Wasserhahn WASSER?  
Jetzt gehts um die LEITUNGSKOMPETENZ!  
 
Ausgangspunkt Klagenfurt
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Privatisierung nach dem Lehrbuch Allen offiziellen Bekenntnissen zum Trotz, wonach unsere Wasserversorgung nie und nimmer Tummelplatz privater Interessen werden dürfe, ist es nun doch soweit: Die Privatisierung der Wasserversorgung wird jetzt auch in Österreich eingeläutet. Und zwar von Klagenfurt aus. Begonnen wurde damit unter Bürgermeister Harald Scheucher im Jahr 2000, als die Klagenfurter Stadtwerke in eine Aktiengesellschaft, die STW Klagenfurt AG umgewandelt wurden. Zeittafel der Privatisierung
Entzug der demokratischen Kontrolle Obwohl noch zu 100% im Besitz der Stadt Klagenfurt, wurden durch diese Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft die Aufgaben der Stadtwerke (Strom, Wärme, Busse, Wasser, etc. …) sowohl der demokratischen Kontrolle wie auch der Einflussnahme durch den Klagenfurter Gemeinderat weitest­gehend entzogen. Dringlichkeitsantrag
der Klagenfurter Grünen
Teilprivatisierung stadteigener Unternehmen Die zweite Weichenstellung erfolgte 2005 durch die Gründung der AQUAssist Wasserversorgungs GmbH. Damals noch 100%-Tochter der STW Klagenfurt AG, wurde sie jedoch im Oktober 2006 zu 51% an zwei Tochterfirmen (aqua consult, VEOLIA Wasser) der französischen VEOLIA Environment verkauft. Beteiligungsverhältnisse
an der AQUAssist GmbH
»Ausschreibung« des Leitungs-
betriebes
Im dritten Schritt werden nun die Dienstleistungen rund um die Wasserversorgung bis Ende Juni 2007 ausgeschrieben. Arbeiten, die bisher zur vollsten Zufriedenheit von den öffentlichen Wasserwerken direkt und erledigt wurden, sollen nach den Plänen der Stadtoberhäupter durch die nunmehr private AQUAssist GmbH erledigt werden. »Nur ein Hausmeister-Job«, wiegeln die Verantwortlichen ab.

Ist es aber wirklich so harmlos?   Weiter...
Komisch

Zeittafel der Privatisierung

Die Zeittafel zeigt deutlich die immense Beschleunigung im Privatisierungsprozess der Klagenfurter Wasserversorgung.

Die Beteiligungsverhältnisse an der AQUAsisst Wasserversorgungs GmbH sprechen eine deutliche Sprache.

Beteiligungsverhältnisse an der AQUAssist GmbH

aqua consult
VEOLIA Wasser
STW Klagenfurt AG
AQUAssist GmbH

Dem vorliegenden - man möchte meinen unverdächtigen - Dringlichkeitsantrag vom 27. März 2007 der Klagenfurter Grünen (diese stellen immerhin einen Stadtrat) wurde unter Hinweis auf geltendes AG-Recht (legal!) die Aufnahme in die Tagesordnung des Klagenfurter Gemeinderates verweigert.

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Dringlichkeitsantrag der Klagenfurter Grünen vom 27. März 2007

»Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind zentrale Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Österreich hat in den letzten Jahrzehnten auf diesen Gebieten einen hohen Standard erreicht, den es zu erhalten gilt.«

(Zitat: AQUAssist )

Warum soll das auf einmal ein Privater besser können? Die zahllosen Negativbeispiele von Kiel über Berlin bis London zeigen ja gerade das genaue Gegenteil!

»Den Hälfte-Verkauf der Aquassist bezeichnete Junghans gegenüber der APA "Einstieg in einen expandierenden Markt". Wasser-Dienstleistungen hätten großes Potenzial, allein in Kärnten und Nordslowenien umfasse dieser Markt ein Volumen von mehr als 50 Mio. Euro jährlich.«

(Quelle: APA )