2011-07-02
1934: Villacher Sozialisten bei der Tour de France
Aus dem Archiv des Vereins Industriekultur und Alltagsgeschichte
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Der Villacher Sozialdemokrat Sam Inzinger (rechts) mit zwei
Gesinnungsgenossen aus St. Veit
Lüttich, August 1934.
Alois Buttinger und Sam Inzinger flüchteten vor dem austrofaschistischen Regime vorübergehend in die Schweiz – von wo aus sie am 8. Juni 1934
mit ihren Fahrrädern aufbrachen und halb Europa bereisten. Die mühsame Fahrt führte sie über das nationalsozialistische Deutschland in die
Tschechoslowakei nach Brünn, wohin Österreichs führende Sozialdemokraten emigriert waren. Von dort ging es unter Entbehrungen und ohne Geld nach
Maastricht in Holland. Ziel war das sozialistische Jugendtreffen im belgischen Lüttich. Da sie für Belgien kein Visum bekamen, passierten die beiden
Villacher Sozialisten, getarnt als Teilnehmer der „Tour de France“ ohne Kontrolle die belgische Grenze. In Lüttich trafen sie drei Gesinnungsfreunde aus
St. Veit, die sich, trotz Drohungen seitens der austrofaschistischen Regierung, nicht abhalten ließen und hunderte Kilometer mit dem Fahrrad von Kärnten
bis nach Belgien zurückgelegt hatten.