2004-06-04
2 Kommentare zur 2. Villacher Kristallnacht
Das Mahnmal für die Villacher Opfer des Nationalsozialismus wurde abermals gezielt und unter erheblicher Gewalteinwirkung zerstört. Wenn ein Villacher Polizeijurist dann sofort meint, dass dahinter "eher ... kein politisches Motiv" steht, stellt sich die Frage, ob der Herr nicht vielleicht selbst eines hat. Eine rechtsradikale Denkmalschändung ist mehr als bloße Sachbeschädigung. Wenn das mir vorliegende Bundesgesetz zum Schutz der Kriegsdenkmäler für Opfer politischer Verfolgung und des Kampfes um ein freies, demokratisches Österreich nach wie vor in seiner ursprünglichen Form gilt, sind Denkmalschändungen in schweren Fällen mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe zu ahnden. Mehr als ein bloßes Vergehen. Und ganz sicher kein "Lausbubenstreich". Die Erwartung an die Polizei besteht darin, die Täter(innen) ausfindig zu machen. Öffentliche "Motivforschung" zu betreiben, ist dann Sache eines unabhängigen Gerichts. Bekanntlich gibt es in Kärnten am Gebiet der Denkmalsschändungen und -zerstörungen eine jahrzehntelange "Tradition". Leider ebenso lang ist die "Tradition" der polizeilichen Erfolglosigkeit bei der Aufklärung dieser Delikte und umso unverständlicher die vorschnelle Erklärung durch den Polizeisprecher.
Helge Stromberger
Ist ja ganz normal, daß im Haiderkärnten von Zeit zu Zeit so etwas geschehen muß. Da ist ja die Lobby "Vergessen" mächtiger und geschützter als sonstwo.
So eine kleine Kristallnacht muß ja jedes Naziherz erfrischen. Ginge es nur ums Dreinschlagen, gäbe es imposante Glaspaläste. Es geht aber um das alte weitermarschieren bis alles in Scherben fällt.
Gösta Maier
Albert Pulferer, 2006-02-26, Nr. 2338
Als sich die Klagenfurter Uni 1982 in einer Sammlung von interessanten Aufsätzen mit dem Kärnten Syndrom auseinandersetzte (Arbeitsgemeinschaft Volksgruppenfrage (Hrsg.): Wir sind kein einig Volk von Brüdern. Studien zum Mehrheiten /Minderheiten Problem in Kärnten. Verlag für Gesellschaftskritik. Wien 1982), deckte Ewald E. Krainz die Ursachen für Verdrängung und Projektion in seiner sozialpsychologischen Analyse "Die Angst vor dem Fremden" auf. Das Buch ist leider vergriffen, sollte aus aktuellem Anlass allerding wieder aufgelegt werden.
Es handelt sich hier um einen besonderen Abwehrkampf, muss doch das "Fremde" in jedem Abwehrkämpfer ausgemerzt und ausgelöscht werden. Nach seiner Projektion in die Außenwelt wird es geopfert wie ein Sündenbock. Ins Fremden werden die negativen Anteile des eigenen Unbewussten projiziert um dort problemlos "geopfert" zu werden.