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Gösta Maier

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2002-11-20

Eros Surprise

Ausschnitt I
Es mag an die hundertfünfzig bis zweihundert Jahre her sein, da entbrannte mein Körper und meine Seele für die kluge, wohlgerundet schöne, aber auch sehr heftige Baroneß von Tiefenstauf. Einer jungen, eines rüden Junkers entlobten Frau, die sich nur noch nach Gelehrtheit und geistiger Konversation sehnte.
Ich machte mich ihr bei einem Ballfeste als von Stapelhoch, Adjunkt der Fakultät der sieben Freien Künste bekannt. Von der Lieblichkeit der Dame angeregt, wußte ich mit einigen Bonmots zu glänzen.

So ward ich noch am selben Feste von ihr zu einem Reigentanz ermutigt. Später erkor sie mich zu zeitweiligen Konversationen im Beisein einer Gesellschaftsdame. Einer recht sauberen Frau und schon etwas in den Jahren. Eines Tages mußte sich die Begleiterin einer unverhofften, heftigen Unpäßlichkeit wegen mit Erlaubnis der Baroneß zurückziehen.

Unwillkürlich schoß mir eine heftige Erregung ins Herz. Ich war, was ich immer schon heiß ersehnt hatte, plötzlich mit dieser so begehrten, verehrten Dame allein. Im ersten Aufruhr eilte ich ans zum Fenster, faßte mich aber rasch wieder und trat vor die Geliebte hin. Leicht verneigte ich mich, hob aber alsbald das Haupt und begann mit möglichst sicherer Stimme zu sprechen:

Die Gunst der Stunde verwirrt und ermutigt mich, ein Wort an Sie zu richten , Herrlichste, sagte ich beherrscht.
Sie hob den Kopf und durchforschte mein Antlitz. Nach einiger Zeit nickten ihre Augen ganz leicht.
Ich trat näher und begann zu sprechen. Lange Verhaltenes quoll aus mir heraus.



Ausschnitt II
Geehrte Dame meines Herzens, vergeben Sie mir bitte. Ich muß mich Ihnen erklären, sehr offen und schonungslos. Ich muß meiner Zügellosigkeit die Zügel lassen. Ich flehe Sie inständig, an, seien Sie mir nicht Gram. Nehmen Sie sich zusammen bitte, bewahren Sie Haltung. Brausen Sie nicht auf, und schrecken Sie nicht vor meiner kühnen, frivolen Offenheit zurück.

O GottoGott! Was wollen Sie mir antun! schreckte sie zurück. Nicht doch! Gehen Sie bitte, schweigen Sie, ich bin enttäuscht! Ein geistreiches Gespräch wollten wir führen. O ich Unglückliche, ein liebes Wort hätte ich erwartet, nur das nicht, hier jetzt, nun! Zügellose Offenheit, frivole, wie können Sie mir das antun, gehen Sie, rasch, rasch, rasch!

Teuerste! Ich möchte vorausschicken, meine Angebetete, dass ich mir diesen Schritt bedächtig überlegt habe. Schlaf- und traumlos schon wälzte ich mich viele Tage und Stunden im Bette. Stoßen Sie sich nicht, daß ich mein einsames Lager, das Bett, erwähne. Auch das muß sein, unabwendbar die volle Wahrheit!

O Himmel voller Gnaden! Sie lassen mir das Blut gefrieren. Ein liebes Wort, mein Herr, sonst nichts habe ich erwartet. Gehen Sie, gehen Sie bitte endlich! Spannen Sie mich nicht auf die Folter! Wie freute mich auf ein wenig gelehrte Konversation. Nun wohl jagen Sie mir wilden, schaurigsten Schrecken ein. Wenden Sie sich um, gehen Sie bitte oder ich rufe!

Ich gehe, edles Sphärenwesen, bin schon weg für immer und ewig. Nur eines, ein Allerallerletztes. Kurz und gut, was ich zu sagen habe: Meine Angebetete, ich hege -, darf ich Sie berühren, darf ich Sie halten, im Davoneilen, bleiben Sie bitte standhaft, ja, so, stützen Sie sich nur, fester, sicherer - . Also, ich hege eine sehr schwere, eine bedrängende, eine - jetzt kommt es! Seien Sie mutig! - Ich hege eine inständig sehnliche, eine unaussprechliche - körperliche Zuneigung für Sie.

Hah, Hah -. Hah. Haaah -

Sie werden bleischwer, Himmelswesen! Lassen Sie sich fester in die Arme nehmen. Sie sind ja weich, schlaff, geschmeidig wie eine zartgrüne Weide, ja, ich halte Sie. Stützen Sie sich auf mich, Holdeste, bitte stützen Sie sich, bitte, Sie keuchen ja, ich auch, ich auch, wir keuchen!

Oh, Sie sinken darnieder, leichenblaß, ihr reizender Mund halboffen. Sie hauchen aus?! Hören Sie, das Ungeheuerliche, das Unausdenkbarste ist gesagt. Nun sind Sie mir bitterböse. Sagen Sie ein Wort, stoßen Sie ein vernichtendes "Elender" hervor, bewegen Sie sich doch, sterben Sie nicht gleich, werden Sie nicht so starr, mir wird so bang ums Herz!

AuuuAuuu-

Tränen, Zornestränen schmücken Ihre Augen, wenden Sie nicht den Kopf ab, lassen Sie mich diese Perlen Ihrer schamhaften Entrüstung trocknen. Dieses eine gute Werk nur noch tun, bitte, bitte, bitte! Sie sinken in sich, Sie sind tot? Ich habe Sie entehrt, ich ziehe die Konsequenzen. O lieblichstes aller Geschöpfe, auch ich bin des Todes! Doch ich mußte es Ihnen, dem Wahne nahe, gestehen! Das Höchste waren Sie mir, o süße Leiche Sie, ach könnten Sie es noch hören, nicht nur als Mensch, auch als gesittet begehrtes Weib. Da, die Träne quillt, leblos und noch warm wie das Leben liegen Sie mir im Arme. Zu spät! Mörder, ich Mörder des Liebsten auf der Welt! O Gott, wie ich mich schäme!



Abschnitt III
Sieh an, es regt die Augenwimper sich, eine Flaumfeder schnell an ihren Rosenmund, - Atem ist in ihr? Ja, es hebt sich die Brust, es bebt die Brust. Schwach haucht verhalten ihre Glockenstimme, wo sie wohl sei? Mir ist so wirr, was, Sie noch hier? Nicht noch im Bett? Wie obszön das Wort - stammeln ihre blauen Lippen. O bringen Sie mich doch zu Bett -

Engel! Engel! Ich habe einen Engel verletzt! Den einzigen, den es gibt auf Erden ! Ein Wunder, auferstanden, die keusche Reinheit! Ich eile, ich trage Sie zu Bett, ich pflege Sie, umsorge Sie. Ich eile raschen Schrittes.

Hier, Liebreizende, erholen Sie sich rasch vom Tode. Sie sind beengt, ich darf Ihnen doch das Mieder öffnen, ein wenig, die Taille, die Brust. Tief atmen, locker, nichts soll Sie beklemmen, ein treuer Freund will Sie sehr sorgsam pflegen. Sehen Sie, nun haben Sie die Luft, wie rot sich schon die Wangen färben, welch glücklicher Anblick Sie nun wieder sind! Auch die Lippen will ich Ihnen wärmen, von Mund zu Mund. Sehen Sie, alles Leben ist wieder da, und der Augen wunderbarster Glanz glänzt wie ein neuer, reiner Himmel! Gerettet, Holdreinste Du -. Schlägt Ihr Herz, lebt Ihr Puls? - Ja, wie neugeboren, sagen Sie. Gott, o Zaubermeister, Gott hat Sie jungfräulich errettet!

Nun will ich mich entleiben, auf der Stelle büßen, sühnen! Den schweren Fehltritt tilgen. In den schmutzigen Sumpf meiner gierigen Sinne wollte ich Sie zerren. Im Geiste habe ich sie befleckt, Sie die geborene Unbefleckte. Habe Sie in meine thierischen Niederungen gezogen, habe Sie an den Rand des Wahnsinns gebracht. Ich habe Ihnen die ewige Seligkeit geraubt.

Seien Sie gewiß, ich werde bluten, meine Todesschauer sollen Ihnen Erlösung sein. Engelsgleich werden Sie sich wieder erheben, nach meinem letzten Röcheln. Rein können Sie einen liebevollen Gatten in die Arme sinken, dem Sie nur höchst Überirdisches sein werden ein Leben lang, dem sie schuldlose, reine Kinder schenken, Gotteswesen, die Sie meine schmutzige Phantasie und meine hemmungslosen Begierden vergessen lassen, wie einen bösen Traum.

Nun will ich den Dolch zücken, doch ehe ich dahingehe in den Grabesmoder, darf mein brechendes Auge Ihnen noch einen kleinen Wunsch erfüllen, als gute Tat, kurz vor dem baldigem Gerichte Gottes?

Nicht einfach könne sie mich dahinfahren lassen aus dem blühenden Leben, sprach sie zart. So sehr sei der Schaden ihrer Seele nicht gewesen. Da ich sie ja auch wieder zum Leben errettet, sei ihr Herz voll Überdank mir zugetan. Und die Lippen will ich Ihnen wärmen, sagte er, von Mund zu Mund. Wie schnell der Lippen Leben ich entfachen konnte, hätte voll Entzücken sie durchschauert. Wieder dem Dasein gegeben, hege sie tiefen Dank dem edlen Erretter, Helfer, Wohltäter.

O Sie christlichstes aller christlichen Gemüter! Die eigene Schmach mißachtend, entschuldigen Sie des Verbrechers schnöde Missetat noch als gütige Errettung!

Doch unbeachtet dessen, sprach sie liebevoll, sanft und leise. Nun, da sie noch ziemlich matt sich fühle, das Strumpfband aber drückt, erbäte sie als kleinen Dienst von mir, es zu lockern oder abzustreifen.

Gehorsam streifte ich ihr die Bänder ab, mit Schleifchen und Blümlein drauf. So nah dem allergeheimsten Schoße, kamen mir die Knie ins Zittern. Schweißperlen prangten auf meiner düster umwölkten Stirne. Es rutschte auch ein seidenes Strümpflein mit herab ein wenig, und ich erbat, ein einzig Mal nur, artig das edle Knie zu küssen.



Ausschnitt IV
Ich solle es nur tun, die Lippen voll und warm an beiden Beinen, erfrischen sicher ihre Mattigkeit, wie eben zuvor ich schon den todeskalten Mund erwecken konnte. Und, es nicht falsch auszulegen, sie sei angetan von mir, sie fände nicht mehr mich, ganz so unverschämt.

O Solches, rief ich aus, in der Todesstunde noch erleben! Keiner wird wie ich so selig in der Hölle schmachten. Darf ich ein wenig noch auf Gnade hoffen? Jetzt, da Sie ein Verlorener sind, wohl ja, meinte sie. Mit christlichem Herzen ja und ja. Ich möge mich an ihre Seite legen, nur kurze Zeit, und schweigen. Pochenden Herzens lag ich an der Angebeteten Seite und atmete schwer. Die kurze Frist zum Tode hin quälte mich mit bedrückender Angst.

Sie wundervolle Himmelsheilige, sagte ich, ich kann nun nicht mehr schweigend liegen. Zu süß ist diese Qual, doch Todesangst pfercht mir die Seele ein. Erlauben Sie, daß ich alsbald Hand an mich lege, mich richte, und mir etwas antue? Gemach, mein liebster Freund, lassen Sie mich ein erstes und ein letztes Mal die Wärme Ihres Leibes spüren, noch ehe er erkaltet.

O wie gütig Sie mir die bitterletzte Stunde noch vergolden! Hier, das geliebteste Herz aller Zeiten, und hier, ich zückte meinen Dolch, das unausweichlich schmerzhaft, düsternahe Ende. Bald schon durchdringt der scharfe Stahl mein Herz! Gemach, nicht doch, noch hat es Zeit, o mein Geliebter, sagte sie, und entwand mir sanft die Todeswaffe.

Ach wäre ich es nur, der geliebt Sie lieben dürfte, stöhnte ich verbittert auf, und mit dieser leeren Hand, die eben noch den Dolche hielt, sanft zitternd Ihres Leibes edle Form ertasten und liebkosen dürfte, wie man Geliebten es gewährt.

Ich räum' es dem Verlornen schicklich gewährend ein, entgegnete sie schlicht. Geb er nur nach dem Wunsche, das Mieder ist geöffnet, der Rock gelöst, fühl' er doch das neu belebte Wogen meines Busens, fügte aber mahnend bei: Doch sanft und friedlich, um nicht die keusche Angst zu wecken. Zart zog ich Liebesornamente, vom schlanken Hals über pfirsichzarte Wölbungen hinweg dem rotgekrausten Wäldchen zu. So hastig nicht zum Näpfchen hin, in der Schenkel Nähe! Mach er Halt, o mach er Halt! gebot sie plötzlich zitternd.

Was tat ich, o, was tat ich? Geriet ganz ahnungslos durch stark gekräuselt Haar und liebkoste unbewußt den Nymphenborn! Verhalten aufstöhnend, hielt sie meine Hand mit zahmen Griff über dem so begehrten Eingang fest. Drückte aber leicht den Mittelfinger, der zwischen ihren weichen, feuchten Lippenspalten ruhte, noch etwas tiefer in sein Honigbett.

Ausnahmsweise sei sie nicht abgeneigt besagtem Kosen und Tändeln, flüsterte sie. Aber so forsch die Finger daran zu rühren, nahezu impertinent oder anzüglich gar, sei eines Totgeweihten nachgerad nicht würdig. Ohne heiliges Zaudern den niederen Instinkten so handgreiflichen Lauf zu lassen, betrübe die ihre Seele für meine verlorene.
Die erneute Triebhaftigkeit nun noch durch Fingerfertigkeit zu demonstrieren, wie Paganinis stippen auf der Geige, sei der Moral unerträglich, auch unausstehlich der Würde. Wie elend man sich fühle als Ware Weib, abgetastet wie geschrotetes Fleisch, ausgegriffen wie eine Legehenne. Zunichte sei das trauliche Vertrauen, die Gunst mißbraucht, die Schändung abermals vollzogen, die Ehr dahin. Morgen, nein heute schon, stehe sie beschämt geschoren auf dem Markte.


Ausschnitt V
Ich bereue bitter, gedemütigt, meiner Hände Spiel, Herrlichste. Würdigen, nicht entwürdigen wollte ich Sie. Mir war es wie ein heiliges Fühlen, Ertasten, ein köstliches Gewähren. Abtappen, Ausgreifen, nichts dergleichen wollte ich, Lieblichste. Das unbegreiflich Süße, Himmlische nahm mich gefangen. Ich fühlte nur unbändige Zärtlichkeit, die, in die Magie Ihrer Schenkel verirrt, traumwandlerische Wege ging. Konnte Herr meiner selber nicht sein, verlor schon die Sinne. - O Tod, was tust du alles mir noch an, so nah dem Ende! Wie hat mich ein Engel, das göttlichste seraphische Wesen durchschauert!

Ich bäumte mich auf und rief: Dolch, O, wo ist der erlösende Dolch!

Ihre kühlenden Hände umschlagen mein Haupthaar und zogen mich an ihrem Busen hinab.
Gemach, flüsterte sie mir ins Ohr, man Dolche sich nicht im Bette, Blut genug flösse noch auf manches Linnen, und durch die Kleidung steche es sich schlecht hindurch.

Dabei knüpfte sie mir behende das Hemde auf, schob und zog mir das Beinkleid weg, und entledigte sich ihrer Unterröcke. Uns beide bedeckend schmiegte sie sich an mich und meinte, man solle doch einmal noch Frieden schließen und sich Herz an Herz vergeben.

Ob aufs neue der Lippen Leben wir entfachen sollen, und den todeskalten Mund erwecken? fragte ich sanft und leise.

Ja, die Lippen wärmen, Mund an Mund. Schon bot sie dar die weiche Fülle ihres Mundes. Schon umfingen wir uns mit tausend zärtlich liebkosenden Armen. Schon drang jede unserer Poren ineinander. Schon waren wir ein einzig Atmen nur.

Vorsichtig beugte ich mich über sie und ließ den Atemrhythmus meines Körpers über die steifen Spitzen ihren vollen Brüste streicheln.

Nahm ihr seidenes Ohrläppchen dann sanft in die Zähne, und streichelte mit leichten Zungenschlag darüber.

Einmalig schönes Kleinod, nichts mehr soll Sie verwirren, nichts besorgen, flüsterte ich. Spüren Sie, ein kleiner, reger, Streichler kommt? Will Sie verehren und voll Liebe Ihre süß schlummernde Mohnblume beglücken? Seien Sie lieb, öffnen Sie, nehmen Sie ihn auf, genießen Sie seine Seligkeiten - er bringt sie bescheidenen Herzens-

Und willig Sie zog ihre schlanken, goldenen Beine an sich, und erschloß den so sorgfältig bewahrten Garten Eden. Der schwellende Stamm suchte sich seinen Weg. Fast ersterbend aber stöhnte sie plötzlich: Nicht da, zu tief -

Wie, wo er kaum noch eingekommen -? keuchte ich verstört. Mit letzter Kraft röchelte die Schöne: Höher hinauf eine Etage - Schnell wurde mir die etwas mißlich peinliche Lage bewußt. Hat wieder einmal zu tief gestapelt, der Gute, meist zurückgezogene, dachte ich scheltend.

Dem folgend aber glitt er schnell eine kleine Spanne höher, und zwischen den rosig geschwellten Lippen hindurch in den Schlund einer der wonnigsten Blütenkelche dieser Erde. Zufrieden aufatmend kreuzte meine Traumliebste Ihre Beine sachte über mein schaukelndes Unterteil, und preßte mich wohltuend kräftig hinein in diesem betäubenden Garten der Lüste. Wie kleine Perlen rieselten mir heilige Schauer übers Rückgrat hinunter.

Dann gab es nichts, das wir uns nicht liebkost, nicht geküßt, nicht gebissen und woran wir nicht gesaugt hätten. Dann gab es nichts als uns zwei in alle Ewigkeit, und stille Momente, da unsere Blicke ineinander ins Bodenlose versanken. Wir wurden nicht satt, wir, und nichts als wir zu sein.



Ausschnitt VI
Schon war die Todesstunde abgelaufen. Und eine weitere darüber noch. Die Qual des Lebens war zu schön. Schon war die Zeit stillgestanden und alles Ichsein für immer vergessen. Und in endlosen Wonnen versinkend, umhüllten wir uns nur zögernd mit Schlaf. Die Morgenröte war schwach. Rotgold verhalten glänzte ihr Haar.

Hast du mich verführt, innigster Freund? fragte sie.
Ich nickte.
Liebst du mich über die Zeiten hinaus? fragte sie.
Ich nickte.
Und treu bist du?
Ich will treu dir sein, sagte ich.
Du, ein Mann? fragte sie. Und wolltest sterben auch -

Ja, wollte ich. Ich hab dich bedrängt, und es beschämte mich. Zu kostbar schienst Du mir. Ich schien dir zu kostbar wirklich? Willst jetzt du sterben, satt und zufrieden? forschte sie weiter. - Aber- Goldener Engel, ist es nicht zu spät schon? Sieh, die Morgenröte kommt auf, antwortete ich. Ihre Finger spielten sinnend auf meiner Stirne, auf meinen Augen. Es war rein und schön, bekannte sie versonnen, weil es im Angesicht des Todes war. Wenn ich zu dir aufblickte, sah ich den Himmel offen.

Sie zog mich an sich und auf sich und schaute mir lange, lange tief in die Augen. Ich wollte sie küssen, aus Verlegenheit heraus.
Nicht, sagte sie rasch. Bleib ganz ruhig. Dann küßte sie mich zärtlich. Ich liebe dich, sagte sie. Keine, nie eine einzige, darf jemals dieses Glück mir nehmen. So schön die Welt, - so schön - - Und während dieser Worte stieß sie mir mit beiden Händen den Dolch in den Rücken. Röchelnd fiel mein Kopf in ihr Antlitz. So hauchte ich vor hundertfünfzig Lenzen wieder einmal mein Leben aus.

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