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Gösta Maier

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2002-06-18

Gösta Maier über Helen Consolati

Sehr verehrte Damen, geehrte Herrn, liebe Kunstfreunde!
Kunst ist die universelle Kommunikation. Sie kann sichtbar, hörbar , fühlbar , riechbar , sie kann imaginär ahnbar sein. Sie ist nicht nur können, sondern auch kennen, erkennen und vermitteln.
Und sie bezieht sich nicht nur auf die Bildersprache, Zeichensprache, die Klangsprache und Gedankensprache, wie auch die verbale oder nonverbale Alltagssprache. Ihre Medien reichen vom Notizzettel über die Geste bis zur Klangwolke.
Das wesentlichste Medium aber ist der Mensch, und hier wieder die Künstlerin, der Künstler.
Künstler heute sind Menschen wie wir alle, vielleicht etwas sensibler in ihrer Gefühls- Gedanken- und Erlebniswelt. Ihre exhibitionistische Mitteilungsgabe allerdings macht sie suspekt, hebt sie ein bisserl aus der Norm, und wird gerne übel genommen.
Daher ist es beachtlich, wenn eine Frau in der Mitte ihres Lebens auszusagen beginnt. Diese Frau weiß, sie hat vieles erlebt, über vieles nachgedacht, und hat nahezu nie eine befriedigende Antwort gefunden. Es hat immer Erklärungen, Erläuterungen, Meinungen gegeben, aber nie die klare verständliche Antwort. Bis ihr gewahr wurde, diese Antwort kann nicht von außen kommen. Sie kommt von innen.
Der nächste Schritt war, sie deutlich und sichtbar zu machen. Die Art, in künstlerischer Form, ergibt sich von selbst. Und doch tut sie es wie selten jemand. Intuitiv. Sie überspringt die Stilrichtungen einiger Jahrzehnte und knüpft an die konkrete Kunst an, an die eigene Gesetzmäßigkeit, ohne Anlehnung an Abstraktionen von Naturerscheinungen.
Sie zeigt sich. Für sich selbst und andere. Hier ist die erste Antwort auf ihre Gefühle, auf ihr Ordnungsbewusstsein, auf die hinterfragte Welt.
Es sind eigenständige Antworten. Keine Lösungen. Doch lassen Sie diese auf sich einwirken, so werden Sie in den wenigen Arbeiten, und das ist gut so, Bewegungen und Spannungen in sich selbst entdecken. Auch die Farbe von hier und jetzt erkennen. Und einen Hauch davon, dass nichts endgültig und alles noch veränderbar ist.
Man kann viele Höllen und viele Himmel durchwandern, wenn man nur einmal den ersten Schritt tut.
Und jeder weitere Schritt führt in die stets offene Zukunft. Keine Farbe, keine Form ist endgültig. Die Welt, das Leben heute lässt sich nicht mit ein paar statischen Bildchen erklären- Unsere multikulturelle Zeit braucht auch die ihr gleichwertige Ausdrucksform, die man überholt "abstrakt" nennt. Gewiss ist diese Art von Verständigung eine Hürde, welche zum Mitdenken und Mitfühlen, ja sogar zum Umdenken zwingt. Wie eine neue Währung.
Sehr vieles ist abstrakt. Abstrakt sind Politiker, abstrakt ist die Moral, selbst Gott ist abstrakt. Er offenbart sich nur indirekt. Aber wir wollen uns nicht an diesem Wort festnageln, das bedeuten soll, etwas sei nicht sinnlich wahrnehmbar , sondern eher von gedanklichem und theoretischem Gehalt. Was ja nicht stimmt. Nahe zu jedes Bild von Helen ist sinnlich, von der Farbe, der Bewegung her. Selbst die Zeichen sind es, auch geometrische Figuren sind keineswegs abstrakt. Denn Farben, Bewegungen und Konstruktionen sind Lebenselemente. Nur eines ist anders: Die Bilder sind nicht zu einem Abbild, einem Ebenbild, zu einer Deutung arrangiert. Was nicht heißt, dass sie ohne Bedeutung wären. Bewusst, denn hier wird nicht Äußeres, sondern Inneres gezeigt.
Daraus ersieht man schon, dass der indirekte Weg der direkte in die Seele des Menschen sein kann.
Kunst ist nicht die grobe, primitive, sondern die feinstoffliche Kommunikation. Sie verschont die Welt und ihre Zustände nicht. Doch sie verurteilt auch nicht. Sie sucht nach Wegen der Verbindung, Erklärung, Verbesserung.
Wenn man an Thomas Bernhard denkt, so hat seine Schonungslosigkeit der Österreichischen Nation zu sehr viel Selbsterkenntnis und Einsicht verholfen.
Was Künstler erleiden und erleben, und in ihrer Sprache mitteilen, will meistens die Menschen verbinden, will das Leben bewusster machen.
Und sie tun es in einer Art, die nachhaltig und einprägsam ist. Manche finden einen einfachen Weg, wie Andy Warhol, manche tun es auf mystisch meditative Weise, wie Hermann Nitsch. Einige wollen überhaupt nur die Leute aufwecken und sagen, "He! Merkt ihr nicht, dass ihr lebt!"
Aber immer sind ihre Bilder, Installationen, Objekte, ihre Fülle und Theaterstücke, ist ihre Musik, ihre Darstellung, ihr Tanz, sind ihre Bücher meist das Konzentrat vieler Gedanken, auch Leiden oder Hoffnungen. Immer ist dies alles ein Seelenspiegel und ein Stück Weltbild.
Künstler kommen und gehen, werden bekannt oder bleiben unbekannt. Werden in diesem Land erst durch ihren Tod qualifiziert, oder von einer politischen Meute angeprangert. Je nachdem.
Denn Politik fürchtet die Kunst. Am meisten jene, welche sie nicht verstehen kann. Und je extremistischer die Ideologien sind, um so kunstfeindlicher werden sie.
Sobald die Kunst aber begrifflich schwer deutbar ist, Wird sie verboten. Die ungegenständliche Malerei war für die Nationalsozialisten die Unerträglichste. Sie verstanden sie nicht, ahnten aber die geistige Konkurrenz zu ihren primitiven Parolen.
Das alles hat Künstler nie gehindert ihren Weg zu gehen.
Nachdem ich Helen schon seit geraumer Zeit kenne, es mögen dreißig Jahre sein, ist ihre heutige Arbeit für mich die konsequente Folge ihres Denkens und Fühlens.
Sie ist eine sensible, weltoffene Frau, und war immer schon mit vielen kreativen Menschen verbunden- Wunsch, Neigung, Gefühl, Erwartung, Hoffnung und Enttäuschung: Das alles findet ihren Ausdruck in der Gestaltung dieser Bilder. Teils bewusst, teils unbewusst, was meist ineinander übergeht.
Oft liegt das Leben brach, doch die inneren Kräfte sammeln sich. Auch ihr Leben hat sich neu belebt, auf diese nun vorgestellte Art. Es sind die ersten Schritte auf einem Weg, von dem wir wünschen, dass sie uns recht oft auffordert, sie immer wieder zu begleiten.

Ich danke Ihnen, und wünsche Ihnen Interesse und Gefallen an dieser Ausstellung.


© Gösta Maier 2002

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