2011-09-12
Keine gelehrten Ungeheuer hervorbringen ...
Misstrauen gegenüber der Bildung ist angebracht
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Folgendes Dokument ist im
„ANDEREN himatmuseum“ in Schloss Lind bei Neumarkt / Stmk. ausgestellt:
Am ersten Tag des neuen Schuljahres erhielten alle Lehrer einer Privatschule von ihrem Schulleiter folgenden Brief:
„Liebe Lehrer!
Ich habe ein Konzentrationslager überlebt. Meine Augen haben Dinge gesehen, die kein menschliches Auge je erblicken sollte: Gaskammern, erbaut von gebildeten Ingenieuren; Kinder, vergiftet von wissenschaftlich ausgebildeten Ärzten; Säuglinge, getötet von erfahrenen Kinderschwestern; Frauen und Kinder, erschossen und verbrannt von ehemaligen Oberschülern und Akademikern. Deswegen traue ich der Bildung nicht mehr. Mein Anliegen ist: Helfen Sie Ihren Schülern, menschlich zu werden. Ihr Unterricht und Ihr Einsatz sollte keine gelehrten Ungeheuer hervorbringen, keine befähigten Psychopathen, keine gebildeten Eichmanns. Lesen, Schreiben und Arithmetik sind nur wichtig, wenn sie dazu beitragen, unsere Kinder menschlich zu machen.“
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Siehe auch
Warum versagt das Wundermittel Bildung?
Abrüstung bei Bildung als Gebot der Stunde!
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Stephan Jank, 2011-09-12, Nr. 5249
Nicht erst vor diesem Hintergrund erhält Pollaks Aussage: "Er war ein Hauptschullehrer - also nicht gerade ein großes Licht." jene merkwürdige Duftnote, die auch allen anderen Beiträgen anhaftet, in denen (gerade heute) Bildung als DAS Bollwerk gegen die Barbarei gepriesen wird.
Bildung hat in der aufgeklärten Moderne schon lange vor den Nazis ihe Unschuld verloren. Vor und nach den Nazis war und ist sie neben dem Besitz das mit Abstand am meisten gebrauchte Maß um den (Markt)Wert und damit zugleich den Unwert von Menschen zu bemessen.
Viktor Rogy hätte in diesem Zusammenhang wohl gesagt: Wären Zeugnisse Klopapier, müsste man auf Klopapier verzichten.