation gelingt 1962 mit „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“, akribischen Beschreibungen des Lagerlebens. Unter Breschnew wird er vom KGB überwacht, mehrere Manuskripte werden konfisziert. Nach der Veröffentlichung seines Monumentalwerks „Archipel GULAG“ in Paris wird er ausgebürgert, lebt in Zürich und Vermont und richtet einen Hilfsfonds für Lagerhäftlinge und deren Familien ein. 1990 kehrt er zurück nach Russland, wird geehrt – und Nationalist, wobei ihn die Staatsführung nach Kräften unterstützt.
Um Paustovskijs apolitisches Stimmungsbild gemäß seiner antistalinistischen Ideologie anzu¬reichern, wurden in seine Erzählung Passagen aus „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ und „Archipel GULAG“ montiert.
Die Solschenizyn-Zitate sind der Auftakt zur Kremlhof-Schwerpunktreihe „Erniedrigte & Beleidigte“! | | | ZUM NACHLESEN | Dienstag, 16. Juni 2026 hintendraußen Lesung und Buchpräsentation von Luisa Polli und Luca.A. alberti VENTIL, Kardinalsplatz 1, 9020 Klagenfurt Dienstag, 21. April 2026 Bernhard C. Bünker - Buchpräsentation und Ausstellungsführung/ Predstavitev knjige in ogled razstave Musilhaus, 1. Stock, Klagenfurt/Celovec Samstag, 11. April 2026 Neutralität als Friedenspolitik Erste öffentliche Veranstaltung „Neutralität als Friedenspolitik“ mit den Schriftsteller:innen Daniela Kocmut und Andreas Pittler sowie der Künstlerin Lena Kolter Musilhaus, 1. Stock, Klagenfurt/Celovec Donnerstag, 5. Feber 2026 Gösta Maier – Buchpräsentation zum 100. Geburtstag Es lesen Yulia Izmaylova und Felix Strasser. (Verein VADA) VENTIL kultur raum | kulturni forum | patio cultural, Kardinalplatz 1, Fleischbankgasse 8, 9020 Klagenfurt am Wörthersee Samstag, 31. Jänner 2026 2. Plenum der Friedensplattform Kärnten – Koroška mirovna platforma Musilhaus, 1. Stock, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt/Celovec Dienstag, 13. Jänner 2026 Walther Schütz - WAS IST & WAS NUN Buchpräsentation Veranstaltungssaal der Musikschule Villach Samstag, 13. Dezember 2025 Gründungstreffen der Friedensplattform Kärnten/Koroška Für eine starke und unabhängige Stimme für den Frieden in Kärnten/Koroška Musilhaus Klagenfurt/Celovec, Bahnhofstraße 50, 1.Stock Mittwoch, 10. Dezember 2025 UNBEWEGLICHES FEST Lesung von und mit Ludwig Roman Fleischer tio pepe, Kaiser-Josef-Platz 3, 9500 Villach Samstag, 24. Mai 2025 HINTERLAND BLEIBT STABIL - ZALEDJE OSTAJA NEUKLONLJIVO Demo gegen den diesjährigen Burschentag in Villach/Beljak Villach Mittwoch, 16. Oktober 2024 kärnöl weint In Memoriam wird bekannt gegeben Weitere Dokumentationen | |