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Walther Schütz

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2009-06-20

Der Kern des modernen Hungers

Laut der Welternährungsorganisation FAO steigt die Zahl der Hungernden erstmals auf über eine Milliarde. Das sind elf Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr – damit ist jeder sechste Mensch nicht ausreichend versorgt. Aber warum?

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Hunger hat in der Menschheitsgeschichte die verschiedensten Ursachen gehabt:

• Missernten; • Seuchen, die verhinderten, dass die Menschen ausreichend für sich vorzusorgen konnten; • Klimaschwankungen; • unangepasste Bewirtschaftungsmethoden; • Kriege; • regionale Überbevölkerung; • Despoten, die den Menschen die Nahrungsmittel weggenommen haben oder sie zu Großprojekten gezwungen haben, weswegen die Nahrungsmittelproduktion vernachlässigt wurde ...

Der moderne Hunger

Dass heute eine größere Anzahl an Menschen hungert denn je, hat nichts mit all diesen Faktoren zu tun. Denn Nahrungsmittel sind genug da – das schreibt zu Recht und in aller Klarheit die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO:
„Die allerjüngste Zunahme des Hungers ist nicht Folge schlechter weltweiter Ernten, ..."
um dann im selben Satz eine Halbwahrheit als Hungerursache einzuführen:
„... sondern sie ist verursacht durch die Wirtschaftskrise, was zu gesunkenen Einkommen und gestiegener Arbeitslosigkeit führt. Das hat den Zugang der Armen zu den Nahrungsmitteln erschwert."[1]
So wird die FAO etwa vom Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) zitiert.

Die Zeitschrift Der Spiegel geht in die gleiche Richtung: „Die Finanzkrise macht sich auf dramatische Weise bemerkbar." (→ www.spiegel.de).

Und in einer Presseaussendung der FAO werden als Faktoren genannt: Sinken der ausländischen Investitionen, sinkende Überweisungen durch Migrant/innen in die Heimatländer, sinkende öffentliche Entwicklungshilfe, die Krise der Finanzmärkte, sinkender globaler Handel. Klingt logisch: Weniger Geld, weniger Möglichkeiten zum Kauf von Nahrungsmitteln. (→ www.fao.org/)

Achtung Falle

Aber was da so scheinbar folgerichtig daherkommt, setzt stillschweigend etwas voraus: Dass nämlich zwischen dem Bedürfnis nach Nahrung und den vorhandenen reichlichen Lebensmitteln eine Barriere besteht: das Geld. Anders ausgedrückt: Erst wenn ich in der Lage bin, für das benötigte Essen etwas von (annähernd gleichem Wert) hinzulegen, kann ich meine Bedürfnisse erfüllen. Wenn nicht, muss ich hungern! Wenn also weniger Autos gebaut werden, dann steht weniger Essen zur Verfügung? Wenn ein bisschen weniger Erdöl verbraucht wird, dann gibt's weniger zu essen? Wenn weniger geflogen wird und damit ja eigentlich eine Entwicklung in die richtige Richtung eintritt, dann müssen mehr Menschen hungern? Logisch?

Das ist kein Naturgesetz, aber es ist der Kern der GESETZE des MARKTES. Dies ist ein durch und durch soziopathisches Verhältnis, denn mein Gegenüber ist kein Mensch, dem etwas zusteht, sondern nur ein Mittel im Äquivalententausch.

Die unsichtbare Kluft zwischen Anbieter/innen von WAREN, also Gütern, die nicht einfach für die Befriedigung von Bedürfnissen hergestellt werden, sondern für den VERKAUF, und denen, die ihrer bedürfen, findet sich in jedem „anonymen" Supermarkt wie auf jedem scheinbar geselligen „Bio-Bauernmarkt".[2] Ohne das Medium GELD müssen die Anbieter/innen den Bedürftigen vor dem vollen Warentisch verrecken lassen. Und die Anbieter/innen selbst müssen auf ihren Waren sitzen bleiben und geraten so selbst in die Krise. (siehe auch Abbildung 1).

Dass in einem Mit/Gegen-Einander, in der nur die Kaufkraft das Kriterium für die Legitimität von Bedürfnissen abgibt, die Vernichtung von Lebensmitteln durch Verfütterung in der Massentierhaltung am Programm steht, ist nur eine der Konsequenzen, denn so können die angebotenen Waren für die kaufkräftige Kundschaft „veredelt" werden (siehe Abb. 2)

Das ist der Kern unserer sonderbaren Form einer ungesellschaftlichen Vergesellschaftung. Uns aber, die wir zunehmend nur mehr diese Perspektive kennen, erscheint dieser kranke Zustand als Normalität. Aber erst unter dieser menschheitsgeschichtlich relativ neuen Voraussetzung ergibt das Gerede, wonach die Wirtschaftskrise zur Zunahme des Hungers führe, überhaupt erst einen Sinn!

Reden wir darüber!

kärnöl, der Verein Erinnern und der ÖIE-Kärnten haben 2007 mit der Ausstellung → Geht's der Wirtschaft gut ... begonnen, diese Verhältnisse zur Diskussion zu stellen. Der ersten Serie folgten 2008 weitere 3 Plakate (→ Veranstaltungsdokumentation Grenzenloser Klimaschutz). Die nunmehr vorliegenden, hier abgebildeten 4 Planen (zum Vergrößern anklicken) führen weiter zum Kern, der ja so gerne verdrängt wird, hin.

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Gebe ich den Armen zu essen,
nennen sie mich einen Heiligen.
Frage ich, warum sie nichts zu essen haben,
nennen sie mich einen Kommunisten.

Dom Helder Camara,
Erzbischof von Olinda und Recife (Brasilien)

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[1] Im Original: „The most recent increase in hunger is not the consequence of poor global harvests, but is caused by the world economic crisis that has resulted in lower incomes and increased unemployment. This has reduced access to food by the poor, the UN agency said."
.. zurück zum Text

[2] Zur Klarstellung: Ich habe viele tolle Menschen auf dem „Bio-Bauernmarkt" kennen gelernt, selbstverständlich bilden sich Freundschaften, gehen Menschen AUCH voller Empathie miteinander um, aber dies alles NICHT WEGEN, sondern TROTZ des Marktes, einfach weil sie sich begegnen und die Menschlicheit sich immer wieder gegen alle Logik durchsetzt.
.. zurück zum Text

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Mehr bei der Veranstaltung
→ „Saatgutvielfalt und Gentechnik" am Mo, 22.6. um 19:30 in Klagenfurt!

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Susanne Zimmermann, 2009-06-22, Nr. 4516

Du hast ja sooo recht , aber..........
Die meisten Leute die ich kenne finden das alles schlimm, aber kann man/frau nichts machen.
an grundlegende Veränderung wagt kaum wer zu denken. Es ist als sei anderes Denken wie in eine andere Dimension eindringen.Wie wenn man Würmern erklärt, sie müßten nur 3-4 Meter aufwärts in der Luft ihre Nahrung holen, da ist sie bereit ! Gibts eine Lösung ? Hast du Zeit am Samstag den 27. 6 ab 18h darüber und über anderes zu quatschen ? würde ich mich freuen dich am grünen Sommerfest begrüßen zu dürfen, liebe Grüße Susi

Mario Sedlak, 2009-07-31, Nr. 4578

Ich sehe ebenfalls in der mangelnden Kaufkraft die Hauptursache, warum so viele Menschen hungern müssen. In vielen Entwicklungsländern wird ja genug angebaut, aber die Ausländer zahlen höhere Preise und daher geht die Ernte in's Ausland.

Aber ist das ein Fehler im System? Ich denke, hier spiegelt sich die Grundmentalität der Menschen wider: "Ich tue das, was mir am meisten nützt." Für die Bauern ist es sicher logisch, dass sie das anbauen, wofür sie am meisten Geld bekommen.

Ist das hierzulande anders? Wer nimmt eine Stelle an, wenn er bei einer anderen, gleichwertigen ein Vielfaches verdienen kann? Gerade 1% der Haushalte beziehen freiwillig den nur etwas teureren Ökostrom. Und man könnte noch viel mehr solche Beispiele anführen. Die "Profitgierigen" sind meines Erachtens wir alle. Nur ganz wenige sind zu großem Verzicht zugunsten der Allgemeinheit oder der Umwelt bereit. Das ist meiner Ansicht nach das wahre Problem.

Gruß, Mario Sedlak

And to be fair to s, 2015-09-26, Nr. 6364

And to be fair to some poor guy who is barely mainkg ends meet. If he truly cares about his woman and can only afford a meal at Waffle House, I don't have a problem with that. She might, but I don't :)"I can't disagree with that either. What a find interesting, if she dares complain, she might still end up being called a "gold-digger" by some of these men either way. Can't win for losing with some people.

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