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Hans D. Smoliner

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2007-07-07

STIRI ISTRA BITTER

Wenn Maria Grimm Istra Bitter auf ihre Einladung schreibt, können Sie sicher sein, dass auch Istra Bitter drinnen ist.
Und was uns Maria Grimm für einen Istra Bitter kredenzt. Empfehlenswert? Für veganische Anti-Alkoholiker bestimmt nicht. Aber für diejenigen, die einmal etwas anderes ausprobieren möchten, als die benthamsche Kunstmarktkost ganz bestimmt.

Auf Hochglanz polierten dünnen Aluminiumblech serviert uns Maria Grimm den bittersüßen Öllikör, hergestellt aus den vier aromatischen Grundfarben des Kvarners (Istriens). Das genaue Rezept der visualisierten Augenblicke ist ein Grimmsche`s Geheimnis.
Soweit ich von der sensiblen, wortkargen und bescheidenen Künstlerin in Erfahrung bringen konnte werden die Zutaten – wie schweißgleißendes Sonnengelb, sommergetrocknetes Erdenrot, wachsglänzendes Laubgrün und salzspiegelndes Meerblau in destilliertem istrischen Wasser eingeweicht und mit Ethylalkohol versetzt. Für den unverwechselbaren Glanz der Farben sorgt der natürliche Farbstoff Koschenille, der aus Schildläusen der Art Coccus cactus gewonnen wird. Diese werden in der Sonne getrocknet und anschließend gemahlen und der Firnis beigemengt.

Mit kräftigen Duktus zelebriert sie einfühlsam ihre Augenblicke, abstrahiert diese in der Gegenständlichkeit der sich auftragenden Farben und konkretisiert gerade dadurch ihre eigene Wahrnehmung.
In der Tradition des mittelalterlichen Wandelaltars erzählt und visualisiert Maria Grimm die Geschichten einer Begegnung, Gespräche und Gefühle eines Sommers. Im Gegensatz zum typische Triptychon, das sich in seiner inneren, oft verschlüsselten Beziehung der benthamschen Dreifaltigkeit nur auf Macht-, Arbeit- und Gewinnorientiertheit beschränkt, bezieht sie in ihrem Quatrychon die sozialemanzipatorische Dimension des künstlerischen und menschlichen Daseins mit ein.

Falls Sie, liebe Freundinnen und Freunde von kärnöl, diese sozialemanzipatorische Dimension in der Kunst von Maria Grimm nicht nachvollziehen können oder wahrnehmen möchten, seien Sie nicht enttäuscht. Auch ich habe lange gebraucht um hinter das Geheimnis der Kunst von Maria Grimm zu stoßen.
Trinken Sie mit uns einen oder „STIRI ISTRA BITTER“, lassen Sie sich die Cevapcici, den Kuchen schmecken, das Eis auf der Zunge zergehen. Genießen Sie die Gespräche mit Maria Grimm, einer Künstlerin, die die Farben des Augenblickes liebt, die die Malerei mit Genuss verknüpft und ihre manifestierten Erinnerungen an einen bittersüßen Sommer mit uns BildbetrachterInnen einfach teilt.

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