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Andreas Exner

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2013-02-22

Menschenkäfig Staat?

Einige Fragen zu uns selbst

Nach Jahrzehnten des Schweigens und des Leidens im Stillen haben Flüchtlinge das Wort erhoben. Sie protestieren, lassen sich nicht mehr ins Dunkel drängen. Die beherzte Aktion der Flüchtlinge, die im Herbst 2012 nach Wien marschierten, vor der Votivkirche campierten und schließlich in einen Hungerstreik traten, macht uns nachdenklich. Wie groß ist das Elend, das der österreichische Staat tagtäglich verursacht? Und wer ist dafür verantwortlich? Rasch fragen wir bei einem Problem nach der Ursache. So auch hier.

Flucht vor der Ungleichheit

Die Frage nach den Ursachen des Flüchtlingsleids beginnt bei der Frage, warum Menschen überhaupt fliehen, und wovor. Diese Frage ist leicht zu beantworten. Menschen streben nach einem guten Leben, und in weiten Teilen der Welt ist ein gutes Leben unmöglich. Genau genommen gibt es ein gutes Leben auch in Österreich nicht. Dennoch sind wir hier in Österreich jenseits der Grenzen unserer Vorstellungskraft privilegiert. Noch schlimmer: Das hohe Konsumniveau der Menschen hierzulande beruht gerade auf dem niedrigen Konsumniveau in Afrika, Lateinamerika und Asien. Würden alle gleich viel konsumieren, müsste das Konsumniveau schon aus ökologischen Gründen deutlich tiefer liegen.

Ein geringerer Konsum bedeutet übrigens keineswegs weniger Lebensqualität. Diese hängt nämlich vor allem von sozialer Gleichheit und dem freien Zugang zu Gütern und Diensten ab.

Es ist ganz logisch, dass Menschen versuchen die soziale Ungleichheit zu schmälern, und die Schranke, die ihnen die Kaufkraft setzt zu überwinden, indem sie eben dorthin fliehen, wo die Früchte ihrer Arbeit landen: zum Beispiel nach Österreich. Zudem sind die politischen Verhältnisse hier relativ ruhig, die Gewalt des Staates zeigt sich nicht so offensichtlich wie in den Ländern, wo Folter keine Ausnahme wie in Österreich ist, sondern die Regel. Wie Generationen von Menschen aus Österreich vor ihnen, die ausgewandert sind in ein besseres Leben, für ihr Überleben oder ihre Freiheit, gilt das auch für Flüchtlinge heute.

„Eigene Leistung“: eine Ideologie

Warum wird dieser einfache Zusammenhang nur so selten auch erkannt? Ein wesentlicher Grund dafür ist die Ideologie der Arbeit und der „ehrlichen Leistung“. Tatsächlich beruht das hohe Produktivitätsniveau, das für billige Waren und im globalen Vergleich hohe Kaufkraft verantwortlich zeichnet, auf der Arbeit vergangener Generationen. Sie hat sich in Maschinen manifestiert, in einer gesellschaftlichen Infrastruktur, die nur mit Ressourcen betrieben werden können, die von Außen nach Österreich gelangen. Wir sind materiell gesehen völlig hilflos, wären da nicht die billigen Erzvorkommen in Afrika, das Öl im Mittleren Osten, und die Weltmarktfabriken in China mit ihrer konkurrenzlos billigen Arbeitskraft.

Die Ideologie dagegen sagt, dass jeder seines Glückes Schmied ist und dass, wer „viel leistet“, auch „viel verdient“. Das ist offenkundiger Unsinn, denn wie wollte man die enormen Einkommensspannen je mit „eigener Leistung“ erklären? Dennoch sitzt diese Ideologie fest im Sattel, vor allem weil sie tagtäglich in der Schule, im Betrieb, in den Medien bestätigt wird. Man sieht nicht, dass zum Beispiel schulischer Erfolg zum größten Teil von der Herkunft eines Menschen bestimmt wird und im Durchschnitt nichts mit individuellen Eigenschaften zu tun hat. Man sieht nicht, dass das Einkommen kaum von eigener Leistung abhängt, sondern auf dem Erfolg vergangener Kämpfe um Kollektivverträge, Arbeitszeiten und Sozialleistungen beruht. Man sieht nicht, dass Reichtum heute überhaupt nicht auf „eigener Leistung“ basieren kann, weil die Gesellschaft und das System zur Erzeugung von Reichtum unglaublich komplex und maschinisiert ist, viel mehr als die Summe der Teile.

„Eigene Leistung“ spielte eine Rolle auf dem Acker eines Feudalbauern oder ist immer noch entscheidend für das Überleben einer afrikanischen Bäuerin. Doch in Österreich hat „eigene Leistung“ keine wesentliche Bedeutung – außer in ideologischer Hinsicht.

Diese Ideologie blendet systematisch aus, dass „unser Wohlstand“ auf Jahrzehnten der Vertreibung, Ausbeutung, ja, der Vernichtung von Gesellschaften außerhalb Österreichs und Europas beruht. Die industrielle Revolution in Europa wäre undenkbar gewesen ohne Getreide aus Nordamerika und Indien, das im 19. Jahrhundert die ArbeiterInnenklasse hierzulande ernährte. Und dieses Getreide fehlte den Bauern in Indien, die zu Hunderttausenden starben, wie Mike Davis in seinem Buch „Die Geburt der Dritten Welt“ zu unserem Entsetzen dokumentiert. Dieses Getreide hatte auch die Bisonherden verdrängt, von denen die Native Americans abhängig waren. Diese Basis „unseres Wohlstands“ heute umfasste noch viele andere Lebensmittel und organische Rohstoffe.

Fast immer wird auch verdrängt, dass „unser Wohlstand“ wesentlich auf der Zwangsarbeit und Vernichtung von Millionen Menschen während des Nationalsozialismus beruht. Österreich war bis dahin ein relativ rückständiges Land mit vergleichsweise gering entwickelter Industrie. Der Nationalsozialismus erst schuf das Fundament des „Wirtschaftswunders“. Das klingt paradox, denn mit der Niederlage des NS-Regimes und der es stützenden Bevölkerung – und das war der größte Teil – wird im allgemeinen Verständnis das großflächige Bombardement von Wohngebieten verbunden, und der Hunger nach dem Krieg. Doch waren die industriellen Anlagen nicht wesentlich beschädigt, und nur das zählte.

Der Skandal des „österreichischen Wohlstands“ wird also auf allen Ebenen negiert. Selbstherrlich rückt man sich das Privileg, völlig unverdient an der Spitze der globalen Statushierarchie gelandet zu sein, per Geburt, zu einem Erfolg „eigener Leistung“ zurecht. Das geht nur mit Dummheit, Unwissenheit oder mittels Ignoranz. Nur so auch ist es möglich, Flüchtlinge als irgendwie „von Außen“ kommend zu halluzinieren, als hätten „sie“ nichts mit „uns“ zu tun, so als wären ihre Bewegungen unerklärlich und „wir“ lediglich mehr oder weniger großzügige Gastgeber. Das schlägt der Realität ins Gesicht.

Österreich: Teil eines Mordsystems

Doch nicht nur das. Österreich ist auch vom „großzügigen Gastgeber“ Lichtjahre entfernt. Österreich stützt in Wahrheit ein System, das Menschen mordet, und zwar an den Grenzen, die es aufzieht um sich abzuschotten von denen, die es ausbeutet und ins Elend stürzt.

Es ist kaum übertrieben, wenn man feststellt, dass wir uns heute in einer Situation ähnlich der am Vorabend des Nationalsozialismus befinden. Damit ist keineswegs gesagt, dass dem Vorabend mit Notwendigkeit die Nacht folgen wird. Doch die Lage ähnelt sich.

Auch heute erleben wir eine staatliche Repression, die sich fortschreitend verschärft und immer mehr Überwachung, in einem Klima anwachsenden Rassismus. Menschen, die als „fremd“ gelten, werden heute – und nicht erst seit heute – wieder deportiert, sie werden in Gefängnisse gepfercht, ihnen werden grundlegende soziale Rechte versagt, sie werden stigmatisiert, öffentlich gedemütigt. Daher sind auch die Mittel, die gegen den Nationalsozialismus eingesetzt wurden – von wenigen nur, wie man weiß – legitim: die Beherbergung von illegalisierten MigrantInnen, die Unterstützung von Flucht und Beihilfe zum Untertauchen von Verfolgten. Der neoliberale Staat ist eine Bedrohung.

Der Staat, ein Käfig für uns alle

Der Historiker Immanuel Wallerstein hat auf den Widerspruch hingewiesen, dass zwar alle Menschen ausreisen dürften, aber nicht alle auch zur Einreise berechtigt sind. Wer ausreisen aber nicht einreisen darf, darf de facto auch nicht ausreisen. Er lebt also in einem Käfig. Diesen Käfig bilden wir, oder, genauer gesagt, unter anderem der österreichische Staat.

Doch sperrt dieser Käfig nicht auch uns ein? Zwingt er uns nicht in ein Leben, das ständig von einer vermeintlich höheren Macht, dem Staat, kontrolliert wird? Hat das etwas mit Freiheit, mit Freude, Leichtigkeit, mit sozialer Gleichheit und einem guten Leben zu tun?

Viele werden behaupten, der Staat sei vielleicht nicht optimal, aber etwas Besseres hätten wir eben nicht. Und ganz ohne Autorität wäre doch keine Gesellschaft vorstellbar. Doch was leistet der Staat für uns, was nicht auch nicht-staatliche Organisationen leisten könnten? Und was würde uns fehlen ohne Staat, was wirklich nur des Staates ist? Der berühmte Soziologe Max Weber betonte, dass den Staat das legitime Monopol physischer Gewaltsamkeit ausmache. Keine Funktion des Staates sonst sei jemals nur von einem Staat erfüllt worden. Universitäten, Gesundheitseinrichtungen, Medien, Verwaltungsdienste, soziale Sicherheit, für all dies braucht es keinen Staat. Die kapitalistische Wirtschaft, die auf allseitiger Konkurrenz zwischen den Unternehmen beruht, sie braucht den Staat, denn sie unterminiert ihre eigenen Grundlagen, sie würde keine Infrastruktur, die nur begrenzt profitabel betrieben werden kann, herstellen können. Der Staat ist ein Herrschaftsapparat, der von der Unternehmerschaft ebenso wie von den Lohnabhängigen relativ getrennt ist. Er kann relativ unabhängig von diesen Klassen Handlungen setzen. Diese besondere politische Form, der Staat, ermöglicht überhaupt erst das System der Konkurrenz.

In einer Gesellschaft, die sich selbst verwaltet, gäbe es keinen von ihr unterschiedenen Apparat der Macht. Der Staat, das ist keine sinnvolle Ansammlung nützlicher Dienstleistungen. Denn dafür bräuchte es keine Armeen, keine Polizei, keine Gefängnisse, keine Staatssicherheit, keine „Terrorbekämpfung“, keine „Sozialarbeit“, keine Arbeitslosenverwaltung, nichts, was den Staat ausmacht. Eine Gesellschaft, die keinen Terror sät, braucht keine „Terrorbekämpfung“. Eine Gesellschaft, die keine „Sozialfälle“ produziert, braucht keine „Sozialarbeit“. Eine Gesellschaft, die keine Kriminellen erzeugt, braucht kein Gefängnis. Eine Gesellschaft, die nicht auf Krieg beruht, braucht keine Armee.

Sogar im Kapitalismus sind Länder mit relativ hoher sozialer Gleichheit deutlich friedlicher nach Innen wie nach Außen, die Inhaftierungsquoten sind niedriger und der Strafvollzug ähnelt eher sozialer Unterstützung, wie Richard Wilkinson und Kate Pickett in ihrem Buch „The Spirit Level“ anschaulich beschreiben. Es mag in einer Gesellschaft ohne Staat Grenzfälle geben, wo zum Beispiel physische Gewalt im Sinne eines In-Gewahrsam- Nehmens unvermeidlich ist. Doch würde dies keinen Staat erfordern, keine bestimmte Gruppe mit dem legitimen Monopol physischer Gewaltsamkeit. Vor allem aber wäre Gewalt ausschließlich für äußerste Notfälle im zwischenmenschlichen Verkehr reserviert, zum Selbstschutz, nicht aber für den Schutz des Privateigentums und des Konkurrenzsystems, wie im Kapitalismus durch Strafe und Unterdrückung.

No Border, No Nation – Stop Deportation!

Flüchtlinge sollen nach Meinung mancher danach selektiert werden, ob sie „der Wirtschaft etwas bringen“ oder nicht. Doch ist die kapitalistische Wirtschaft ja gerade die Ursache für die wachsende soziale Ungleichheit und die Unterdrückung in so vielen Ländern, die Menschen zur Flucht zwingt und treibt. Sie hat der Kapitalismus „ausselektiert“, sie hierzulande erneut zu „selektieren“ setzt diese Menschenverachtung fort. Dieser Ansatz verweist auch direkt auf die Kontinuität mit dem Nationalsozialismus.

Eine andere Position betont, dass sich der Süden eben noch „entwickeln“ müsse, dort habe die Wirtschaft noch kräftig zu wachsen, dann ginge es den Menschen besser. Bis dahin müsse man notgedrungen bei einer restriktiven Flüchtlingspolitik bleiben, das heißt – was zumeist nicht gesagt wird – bei der Aufrechterhaltung tödlicher Grenzen und des Rassismus, der diese Grenzen ideologisch rechtfertigt. Doch ist diese „Entwicklung“ offenbar gescheitert. Eine Hoffnung darauf gleicht einer Fata Morgana – und einer wohlfeilen noch dazu, denn sie hat ja die Funktion, von der Verantwortung zu entlasten, die wir für das globale Elend tragen. Und selbst wenn „Entwicklung“ möglich oder wünschenswert wäre: sie enthebt uns nicht der Notwendigkeit, Solidarität zu üben und Hilfsbedürftige aufzunehmen.

Eine sinnvolle Position in der Flüchtlingsdebatte kann nicht auf eine vermeintlich bessere Verwaltung des Elends zielen, sondern muss den Einsatz für konkrete soziale Verbesserungen für Flüchtlinge mit einer grundsätzlichen Ablehnung staatlicher Strukturen verknüpfen. Beide Ansätze bestärken einander, denn nur wer die Ursachen des Flüchtlingselends in den Blick nimmt, kann auch konkrete Verbesserungen erreichen. Zugleich sind solche Verbesserungen immer auch ein Schritt zur Zurückdrängung des Staates.

Freie Bewegung für alle würde die soziale Ungleichheit mildern helfen, die ja gerade auf der Ein- und Aussperrung von Menschen in Nationalstaaten beruht. Mehr Gleichheit würde uns allen gut tun, und sie würde die Ursachen der Flucht an ihrer Wurzel überwinden.

Reaktionen Auf den Beitrag reagieren

Herbert, 2013-02-22, Nr. 5871

Klassenarbeit Menschenrechte – Flüchtlinge (20.06., Tag des Flüchtlings)

Die Entdeckung von sehr viel Erdöl in einem südlichen Land macht eine Umstrukturierung der dortigen Gesellschaft notwendig. Der Regisseur sagt, was gemacht werden muss und wie der zu erwartende Gewinn verteilt werden wird. Die Klasseneinrichtung wird entsprechend umgestellt.

1. Die Schüler der Klasse werden willkürlich in zwei Hälften geteilt. Eine Gruppe hat das halbe Klassenzimmer als Raum zur Verfügung, die anderen bekommen ein Viertel zugeteilt.
2. Die bevorzugte Seite verliert Mitglieder, die im Eck noch Platz finden müssen.
3. Die benachteiligte Gruppe wird noch mehr zusammengedrängt.
4. Die Elite bekommt Gutscheine. Sie sitzen gemütlich herum.
5. Die Unterschicht bildet eine Bootsbesatzung. Dabei müssen die Insassen unter einer Schulbank durch zum Boot. Im Boot ist ganz wenig Platz.
6. Mit den Bevorzugten wird nett geplaudert. „Was macht ihr zum Wochenende?“
7. Die Boatpeople versuchen sich, engstens aneinander gedrückt, vorwärts zu bewegen. Sie erreichen scheinbar sicheres Land.
8. Willkürlich werden einige der Flüchtlinge in ihre Ecke zurückgeschickt.
9. Ein neues Boot versucht der Enge zu entkommen.
10. Einige aus der ersten Gruppe werden zu den Verdammten geschickt.
11. Einige Minuten passiert gar nichts!
12. Reflexion: Was war das? Wie habt ihr euch gefühlt? Was habt ihr gedacht?

Reaktionen (3, K., I., Dez. 2010)
Die eine Seite:
Es war cool. Es war zwar ungerecht, aber zu unseren Gunsten. Während sie nur auf engem Raum lebten, hatten wir sehr viel Platz. Sie mussten immer wieder mit sehr kleinen, engen Booten fahren und manche wurden sogar zurückgeschickt.

Das Spiel hat uns gezeigt, dass die Welt ungerecht sein kann und manche einfach Pech oder Glück haben. Es hat vielleicht vielen die Augen geöffnet, wie es im Leben wirklich zugeht. Ich fand das Spiel sinnvoll, einige haben es erst jetzt verstanden.

Es war toll. Ich habe mich gefreut. Ich habe etwas bekommen.

Das war irgendwie ein komisches Spiel, Doch für mich – da ich ja auf der besseren Seite war, war es lustig. Für die anderen eher nicht. Ich glaube, es war ein arm/reich Spiel. Ich fühle irgendwie ein fröhliches, aber auch gemeines Grollen im Bauch.

Ich fand es toll, weil wir einen Gutschein bekamen. Aber ich habe auch Mitleid, weil die anderen nicht bekommen haben.

Das war ein Glück für mich, weil ich einen Kakao bekommen habe. Die andere Gruppe hat wohl keinen Spaß gehabt.

Die andere Seite:
Es war unfair!
Ich glaube, es geht um die Grenze, um Einheimische und Ausländer. Der Lehrer
wollte uns die Situation von Ausländern, die abgewiesen werden, näher bringen. Er wollte uns zeigen, wie ungerecht es auf der Welt zugeht. In vielen Ländern gibt es Krieg. Viele flüchten und viele davon werden wieder abgewiesen.

Irgendwie habe ich es nicht sinnvoll gefunden. Am Anfang hatte ich etwas Platzangst. Es war unfair wegen des Geldes. Ich denke, es hat etwas mit den Flüchtlingen zu tun.

Es war eine Simulation. Ich habe mich bedrängt gefühlt. Ich habe an illegale Einwanderer gedacht.

Durch dieses Spiel verstehe ich leichter, dass wir echt alles bekommen von unseren Eltern und dass wir tun können, was wir wollen. Flüchtlinge hingegen müssen auf engstem Raum zusammen leben und haben kein Geld. Sie werden viel schlechter behandelt als wir.

Ich fühlte mich eingeengt. Ich fand es unfair, weil die anderen auf dem Platz gesessen sind und einen Gutschein bekommen haben. Ich verstand den Sinn dieser Sache irgendwie nicht!

Ich fand es komisch, lächerlich, sinnlos, gestört!

Es ging darum, dass es ein paar Reichen gut ging, die Armen in der Ecke standen und Flüchtlinge abgeschoben wurden.

Ich fühlte mich total eingeengt und zusammengequetscht. Schlechte Luft und heiß. Ich verstand aber nicht, warum ein paar Leute Geld bekamen. Ich denke, unser Lehrer wollte uns beweisen, wie ungerecht die Welt ist.

Ich fühlte mich schlecht. Zusammengepfercht auf engstem Raum.

Es war eng. Einige haben sich ins Boot vorgedrängt. Aber wir haben es nur gespielt. Echt ist es viel schlimmer.

Es war für uns zwar nur ein Spiel, aber für Menschen in Afrika, Asien und in den armen Ländern ist das Alltag. Jetzt erst habe ich gesehen, wie ungerecht es wirklich zugeht. Ich habe mir gedacht, dass Menschen überhaupt so arm sein können und so ungerecht behandelt werden können. Ich habe mich schlecht und „anders“ gefühlt!

Ich habe mich ungerecht behandelt gefühlt, aber ich kann jetzt mit den Armen besser mitfühlen.

Als ich mit dem Boot für sechs Leute ankam, wurde ich wieder abgeschoben. Scheiße! Die andere Gruppe, das waren die Reichen, so wie wir aufwachsen, gut und behütet.

Alle Hoffnung ist weg!

Den „Besseren“ wird viel mehr zugesprochen. Wenn die Ärmeren aus Not oder aus Angst in ein anders Land wollen, werden die meisten abgewiesen. Vielleicht haben sie alles aufgegeben, um überhaupt zur Grenze zu kommen. Oft werden sie wie Tiere eingesperrt, ihr Freiraum nimmt immer mehr ab. Jeder ist ein Mensch wie du und ich. Aber sie werden nicht so behandelt.

Das war voller Blödsinn. Keine Ahnung, was da dem Lehrer eingefallen ist.

Die Reichen sind an der Macht!

Nachfrage, 2013-02-24, Nr. 5876

...sehr interessant.

Wie alt waren die Kinder oder Jugendlichen? Ist diese Theateranordnung irgendwo dokumentiert oder geht auf Vorbilder zurück? Verstehe ich es richtig, dass es kein freies Spiel von Kräften gab, sondern ein vorgegebener Plot durchgespielt wurde?

Herbert, 2013-02-24, Nr. 5877

Die Schülerinnen und Schüler einer Hauptschule waren 13 bis 14 Jahre alt, insgesamt 21. Anregungen dafür stammen aus alten „Unterrichtsbeispiele für Menschenrechtserziehung“, angepasst an aktuelle Ereignisse. Weil einige Schülerinnen besonders gegen Flüchtlinge auftraten, wollte ich Emotionen in die Klasse bringen. Ich selbst fühlte mich beim Auswählen sehr mächtig und lächerlich arrogant zugleich. Die Jugendlichen mussten auf mich zulaufen, und ich wies sie entweder nach links oder nach rechts, nachdem ich ihnen vorher mitgeteilt hatte, warum wir eine neue Ordnung brauchen, siehe Einführung. Wenn ich jemanden, der scheinbar sicheres Gebiet erreicht hatte, trotzdem rücksichtslos zurückwies, wuchs die Empörung. Gleichzeitig schaute die erwählte Elite erstaunt und stumm zu. In der Ecke hinten drängten sich meine „Versuchskandidaten“, was sollte das?
In der komplentativen Phase notierten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke, ich fasste diese zusammen und wir redeten anderen Tags darüber.

Herbert, 2013-02-24, Nr. 5878

kontemplativ...

dw, 2013-02-24, Nr. 5879

ich glaube aber doch an die grundidee der EU.
auch wenn diese "noch" die basis des kapitalismus hat.
man möchte sich doch vorstellen:ein kontinent ohne grenzen, die vorreiterrolle für eine ganze welt ohne grenzen?

Andreas Exner, 2013-02-27, Nr. 5885

Danke für die Informationen zum Set Up des "Klassenzimmers".

Die EU, war sie je ein anderes Projekt als eines zur Förderung der kapitalistischen Wirtschaft? Sicherlich integrierte die EU, wie ja auch die sie bildenden Nationalstaaten diverse soziale und ökologische Anliegen. Aber das macht sie ja nicht zum Gegenprojekt der Nationalstaaten. Übrigens ist die EU immer noch nicht Europa, auch wenn sie sich ideologisch so darstellt.

Für eine Abschaffung der EU unter Beibehaltung der Nationalstaaten würde ich nicht plädieren.
Aber mir scheint die EU selbst ebenso wenig emanzipatorische Ansatzpunkte zu bieten wie letztere.

alice, 2013-03-01, Nr. 5887

@dw

Wenn wir aufgeklärten europäischen Völker ein solches Konstrukt wie die EU brauchen, um uns in Europa frei bewegen zu können, so erachte ich dies als Armutszeugnis für Europäer. Als ob es absolut unmöglich wäre, diese sogenannten Verdienste der EU wie Reise- und Niederlassungsfreiheit nicht auch anders verwirklichen zu können (z.B. bilateral)!!! Viel eher erscheint es mir als Entmündigung - egal jetzt, ob wir zum dummen Stimmvieh degradiert werden. oder ob wir uns als (National)Staatsbürger nicht in der Lage sehen, ein Europa ohne Grenzen ohne eine - noch dazu äußerst undemokratische Monster-Institution - zu verwirklichen - im ersten Fall werden wir entmündigt und im zweiten entmündigen wir uns selbst. Und dort, wo die EU Sinn hätte machen können, hat sie ohnehin kläglichst versagt. (Absicht???)

Und was soll das werden - eine Welt ohne Grenzen? Das kann nur globales Sklaventum bedeuten, alles andere ist naive Utopie. Nun, die Weichen dorthin werden ja ohnehin eifrig erstellt.

Ich sehe die Welt wie einen lebenden Organismus - was sie wohl auch ist, oder? Da kann man auch nicht einfach die Grenzen zwischen Leber und Galle oder zwischen Milz und Magen entfernen und gleichzeitig darauf hoffen, dass das Wesen überlebt.

Andreas Exner, 2013-03-05, Nr. 5888

@dw:

Ist die Welt ein "lebender Organismus", der erstens "natürliche Grenzen" hat, die man zweitens mit Milz, Leber, Galle etc. vergleichen kann?

Ich denke, der Vergleich hat keine Grundlage.

Ein Organismus ist ein Organismus und die Welt ist die Welt.

Warum und wie sollte man Organismus und Welt als das Gleiche betrachten können? Ein Organismus folgt einer genetisch festgelegten Entwicklung. Die Welt dagegen folgt einer Entwicklung, die von sozialen Kämpfen, menschlichen Leidenschaften und Visionen geprägt wird. Soziale Grenzen sind niemals natürlich.

Rein biologisch betrachtet kann man übrigens den Organismus nicht als ein System mit Grenzen wie im System der Nationalstaaten verstehen.

Milz, Leber, Galle etc. sind ja keine strikt abgrenzbaren Gebilde. Das erscheint nur dem medizinisch geschulten Auge so. Kein Organ ist vom anderen abgeschlossen, ganz im Gegenteil. Organe können daher weder gegeneinander konkurrieren, noch sind sie dazu fähig Krieg gegeneinander zu führen. Nationalstaaten tun beides sehr wohl, sie tun dies von allem Anfang an und sie werden dies tun solange es sie gibt.

Ich denke, der Vergleich ist nicht nur unlogisch, sondern vor allem auch politisch sehr problematisch. Er suggeriert eine "natürliche Ordnung", wo alle ihren "festen Platz" haben wie die Zellen in der Milz. Man sieht die historische Parallele zu den schrecklichsten Formen von Herrschaft, die es je gegeben hat.

Es ist inzwischen schon ein Gemeinplatz der anthropologischen Wissenschaft, dass zum Beispiel "Stämme" als vermeintlich natürliche soziale Einheiten vor allem das Konstrukt der europäischen Kolonisierenden in Afrika waren. Sie haben die harten Grenzen der Nationalstaaten, die ihre Bevölkerung zu homogenisieren trachten, in ganz andere Gesellschaften projiziert. Die haben sich dann häufig wirklich oft wie "Stämme" verhalten um dieser Projektion zu entsprechen. Die Briten haben das zu ihrer offiziellen Politik erklärt, sie nannten das "indirekte Herrschaft", das heißt über so genannte Häuptlinge. Die "Häuptlinge" der "Stämme", die die Briten sehen wollten, waren jedoch Erfindungen der Briten. In denjenigen Regionen Afrikas, wo es vor den Briten weitgehend egalitäre Gesellschaften gegeben hatte, taten sich die Kolonialbeamten schwer mit der Erfindung von "Häuptlingen", weil es nicht nur keine "Stämme", sondern praktisch keine Strukturen von Herrschaft gegeben hat.

Ähnliche Verhältnisse sind aus Nordamerika während der Kolonisierung beschrieben worden, etwa von Eric Wolf. Die "Indianerstämme" waren keine fixen abgeschlossenen sozialen Gebilde. Tatsächlich waren viele "Stämme" lose Zweckgemeinschaften, die sich immer wieder neu gruppierten. Sie entstanden auch vielfach erst im Kontakt mit den Europäern, die die ihnen gegenübertretenden Native Americans dann in "Stämme" sortierten.

Identitäten und soziale Abgrenzungen waren vor der Erfindung der Nationalstaaten bei weitem hybrider, vielfältiger und fließender als heute. Die Welt war im Ganzen gesehen von weniger Gewalt geprägt als das System der Nationalstaaten, denn Identitäten beruhen auf Abgrenzung. Je stärker die Identität, desto härter und gewaltvoller die Grenzen, die diese Identität braucht. Die nationalstaatliche Identität ist die brutalste überhaupt.

Von einer Welt der Offenheit sind wir heute mehr denn je entfernt.

Ohne eine offene Welt wäre der Mensch jedenfalls nicht, er wäre gar nicht erst geworden. Man denke an die interkontinentale Migration von Menschen seit Jahrtausenden.

Andreas Exner, 2013-03-05, Nr. 5889

@Alice:

Ist die Welt ein "lebender Organismus", der erstens "natürliche Grenzen" hat, die man zweitens mit Milz, Leber, Galle etc. vergleichen kann?

Ich denke, der Vergleich hat keine Grundlage.

Ein Organismus ist ein Organismus und die Welt ist die Welt.

Warum und wie sollte man Organismus und Welt als das Gleiche betrachten können? Ein Organismus folgt einer genetisch festgelegten Entwicklung. Die Welt dagegen folgt einer Entwicklung, die von sozialen Kämpfen, menschlichen Leidenschaften und Visionen geprägt wird. Soziale Grenzen sind niemals natürlich.

Rein biologisch betrachtet kann man übrigens den Organismus nicht als ein System mit Grenzen wie im System der Nationalstaaten verstehen.

Milz, Leber, Galle etc. sind ja keine strikt abgrenzbaren Gebilde. Das erscheint nur dem medizinisch geschulten Auge so. Kein Organ ist vom anderen abgeschlossen, ganz im Gegenteil. Organe können daher weder gegeneinander konkurrieren, noch sind sie dazu fähig Krieg gegeneinander zu führen. Nationalstaaten tun beides sehr wohl, sie tun dies von allem Anfang an und sie werden dies tun solange es sie gibt.

Ich denke, der Vergleich ist nicht nur unlogisch, sondern vor allem auch politisch sehr problematisch. Er suggeriert eine "natürliche Ordnung", wo alle ihren "festen Platz" haben wie die Zellen in der Milz. Man sieht die historische Parallele zu den schrecklichsten Formen von Herrschaft, die es je gegeben hat.

Es ist inzwischen schon ein Gemeinplatz der anthropologischen Wissenschaft, dass zum Beispiel "Stämme" als vermeintlich natürliche soziale Einheiten vor allem das Konstrukt der europäischen Kolonisierenden in Afrika waren. Sie haben die harten Grenzen der Nationalstaaten, die ihre Bevölkerung zu homogenisieren trachten, in ganz andere Gesellschaften projiziert. Die haben sich dann häufig wirklich oft wie "Stämme" verhalten um dieser Projektion zu entsprechen. Die Briten haben das zu ihrer offiziellen Politik erklärt, sie nannten das "indirekte Herrschaft", das heißt über so genannte Häuptlinge. Die "Häuptlinge" der "Stämme", die die Briten sehen wollten, waren jedoch Erfindungen der Briten. In denjenigen Regionen Afrikas, wo es vor den Briten weitgehend egalitäre Gesellschaften gegeben hatte, taten sich die Kolonialbeamten schwer mit der Erfindung von "Häuptlingen", weil es nicht nur keine "Stämme", sondern praktisch keine Strukturen von Herrschaft gegeben hat.

Ähnliche Verhältnisse sind aus Nordamerika während der Kolonisierung beschrieben worden, etwa von Eric Wolf. Die "Indianerstämme" waren keine fixen abgeschlossenen sozialen Gebilde. Tatsächlich waren viele "Stämme" lose Zweckgemeinschaften, die sich immer wieder neu gruppierten. Sie entstanden auch vielfach erst im Kontakt mit den Europäern, die die ihnen gegenübertretenden Native Americans dann in "Stämme" sortierten.

Identitäten und soziale Abgrenzungen waren vor der Erfindung der Nationalstaaten bei weitem hybrider, vielfältiger und fließender als heute. Die Welt war im Ganzen gesehen von weniger Gewalt geprägt als das System der Nationalstaaten, denn Identitäten beruhen auf Abgrenzung. Je stärker die Identität, desto härter und gewaltvoller die Grenzen, die diese Identität braucht. Die nationalstaatliche Identität ist die brutalste überhaupt.

Von einer Welt der Offenheit sind wir heute mehr denn je entfernt.

Ohne eine offene Welt wäre der Mensch jedenfalls nicht, er wäre gar nicht erst geworden. Man denke an die interkontinentale Migration von Menschen seit Jahrtausenden.

alice, 2013-03-09, Nr. 5890

Wie nehm'ma ihn denn? :-)

"Soziale Grenzen sind niemals natürlich."
Was hat das mit Landesgrenzen zu tun? Ich sehe Landesgrenzen nicht als starre, unüberwindliche Hürden. Zwar ist das Wort "Grenze" enthalten, doch in Ihrer Antwort haben Sie ja dankenswerterweise selbst darauf hingewiesen, dass sich die Organe des "lebenden Organismus`" nicht so voneinander abgrenzen lassen, wie es die einfachsten aller Anatomie-Modelle vortäuschen. Der Austausch von Zellen über Osmose oder Gefäße zu benachbarten oder weit entfernten Organen findet statt, aber die Leberzellen "wissen" dennoch, dass sie Leberzellen sind. Und da sind wir bei der Identität.


"Je stärker die Identität, desto härter und gewaltvoller die Grenzen, die diese Identität braucht. Die nationalstaatliche Identität ist die brutalste überhaupt."

Das kann ich so nicht nachvollziehen, es sei denn, man nimmt nur das 20.Jh. als Beispiel und NUR dieses.
In der Vorzeit gab es zwar keine Nationalstaaten, dafür aber das Faustrecht. Mittlerweile ist der Mensch in unseren Breiten vom Nomadentum zur Seßhaftigkeit gewechselt, weil er eingesehen hat, dass er so besser über den Winter kommt. Und da hat er dann auch Wurzeln gebildet - sicher auch Teil seiner Identität.

Was ist aber nun so schlecht an Identität? Die Schwester von B. Obama hat doch gerade in einer Talk-Show ihre "StammesgenossInnen" in Kenia dafür gelobt, dass sie endlich eine eigene Identität entwickeln.

Oder andersrum: Was ist ein Mensch, dem man jegliche Identität abtrainiert hat? Da bleibt nicht viel übrig...... Wozu sollte sich dieser Mensch für irgendwas oder irgendjemanden engagieren? Um seine (eventuell vorhandenen) Intentionen oder Ambitionen finden zu können, braucht der Mensch ein Ordnungsgefüge, ein Koordinatensystem, wenn man so will. Und genau diese Ordnungssysteme sollen den Menschen nun weggenommen werden.

Familie -> unwichtig (wenn nicht gar reaktionär)
Heimatland -> pfui teufel
christliche Religionen -> nicht emanzipatorisch (andere Religionen werden jedoch nicht in dem Maße kritisiert - die sind tabu)

Nun, ich definiere mich auch nicht über diese Werte, doch ich durfte den Weg dorthin noch selbst finden. Bei diesen radikalen "no border" - Bewegungen hat man allerdings den Eindruck, dass jede Wahlmöglichkeit unterbunden werden soll.

Und ein Nationalstaat muss nicht per se eine rigide Abgrenzungspolitik betreiben. Die gleichen Mittel, die z.B. die EU, die UNO etc. benützt (oder benützen könnte), stünden genauso einem losen Verband von Staaten zur Verfügung, um die Welt ein wenig besser machen zu können.

purple, 2013-03-13, Nr. 5891

Sehr geehrter Herr Eixner. Ich habe vor 2,3 Jahren gerne auf Ihrem Blog gelesen, doch obigen Artikel konnte ich vor lauter Ärgern nicht mehr zu Ende lesen.

Es ist legitim, sich gegen den Staat als solches auszusprechen, auch gegen den österreichischen. Die Art, wie Sie dieses Thema jedoch quasi querbeet mir aktuellen und vergangen Problemen bzw. Geschehnissen verknüpfen, ist gelinde gesagt unseriös.

Es sind nicht die Österreicher, die die Bodenschätze und Arbeitsleistung von Dritte-Welt-Ländern ausbeuten - es sind die Konzerne.
Und wenn schon, sollten Sie eher die Briten anklagen, denn die haben schließlich mehr als die halbe Welt kolonisiert und auch die Globalisierung wird von denen wirksamer vorangetrieben. als von dem kleinen Österreich.

Wenn die Flüchtlinge nun bei uns nicht so herzlich aufgenommen werden, da braucht sich in Anbetracht der steigenden Arbeitslosenzahlen niemand zu wundern. Denn die Lasten bleiben auf den kleinen Leuten hängen. Die Konzerne, die sowohl In- als auch Ausländer ausbeuten sind erstens kaum überhaupt noch in österreichischem Besitz und zweitens werden die niemals einen einzigen Euro für einen Flüchtling verwenden. Höchstens wollen sie einstellen, um das Lohndumping voranzutreiben.

Wenn jemand was gutzumachen hat, ist es sicher nicht der h e u t e lebende Österreicher.

Da Sie das aber selbst genau wissen, mußten Sie halt sicherheitshalber noch mit der Nazikeule wacheln.

Eigentlich schade! Denn Ihr Zugang zu neuen Wirtschaftsformen hat mir oftmals gut gefallen.

Andreas Exner, 2013-03-14, Nr. 5895

@Alice:

Bitte um Entschuldigung für das zweimalige Posten, leider ließ die Kommentarfunktion eine Korrektur nicht mehr zu.

Dass vor der Ära des Nationalstaats ab der Neuzeit das "Faustrecht" herrschte ist ein grober Irrtum. Gewalt war vor der Entstehung moderner Staatlichkeit vielmehr sozial in hohem Maße eingehegt. Sogar die Kriege der ersten Stadtstaaten in Norditalien beeindrucken aus heutiger Sicht durch ihre relative Gewaltarmut. Jedenfalls im Kontext des europäischen Feudalismus waren Kriege in keiner Weise auch nur annähernd so grausam und destruktiv wie jene ab der Neuzeit (wobei sogar im Verlauf der Neuzeit Phasen einer relativen sozialen Einhegung von Kriegen zu beobachten waren).

"Faustrecht" im engsten Sinne gilt paradoxerweise erst für die moderne Staatenwelt. Da es keinen globalen Staat gibt, der ein Monopol physischer Gewaltsamkeit sein eigen nennen könnte, gibt hier tatsächlich der Staat den Ton an, der eben die stärkste militärische Faust hat.

Auch das die Vormoderne brutaler war als die Moderne, ist das Gegenteil der historischen Realität. Es gibt in der Vormoderne nichts, was auch nur annähernd dem Holocaust und den vielen anderen unbeschreiblichen Massenmorden der Moderne gleichkommt. Und das ist nicht in den technischen Möglichkeiten begründet, denn zur massenhaften Ermordung von Menschen genügen einfachste Mittel, wie zum Beispiel der Kongo zeigt (falls man eines Beispiels überhaupt bedarf...).

Warum man Identität braucht um ein Mensch oder gar glücklich zu sein verstehe ich nicht. Was soll Identität ausdrücken? Eine Gleichsetzung zwischen dem Individuum und einem Kollektiv. Eine solche Gleichsetzung kann nur zwanghaft geschehen. Sicherlich gibt es Verwandtschaften unterschiedlicher Art, Anteilnahmen, Herkünfte, Freundschaften, Solidaritäten, aber Identität? Man kann eher argumentieren, dass Identität tendenziell unglücklich machen. Man denke an die vielen Konflikte zwischen Hetero- und Homosexualität, oder all die ethnisch und religiös aufgeladenen Identitätskonflikte. Hier ist dem Buddhismus zuzustimmen, der argumentiert, dass die Suche nach Identität nicht nur fruchtlos bleiben muss, sondern an der Wurzel menschlichen Leidens überhaupt steht.

Die Identität in Form einer festgefügten, existenziell aufgeladenen Zugehörigkeit zu einem Kollektiv, die gibt es erst seit der moderne Staat sie gewaltsam durchgesetzt hat.

Es ist inzwischen ein allgemein bekannter Umstand, dass die "Stämme" (denen sich die Schwester Obamas, wie Sie berichten, offenbar zugehörig fühlen möchte) ein Konstrukt zuerst der Europäer waren und dann der Afrikaner, die diesem Konstrukt folge leisteten. Afrikanische Identitäten sind (z.T. sogar noch heute) vielmehr hybride, flexibel. Erst der Kolonialismus projizierte europäische Staatlichkeit und Identitätsvorstellungen in die Afrikaner und schuf "Stämme", die es vorher (so) nicht gab. Damit legte er mit den Grundstein für "ethnische Konflikte" wie in Ruanda, die ein Ausfluss der destruktiven Projektionen der Kolonialperiode sind.

Die Briten zum Beispiel waren fest überzeugt, dass Afrikaner in fix umrissenen, abgrenzbaren "Stämmen" leben. Ihrem politischen Leitbild der "indirekten Herrschaft" folgend, suchten sie "Häuptlinge" unter den "Stämmen". Die lokalen Eliten, die es aber auch nicht in allen Regionen gab, da nicht alle hierarchisch strukturierte Gesellschaften beherbergten, waren klarerweise darauf aus, in den Herrschaftsapparat der Briten eingebunden zu werden (nachdem ihre Abwehr militärisch niedergeschlagen wurde) und erklärten sich gern zu "Häuptlingen". Allerdings gab es auch viele Gebiete, zum Beispiel in Tanzania, wo die britischen Kolonialbeamten regelrecht verzweifelten, weil sie weder Stämme konstruieren konnten noch "Häuptlinge".

Nachdem ich zwischen einem Menschen und einer Leberzelle bedeutende Unterschiede zu erkennen glaube, geschweige denn zu Nationalstaaten, kann ich dem Argument grundsätzlich wenig abgewinnen.

Dass der Nationalstaat besser sein kann als er ist, hat jedenfalls kein historisches Vorbild. Der Staat war "immer schon ein Stück Scheiße", wie der Philosoph Antonio Negri ganz richtig festgehalten hat. Strukturell kann der Staat nicht "besser" sein, weil seine Funktion u.a. die Sicherung der kapitalistischen Produktionsweise ist, und die setzt einen gewaltförmigen Apparat voraus, der Menschen voneinander (und von ihren Produktionsmitteln) trennt, höchstens zu rassistischen Kollektiven "verbindet", indem sie alle "Abweichenden" diskriminiert oder auslöscht.

Andreas Exner, 2013-03-14, Nr. 5896

Sehr geehrter Herr Purple,

Danke für Ihr - wenngleich sehr kritisches - Feedback!

Ich denke, man kann die Existenz von Flüchtlingen und wie sie hierzulande behandelt werden nicht von der Position Österreichs in der internationalen Ausbeutungsordnung trennen, und auch nicht von der Geschichte, die Österreich zu dieser Position geführt hat.

Was Ihnen also wirr durcheinanderzugehen scheint, ist eine Perspektive, die versucht scheinbar Zusammenhangloses als einen Zusammenhang zu beschreiben, der er m.M. ist.

Wie wollen Sie "die Österreicher" von "den Konzernen" sauber trennen? Würden "die Österreicher" sich nicht in irgendeiner Weise mit "den Konzernen" identifizieren, dann hätten "sie" schon längst mit "ihnen" gebrochen, das heißt das Management gechasst und die Eigentümer enteignet, von unten. Dem ist nicht so, und wer sich nicht wehrt, stimmt zu.

Diese Zustimmung hat auch einen reichlich banalen Hintergrund oder besser: Untergrund. "Die Österreicher" sind nämlich relative Gewinner der internationalen Ausbeutungsordnung, die Konzerne, ob nun mit Sitz hierzulanden oder nicht, sind ihre Zulieferer.

Einer neuen Studie des SERI zufolge nimmt Österreich rund 13.000 Quadratkilometer Land außerhalb der Landesgrenzen in Anspruch. Europa insgesamt nutzt 14 Mal die Fläche Österreichs außerhalb der eigenen Grenzen. Diese Flächen sind Menschen außerhalb Europas entzogen, zu unserem Nutzen. Dabei würden sie dringend als Subsistenzflächen gebraucht. Ich habe die Studie nicht gelesen, sondern entnehme dies einer PR-Aussendung, die im "Standard" veröffentlicht wurde. Man müsste nachlesen, ob wirklich der gesamte Flächenverbrauch inkludiert worden ist. Zu all den Bergbauen, die wir nutzen, müsste man die Fläche dadurch kontaminierten Landes rechnen. Zu dem Klimawandel, den wir verursachen, die Einbuße an Produktivität der Landwirtschaft zum Beispiel in Afrika. Und sicherlich müsste man auch den historischen Flächenbedarf, der vermutlich noch größer war (weil die Landwirtschaft unproduktiver und der Bedarf an organischen Rohstoffen höher) hinzuzählen, der ja Ressourcen auf Dauer entzogen hat und ein gutes Leben häufig unmöglich bis auf den heutigen Tag.

Woher kommt die "Wettbewerbsfähigkeit" Österreichs, die derartigen Flächenzugriff erlaubt? Die fällt ja nicht vom Himmel. Nach Ansicht von Ökonomen - und sie scheint mir sehr plausibel - gründet sie wesentlich auf der Modernisierung der Industrie auf dem Rücken von Zwangsarbeit, der Aneignung von Ressourcen aus dem Osten Europas und begleitet von Massenmord durch das NS-Regime, das, wie Sie wissen, von den allermeisten mitgetragen worden ist; vielleicht gar nicht so sehr aufgrund bloß oder gar vorrangig ideologischer Zustimmung, sondern wegen banaler materieller Vorteile, die man sich dadurch erhoffte und in gewisser Weise auch errang. Das "Wirtschaftswunder", das die Basis von Österreichs Position in der internationalen Ausbeutungsordnung legte, war eben kein "Wunder", sondern die perverse Erfüllung eines wesentlichen Ziels der Nazis.

Österreich war über die Ausplünderung des Ostens Europas während des Zweiten Weltkriegs ganz direkt in Kolonialismus der schlimmsten Sorte, eines Vernichtungskolonialismus, involviert. Selbstverständlich gilt dies für all die anderen Rohstoffe und Arbeitskräfte, die indirekt zum Nutzen der hier Lebenden ausgebeutet wurden, ebenso, und über einen viel längeren Zeitraum. Das britische "Empire" existierte ja nicht isoliert von anderen Staaten. Und Sie werden ja nicht glauben, dass die Baumwolle und der Kaffee Tanzanias nur auf deutschen Oberleibern und in deutschen Kaffeetassen gelandet ist und weiter landet. (Tanzania war zuerst Kolonie des Deutschen Reiches.) Im Übrigen ist daran zu erinnern, dass es auch innereuropäische Kolonien gab und das Habsburgerreich seine Grenzen bis weit in die heutigen Peripherien Europas hinausstreckte.

Das Weltmuster aus Zentrum und Peripherie reproduziert sich bis in die Struktur des Zentrums selbst, das nochmal in "Entwicklungsländer", die gegenwärtig ihre eigene "Strukturanpassung" erleiden, und "entwickelte Länder", die davon profitieren (darunter Österreich) zerfällt.

Ich werde in der nächsten Zeit einen Text zur "Kupferfrage" veröffentlichen, der noch einmal mit einem anderen Ressourcenbeispiel klar macht, wie sehr Österreich und der globale Norden insgesamt ein enormes, auch kaum mehr rückführbares Ressourcenungleichgewicht und damit auch Machtungleichgewicht in der Welt geschaffen hat.

Es sind also wir alle zusammen, deren "Wohlstand" direkt wie indirekt, gestern wie heute im wahrsten Sinne dem Massenmord und drückendster Repression entspringt.

Das ist auch die materielle Basis des "Klassenkompromisses" hierzulande, wo sich häufig (nicht immer) noch der ärmste Lohnabhängige etwas darauf einzubilden glaubt, dass es ihm "besser geht als jemandem in Afrika" - und ergo einiges daran setzt, dass dies auch so bleibt, zumindest durch Stillschweigen, was ja nichts anderes ist als Zustimmung.

Dieses Ungleichgewicht zwingt und treibt Menschen zur Flucht, und die Politik der nationalen Grenzen hält es weiter aufrecht und tötet jene, die dem Elend entkommen wollen.

Die Lohnabhängigen müssen sich mit den Flüchtlingen solidarisieren. Nur so ist Lohndumping zu unterbinden. Denn die Grenzen der EU werden niemals "dicht" sein. Was die EU damit erreicht ist die Produktion konkurrenzlos billiger Arbeitskräfte, und das ist dem Kapital ja durchaus Recht.

No Border, No Nation - das ist die einzige Richtung, in der es mehr Menschlichkeit geben kann als in diesem System, das jeden Tag zu einem Tag Elend mehr und für immer mehr Menschen auf der Welt werden lässt; auch in Europa, auch in Österreich.

purple, 2013-03-16, Nr. 5899

Danke für rasche und umfassende Antwort.
Sie meinen es sicher gut und Ihre Argumente sind durchaus schlüssig. Nur die Schlußfolgerungen daraus erscheinen mir falsch, wenn Sie den Europäer und weißen Amerikaner damit in "Sippenhaftung" nehmen. Und das tun Sie, wenn Sie fordern, dass wir aus einer moralischer Verpflichtung heraus unsere Länder für alle Welt öffnen sollen.


Ich verstehe das einfach nicht mehr, warum wahr sein soll, dass die Weißen für alles Leid der Welt verantwortlich sein sollen. Die Verantwortlichen sind sicher zu einem großen Teil weiß - doch es waren und sind nur wenige mit dem nötigen Einfluß/Geld.
Erwarten Sie von einem Durchschnittsbürger, dass er sich gegen einen Konzern wendet, ihn enteignet und das Geld nach Afrika schickt, um es überspitzt zu formulieren?
Wenn er es nicht tut, hat er sich Ihrer Argumentation nach automatisch mitschuldig gemacht.

Mir reicht es einfach mit dem Generieren von Schuldphantasien. "Schuldkult" nenne ich sowas.
Und ich glaube nicht, dass Schuldzuweisungen ein gedeihlicher Boden für eine Verbesserung sind.

MfG

P.S.: Die Philharmoniker sind nun auch ein Opfer dieses Schuldkultes. (Hat es dem Adi zu gut gefallen beim Konzert?) Wie hätten sich die Musiker damals wehren sollen? Einfach nie mehr spielen, oder 3 Jahre nicht mehr spielen? Ein Phyrrussieg für die political correctness und weiterer Schaden für Österreich könnten die Folge sein.

Andreas Exner, 2013-03-21, Nr. 5901

Lieber Purple,

Ich glaube nicht, dass ich irgendwo den Begriff der "Schuld" verwende. Das ist nur Ihre Interpretation.

Mit der "Schuld" im christlichen Sinne hab ichs ganz und gar nicht. Was ich meine - egal ob ich das Wort "Schuld" gebrauche oder nicht - ist eine Verantwortlichkeit, das heißt, die Fähigkeit zu antworten auf eine Situation, die man mit verursacht.

Auch mit der "Sippenhaftung" hab ichs nicht. Nur scheint mir unleugbar, dass die Menschen im globalen Norden "ihren Wohlstand" eben wie gesagt nicht "eigener Leistung" im üblichen Wortsinn verdanken, sondern der besonderen Leistung, sich andere Menschen und Regionen unterzuordnen; historisch und heute.

Die Problematik, die dahinter steckt, hat gleichwohl mit der "Schuld" zu tun. Allerdings eher in dem Sinn, dass eine solche nüchterne Feststellung wahrscheinlich bei den meisten Menschen "Schuldgefühle" auslöst. Mit solchen Gefühlen ist aber niemandem geholfen. Was es vielmehr brauchen würde, ist eine Erkenntnis der Verantwortung und der Verstrickung in Herrschaftsverhältnisse, von denen wir profitieren - ob wir wollen oder nicht.

Den Schluss, den ich daraus ziehe ist, mein Möglichstes zu tun (und leider wäre immer mehr davon möglich), dieses System zu Fall zu bringen, es wo es geht zu schädigen, zu unterminieren, zu hinterfragen, zu kritisieren, seine Vertreter zu verspotten, es zu skandalisieren und an einer Vielfalt von Alternativen besseren, guten Lebens zu arbeiten.

Viel ist zu tun.

Das ist wohl der "effizienteste" Einsatz der "Ressourcen", die wir im Norden vorfinden. (*pun intended*) - und das hat, so denke ich, mit dem Wahrnehmen von Verantwortung zu tun. Schuldig fühle ich mich nicht.

LG Andreas Exner

purple, 2013-03-24, Nr. 5905

Zitat Herr Eixner

Den Schluss, den ich daraus ziehe ist, mein Möglichstes zu tun (und leider wäre immer mehr davon möglich), dieses System zu Fall zu bringen, es wo es geht zu schädigen, zu unterminieren, zu hinterfragen, zu kritisieren, seine Vertreter zu verspotten, es zu skandalisieren und an einer Vielfalt von Alternativen besseren, guten Lebens zu arbeiten. ................. Zitatende

Immerhin konnten wir einen Konsens finden. Denn das oben Zitierte unterschreibe ich voll und ganz.

Es war mir eine Freude, mit Ihnen zu kommunizieren. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Freude bei Ihrer Arbeit und einen ausgewogenen Blick auf die Gesellschaft.

Liebe Gruße
p.O.

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