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2003-09-15

FRAGMENT I

Brotherr

Auf die Ruinen der Träume bauen wir die Ruinen der Taten. Sklaven der Erde sind wir. In zwangsvollstreckter Freiheit. Die Freiheit wird unentwegt zwangsvollstreckt. Die Freiheit ist pausenlos und unentrinnbar. Ein bösartiger Stachel. Wie die Liebe.

Das höchste und niedrigste der Gefühle sind tote und getötete Menschen. Ewigtode. Kleine Liebschaften des Fleisches. Kleine geistige Umnachtungen, ausgebreitet wie Schaumblasen auf Saponinlösungen. Eine ersterbende Schaumschlägerei. Unser Leben, bitte, was ist schon das Leben? Und manche bringen sich um deshalb!

Dann in jedem Jahr einmal Weihnachten. Einmal Ostern daraufhin hie und da die Bibel, je nach Erdteil manipuliert. Hie und da saubere Wäsche, aber unsicher in bestechlichen Situationen.
Frucht am Baume des Brotherrn. Fällst du, kann es ein Genickbruch sein. Halsstarrigkeit.

Die Welt ist welk und abgeschmackt, Die Lebensformen sind schal und öde. Seit Hollywood ist die einzige Rettung der American way of life in seiner pubertären Naivität. Die Traumfabrik beseligt die Armen im Geiste. Unseliger vielleicht Humphrey Bogart und Richard Burton. Und eine dieser spröden, brustarmen Frauen.

Neuentdeckungen erweisen sich als längst abgelegte Plattheiten gewesener Menschen - weil eben alles unter der Sonne und so weiter... - auch eine Plattheit.

Das Rad des Lebens schöpft immer das selbe trübe Wasser. Der gleiche Schöpfer genügt für Jahrtausende. Schöpferwechsel sind nie grundlegende Erneuerungen. Namenaustausch bestenfalls. Die Menschen können nicht besser als ihre imaginären Schreckgespenste sein. Apfelfresser vom Anfang an. Zweigeschlechtig. vom Anfang an. Abraham a Santa Clara zur Lust und Freude.

Die Philosophen die Weiber und die Injektionsspritzen, oder die Männer und die Injektionsspritzen.

Die Rippe Adams bislang und nimmer lang. Das muß man sich nicht gefallen lassen, genealogische Diskriminierung, ein Zeitwort. Die Gelbsucht der Vermehrung.

Die Weisheiten schaben sich gegenseitig, wetzen sich ab bis zur senilen Verblödung. Dann zählt das Essen, die Wärme, die Ruhe.

Und das Ungeziefer der Menschheit saugt, wo immer es möglich ist von der Wiege bis zur Bahre.

Mein Freud Anam, das bin ich, schon tot fast, sagt, der Brotherr ist der einzige Widersacher des Lebens. Dagegen sind Pfaff und Nonne Stechmücken.

Ist der Brotherr auch Samengeber? Nein, das ist er nicht. Er weiß von Samen nichts, vom Säen nichts, vom Keimen nichts.

Nicht jeder Kaufmann ist Brotherr aber jeder Brotherr hat etwas zu verkaufen, das nicht dem scheinbaren Wert entspricht. Seine auffälligste Eigenschaft ist Ungerechtigkeit die gerecht wirkt und liebenswürdige Verachtung.

Der Brotherr verhindert die Bestrebungen und Wünsche. Man wird sagen, er unterstützt sie auch. Aber nur, wenn sie ihm dienlich sind. Er gibt auch, aber nur, um zu Nehmen . Er ist kein Egoist, er ist ein Prinzip. Ohne Reis kein Preis oder gestorben an Hopfenmangel. Der Brotherr ist der Alltag. So einfach ist das.

Beschimpfe mich nicht immer, sagte der Brotherr.
Ich zähle nur die Gründe auf, die mich hindern, dich zu lieben, sagte ich und steckte die Hände in die Hosentaschen. Das war zu der Zeit, wo man vor Brotherrn die Hände läppisch in der Luft hängen lassen mußte.

Da ist einmal dein Kleiderschrank, Heinrich Jammer, Brotherr von Beruf. Im Kleiderschrank hast du Marmeladegläser, Heftordner und Regenschirme stehen. Schmutzige Wäsche oder gebrauchtes Eßbesteck liegen immer auf dem Hochzeitsbild mit deiner Frau und verdecken ihren Myrtenkranz. Wenn ich aber den eingetrockneten Kot am Klobecken nicht entfernen kann, machst du ein Gezeter als stünde das Ende der Welt bevor. Außerdem hast du unter den Hemden, die du zweimal täglich wechselst ständig die gleiche, schmutzige, Unterwäsche an! Riecht stechend; ich sage nicht einmal stinkt. Aber Anmaßung zeigen!

Gierig bist du, sagte er ironisch. Was du Anmaßung nennst sind meine Maßanzüge. Kleide dich besser!

Muß ich nicht. Ich will dich entkleiden, das ist nötig, sagte ich und entblößte seinen linken Fuß.

Zwischen den Zehen holte ich den Käsematsch hervor und hielt ihm den Finger unter die Nase.

Aber der Geruch machte ihn sichtlich Wohlbehagen. Er sagte zu mir, du bist ein Schwein, Krowitsch.

Wasch dir irgendwann einmal wenigstens diesen Fuß, sagte ich.

Ich hänge dich an den Zehennägeln auf Stefan Krowitsch, erwiderte er gelassen.

Ja, so sagt man Wahrheiten. Ich wußte, Nikas und Remi tun das. Sie bohren in jeden Nagel ein Loch.

Und, sagte er überdrüssig, ab morgen kommt Esther hinaus in die Villa.
Mir schoß das Blut in den Kopf. Eine Flutwelle, ein Dammbruch.

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